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Full text of "Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg.."

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COMPARATIYE ZOÖLOGY, 



AT HARVARD COLLEGE, CAMBRIDGE, MASS. 



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No./o/ 



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des Vereins 



der Freunde der Naturgeschichte 



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35. «Ja.!).!*. 

(1881.) 



Herausgegeben 

von 

C. Arndt-Bützow. 



Neubrandenburg. 

In Commission bei C. Brünslow. 

■ :»a1882. 



Den Freunden des Maltzaneums 

in Waren. 



Das von Maltzansche naturhistorische Museum in 
Waren hat einen neuen Abschnitt seines Daseins be- 
gonnen. Auf dem letzten Landtage ist ihm auf 10 Jahre 
eine Subvention von je 500 Ji. gewährt. In dieser Be- 
willigung liegt unzweifelhaft ausgesprochen, dass die 
hohe Landtags-Versammlung den grossen Werth, den das 
Museum für das ganze Land besitzt, anerkennt. Es ist 
nun die Hoffnung, die alle Freunde des Museums von 
seiner Gründung an gehegt haben, ihrer Erfüllung ein 
gut Theil näher gerückt, die Hoffnung, dass das Museum 
sich immer weiter entwicklen werde zur Zierde des 
Vaterlandes und zur Förderung der Naturgeschichte, 
nicht bloss des engeren Vaterlandes; denn wenn einer 
G-egend Naturerzeugnisse gründlich erforscht werden, so 
gewinnt dadurch die ganze Naturwissenschaft. — Und 
in der That, man muss schon jetzt, obwohl das Museum 
noch nicht 16 Jahre — seit Michaelis 1866 — besteht, 
anerkennen, dass Bedeutendes geleistet ist. Manche Ab- 
theilungen der organischen Wesen sind vollständig ver- 
treten. Ich nenne nur die sehr bedeutende Vogel- 
sammlung, in der fast alle mecklenburgischen Vögel 
vorhanden sind und zwar in so kunstvoller Aufstellung 
und so vorzüglichem Erhaltungszustande, dass es eine 
Freude die einzelnen Stücke zu betrachten. Doch nicht 
bloss die Thiere selbst sind aufgestellt, sondern in grosser 
Reichhaltigkeit auch die Nester, meistens mit Gelege, 
wodurch der wissenschaftliche Werth der Sammlung be- 
deutend gesteigert wird. Ferner sind die so schwer zu 
erlangenden Handflügler und Nager, ebenso die Eeptilien 
und Amphibien vollständig vorhanden. Von den Insecten 
ist vieles gesammelt: so sind die Käfer und Schmetter- 
linge schon recht zahlreich; aber es bleibt hier noch viel, 
sehr viel zu thun übrig, und wird es noch auf lange 
Jahre hin bleiben, da manche Classen der niederen Thiere 



noch g'ar nicht bearbeitet sind, so die Spinnen, Cnister 
und Würmer, während die Conchylien, wie es bei dem 
Eifer, den der Gründer des Museums grade dieser Thier- 
classe widmete, fast selbstverständlich ist, wieder voll- 
ständig und in grosser Anzahl vertreten sind. Doch nicht 
bloss Thiere sind gesammelt, auch den Pflanzen ist ganz 
besondere Aufmerksamkeit gewidmet; die Blüthenpflanzen 
mögen fast ohne Ausnahme dem Herbarium einverleibt 
sein, auch die Moose und Pilze sind ziemlich vollzählig. 
Ferner sind die mineralogischen Sammlungen schon recht 
bedeutend, doch fehlt hier noch vieles, namentlich an 
Petrefacten, von denen die des Sternberger Kuchens 
jedoch ziemlich reichhaltig gespendet sind. 

Dass in so wenig Jahren solche Erfolge erzielt 
worden sind, zeugt einerseits für den regen Eifer und 
die bedeutende Opferwilligkeit des Gründers, des Frei- 
herrn Hermann von Maltzan, und den rastlosen Fleiss, 
die aufopfernde Uneigennützigkeit des Conservators, 
des Gymnasiallehrers C. Struck, andererseits aber auch 
für die Theilnahme, die das Museum in den Kreisen der 
zunächst Betheiligten, der Naturfreunde und Naturforscher, 
gefunden hat. Von ihnen sind dem Museum nicht bloss 
einzelne Seltenheiten, die zu besonderer Zierde gereichen, 
sondern auch ganze Sammlungen theils geschenkt, theils 
vermacht oder zugesagt. Prof. Füldner - Neustrelitz 
schenkte seine vorzügliche Sammlung von Odonaten 
(Libellen), nach der er in unserm Archiv (Heft IX. 1855) 
seine Uebersicht dieser Insectenordnung bearbeitet hat; 
Dr. Fiedler vermachte seine Moose, die Grundlage seiner 
Synopsis der Laubmoose Mecklenburgs, 1844; Freiherr 
von Maltzan auf Gr. Luckow überwies dem Museum 
die Mineralien und Petrefacten, die von dem leider zu 
früh verstorbenen Freiherrn Albrecht von Maltzan, dem 
Gründer unseres Vereins, gesammelt waren; Landbau- 
meister Koch schenkte reichhaltige Suiten mecklenburgi- 
scher Mineralien, Pastor Konow über 1000 Species von 
Käfern. Doch alle Schenkungen, auch nur ,die ganzer 
Collectionen aufzuzählen, würde hier zu weit führen, es 
sollte nur gezeigt werden, dass dem Museum durch grosse 
Theilnahme schon reiche Schätze zugeflossen sind; aber 



uocli vieles bleibt zu tliiin für alle 3 Naturreiclie. Doch 
stellt zu hoffen, dass die Geldbewilligung", die der 
Landtag dem Museum gemacht hat, die bisherige 
Theilnahme noch steigern werde, da nun die Mittel vor- 
handen sind, das Geschenkte ordnungsmässig zu prae- 
pariren. Aber leider ist der Raum, in dem die schönen 
Sammlungen jetzt aufgestellt sind, schon für das Vor- 
handene kaum ausreichend; es vernothwendigt sich daher 
aufs allerdringendste, dass neue Eäumlichkeiten, die auch 
für längere Jahre, für grossen Zuwachs ausreichen, ge- 
schaffen werden. Und da wäre es am rathsamsten, 
dem Museum ein eigenes Gebäude zu gründen, ein Heim 
für alle Zeiten, in dem es sich sicher weiter entwickeln 
könnte. — Der jetzige Aufsteilungsraum befindet sich in 
einem Privatgebäude und ist mit anerkennenswerther 
Liberalität dem Museum zu einer verhältnissmässig ge- 
ringen Miethe überlassen, doch ist das immerhin nur auf 
Zeit, Und ob sich dann passende Räumlichkeiten finden 
lassen? Jedenfalls stehen, so lange das Museum kein 
eigenes Local hat, immer erneuerte Umzüge bevor, die 
naturgemäss um so schwieriger werden, je mehr das 
Museum anwächst. Und wie nachtheilig ein solcher 
Localwechsel für naturhistorische Sammlungen sein muss, 
kann jeder, der einmal ein Museum besucht hat und 
selbst nur mit seinem Hausgeräth umgezogen ist, leicht 
ermessen. Ein Fall, der beim letzten Umzüge des in 
Rede stehenden Museums vorgekommen, mag als schla- 
gendes Beispiel angeführt werden. Beim Transport der 
Mineralien, der selbstverständlich in den Schubkästen 
der Mineralienschränke vorgenommen wurde, haben sich 
die Träger durch Entleeren einiger Auszüge die schw^ere 
Last erleichtert, ohne zu bedenken, wie grossen Schaden 
sie dadurch anrichteten. Derartiges kann sich wieder- 
holen, jedenfalls aber wird beim erneuerten Umzüge 
manche Beschädigung nicht ausbleiben. Sehr ins Gewicht 
fallend ist auch noch, dass in einem Miethslocal die Auf- 
stellung nie nach einem einheitlichen Princip ausgeführt 
werden kann. Darum muss das Streben aller Freunde 
des Museums dahin gerichtet sein, ihm ein eigenes Local 
zu verschaffen. Dass sich die Mittel dazu aufbringen 



lassen, ist gar nicht zweifelhaft; sehen wir doch in an- 
deren deutschen Ländern, dass Provinzial - Museen aus 
privaten Mitteln hergestellt sind. Es möchte sich nur 
fragen, ob das Museum seine bleibende Stätte in Waren 
haben solle, oder ob es rathsam sei, es an einen grösseren 
Ort, etwa Rostock oder Schwerin, zu verlegen. Die 
Versammlung unseres Vereins zu Neustrelitz i. J. 1880 hat 
sich fast einmüthig für ersteres ausgesprochen und gewiss 
mit Recht. Denn wenn eine Sammlung, wie das Maltza- 
neum sein soll, an einen Ort gebracht würde wie die 
eben erwähnten, avo schon so viele andere Sammlungen 
vorhanden sind, die mehr in die Augen Fallendes bieten, 
so wird sie naturgemäss vom Publicum vernaehlässig-t 
werden, während sie an dem kleineren Orte den alleinigen 
Anziehungspunkt bildet und so grade für die Erforschung 
der heimischen Natur vielfache Anregung bietet, wodurch 
die Zwecke des Museums gefördert werden. Und für 
den Forscher, der die Sammlunggn zwecks specieller 
Studien benutzen will, ist es durchaus gleichgültig, ob 
sie in Waren oder sonst wo aufgestellt sind, wie das 
schon früher, als Waren noch keine Eisenbahn hatte, 
durch fremde Gelehrte erwiesen ist, die selbst bei so viel 
ungünstigerer Verbindung sich nicht abhalten Hessen, 
nach Waren zu kommen, um im Museum Studien zu 
machen. Man lasse also das Maltzaneum in AVaren, dem 
Orte seiner Gründung, strebe aber dahin, ihm dort den 
Bau eines Hauses zu ermöglichen, damit das so schön 
begonnene vaterländische Museum seinem Ziel, die hei- 
mische Natur nach allen Seiten hin darzustellen, immer 
näher komme. q_ ^^^^^_ 



IS'aclisclirift. Im Begriff, vorstehende Zeilen in die Druckerei 
zu senden, erlialte ich die Mittheihmg, dass der Plan zur Erbauung 
eines eigenen Gebäudes für das Maltzaneum nicht mehr so ganz 
jn der Luft schwebt. Eiss und Specialanschläge sind angefertigt, 
und ich bin in der Lage, auf unserer demnächst abzuhaltenden 
Generalversammlung eine Photographie der recht stattlichen Fa§ade, 
wie sie projectirt ist, vorzulegen. C. A. 



Inhalts-Verzeichniss. 



Beitrag zur Geologie Mecklenburgs. III. Die Basalt- Seite, 
geschiebe im meckl. Diluvium. Von Prof. Dr. E. 
Geinitz-Eostock 1— 19. 

Beiträge zur Phanerogamenflora von Schwerin. Von 

Heinr. Brockmüller 20— 47. 

Beitrag zur meckl. Pilz- und Algenflora. Von Dr. med. 

Ernst H. L. Krause-Berlin 48— 53. 

Flora von Feldberg. Von C. Arndt-Bützow 54— 87. 

Beitrag zur Geologie Mecklenburgs. IV. Die Geschiebe 
krystallinischer Massengesteine im meckl. Diluvium. 
Von Prof. Dr. E. Geinitz-Rostock 88—105. 

Ornithologische Mittheilungen. Von Franz Schmidt-Wismar. 106—114. 

Unsere Lacertiden. Von Gymnasiallehrer C. Struck- Waren. 115—116. 

Eine singende Maus. Von demselben. 117—118. 

Ein Schollen-Bastard: Platessa vulgaris X Rhombus 
maximus. Von Director Dr. K. E. H. Krause- 
Rostock 119—120. 

Zum Polymorphismus von Primula. Von demselben . 121—124. 

Veronica Chamaedrys L. Waldform. Von demselben . 124. 

Botanische Miscellen. Von Pastor Fr. W. Konow- 

Fürstenberg 125 — 127. 

Starke Epheustämme, Von C. Struck- Waren 128—129. 

Riesenexemplare von Pteris aquilina. Von Geh. Sanitäts- 

rath Dr. A. Brückner-Schwerin 130. 

Prolification bei Scabiosa columbaria L. Von C. Arndt- 
Bützow 131—132. 

Höhe der Feldberger Seen. Von demselben 133—135. 

Nekrolog: Geh. Sanitätsrath Dr. Ad. Brückner. Von 

Dr. Ad. Blanck-Schwerin 136—140. 



IV 



Vereinsangelegenheiten : 

Eingänge zur Bibliothek des Vereins 143—163. 

Bericht über die JahresversammUmg zu Eatzeburg. 164 — 179. 

Bericht über die am 9. Juni unternommene Ex- 

cursion. Von Rieh. Volk-Ratzeburg. . . 180 — 185. 

Rechnungsablage für das Vereinsjahr 1880/81. . 186—187. 

Verzeichniss der Mitglieder 188—197. 

Beilagen: 

1. P. M. die Bibliothek betreffend. 

2. Statuten des Vereins, 

3. Den Freunden des Maltzaneums. 



Beitrag zur Geologie Mecklenburgs. 



III. 

Mte fSasaltgescIiielie im ineckleii- 

liiii'giscSieii Diluvium. 

Von E. (xeiuitz- Rostock. 



JJie Basalte bilden einerseits an sich so wohl zu 
charakterisirende, in einen engen Rahmen der petro- 
graphischen Classification zu umgrenzende Gesteine, 
andererseits ist ihr Vorkommen als anstehende Massen 
in den überhaupt in Frage kommenden nordischen Ge- 
bieten ein so beschränktes, dass sie das vorzüglichste 
Material liefern für die Beantwortung der Frage nach 
dem Ursprung der krystallinischen Geschiebe im nord- 
deutschen Diluvium. 

Einer endgültigen Entscheidung jener Frage stehen 
indessen zahlreiche Schwierigkeiten gegenüber, deren 
man sich stets bewusst bleiben sollte. Erstens zeigen 
die eruptiven Massengesteine (und noch in viel höherem 
Grade die krystallinischen Schiefer) an einem und dem- 
selben Vorkommnisse vielfach mehr oder weniger bedeu- 
tende Schwankungen in ihrem petrographischen Habitus, 
die so weit gehen können, dass wir Uebergänge zweier 
in der Classification eigentlich weit getrennter Typen 
finden. Dies erklärt wohl auch die Difi'erenz, die zwei 
Handstücke des Basaltes von Annaklef bei Hör in 

Archiv XXXV. 1 



Schonen zeigen, welchen Zirkel^) als typischen Feld- 
spathbasalt mit trichitisch devitrificirter Glasbasis be- 
schrieben hat, während ein Handstück von demselben 
Fundort, welches das Rostocker Museum besitzt, einen 
schönen Feldspath-Nephelinitoid- Basalt darstellt. Auf 
der anderen Seite kann man aber auch wieder an sehr 
verschiedenen Orten Gesteine von überraschender Aehn- 
lichkeit finden. Beispiele hierfür anzuführen, ist wohl 
kaum nöthig. Endlich kommt noch ein weiterer üebel- 
stand hinzu, nämlich der, dass wir zur Zeit wahrscheinlich 
noch gar nicht alle anstehenden Vorkommnisse, die ein 
nothwendiges Vergleichsmaterial liefern müssen, kennen. 
Sind ja selbst in der schon fertig kartirten Provinz 
Schonen erst kürzlich noch neue ßasaltvorkommnisse 
aufgefunden worden. 

Aus diesen Gründen kann eine Ursprungsbestimmung 
der krystallinischen Diluvialgescliiebe Norddeutschlands 
immer nur einen mehr oder weniger approxioiativen 
Werth haben. Jedenfalls aber sollte man sich dabei 
nicht noch durch rein äusserliche Zufälligkeiten leiten 
lassen, wie es bei der Bestimmung der bei Bremen ge- 
fundenen Basaltgeschiebe durch 0. Lang^) geschehen 
ist. Lang stützt seine Behauptung, dass die meisten 
der bei Bremen gefundenen Geschiebe aus Nordpolar- 
regionen stammen, wenigstens für die Basalte, auf eine 
Vergleichung dieser Geschiebe mit den Gesteinen, welche 
die 2. deutsche Nordpolarexpedition mitgebracht hat 
und begründet^) dies in folgenden zwei Sätzen: „Die 
im Diluvium von Leipzig gefundenen und von A. Fenck 
beschriebenen Basalte scheinen, nach Penck's Schilderung 
wenigstens, unter den Bremer Basalten kein Analogen 
zu haben; leider standen mir Dünnschliffe des Leipziger 



^) Untersuchungen über die Basaltgesteine 1870. S. 136. 

2) H, 0. Lang: Erratische Gesteine aus dem Herzogthum 
Bremen. Göttingen 1879. 8« 198 S (Aus den Abhandl, d. Naturw. 
Ver. zu Bremen.) 

3) a. a, 0. S. 140. 



Basalts nicht zur Verfügung, um denselben mit den 
Bremern zu vergleichen. Die au sich schon wenig 
fundirte Schlussfolgerung Pencli's, dass alle erratischen 
Feldspathbasalte aus Schweden stammen müssen , ist 
damit. (!!) auch hinfällig." 

Auf Grund der oben erwähnten Schwierigkeiten 
haben, wie mir scheinen will, die Beschreibungen der 
krystallinischen Diluvialgeschiebe nur dann allgemeinen 
Werth, wenn sie auf Grund der petrographischen Be- 
schaffenheit die Gesteine bis ins kleinste Detail schildern 
und die verschiedenen Typen übersichtlich neben ein- 
ander stellen. Dadurch wird es möglich sein , ein 
bleibendes Material für die Vergleichung mit früher oder 
später bekannt werdenden anstehenden Vorkommnissen 
zu schaffen. Dann kann ja auch ein Theil der vorläufig 
scharf auseinander zu haltenden petrographischen Typen 
wieder als geologisch zusammengehörig vereinigt werden. 

In diesem Sinne habe ich im Folgenden die in 
Mecklenburg verhältnissmässig sehr zahlreichen Basalt- 
geschiebe beschrieben. Dabei wurden vorläufig nur 
die ganz unzweifelhaften echten Basalte berücksichtigt, 
während alle als Melaphyr, Trapp, Dolerit etc. zu be- 
zeichnenden Formen vorerst noch ausgeschieden wurden. 

Die beschriebenen Basalte sind sämmtlich im 
Rostocker Universitätsmuseum aufbewahrt. Es sind 
meist faust- bis kopfgrosse Stücke, die sich fast durch- 
gängig durch ihre Frische und Unzersetzheit auszeichnen; 
alle haben nur eine ganz dünne Verwitterungsrinde und 
man sieht an ihnen sehr deutlich, wie die Zersetzung 
durch die Atmosphärilien hauptsächlich durch die Feinheit 
des Kornes paralysirt wird. 

Die mecklenburgischen Basalte sind Feldspath- 
basalte und Nephelinbasalte. Nach ihrem petro- 
graphischen Habitus lassen sich sechs Typen unter- 
scheiden, die wie auch das geognostische Vorkommen 
vermuthen lässt, z. Th. üebergänge in einander zeigen. 

I. Feldspathbasalte mit braunem, a. reinem 
oder b. trichitisch devitrificirtem Glas. 



158. L u d wi g s lu 8 t ^). Ein schwarzes, dichtes, 
etwas pechgläuzendes Gestein, aus dem kleine glänzende 
Krystalle hervorleuchten und einzelne grössere Krystalle 
von Olivin und Augit sowie grössere Olivinfelseinschlüsse 
porphyrisch hervortreten. Eine ganz dünne, graue Yer- 
witterungsrinde, aus der sich Krystalle von Augit und 
Serpentin als Rauhigkeiten abheben. 

Unter dem Mikroskop als typischer, sehr frischer 
Feldspathbasalt kenntlich, von glasig - porphyrischer 
Structur (C. a. bei Zirkel, Basaltgesteine, S. tll). 

Durch einzelne Augit krystalle und (gegen diese 
an Menge zurücktretende) Olivine porphyrisch, während 
die übrige Masse aus Augit, Olivin, Plagioklas, 
Magneteisen und einem reinen, kaffeebraunen Glas 
besteht. 

Die Augite sind licht braun gefärbt, mit vollkommener 
prismatischer Spaltbarkeit und vielfach einem dunkleren 
äusseren zonalen Rand mit zonal angeordneten Mikro- 
litheneinschlüssen, während im Inneren oft eine grosse 
Menge schlauchähnlich gestalteter Glaseier den Haupt- 
kern bildet. 

Der stets fast farblose Olivin ist recht frisch, nur 
wenig auf den Spalten serpentinisirt. 

Plagioklas in zahlreichen, kleinen leistenförmigen, 
poly synthetisch verzwillingten, sehr frischen Krystallen. 

Magnetit in scharfen oktaedrischen Krystallen und 
winzigen Körnern. 

Apatit zurücktretend; in den gewöhnlichen Formen. 

Das kaffeebraune Glas ist vollständig rein, weder 
durch Mikrolithen, noch durch Globuliten entglast; in 
ziemlich reichlicher Menge vorhanden, doch bei weitem 
nicht so massenhaft, dass es die krystallinischen Ge- 
steinselemente überträfe, vielmehr untergeordnet. An 



^) Die Nummern beziehen sich auf den Catalog der Samm- 
lung von Dünnschliffen erratischer Gesteine im Rostocker Museum. 

Ludwigslust liegt im südwestlichen Mecklenburg, an der 
Berlin-Hamburger Bahn. 



einzelnen Stellen geht seine braune Farbe in vollständige 
Farblosigkeit über. 

Nur sehr wenige kleine Mandeln, von Viridit erfüllt, 
zeigen eine Zersetzung an, sonst ist das Gestein von 
wunderbarer Frische. 

159. Sternberg^): Aeusserlich dem vorigen sehr 
ähnlich; zahlreiche Olivinfelseinschlüsse. 

U. d. M. ebenfalls grosse Aehnlichkeit: Porphyrisch 
durch Augite und zurücktretende, recht frische Olivine. 
Die übrige Gesteinsmasse besteht aus kleineren Augit, 
krystallen (nur selten in undeutlichen Körnchen), Olivin - 
sehr frischen Plagioklas leisten, Magnetitkörnern und 
ziemlich reichlichem Glas. 

Letzteres ist hier nicht rein, sondern durch massen- 
haft entwickelte, schwarze spiessähnliche Mikrolithen de- 
vitrificirt, die sich unter 60" und 90'^ kreuzend zu zierlichen 
Gittern gruppiren. Dadurch kommt das Gestein unter 
Zirkel' s Rubrik C. b. Mikrofluctuation ist hier nicht 
zu bemerken. 

Ganz ähnlich ist ein anderes Geschiebe von Stern- 
berg (187.); nur sind die Olivine stärker serpentinisirt. 
Die Augite gruppiren sich gern in leistenförmigen Kry- 
stallen zu „Augitaugen*' ; das braune Glas führt kurze 
Trichiten. 

Nur wenig Differenzen zeigt ein dichter schwarzer 
Feldspathbasalt von Sternberg 172: 

Die grösseren porphyrischen, lichtbrauneu Augite 
sind mit braunen Glaseinschlüssen vollgestopft, oft mit 
äusseren Zonen, die davon frei sind und abwechselnd 
helle und dunklere Schalen zeigen; die grössten Augite 
sind nicht einheitliche Krystalle, sondern aus mehreren 
Individuen zusammengehäuft. Olivine betheiligen sich 
an den porphyrischen Elementen, um welche sich Plagio- 
klasleisten in schöner Pluctuation herumschmiegen. 



') Sternberg liegt im mittleren Meckleiiburg , nö. von 
Schwerin. 



6 



Ziemlich reichliches braunes Glas, mit trichitischer 
und globulitischer Devitrification; das Glas auch in farb- 
loses übergehend, welches durchaus nicht mit Nephelin- 
grund zu verwechseln ist, der in diesen Vorkommnissen 
gänzlich fehlt. Auch in dem farblosen Glas liegen 
Trichitgitter. — 

Alle diese Basalte sind dadurch ausgezeichnet, dass 
sie mikroporphyrische Structur mit einem Glasgrund be- 
sitzen und dass sich an dieser Porphyrstructur nur die 
(immer hell röthlichbraunen, zonal struirten) Augite und 
(farblosen, sehr wenig angegriffenen) Olivine, nie aber 
die Plagioklase, betheiligen. — 

Suchen wir nach Analogien von anstehenden skan- 
dinavischen Basalten mit den eben beschriebenen meck- 
lenburgischen Findlingen, so ist es nicht schwer, Gesteine 
zu finden, die eine völlige Uebereinstimmung mit den- 
selben zeigen. 

Zunächst stimmt damit die Beschreibung des Ba- 
saltes von Annaklef bei Hör in Schonen sehr genau, 
die Zirkel Basaltgesteine S. 136 giebt. Ferner konnte 
ich unter den Originalen zu Penck's^) Arbeit, die mir 
Herr Professor H. Credner in Leipzig gefälligst zur 
Ansicht überliess, drei übereinstimmende Schliffe finden, 
indem die Basalte von Snalen bei Möllby in Schonen 
und von Sildhallen bei Häglinge in Schonen das 
genaue Abbild unserer Findlinge darstellen. Und zwar 
stimmt der Basalt von Möllby durch sein Trichitengitter 
führendes braunes Glas mit unseren Num. 159 u. 172 
überein, während der von Sildhallen fast keine Devitri- 
fication zeigt und damit Num. 158 gleicht. 

Feldspathbasalte von dem beschriebenen Charakter 
sind auch aus anderen Gegenden des norddeutschen 
Diluviums schon bekannt. ZirkeP) beschreibt ein der- 
artiges Geschiebe von Kiel; ein von Penck am Eilen- 



') Nordische Basalte im Diluvium von Leipzig. N. Jahrb. 
Min. 1877. S. 243 f. 

2) Basaltgesteine. S. 137. 



burger Bahnhof in Leipzig (Num. 6) gefundener hat den- 
selben Typus. Auch Heineraann*) scheint ähnliche 
Vorkommnisse aus Schleswig-Holstein unter den Händen 
gehabt zu haben. 

Dagegen stimmen nicht mit unseren Findlingen 
überein die von Lang aus dem Bremer Diluvium er- 
wähnten und die von Remeld^) aus der Gegend von 
Eberswalde beschriebenen. — 

H. Nephelin -Feldspath-Basalte mit doleri- 
tischem Habitus: Mehrere Basaltgeschiebe von verschie- 
denen Fundorten, die sehr genau makroskopisch wie in 
ihrem mikroskopischen Habitus übereinstimmen, sind als 
porphyrisch ausgebildete Nephelin-Plagioklas-Basalte zu 
bezeichnen. Es sind Findlinge von öternberg (173 u. 
174), Zarrentin^) (101) und Rothenmoor^) (46): 

Schwärzlich graue Gesteine mit sehr zahlreichen, 
ziemlich grossen porphyrischen Krystallen von stark 
glänzendem, schwarzem Augit und in rostbraune, blättrig 
spaltende Serpentinmasse zersetzten Olivinen. Alle 
führen recht viele Drusen von radialfasrigem, weissem 
Zeolith, zeigen also eine ziemlich vorgeschrittene Zer- 
setzung an. 

U. d. M. erkennt man in einer kleinkörnigen Haupt- 
masse porphyrische Augite und serpentinisirte Olivin e 
mit viel Eisenoxydausscheidungen. Die Augite haben 
oft einen dunkleren, röthlichgrauen Kern, sind prächtig 
zonal struirt mit vielen Glas- und Mikrolitheneinschlüssen ; 
oft ist auch umgekehrt die innere Partie lichter und 
Binschlussfreier als der Rand. Die Olivine sind alle 
stark zersetzt in parallelfasrige braune Masse, mit zahl- 
reichen Ausscheidungen eines Bisenoxydhydrates. Z. Th. 
sieht man auch einzelne Pyritkörner. 



') Die krystallinischen Geschiebe Schleswig-Holsteins. Kiel 
1879. Inaiig.-Diss. S. 32. 

2) Zeitschr. d. d. geol. Ges. 1880. S. 424 u. 638. 

3) an der südwestlichen Grenze Mecklenburgs. 

*) am Malchiner See im südöstlichen Mecklenburg. 



Die Grundmasse besteht aus eineu; kiystallinischen 
Aggregat kleinerer Augite, Magnetite, Plagioklas- 
leisten und als sehr reichlich vorhandene Zwischen- 
drängungsmasse erscheinenden Nephelinköruern; dazu 
ziemlich viele und grosse Apatite und Biotit. Letzterer 
findet sich in zerlappten Blättchen zwischen den übrigen 
Gemengtheilen verstreut. Olivin tritt sehr zurück und 
giebt sich fast nur noch in dunklen Serpentinflecken zu 
erkennen. Um die Magnetitkrystalle hat sich vielfach ein 
brauner Eisenoxydhof, wie ausgelaufener Saft, gebildet. 
Eine amorphe Glasbasis fehlt und wird gewissermassen 
durch denNephelin vertreten. Dieser tritt in unregel- 
mässig begrenzten Körnern auf, die man leicht als 
Nephelin bestimmen kann. Sie zeigen die charakteristisch 
blaugraue Polarisationsfarbe und sind fast stets durch 
einen beginnenden Umwandlungsprocess parallel zer- 
fasert; einige zeigen auch in der noch ganz frischen 
farblosen Masse parallel gelagerte grünliche Mikrolithen. 
Parallel und senkrecht zu der Faserung ist Auslöschung 
zwischen gekreuzten Nicols. Endlich wurde der Nephelin 
auch direct chemisch nachgewiesen, indem die erwähnten 
Körner, mit concentrirter Salzsäure betupft, sich alsbald 
mit den Kochsalzwürfelchen bedeckten. 

Es ist dies somit ein, auch schon makroskopisch 
leicht kenntlicher, scharf charakterisirter Basalttypus, 
der schon einen Uebergang zu dem Nephelindolerit 
bildet, sowohl durch die Grösse und Menge seiner por- 
phyrischen Elemente, als auch durch das reichliche Auf- 
treten des Apatites und das Fehlen einer Glasbasis. 
Ihn wegen der Combination von Nephelin und Feldspath 
als Olivin führenden Tephrit oder Basanit von der 
Gruppe der Basalte loszutrennen, wie es eine strenge 
Durchführung der R ose nbusch' sehen Classification^) 
verlangen würde, halte ich nicht für gerechtfertigt. Es 
tragen eben in sehr vielen Nephelinbasalten die Plagio- 



Eosenbusch: Mikroskop. Physiogr. d. massig-en Gesteine 
1877. S. 493. 



9 



klase durchaus nicht den Charakter accessorischer Ge- 
steinselemente ') , sondern bedingen im Gegentheil an 
manchen Vorkommnissen sogar einen Uebergang von 
Nephelin- in Feldspathbasalto. 

Unter den mir zugänglichen schwedischen Basalten 
habe ich bisher kein Analogon mit diesem Typus ge- 
funden. Auch mit den von anderen Orten beschriebenen er- 
ratischen Basalten zeigt er keinerlei üebereinstimmung. — 

III. Ein echter Feldspathfreier Nephelin- 
basalt ist ein Geschiebe von Sternberg, Num. 10: 

Ein schwarzes, nur wenig glänzendes, dichtes Ge- 
stein, mit porphyrischen Augiten und OHvinen, auch 
Olivinfelseinschlüssen. 

U, d. M. erkennt man die mikvoporphyrische Structur, 
hervorgerufen durch ausgeschiedene Augite und Olivine, 
die in ziemlich gleicher Quantität auftreten, oft in un- 
regelmässig begrenzten Krystallstücken. Daneben zeigt 
sich eine dichtere Masse, bestehend aus krystallinischem 
Gemenge von Augiten, Oliviuen, Magnetitkörnern 
und eine ziemlich reichlich vorhandene farblose Grund- 
masse. 

Die Augite enthalten oft eine grosse Menge von 
Glaseinschlüssen zonaler Anordnung. Sie sind in licht- 
braun gefärbt, ganz unzersetzt, von regelmässigen 
Spaltungsrissen durchzogen, oft verzwillingt; auch in 
kleinen Körnern und Mikrolithen nehmen sie an der 
Zusammensetzung der Grundmasse Theil. 

Der Olivin ist fast farblos, mit wenigen Glasein- 
schlüssen, Trichiten oder Poren. Meist nur wenig, 
äusserlich und auf Sprüngen serpentinisirt. Dies ist 
überhaupt eine Eigenthümlichkeit fast aller hier be- 
schriebener Basalte. Nur die kleineren Olivinkrystalle 
sind stellenweise total umgewandelt , mit Ausscheidung 
von Erzkörnchen. 

Der Magnetit bildet recht scharf begrenzte Kry- 
stalle und kleine Körner. — Einige grössere dunkel- 



ij ebenda. S. 499. 



10 



braune, schwarz umrandete Pico titkry stalle sind noch 
zu erwähnen. 

Die farblose Basis, die an vielen Stellen, wo die 
übrigen Gemengtheile mehr oder weniger vollständig 
zurücktreten, deutlicher erkennbar wird, besteht der 
Hauptsache nach aus Nep heiin. Bei etwas stärkerer 
Vergrösserung sieht man im polarisirten Licht die leb- 
haft blaugraue Farbe des Nephelins in so beträchtlicher 
Menge unter oder besser zwischen den übrigen Geraeng- 
theilen hervorleuchten, dass man dem Nephelin ein ziem- 
lich reichliches Vorhandensein zuerkennen muss. In 
Krystallen tritt er jedoch nie auf. Dagegen ist er an 
manchen Stellen parallel zerfasert und zeigt dann nach 
diesen Richtungen auch die Auslöschung des polarisirten 
Lichtes. Vielfach ist er von kurzen, geraden oder ge- 
bogenen Spi'üngen durchsetzt. Oft ragen auch in solche 
helle Stellen die Gemengtheile, namentlich der Augit, 
wie in Drusen hinein, und oft bleiben dann diese Partien 
zwischen gekreuzten Nicols völlig dunkel oder sie sondern 
sich in polarisirende und isotrope Partien, in der Weise, 
dass es den Bindruck macht, als komme neben dem 
unzweifelhaften Nephelin auch noch farbloses Glas vor 
und seien solche Partien nicht senkrecht zur Hauptaxe 
geschnittene Nephelin-Krystalloide. — 

Wegen des Mangels jeden Feldspathes ist 
dieser Basalt ein besonderer Typus, genau dem Nephelin- 
basalt der Classification von Rosenbusch entsprechend. 
Er weicht von dem ebenfalls FeldspathfreienNephelin- 
basalt, den Heinemann a. a. 0. S. 33 beschreibt, so- 
wohl durch den Mangel an Krystallausbildung des 
Nephelins, wie auch durch das Verhalten der übrigen 
Gemengtheile ab. Anderweit ist ein' derartiges Geschiebe 
nicht beschrieben. 

Doch stimmt unser Geschiebe sehr genau überein 
mit dem auch von Penck a. a. 0. als Nephelinbasalt 
bestimmten Vorkommen östlich vom Bosjökloster in 
Schonen (Leipz. Num. 1); dieser Basalt ist ebenfalls 
Feldspathfrei, nur ist der Nephelin in diesem grösser- 



11 



körnigen Gestein in deutlicheren Partien ausgebildet, 
als bei unserem Sternberger, doch tritt er auch nicht 
in Krystallen auf. — 

In den folgenden Gesteinstypen macht sich dieselbe 
Gesteinsbasis wie in dem vorigen geltend. Es ist eine 
farblose oder gräuliche, reine oder hellgrüne Mikrolithen 
oder keulenförmige bräunliche Trichitenähnliche Gestalten 
oder auch Globuliten enthaltende Masse, die zwischen 
den Gemengtheilen eingeklemmt erscheint oder eine Art 
von Grundteig bildet. Man würde sie als eine farblose 
Glasbasis bezeichnen, wenn sie nicht allermeist zwischen 
gekreuzten Nicols einen eigenthümlichen blaugrauen, 
verschwommenen Lichtschimmer, ganz entsprechend dem 
Nephelin, zeigte. Es ist dasselbe, was Möhl in seinen 
verschiedenen Arbeiten über Basalte als „Nephelinglas" 
bezeichnet, Boficky dagegen mit dem passenderen 
Namen Nephelinitoid belegt.^) 

Die Erkennung dieses Nephelinitoids hat aber im 
einzelnen Falle oft ziemliche Schwierigkeiten: An manchen 
Stellen findet man auch völlig isotrope Massen und viel- 
fach sind es diese gerade, welche am reichsten an Ein- 
schlüssen (namentlich Trichiten) sind; so dass man diese 
Stellen gern für devitrificirtes Glas halten möchte und 
nicht etwa für Nephelin, der nur senkrecht zur Hauptaxe 
geschnitten ist. Andererseits sieht man auch an einigen 
Stellen beim Heben des Präparates, dass der Licht- 
schein i. p. L. an den farblosen Partien herrührt von 
hier gelegenen ganz dünnen und wohl auch wenig 
scharf begrenzten Krystallkörpern anderer Mineralien, 
namentlich Feldspäthen oder auch Augiten. Und endlich 
könnte man sich den Lichtschein dieser Massen auch 
so erklären, dass man ihn für eine Spannungserscheinung 
in einer an sich isotropen Gläsbasis ansieht — eine 
Erklärung die insofern gerechtfertigt sein könnte, als 

^) E. Boricky: Petrographische Studien an den Basalt- 
gesteinen Böhmens. Prag 1873. (Arch. d. natw. Landesdurch- 
forsch. V. Böhmen. II. I.) S. 41 und 62. S. auch Rosenbusch: 
Mikr. Phys. d. mass. Gest. S. 500. 



12 



dieses Glas hier immer nur in gauz winzigen Partien, 
zwischen den einzelnen Krystallen eingeklemmt, vor- 
kommt und ausserdem noch eine Menge von mikro- 
skopischen Einschlüssen führt. 

Alle diese Erklärungen sind möglich und wie es 
scheint, kommen auch alle diese Formen vor. Aber 
neben dem eigentlichen Glas findet sich auch unzweifel- 
hafter, namentlich durch die krystallinischen Sprünge 
und diesen entsprechende Polarisations - Verhältnisse 
charakterisirter Nephelingrund und diesen möchte ich 
hier als Nephelinitoid angeführt wissen. Der Name, 
der also nur diesen einen mineralischen Gemengtheil 
und nicht das ganze Gestein bezeichnen soll, mag zu- 
gleich andeuten, dass die Bestimmung in manchen Fällen 
nicht ganz sicher erscheint. 

Der Versuch, die Frage, ob Glas oder Nephelin- 
itoid, durch das mikrochemische Experiment zu lösen, 
führt ebenfalls nicht zum Ziel. Die Reaction mit con- 
centrirter Salzsäure zur Erkennung des Nephelins ist 
zwar sehr schön und es ergaben auch alle hier an- 
geführten Gesteine (Typus III.— VI.) dasselbe Resultat^), 
aber eine üeberlegung muss uns sofort zu dem Schluss 
führen, dass diese Reaction doch kein sicherer Nach- 
weis des Nephelins sein kann. In der That sind ja die 
Natronhaitigen Glasbasen, welche in den Basalten auf- 
treten, ebenso wie der Tachylyt, in gleicher Weise wie 
der Nephelin von HCl angreifbar und müssen ebenso 
die Kochsalzwürfelchen liefern. Versuche an dem echten 
(glasig - porphyrischen) Peldspathbasalt von der Kitz- 
kammer am Meissner, und an unseren Basalten Num. 158 



') Der Nephelin wird von concentrirter Salzsäure rasch 
zersetzt zu Kieselgallerte und Chlornatriura. Eine kleine Quantität 
des Gesteinspulvers oder der Dünnschliff selbst wird mit einigen 
Tropfen von ganz concentrirter Salzsäure betupft und mit einem 
Deckglas bedeckt; nach einiger Zeit sieht man in der Flüssigkeit 
oder nach dem Eintrocknen zwischen den pulverigen Kesten die 
neugebildeten, sehr leicht in die Augen fallendeii Würfelchen 
von Na Cl. 



13 



und 159 bestätigten denn auch diesen Einwand sofort. 
Damit ist natürlich auch der Nachweis des Nepheliiis 
in den von Klockmann ^) untersuchten Schliffen durch 
Wegätzen des Nephclins und nacliherige Färbung der 
weggeätzten Stellen, ebenfalls kein sicherer Beweis. 
Nur wo der Nephelin in grösseren selbständig pola- 
risirenden Partien auftritt (Typus IL), kann dieses 
Experiment als ganz unzweifelhafter Beweis gelten. 

Im Folgenden sind indessen doch alle diese 
Massen, welche sicher aus Nephelin, wenigstens zum 
Theil bestehen, als „Nephelinitoid" bezeichnet; das 
Vorhandensein etwaigen Glases ist dabei immer be- 
sonders vermerkt. Das Auftreten dieses Nephelinitoides 
bietet üebergänge sowohl zu dem reinen Feldspath- 
basalt (VI. und V. in 1.), als auch zu dem eigentlichen 
Nephelinbasalt (IV. in III. ). 2) 

Wir bezeichnen diese Basalte am zweckmässigsten 
als Feldspath-ßasalt mit Nephelinitoidbasis. 

IV. Sternberg. 177: Graulich schwarzes Ge- 
stein mit vielen porphyrischen Olivinen und Olivinfels, 
winzigen Augiten und Feldspäthen. Dünne Zersetzungs- 
rinde. 

Mikroporphyrisch durch farblosen, auf Sprüngen 
und äusserlich zersetzten Olivin und zurücktretenden 
Augit. 

Die Grundmasse besteht aus ziemlich gleich grossen 
lichtbraunen Augitkrystallen, welche die übrigen Ge- 
mengtheile bei weitem an Menge übertreffen, Magnetit, 
wenig Olivin, ferner polysynthetisch verzwillingten 
Plagiotlasleisten in ziemlicher Menge und einem 
farblosen oder durch Mikrolithen graulich weissen Grund, 

1) Z. d. g. G. 1880. S. 410 

2) Einzelne Basalte des Siebengebirges, der vom Papelsberg 
und vom Weilberg zeigen auch in ihrer farblosen Zwischen- 
klemmungsmasse öfters derartigen bläulichen Lichtschimmer zw. gekr. 
Nie, der nicht blos einem Feldspathgrund oder isotropem Glas 
anzugehören scheint. Einige Basalte von Stolpen in Sachsen 
zeigen recht charakteristischen und sehr deutlichen Nephelinitoid . 



14 



der theils aus Feldspath, theils aas Nephelinitoid besteht. 
Endlich tritt auch an einschlussfreien zwischengeklemmten 
Stellen isotropes farbloses Glas auf. 

Kaum von diesem verschieden ist das Geschiebe 
Nura. 179 von Sternberg, dessen Augite reichlicher 
porphyrisch ausgeschieden sind und dessen farblose 
Basis deutlicher die Unterscheidung von Nephelinitoid 
und Feldspathsubstanz ermöglicht. In ,,Augit-Augen" 
tritt ein farbloses Glas mit gitterförmig gelagerten 
Trichiten auf. (Dadurch Annäherung an V.). — 

Dieser Typus hat eine grosse Aehnlichkeit mit 
dem Basalt von Annaklef bei Hör in Schonen, von 
welchem das Rostocker Museum ein plattenförmig ab- 
gesondertes Stück besitzt. Auch der Basalt von Hagsta 
Bjar in Schonen (L. 2) zeigt völlige üebereinstimmung 
mit unseren Geschieben. 

Als solche Basalte sind auch die vonKlockraann 
a. a. 0. beschriebenen Geschiebe von Segeberg, Schwerin, 
Eberswalde und Vorsfelde zu bezeichnen. Letzterer hat 
jedoch nach dem mir zugänglichen Präparate noch mehr 
Aehnlichkeit mit dem folgenden Typus. — 

V. Feldspathbasalt mit Nephelinitoid und 
farblosem, trichitisch entglastera Glas: 

Hierzu gehören die Basalte von Satow, 24, 
Mieckenhagen,') 8 und Sternberg, 171: 

Schwarzbraune, dichte, nicht glänzende Gesteine 
mit kleinen glänzenden Krystallen und grösseren por- 
phyrischen Augiten und Olivinen , auch Olivinfelsein- 
schlüssen. Graue dünne Yerwitterungsrinde mit rauh 
hervortretenden Olivinen. 

Mikroporpbyrisch durch Augite und Olivine. Die 
dichte Masse besteht aus Au git. Olivin, Plagioklas, 
Magnetit und einer farblosen Basis. Diese ist durch 
alle ihre Eigenschaften charakterisirt als Nephelinitoid 
und farbloses isotropes Glas; in letzterem liegen zahl- 
reiche gitterförmig gruppirte, braune, kurz keulenförmige 



') Beide Orte liegen südwestlich von Rostock. 



15 



Trichiten und auch einige Globuliten. Die übrigen Ge- 
mengtheile zeigen dieselben Eigentbümlichkeiten wie bei 
den vorher unter 1. und IV. beschriebenen Gesteinen. 

Das Vorhandensein von Nephelinitoid neben Glas 
lässt diese Basalte von Gruppe I. abscheiden und nach 
IV. übergehen. — 

Dieselbe Zusammensetzung, nur z. Th. mit noch 
reichlicherem Glas, zeigte auch das als Feldspathbasalt 
von Penck aufgeführte Gestein s. vs^. von Sösdala 
bei Möllby in Schonen (L. 4), ferner Geschiebe vom 
Thüringer und Eilenburger Bahnhof in Leipzig (10,9,). 
Einen durchaus ähnlichen Charakter zeigen damit einzelne 
Basalte von Stolpen i. S. — 

VI. Glimmerführender Feldspath - Nephe- 
linitoid-ßasalt mit porphyrischen Feldspäthen: 

Zwei Geschiebe von Sternberg, Num. 9 u. 17 0, 
zeigen einen ganz eigenthümlichen Charakter, der sie 
von allen übrigen hier in Betracht kommenden scharf 
sondert. Unter dem zum Vergleich herangezogenen 
skandinavischen Material haben sie keinerlei Analoga. 

Es sind dichte schwarze, matte Gesteine, mit dünner 
grauer Verwitterungsrinde. Sie weichen von allen vor- 
herigen Basalten dadurch ab, dass sie eine grosse Menge 
ziemlich grosser Feldspathkrystalle porphyrisch ausge- 
schieden enthalten. Dieselben treten meist in spitzen 
rhombischen Querschnitten hervor; sie sind farblos bis 
grau, von starkem Glasglanz. Basische Spaltungsstück- 
chen ergaben meist eine beträchtliche Auslöschungs- 
schiefe, entsprechend dem Labrador. 

Auch u. d. M. zeigt sich die Porphyrstructur sehr 
ausgeprägt: In der ziemlich dichten, graulichen, durch 
Magnetitkörnchen punktirt erscheinenden, an Menge vor- 
herrschenden Grundmasse liegen grössere Magno tit- 
krystalle , um welche fast stets ein eigenthümlicher 
schmaler Rand von unregelmässig zerlappten Biotit- 
blättchen angewachsen erscheint, frische hellbraune 
Augite, oft in Bruchstückform und endlich, bei weitem 
vorwiegend, unregelmässig begrenzte Krystallstücken 



16 



von etwas kaolinisirtem Labrador. Derselbe tritt fast 
stets in einfacheu Krystallen auf, nur einmal wurde ein 
Karlsbader Zwilling und an einzelnen Stellen schwache 
polysynthetische Streifung beobachtet. Um diese Feld- 
späthe lagert sich immer ein durch zahlreiche Eisenerz- 
körnchen dunkel gefärbter schmaler Saum der Grund- 
masse, doch ragt auch oft die farblose Masse in ein- 
heitlicher Orientirung wie ein beim Malen ausgewischter 
Fleck über diesen Saum hinaus. Olivin fehlt. 

Die Grundmasse besteht aus lichten Augitkörnchen, 
Plagioklasleistchcn, die eine schöne Mikrofluctuation 
um die grösseren Krystalle zeigen, Magnetit in Kry- 
ställchen und Körnchen, reichlichem Apatit und zahl- 
reichen dunklen, stark dichroitischen, eigeutliümlich zer- 
lappten ßiotitblättchen und einer zwischen diese Ge- 
mengtheile eingeklemmten, recht reichlichen farblosen 
Basis. Letztere besteht neben einigen Feldspäthen aus 
Nephelinitoid. An einigen Stelleu, namentlich wo 
sich die Plagioklase zu sogenannten ,,Feldspath-Augen" 
gruppiren, scheint auch isotropes Glas vorzukommen. 

Die Gesteine liefern bei Behandlung mit HCl die 
Kochsalzwürfelchen. Kleine Drusen sind mit Zeolith- 
und Viriditsubstanz erfüllt. — 

Wie gezeigt, lassen sich fast alle über ganz Meck- 
lenburg in ziemlicher Menge verstreuten Basaltgeschiebe 
auf einen engen ürsprungsbezirk, nämlich auf die Provinz 
Schonen im südlichsten Schweden zurückführen. Die 
ergiebt für ihre Transportrichtung mithin NNO - SSW. ~ 

Basaltmandelsteine finden sich auch im meck- 
lenburgischen Diluvium. Sie sollen zusammen mit den 
häufigen Melaphyrmandelsteinen in einer späteren Arbeit 
besprochen werden. 



Als Anhang möchte ich mir hier noch eine Be- 
merkung über den von Lagorio von Ersby auf der 
Insel Pargas beschriebenen Feldspathbasalt erlauben. 
(Mikr. Analyse ostbaltischer Gebirgsarten. -Preisschrift 
d. Univ. Dorpat. 1876. S. 132.) 



17 



In der undeutlichen Grundmasse soll auch spärlich 
Leucit vorkommen, und zwar in Analcim umgewandelt. 
Er wird als „runde tropfenähnliche Durchschnitte, mit 
Aggregatpolarisation" beschrieben. Es scheint mir hier 
nichts Anderes vorzuliegen, als kleine, von Zeolithen 
erfüllte Blasenräume und ich glaube daher, dass man 
auf jene Notiz vorläufig keinerlei Werth zu legen braucht. 

Eo stock, Februar 1881. 



zum 

in. Beitrage zur Geologie Mecklenburgs. 



llerr Dr. 0. Lang in Göttingen hat in einem sehr 
erregten Schreiben „zur Abwehr," Göttingen, 12. April 
1881 (Abhandl. d. Naturwiss. Vereins zu Bremen) mir 
vorgeworfen, es habe mir gefallen, in meiner Abhand- 
lung über „die Basaltgeschiebe im mecklenburgischen 
Diluvium" (Arch. Ver. Fr. Naturgesch. Meckl. 1881) zu 
behaupten, dass er sich bei der Bestimmung der bei 
Bremen gefundenen Basaltgeschiebe durch rein aus ser- 
liche Zufälligkeiten hätte leiten lassen. 

Die psychische Erregung des Herrn Dr. Lang muss 
beim Durchblättern meiner erwähnten Abhandlung sehr 
stark gewesen sein, sonst hätte er die Worte (S. 122): 
„Aus diesen Gründen kann eine Ursprungsbestim- 
mung der krystallinischen Diluvialgeschiebe Norddeutsch- 
lands immer nur einen mehr oder weniger approximativen 
Werth haben. Jedenfalls aber sollte man sich dabei 
nicht noch durch rein äusserliche Zufälligkeiten leiten 
lassen, wie es bei der Bestimmung der bei Bremen ge- 
fundenen Basaltgeschiebe durch 0. Lang geschehen ist," 
nicht in der argen Weise missverstehen können, als 
hätte ich durch dieselben mir eine Kritik seiner petro- 
graphischen Bestimmungen der einzelnen Bremer 
Handstücke erlauben wollen. Ein Hinweis auf jene 
Stelle genügt, um jede weitere Erklärung zu ersparen. 

Archiv XXXV. 9 



18 



Meine Behauptung sollte vielmehr nur dazu dienen, 
die Mahnung- zur Vorsicht bei der Frage nach dem Ur- 
sprung unserer krystallinischen Diluvialgeschiebe zu 
unterstützen; ehe man nicht ganz genaues und sicheres Be- 
weismaterial hat, soll man es sich lieber vorerst versagen, 
mehr oder weniger geistreiche Betrachtungen in dieser 
Richtung aufzustellen und soll sich damit begnügen für 
spätere Forschungen exacte Unterlagen zu liefern. In 
letzterer Hinsicht birgt ja auch die Arbeit von Lang 
„Erratische Gresteine aus dem Herzogthum Bremen" sehr 
reichliches und, was besonders zu betonen ist, eingehend 
und sorgfältig beschriebenes Material, so dass ihr bei 
weitem vor allen übrigen derartigen Arbeiten der Vorzug 
gebührt. Nur wäre es für sie wohl besser gewesen, 
wenn sie sich (auch bei etwas besserer Ueb ersichtlich- 
keit und mit Weglassung mancherlei Ballastes) hierauf 
beschränkt hätte. 

Um aber der Frage nach der Heimath dieser G-e- 
schiebe näher treten zu können, bedarf man sowohl einer 
sehr grossen Menge möglichst ohne Auswahl gesammelter 
G-eschiebe selbst, als auch eines sehr reichlichen Ver- 
gleichsmateriales. Fehlt eine dieser Bedingungen, oder 
ist sie nur unvollständig erfüllt — und leider ist dies 
in Deutschland noch aus verschiedenen Gründen der 
Fall — so darf man sich eben durch diese „rein äusser- 
lichen Zufälligkeiten" nicht leiten und verleiten lassen. 
Dass also Dr. Lang „zufällig" die ganze Suite von Nord- 
polargesteinen zur Verfügung hatte, dagegen wie es 
scheint verhältnissmässig wenig skandinavisches Material 
und dass er unter dem ihm in Göttingen zugänglichen 
Material (welcher Heimath? und wie reichlich?) keinerlei 
Analoga mit seinen Bremer Dünnschliffen fand, dass 
dagegen seine Bremer Dolerite in Structur des Gesteins 
und der Gemengtheile am nächsten den angeführten 
Nordpolar-Basalten zu stehen schienen (für die krypto- 
meren Basalte wurden übrigens keine Analoga gefunden), 
ohne indess eine eigentliche Uebereinstimmung mit 
ihnen zu zeigen : dies Alles rechne ich eben zu den rein 



19 



äusserlichen Zußilligkeiten, durch die sich ein vorsichtiger 
Forscher nicht in seinem Urtheil beeinflussen lassen soll. 
Nach dieser Erklärung wird man mir wohl Glauben 
schenken, dass es nicht in böswilliger Absicht geschah, 
dass ich nicht mehr für nöthig fand, den folgenden Satz 
Lang's wörtlich zu citiren: „Soweit ich Basalt -Gesteine 
anderer Gegenden mit den Bremer erratischen Basalten 
nach eigenen oder fremden Präparaten vergleichen konnte, 
und Herr Voigt in Firma Voigt & Hochgesang war so 
freundlich, mir zu diesem Behufe seinen ganzen Vorrath 
an Basalt-SchMen zur Verfügung zu stellen, habe ich 
doch kein einziges unter ihnen gefunden, was den be- 
schriebenen Bremer Doleriten in Structur des Gesteins 
und der Gemengtheile näher stände, als wie die ange- 
führten Nordpolar -Basalte." Es sagte meiner Ansicht 
genug der einfache Satz : „Lang stützt seine Behauptung, 
dass die meisten der bei Bremen gefundenen Geschiebe 
aus Nordpolarregionen stammen, wenigstens für die Ba- 
salte, auf eine Vergleichung dieser Geschiebe mit den 
Gesteinen, welche die 2. deutsche Nordpolarexpedition 
mitgebracht hat." Wenn ich aber dann noch Lang's 
unlogische Schlussfolgerung über die Penck'schen Basalte 
(„Die im Diluvium von Leipzig gefundenen und von A. 
Penck beschriebenen Basalte scheinen , nach Penck's 
Schilderung wenigstens, unter den Bremer Basalten kein 
Analogon zu haben; leider standen mir Dünnschliffe des 
Leipziger Basalts nicht zur Verfügung, um denselben 
mit den Bremern zu vergleichen. Die an sich schon 
wenig fundirte Schlussfolgerung Penck's, dass alle erra- 
tischen Feldspathbasalte aus Schweden stammen müssen, 
ist damit (sie!) auch hinfällig") als Begründung seiner 
Behauptung anführte, so nehme ich nach dem geistreichen 
Gleichniss von dem Wollhaar der Schafe diese „Begrün- 
dung" gern zurück und möchte sie nur mehr als Bei- 
spiel für die Behandlung der hier obwaltenden „Zufällig- 
keiten" gegeben haben. 
Rostock, 24. Juni 1881. F. Eugen Geinitz, 



M eltr ä^e 
zur Phanerogamenflora von Schwerin. 

Von 
H. Brockmüller. 

in dem Osterprogramm der Eealschule zu Schwerin 
1854 veröffentlichte der Lehrer K. Wüstnei ein „Ver- 
zeichniss der um Schwerin wildwachsenden pha- 
nerogamischen Pflanzen", in welchem er in 355 
Gattung-en 778 Arten aufzählt, geordnet nach dem Linne'- 
schen Sexualsystem. Ich habe von da bis zum J. 1866 
Schwerin zum öfteren besucht und häufig Exkursionen 
in der Umgegend gemacht, in den ersten Jahren in Ge- 
sellschaft Wüstnei's (bis zu dessen frühem Tode am 
12. Okt. 1858), später allein, bis ich im März 1866 hier 
meinen dauernden Wohnsitz nahm und seit der Zeit die 
Flora nach allen Seiten hin fast 16 Jahre lang durch- 
forscht habe. Auf diesen Ausflügen waren meine Kinder 
Bertha, Alfred (f 7. März 1881) und Paul fast stets 
meine Begleiter, oft auch strebsame junge Botaniker, 
wie die Herren Karl Wüstnei, jetzt Königl. Maschinen- 
meister zu Elberfeld, A. Lehmeyer , jetzt Eektor zu 
Schwaan, Lehrer J. Wiese hierselbst, Dr. Karl Fisch aus 
Eostock, z. Z. Amanuensis des Hrn. Prof. Eees in 
Erlangen, A. Metzmacher, z. Z. Hauslehrer zu Boitenhagen 
bei Franzburg in Pommern, Max Hohein, z. Z. Stud. 
pharm, in München, Grossh. Obergärtner Kalb liierselbst 
und Waach in Eabensteinfeld, Fräulein Johanna Steinkopf 
hierselbst u. a. Wir haben auf diesen -Exkursionen 
nicht bloss die von Wüstnei srenannten Standorte seltener 



21 



Pflanzen aufgesucht, sondern wir waren auch so glücklich, 
eine Menge neuer Standorte aufzufinden, sowie viele neue 
Pflanzen zu entdecken, die in dem Wüstnei' sehen Ver- 
zeichnisse überhaupt noch nicht aufgeführt sind. Die- 
jenigen dieser Pflanzen, welche man als eingewanderte 
oder verwilderte ansprechen muss, habe ich im vor- 
jährigen Archive in meiner Abhandlung : „Verwilderte 
Pflanzen bei Schwerin" verzeichnet und besprochen 
und werde sie in der nachfolgenden Arbeit nicht berück- 
sichtigen; sie wird von solchen Pflanzen nur einige Nach- 
träge, Entdeckungen des letzten Jahres, enthalten. Da- 
gegen werden alle diejenigen Pflanzen, welche man für 
wirklich wilde, der Flora ursprünglich angehörige halten 
darf, und welche keine allgemeine Verbreitung haben, 
sondern für sogenannte „seltenere Pflanzen" der Flora 
gelten imd das Interesse des Botanikers vorzugsweise 
in Anspruch nehmen, mit den von uns entdeckten Stand- 
orten möglichst vollständig von mir verzeichnet werden. 
Die 'n dem Wüstnei' sehen Verzeichnisse noch nicht auf- 
geführten Pflanzen sind mit fetterer Schrift gedruckt, 
die verwilderten mit einem Sternchen bezeichnet. Be- 
züglich der Nomenklatur und der Anordnung werde ich 
Garche's Flora von Deutschland (14. Aufl., Berlin 
1882) zu Grunde legen. 



I. Dicotylen. 



1. Kammciilaceae Juiss. 

*1. Cleaiisails "Witalfeit L. Auf dem Dom- 
kirchhofe und im Gebüsch auf dem alten Pinnower 
Kirchhofe. 

2. Thalictrum minus L. Pinnower Kirchhof. Die 
Form Tli« «sigac^talisimsBtBiM Koch kommt vereinzelt 
auf Aeckern beim Sachsenberge vor, 10. Juli 1876. 

3. Th. flavum L. Bei Flessenow am östl. Ufer 
des grossen Sees, am Neumühler See hinter Wandrum. 



22 



4. Pulsatilla vulgaris Mül. Im Rabensteinfelder 
Holze an der Zietlitzer Grenze unter Fichten, bei Krivitz, 
Godern, Hohen- Vicheln. 

5. P. pratensis (L.) Mül. An dem Hohlwege vor 
Langen-Brütz, bei der Godern'schen Mühle. Bei Krebs- 
förden scheint sie nicht mehr vorzukommen. 

6. Batrachium divaricatum (Schrnh.) Wimm. Im 
grossen See sehr viel. 

*7. 8. fluitaais (Lmh.) Wimm. Im Kanal 
neben dem Grünhausgarten, ursprünglich durch einen 
Gartengehülfen ausgepflanzt. 

8. Eanunculus Flammula var. radicans Nolte. Am 
Lankower See, an einem Wasserloch am Göhren'schen 
Wege und wohl noch anderswo. Wüstnei hat diese Form 
als E. reptans L. aufgeführt. 

9. R. lanuginosus L. Auf dem Kaninchenwerder, 
am Pinnower See, überhaupt in allen Laubwäldern nicht 
selten. 

10. R. polyanthemos L. Scheint selten zu sein: 
im Rabenstetüf eider Holze an der Pekkatel'schen Seite, 
am östl. Eande der Heerwiese. 

*ll. SelpliiiiiiiiiB ornatuiii BoucM. In 
der Grossh. Baumschule. 

12. Actaea spicata L. In der Euppin hinter Mues, 
im Rabensteinfelder Holze nach Görslow hin, am Ufer- 
abhauge hinter dem Sachsenberge, im Lübstorfer Holze, 
am Seeufer zwischen Gallentin und Kleinen. 

2. Fumariaceae DC. 

13. Oorydalis intermedia (L.) P. M. E. Am Mede- 
weger See im Gebüsch am hohen westl. Ufer, in der 
Ruppin hinter Mues, auf dem Kaninchenwerder, im Raben- 
steinfelder Holze unter Buchen an der Zietlitzer Scheide. 

3. Cruciferae Juss. 

14. Nasturtium silvestre (L.) BBr. Häufig, selbst 
in den Strassen der Stadt. 

15. Arabis hirsuta (L.) Scop. Zwischen Raben- 
steinfeld und Görslow im Holze längst des Ufers häufig. 



23 



16. Oardamine amara L. Am Pinnower See, so- 
wie am Seeufer bei Gallentin und Kleinen sehr viel. 

17. Deaitaa'la bialbifera L. Im Holze am 
Pinnower See, 13. Juni 1878. 

18. Alliaria officinalis Ändrz. Häufig. 
*19. Alyssum calycinum L. Bei Böken. 

*20. Herteroa lecaaia {L.) DG. Im Grrim- 
hausgarten, bei Stralendorf. Bei Wandrum und Harms- 
hagen fand ich im Sommer 1880 die Pfl,anze in grosser 
Menge auf Kleeschlägen und möchte daher glauben, dass 
sie uns überhaupt mit dem Klee zugeführt worden ist. 
Zu Detliarding's, selbst noch zu Langmann's Zeiten war 
sie eine bei uns sehr seltene Pflanze, während man sie 
jetzt fast überall findet, wo Klee gebaut wird. 

*21. ©©FOiBOptas Mtsellil All. Auf dem 
Lagerplatze am Spielthordamme und bei der Export- 
brauerei am Ziegelsee sehr viel. 

*22. CaliiBe ntaa'itlHita Scop. Im letzten 
Sommer auf Haufen von Steinkohlengrus bei der Kläter- 
berger Ziegelei am Ziegelsee in mehreren, sehr üppigen 
Exemplaren, jedenfalls von Wismar, wenn nicht von 
England her übergeführt. 

4. Cistaceae BiinaL 

23. Helianthemum Ohamaecistus Mill. Im Eaben- 
steinfelder Holze (Wüstnei, 6. Juni 1854), am Wege von 
Grörslow nach Leetzen (Wiese.) 

5. Violaceae DC. 

24. Viola palustris L. Kaninchenwerder, auf dem 
Moore in den Göhren'schen Tannen. 

25. V". hirta L. Auf dem Schelfwerder beim 
Zeltenberge, Kaninchen- und Ziegelwerder, am Ostorfer 
und Lankower See. 

26. V. silvestris Lmk. Häufig in allen Laub- 
wäldern, auch die var. MlviiaSafiia RM. nicht selten, 
z. B. am hohen westl. Ufer des Medeweger Sees. 

6. Droseraceae BC. 

27. Drosera anglica Bds. Am Heidensee, auf dem 
Kalkwerder, auf der Wiese vor Krebsförden. 



24 



28. D. intermedia Eayne. Hinter dem Göhren'schen 
Jägerhause auf zwei kleinen moorigen Wiesen in den 
Tannen, am Pampower Wege und in der Nähe desselben 

häufig. 

7. Silenaceae BC. 

29. Gypsophila muralis L. Im Pekkatel'schen 
Wege im Eahensteinfelder Holze (A. Lehmeyer.) 

30. Dianthus Armeria L. An den Höhen vor dem 
Lankower See, auf dem Judenkirchhofe am Heidensee, 
am bewaldeten Uferabhang zwischen Eabensteinfeld und 
Görslow. 

31. D. superbus L. An dem Kanal an der wilden 
Allee im Schlossgarten einmal. 

32. Silene vulgaris (Mnck). Grcke. Häufig. 

33. S. nutans L. Häufig. Am Tempelberg auf 
dem Kaninchenwerder einige Stöcke mit fleischrothen 
Blüthen. 

34. Viscaria vulgaris Bölil. Kaninchenwerder, am 
bewaldeten Uferabhang zwischen Eabensteinfeld und 
Görslow. 

35. Melandryum rubrum (Weigel) Gehe. Im War- 
nitzer Holze, bei Kleinen. 

8. Usinaceae BC. 

36. Spergula Morisonii Boreau. In einem Wege 
im Haselholze, bei Pinnow. 

37. MoBhringia trinervia (L.) Glaiw. Häufig. 

38. Stellaria crassifolia Ehrli. An Gräben auf 
einer Wiese hinter dem Pingelshagener Holze. 

39. Malachium aquaticum (L.) Fr. Häufig. 

9. Malvaceae RBr. 

40. Malva Alcea L. Sehr -verbreitet: auf dem 
Weinberge im Grossh. Küchengarten, an der Eisenbahn 
bei der Wallstrassenbrücke, am Marien- und Göhren'schen 
Wege, bei Neumühl, Wittenförden, Gr. Eogahn, Lehm- 
kuhlen, Warsow, auf dem Kaninchen- und Ziegelwerder, 
bei Eabensteinfeld, Godern, Pinnow, auf dem Fischer- 
werder im Pinnower See, am Paulsdamm u. s. w. 



25 



10. Hypericaceae 3)C. 

41. Hypericum quadrangulum L. Hier und da, 
u. a. sehr viel auf dem Pampower Kirchhofe. 

42. H. tetrapterum Fr. Häufig, z. B. im Schloss- 
garten, auf dem Kalkwerder u. s. w. 

43. H. humifusum L. Ebenfalls nicht selten: im 
Hasel- und Buchholze , bei Lankow , Friedrichsthal, 
Wandrum u. s. w. 

44. H. montanum L. An den Hügeln am Lankower 
See, am südl. Ende des Pinnower Sees, auf dem Stern 
an der Chaussee im Buchholze. 

11. Gerauiaceae BC. 

45. Geranium palustre L. Bei Zippendorf und 
Mues, auf dem Fischerwerder im Pinnower See. 

12. Papilionaceae L. 

46. Genista anglica L. Im Buchholze. 

47. ®ii€>iii@ splsi®i§^ L. Bei Wendisch- 
Eambow (A. Lehmeyer.) 

48. Anthyllis Yulneraria L. Bei Rabensteinfeld 
und von dort längst des Seeufers bis Görslow, an der 
Chaussee zwischen Rampe und Cambs, bei Zülow. 

*49. Medicago sativa L. Rabensteinfeld, Pinnow, 
Godern, am Neumühler See. 

*50. M. falcata L. Bei Godern. 

*51. M« fal^mt® - §S&ilviÄ Rchh. (M. media 
Pers.) Auf dem neuen Pinnower Friedhofe, ^^/s 1880, 
am Wege von der Fähre nach Rabensteinfeld. 

*52. Melilotus albus Desr. An der Chausee auf 
dem iSchelfwerder. 

53. Trif®liaasM strlsstMiia L. An den Hügeln 
vor dem Lankower See. 

54. T. medium L. Nicht selten, z. B. an der 
Ludwigsluster und Crivitzer Chaussee, auf dem Kaninchen- 
werder, Schelfwerder, bei Rabensteinfeld u. s. w. 

55. T. fragiferum L. An den Seeufern an mehreren 
Stellen: auf dem Kalk- und Ziegelwerder, dem Ramper 
Moor, am Ostorfer See. 



26 



56. T. agrarium L. An den Hügeln am Lankower 
See, an der Chaussee nacli Friedrichsthal. 

57. Astragalus glycyphyllos L. Sehr verbreitet. 

58. Vicia dumetorum L. Auf dem Kalkwerder 
(Ä. Lelimeyer.) 

59. V, lathyroides L. An der Chaussee beim 
Weinberge, auf dem grossen Exercierplatze vor dem 
Haselholze. 

60. Ervum pisiforme {L.) Feterm. Am Pinnower 
See in der Nähe des steinernen Tisches. 

61. E. silvaticum (L.) Feterm. Am Seeufer zwischen 
Leetzen und Panstorf, am Pinnower See. 

62. Lathyrus Silvester L. An einem Bergabhange 
hinter der Frohnerei, an der Chaussee im Eabenstein- 
felder Holze, auf dem Fischerwerder im Pinnower See, 
im Wahrholze, bei Webelsfelde und Parum. 

63. L. vernus (L.) Bemh. Am Seeufer hinter Mues, 
auf dem Kaninchenwerder, am Pinnower See. 

64. L. niger (L.) Bemh. Auf dem Schelfwerder 
(Meyer), am Pinnower See. 

65. L. montanus Bemh. (Orobus tuberosus L.) An 
den Hügeln am Lankower See, im Zippendorfer Holze, 
auf dem Kaninchenwerder und anderswo. 

13. Amygdalaceae Juss. 
*66. Prunus insititia L. Am Lankower See. 

67. P. Padus L. Kalk- und Kaninchenwerder, am 

Ostorfer und Lankower See, im Lübstorfer Holze und 

anderswo. 

14. Rosaceae Juss. 

68. GeuBU rlvali-iirbanuiii O. Meyer (G. 
intermedium Ehrh). Auf dem Schelfwerder rechts an der 
Chaussee in der Gegend des Knochenberges, Juni 1873. 

69. Muliiis sufoerectiis Anderson. Auf dem 
Kaninchenwerder. 

70. M. {^prengelii W. et N. Schelf- und 
Kaninchenwerder, Lieps, Neumühl. 

71. R. Ractula W. et N. Am Wege nach 
Göhren, am Pinnower See, bei Lübstorf. 



27 



72. R. nemorosiis Hayne. Kommt in ver- 
schiedenen, noch nicht deutlich von mir unterschiedenen 
Formen vielfach vor. 

73. E. saxatilis L. Im Zippendorfer und Pingels- 
hagener Holze. 

*74. Potesitilia recta L. An einem Ab- 
hänge auf dem neuen Friedhofe in ziemlich bedeutender 
Menge. Es ist die Form mit gesättigteren, citrongelben 
Blumenblättern und sehr spärlichem Drüsenhaar; sie er- 
innert an die P. pilosa Willd., die ich nicht kenne. Die 
Stengel sind meistens braun angelaufen, die Wurzelblätter 
sind theils fünf-, theils siebenzählig. Die Blumenkronen 
überragen den Kelch an Länge, jedoch nicht so sehr, 
wie solches bei der auf dem Weinberge im Grossh. 
Küchengarten und am Faulen See vorkommenden Form 
mit schwefelgelben Blumenkronen der Fall ist. 

*75. §aiigiai§oa*I»a sninor Scop. Am Eisen- 
bahndamme jenseit des Tunnels bei der Bischofsmühle. 

*76. Rosa forfilisata Ait. Im Rabenstein- 
felder Garten im Gebüsch. 

77. R. tomentosa 8m. Ziemlich verbreitet, z. B. am 
Göhren'schen Wege, bei Zippendorf, Rabensteinfeld u. s. w. 

*78. R. poiiilfera J5errmaww. AufdemKalk- 
werder. 

15. Pomariae Liiidl. 

79. Mespilus monogyna Willd. In Hecken überall. 

80. Pirus toa'ininalls (L.) Ehrh. Am bewal- 
deten Uferabhang zwischen Rabensteinfeld und Görslow. 

16. Onagraceae Juss. 

81. Epilobium angustifolium L. Nicht selten: 
hinter der Frohnerei, im Buchholze, auf dem Kaninchen- 
werder, bei Görslow und anderswo. 

82. £. roseum Retz. Nicht selten. 

17. Callitrichaceae Lk. 

83. Callitriche hamiilata Kütz. Im Viet- 
lübber See. 



28 



18. Lythraceae Juss. 

84. Peplis Portula L. An Wasserlöchern im Hasel- 
holze, am Göhren'sclieii Wege vor den Tannen, vor 
Friedrichstlial rechts von der Chaussee. 

*85. CalgasiliriBila coBiipreissa Schrad. Im 
Küchengarten zu Rabensteinfeld. 

19. Crassulaceae DC. 

86. Sedum boloniense Loisl. Am Wege hinter 
der Frohnerei, hei Friedrichsthal. Von Wüstnei als S. 
sexangulare L. aufgeführt. 

87. ^. re^exim* L. Am Eande des Raben- 
steinfelder Holzes nach Zietlitz hin und an den Höhen 
am Pekkatel'schen Wege. Auf dem neuen Friedhofe und 
im Schlossgarten scheint es nur verwildert zu sein. 

20. Umbelliferae Juss. 

88. Hydrocotyle vulgaris L. Auf Moor- und Torf- 
boden häufig: Kalk-, Kaninchen-, Ziegelwerder, Hasel- 
und Buchholz und anderswo. 

*89. ;Fal€?girli% vulgaris Bemk Bei Görslow 
(Wiese.) 

90. Pimpinella magna L. Nicht häufig: am Lan- 
kower See, an Gartenhecken am Heidensee, auf dem 
Schelfwerder, bei Kleinen am Holze. 

91. P. Saxifraga L. var. tiiga-a Wüld. Bei 
Rabensteinfeld. 

92. Silaus pratensis Bess. Soll nach Wüstnei in 
einem Gehölze zwischen Görslow und Langen-Brütz vor- 
kommen. Die Angabe stützt sich auf eine Mittheilung 
Crome's an /. N. Bück in Frankfurt a./O. vom J. 1801. 
Später, am 20. Aug. 1842, soll auch der Schukath Meyer 
die Pflanze dort gesammelt haben. Von anderen hat 
sie daselbst nicht wieder aufgefunden werden können, 
und vermuthete schon Wüstnei, dass den Angaben irgend 
ein Irrthum zu Grunde liegen möchte. 

93. ^ellaitim Carvifolia L. Bei Görslow 
im Holze, an der Stör bei Consrade, im Haupt'schen 
Garten am Ufer des Lankower Sees. 



29 



94. Anteile a silvestrig L. Am Pinnower 
See in Menge. 

95. Peucedanum Oreoselinum (L.) Mnch. Im Raben- 
steinfelder Holze (Wüstnei, 6. Jun. 1854), auf den Höhen 
am Pekkatel'schen Wege hinter dem Rabensteüif eider 
Holze, auf dem alten Pinnower Kirchhofe sehr viel, auf 
dem flachen und Fischerwerder im Pinnower See, bei 
Ostorf auf dem Hügel im Wirthshausgarten, bei Stralen- 
dorf. 

96. Anthriscus vulgaris Pers. An Dorfzäunen 
selten. 

21, Loranthaceae Bon. 

97. Viscum album L. Hauptsächlich auf Pappeln 
schmarotzend: Friedensberg, Kaninchenwerder, Fähre, 
Rabensteinfeld, Leetzen, Paulsdamm; auf wildem Birn- 
baum und Weissdorn auf dem Kaninchenwerder, auf 
Fraxinus pennsylvanica im G-rünhausgarten, auf Robinien 
und Acer platanoides auf Paulshöhe, auf Weiden und 
Acer dasycarpon auf dem Kalkwerder, 

22. Caprifoliaceae Jnss. 

*98. ^amfeuciES racesii®sa L. Am Faulen 
See hinter Stern's Villa, ausserdem in mehreren Gärten : 
auf dem Weinberge im Grossh. Küchengarten, im Schall'- 
schen Glarten hinter der Exportbrauerei, im Otto'schen 
Garten an der Beaugencystrasse, bei der Eisengiesserei 
an der Wismar'schen Chaussee. 

99. Lonicera Xysosteum L. Ziegelwerder, Raben- 
steinfelder Holz. 

23. Riil)iaceae BC. 

100. Galium boreale L. Auf den Consrader Wiesen 
an der Stör. 

101. Valium veriBiM L. Jenseit des Raben- 
steinfelder Holzes, bei Crivitz. Auf Rasen im Schloss- 
garten hat es sich erst in den letzten Jahren angefunden, 
jedenfalls durch Aussaat. 

102. 6. MoUugo L. var. ©clii*s»leticiiiM Wolß 
Bei Kleinen. 



30 



103. G. silvaticum L. Im Zippendorfer und Raben- 
steinfelder Holze, am Pmnower See. 

104. G. saxatile L. Auf dem ArtilleriescMessplatze 
im Buchholze, bei Wittenförden und Grrambow. 

24. Dipsaceae BC. 
*105 UipsacMS Silvester i^M^s. Bei Barner- 
stück. 

106. D. pilosus L. Im Dorngebüsch am südöstl. 
Rande des Ziegelwerders. 

107. Scabiosa Oolumbaria L. Nicht selten: bei 

Tannenhof, am Faulen See, am Seeufer nach Zippendorf 

hin, bei Mues, im Rabensteinfelder Holze, bei Pinnow 

und auf den Inseln im Pinnower See, bei Neumühl, 

Wandrum, Lankow und Friedrichsthal. Die var. bcliro- 

Setfica L. vereinzelt an den Höhen vor dem Lankower 

See (Kalb.) 

25. Compositae Adans. 

*108. .§teiiactis stiiiiiia (L.) Nees, (Erigeron 
annuus Pers.) In den fürstlichen Gärten auf Rabatten, 
Rasenplätzen und im Gebüsch sehr verbreitet, sich bis 
zum Laboratorium am Ostende des Faulen Sees hin- 
ziehend. Es ist die Form mit heUvioletten Strahlblumen, 
was mich veranlasste, sie in meinen „Yerwild. Pflanzen'* 
als Erigeron Villarsii zu verzeichnen. Bei den sehr 
subtilen Unterscheidungscharakteren der Gattungen Eri- 
geron und Stenactis wü^d man solchen Irrthum wohl 
verzeihlich finden. 

109. Inula Britanica L. Nach Wüstnei „auf 
föuchtem Boden hier und da" ; ich habe sie um Schwerin 
bisher nicht gefunden und glaube, dass die folgende 
Pflanze mit ihr verwechselt worden ist. 

110. ;^ii9lcai*ia (lyseiiteriea (L.) Gaertn. 
Stellenweise: Jahre lang auf einer Gartenmauer in der 
Burgstrasse, an der Vossstrasse, vor dem Güstrower 
Thore und bei der Dungablagerungsstelle am Heidensee, 
unten auf dem Schelfwerder links an dem Kanäle, am 
Ostorfer See hiater dem Hofe, auf dem Ziegelwerder bei 
den Thongruben sehr viel. 



31 



*111. Galinsogsea parviflora Cav. In einem Garten 
an der Vossstrasse, in der Grossh. Baumschule, auf der 
Fähre, in Rabensteinfeld, Wittenförden und anderswo. 

112. Guaphalium luteo-album L. Vereinzelt auf 
Aeckern in der Gegend der Frohnerei. 

113. Achillea Ptarmica L. Scheint im Gebiete 
ziemlich selten zu sein: auf den Störwiesen von der Fähre 
bis Plate, bei Grambow und Wendischhof, beim Rosen- 
berg- in der Nähe des Körnerdenkmales (K. Wüstnei), bei 
Görries (Metzmacher.) 

114. Anthemis tinctoria L. Auf dem neuen Fried- 
hofe, dem Weinberge im Grossh. Küchengarten, im Ge- 
hölze zwischen Rabensteinfeld und Görslow, bei Crivitz; 
im Sommer 1880 in grosser Masse mit Berteroa incana 
auf einem Kleeschlage bei Wandrum. 

*115. matricaria discoidea DC. Auf dem 

Lagerplatze am Spielthordamme sehr zahlreich, 12. Aug. 
1881. In den Küstenländern Ostasiens und des west- 
lichen Nordamerika einheimisch, hat sie sich seit Anfang 
der fünfziger Jahre bei Berlin als Flüchtling des bota- 
nischen Gartens sehr stark ausgebreitet, später ist sie 
auch bei Frankfurt a. 0., Breslau, Dresden, Prag und 
anderswo beobachtet. Sie wurde zuerst (1814) von Pursh 
als Santolina suaveolens beschrieben, ist aber nach 
Habitus und Geruch eine ächte Kamille, nur sind die 
Randblüten strahllos und die Blumenkronen der Scheiben- 
blüten vier- ,statt fünfzähnig. Als Matricaria aber konnte 
sie den Speciesnamen nicht behalten, da es schon eine 
Matricaria suaveolens L. giebt, die freilich jetzt für eine 
blosse Form der M. Ohamomilla L. gilt. Wie die Pflanze 
bei uns , wo sie gewiss niemals gebaut worden ist, 
plötzlich so massenhaft auftreten konnte, ist räthselhaft. 

116. Arnlca montana L. Bei Zietlitz. 

117. Senecio viscosus L. Bei Buchholz, Holthusen. 

118. Oirsium acaule (L.) All. Am Seeufer nach 
Zippendorf hin, auf dem Kaninchen- und Ziegelwerder, 
dem Wickendorfer Moor, bei Lübstorf; die var. cau- 



32 



lescens Fers, kommt namentlich auf dem Kaninchen- 
und Zieg-elwerder sehr üppig vor, fusshoch und darüber. 

119. Carduus nutans L. Sehr verbreitet: an der 
Eisenbahn bei dem neuen Friedhofe, bei Wandrum, 
Göhren, Eabensteinfeld, Kl.-Trebbow und anderswo. 

120. l^appsfe i®©iM«^r«iiiga Körnicke. Auf dem 
Schelfwerder, im Grossen Holz zwischen Grambow und 
Wendischhof. 

121. Serratula tinctoria L. In der Ruppin hinter 
Mues, im Gehölz am Seeufer zwischen Eabensteinfeld 
und Görslow. 

*122. Arnoseris minima (L.) Oaertn. Z. B. bei 
Pinnow, Suiten, Sülstorf, Wandrum, Friedrichsthal. 

123. l®l©rl§ liiesmcioifles L. Auf dem 
Schelfwerder an der Chaussee, wo sich der Weg links nach 
der Vogeihorst hin abzweigt, und am Wege neben dem 
Turnplatze; am Görslower Ufer und am Wege beiLeetzen 
(Wiese). 

124. Hypochoeris glabra L. In den Tannen am 
Neumühl'schen See, bei Paulshöhe, Abhänge am Pin- 
nower See. 

125. H. radicata L. Häufig. Von dem sehr ähn- 
lichen Leontodon autumnalis L. durch die nur borsten- 
förmigen Hochblätter, nicht verdickten Blütenstiele und 
aussen dunkelblaugrau angelaufenen Eandblüten zu unter- 
scheiden. 

126. Ohondrilla juncea L. Bei Görries, am Wege 
von Banzkow nach Mirow. Die var. Issttifolia MB. 
bei Godern. 

* 127. Sonchus arvensis L. var. §. mmritiMiaas 
L. Unten auf dem Werder im Gebüsch rechts an der 
Chaussee, 12. Aug. 1875. 

128. Crepis virens Vül Auf Aeckern nicht selten. 

129. Hieracium Auricuia L. Auf dem ScheLf- 
werder rechts von der Chaussee in der Gegend des 
Knochenberges (Paul Brockmüller, 17. Jun. 1877.) Auf 
dem Judenkirchhofe scheint es verschwunden zu sein. 



33 



*130. H. aurantiacum L. An der wilden 
Allee im Sclilossgarten (Paul Brockmüller.) 

131. H. pratense Tsch. Auf dem Weinberge im 
Grossli. Küchengarten, auf einem Rasen im Schlossgarten, 
am Faulen See in der Sclilafmützenallee. 

132. H. i^ulgatuBii Fr. Am Pinnower See. 

133. H. boreale Fr. Häufig. 

134. H, lae^rigatum Willd. Ebenfalls nicht 
selten, z. B. am Pinnower See. 

135. H. pratesise X JPilosella Wimm. 
Unter den Eltern an der Wismar'schen Chaussee in der 
Nähe des Sachsenberges, in zwei Formen, die eine dem 
H. Pilosella L. näher stehend, H. pratensi-Pilosella Fr., die 
andere dem H. pratense Tsch. (Pilosella-pratense Fr.) 

26. Campaimlaceae Juss. 

136. Oampanula persicifolia L. Auf dem Kaninchen- 
werder, am Pinnower See, bei Kleinen. 

*137. C Cervicaria L. Im letzten Sommer 
in mehreren Exemplaren in der Baumschule in Kühl's 
G-arten. Soll nach Mittheilung eines Gärtnergehülfen 
auch am Pinnower See vorkommen. 

27. Siplionandraceae Klotzsch. 

138. Vaccinium uliginosum L. Auf allen Mooren 
häufig. 

139. V. Vitis idstea L. Vereinzelt unter V. 

Myrtillus L. in dem Moore auf dem Kaninchenwerder, 

12. Aug. 1867. 

28. Ericaceae Klotzsch. 

140. £riea Teiralix. L. Auf den Torfmooren 
zu Wittenförden, 18. Juli 1874, und Grrambow, 2. Jul. 1876. 

29. Rhodoraceae Klotzsch. 

141. Ledum palustre L. Auf den Torfmooren bei 
Wittenförden und Grambow viel. 

. 30. Hypopityaceae Klotzsch. 

142. Pirola minor L. Im Wahrholze, Haselholze 
und im Gehölze am Pinnower See (Bertlia Brockmüller). 

143. P. secunda L. Im Haselholze mit der vor., in 
den Tannen hinter Friedrichsthal links von der Chaussee. 

Archiv XXXV. 3 



34 



144. Monotropa Hypopitys L. Hinter dem Faulen 
See beim Laboratorium, auf dem Scharberge hinter Zippen- 
dorf, in der Waslow, im Rabensteinf eider, Hasel-, Wahr-, 
Pingelshagener und Lübstorfer Holze. 

31. Aquifoliaceae DC. 

145. Hex Aquifolium L. Im Eabensteinfelder 
Holze noch sehr viel, im Pampower Eichholze dagegen 
scheint sie verschwunden zu sein. Bei der Domkirche 
in mehreren Exemplaren angepflanzt, sowie auch auf 
dem neuen Friedhofe. 

32. Oentianaceae Juss. 

146. Erythrsea Oentaurium (L.) Fers. Am Neu- 
mühl'schen See, auf dem Kaninchenwerder, bei Mues und 
Eabensteinfeld. 

33. CoiiTolvulaceae Juss. 

147. Ouscuta Epithymum L. Hinter der Scharf- 
richterei an den Höhen und auf der Neumühler Wiese 
auf Heide, Thymian, Labkraut und anderen kleinen 
Ki'äutern; bei Zippendorf und Gallentin auf Klee (0. 
Trifolii BaMngt). 

34. Boraginaceae Desv. 
*148. liappiila myosotis ilfwc/i. Bei Eaben- 
steinfeld (Waack). 

149. Symphytum officinale L. Scheint im G-ebiete 
selten zu sein: auf dem Schelfwerder am Ufer des Ziegel- 
sees (Fisch), auf dem Wickendorfer Moore, in Wiesen 
zwischen Dambeck und Naudin. Die var. coccineum 
Eort. kommt im Gebüsch auf dem Weinberge im Grrossh. 
Küchengarten verwildert vor. 

150. Pulmonaria officinalis L. In Laubwäldern 
nicht selten: am Ostorfer und Medeweger See, bei Lankow, 
auf dem Läuschenberge, dem Kaninchenwerder, im War- 
nitzer, Pingelshagener und Lübstorfer Holzß. 

*151. Hyoscyamus niger L. Bei Eabensteinfeld. 

35. Scrofulariaccae RBr. 

152. Scrofularia umbrosa Du Monier. An See- 
ufern und feuchten Orten hier und da, u. a. sehr viel 



35 



auf dem Ziegelwerder. Wüstnei hat sie als S. aquatica L. 
verzeichnet. 

*153. liinaria Cymbalaria fi^.j M7^. Auf dem 

Weinberge bei der Gärtnerwohnung sehr viel. 

*154. li, bipartita Willd. Im Friedrichsthaler 
Garten. Bei dem Forsthofe Eichhof bei Hagenow seit 
vielen Jahren immer auf demselben Acker. 

155. Gratiola officinalis L. Von Wüstnei „an der 
östlichen Seite des Faulen Sees" angegeben, hat von mir 
bisher nicht aufgefunden werden können. 

156. liimosella aquatica L. An einem 
Wasserloche auf dem Acker vor Friedrichsthal rechts 
von der Chaussee, 18. Sept. 1881. 

157. Veronica montana L. Auf dem Schelfwerder 
habe ich sie nur unter den Buchen hinter dem Schelf- 
vogtsteich gefunden; ausserdem aber kommt sie im Raben- 
steinfelder Holze und am Pinnower See nicht selten vor. 

158. V. spicata L. An den Höhen am Pekkatel'- 
schen Wege hinter dem Rabensteinfelder Holze. 

159. Pedicularis silTutica L. Unten auf 
den Werderwiesen rechts von der Chaussee in der Nähe 
des Paulsdammes, auf dem Pingelshagener Moore. 

160. Lathreea Squamaria L. Auf dem Kaninchen- 
werder häufig, im Zippendorfer, Rabensteinfelder, Pingels- 
hagener und Lübstorfer Holze, am Seeufer zwischen 
Rampe und Retgendorf. 

161. Orobanclie rubeiis Wallr. Soll vom 
Schulrath Meyer am 26. Jul. 1838 zwischen Gädebehn 
und Kobande in einem Graben gefunden sein. In der 
Nähe von Schwerin hat bisher niemand eine Orobanohe 
gesammelt. 

36. Lal)iatae Jnss. 

162. Mentha silvestris L. Am westl. Seeufer von 
Lübstorf bis Kleinen sehr viel. 

163. ]fl, geiitilis L. var. sativa L. Am 
Seeufer bei Lübstorf nicht selten, 7. Aug. 1878. 

164. Salvia pratensis L. „Jenseit der Fähre" 
habe ich sie nicht gefunden, sondern erst an der Wamow 



36 



Ibei Kladow. Von Meyer wird sie zwischen Gädebehn 
und Kobande, bei der Rönkendorfer Mühle und auf dem 
Kirchhof bei Zittow angegeben. 

165. Origanum vulgare L. Hier und da am Eaben- 
steinfelder Ufer (Wüstnei), am Cambser See, auf dem 
Fischerwerder im Pinnower See, auf der Insel Lieps, 
am bewaldeten Seeufer bei Gallentin, am Ufer des ehe- 
maligen kleinen Sees bei Dambeck, an der Ostseite des 
Zittower Sees (Wiese). 

*166. Jflelissa officinalis L. Am Graben 
längs des Dorfweges in Wittenförden. 

*167. Nepeta Oataria L. Bei Wüstmark, beim 
Kläterberg, auf dem Hals, beim neuen Friedhofe. 

168. Stachys palustris X silvatica 
ScMede. (S. ambigua Sm.). Vereinzelt im Lübstorfer 
Holze (Wüstnei), ebenso im Pingelshagener Holze (Wiese.) 

*169. S. arvensis L. Auf dem neuen Kirchhofe 
zu Pinnow. 

*170. S. recta L. Auf dem neuen Friedhofe, bei 
Godern. 

171. Betonica officinalis L. An den Hügeln vor 
dem Lankower See häufig, 20. Juli 1854, gleich hinter 
Friedrichsthal. 

*172. Marrubium vulgare L. Bei Wüstmark, am 
Wege hinter dem neuen Friedhofe. 

173. Ballota nigra L. var. foetida Lmk. Bei 
Lübstorf, 7. Aug. 1878. 

174. Ajuga genevensis L. An den Chausseen hier 
und da, im Haselholze, am bewaldeten Uferabhange 
zwischen Rabensteinfeld und Görslow, bei Pinnow. 

175. TeucB'iiiiii licordiuiti L. Am Seeufer 
unweit des Grün'iauses (Lehmeyer). 

37. Lentibulariaceae Rieh. 

176. Utricularia minor L. In einem Wiesengraben 

bei Krebsförden. 

38. Primulaceae Vent. 

177. Lysimachia nemorum L. An dem Abhänge 
an dem nordwestl. Ende des Wickendorfer Moores. 



37 



178. Oentunculus minimus L. Nicht weit von 
Zippendorf (Meyer). 

179. Priitiiila elatior Jacq. Beim Marstalle, 
hinter der Bleiche am Burgsee, am Krebssee hinter dem 
neuen Friedhofe, auf dem Dwange und der Heerwiese. 

39. Polygonaceae Juss. 

*180. Polygoiiuni Bistorta L. Auf dem 
Weinberge. 

40. Enipetiaceae Nutt. 

181. Empetrum nigrum L. Bei Suckow, auf dem 

Grambower und Drispether Torfmoore. 

41. Euphorbia ceae Kl. u. Ocke. 

*182. Titliynialus exigiius (L.) Mnck 

Aecker auf dem Dwange (Eohein). 

42. Acalyphaceae Kl. u. Gcke. 

183. Mercurialis perennis L. Kaninchenwerder. 

*184. M. annua L. In einem Glarten an der 

Vossstrasse, auf dem neuen Friedhofe bei der Demmler'- 

schen Kapelle. 

43. Salicaceae Eich. 

185. Salix pentandra L. km Ostorfer See, auf 
dem Kalkwerder. 

186. S. fragilis L. Häufig. 

187. S. fragilis x pentandra Wimm. (S. cuspidata 
Schultz.) Auf dem Ziegel Werder, beiTrebbow undRugensee. 

188. S. fragilis X alba Wimm. (S. Eusseliana 
8m.) Auf dem Kalkwerder. 

189. S. amygdalina L. Häufig. 

*190. S. alba L. var. vitelliiia L. Hier und da 
angepflanzt. 

*191. S. Iiafoyloiiica L. Häufig angepflanzt. 
Aus dem Orient stammend. 

"^192. K§. vlfliiinalis X purpurea Wimm. 
(S. rubra Huds.) An den Seeufern hier und da, z. B. 
am Ostende des Faulen Sees bei dem Pulvermagazin, 
wahrscheinlich ursprüglich angepflanzt. 

*193 S. Caprea X viininalis Wimm. (S. 
acuminata Sm., S. longifolia Host.^ S. dasyclados Wimm.) 



38 



Ebenfalls nicht selten, ursprünglicli angepflanzt, z. B. 
am Franzosenwege. 

*194. S. ineaiia Schmk. Ebenfalls an den 
Seenfern mehrfach angepflanzt, z. B. an der Obotriten- 
allee, auf dem Kalkwerder, am Franzosenwege. 

*195. S. Cäprea X iiicaiia Wimm. (S. 
Seringeana Gaud.) Ebenso, z. B. auf dem Kalkwerder. 

*196. S. lucifla MühL Z. B, an der Chaussee 
beim Scharberge hinter Zippendorf. Stammt aus Nord- 
amerika. 

197. S. rosmarinifolia L. Auf dem Ramper Moore, 
auf Wiesen bei Krebsförden in 3 Fuss hohe.i Exemplaren. 

*198. Populus pyramiclalis Bozier. Viel- 
fach angepflanzt; aus dem Oriente. 

*199. P. luonilifera Aü. Ebenso; aus Nord- 
amerika. 

*200. P. balsamifera i^. Ebenso; aus Nord- 
amerika und Sibirien. 

*201. P. grseca Aü. Ebenso; aus (Griechen- 
land. 

*202. P, laiirifolia Ledeb. Ebenso; aus 
Sibirien. 



IL M n c 1 y 1 e n. 

44. Potamiae Juss. 

203. Potamogetoii alpinus BalMs. (F. 
rufescens Schrad.) Am Lübstorfer Ufer angetrieben, 
7. Aug. 1878. 

204. P. nitens Weher. Am Lübstorfer Ufer. 

205. P. prselongus Wulf. Am Lübstorfer 
Ufer angetrieben, 7. Aug. 1878. 

206. P. marinus L. Im grossen See an mehreren 

Stellen: am Paulsdamme bei Eampe, an der Lieps, am 

Lübstorfer Holze; auch im Ostorfer, Pinnower und Mede- 

weger See. 

45. Typhaeeae Juss. 

207. Typha angustifolia L. Nicht selten: Kalk- 
und Ziegelwerder, am Lankower See. 



39 



208. Sparganium minimum Fr. Unten auf dem 
Sclielfwerder in den alten Torfgruben hinter dem Schelf- 
vogtsteich viel, in G-räben auf einer Waldwiese in den 
Göhren'schen Tannen und anderswo. Wüstnet hat es als 
S. natans L. verzeichnet. 

46. Araceae Juss. 

209. Arilin itiaciilaiiiin L. An einer Stelle 
im Lübstorfer Holze in einer Thalsenkung, in welcher 
ein tauber Weg von der Höhe zum See herabführt; soll 
schon am 13. Mai 1856 von Wüstnei daselbst gefunden 
sein; am 23. Mai 1877 brachte es mir mein Sohn Alfred 
von dort, am 12. Mai 1878 sammelte ich es selbst. 

210. Oalla palustris L. Auf dem Grambower 
Torfmoore viel, in einem Wasserloche im Eabensteinf eider 
Holze zwischen der Chaussee und dem Pinnower See. 
Im Kanal am Grünhausgarten durch einen Gärtner- 
gehülfen ausgepflanzt. 

47. Orcliidaceae Juss. 

211. Orchis mascula L. Schelfwerder, 28. Mai 1877. 

212. O. palustris Jacq. Schelfwerder, unten 
rechts auf dem Moore in 1 Ex. (K. 'Wüstnei, 25. Jun. 1858). 

213. 0. maculata L. Im Zippendorfer und Raben- 
steinfelder Holze, im Müssen bei Grambow (hier auch 
mit weisser Blüte). 

214. 0. incarnata L. (0. angustifolia W. & O.) 
Unten auf dem Werder, beim Schelfvogtsteich, auf dem 
Ramper M oore, der Neumühler Wiese ; an letzterem Stand- 
orte kommt vereinzelt auch die weisslichgelb - blutige 
Var. ocliroleiica Wüstnei vor. 

215. Gymnadenia conopea (L.) BBr. Beim Eulen- 
kruge hinter dem Wahrholze (K. Wüstnei). 

216. Piatanthera bifolia (L.) Rchb. Zippendorfer 
und Lübstorfer Holz, Ramper und Wickendorfer Moor, 
am Krebssee, im Grossen Holz bei Grambow. 

217. !•. nioiitana (Schmidt) UM. fil Ramper 
Moor, Warnitzer Holz. 

218. Epipogon aphyllus 8io. Soll am 31. Jul. 
1836 vom Schulrath Meyer in ungefähr einem Dutzend 



40 



Exemplaren, von denen mir eins eingehändigt worden ist, 
auf dem Sclielfwerder gesammelt sein. Das Terrain ist 
mir genau bezeichnet, doch habe ich trotz emsigsten 
Suchens die Pflanze bisher nicht aufzufinden vermögen, 
auch sonst niemand. 

219. Oephalanthera grandiflora (Sco2}.) Babingt. 
Mit dem Gehölz hinter Wickendorf ist auch die Pflanze 
daselbst verschwunden. 

220. 0. rubra (L.) Rieh. Auf der Schneese zwischen 
Hasel- und Buchholz links von der Chaussee am 9. Jul. 
1843 von Ahrens in 1 Ex. gesammelt, von Meyer im 
Holze am Pinnower See. An beiden Orten von mir 
bisher vergeblich gesucht. 

221. Epipactis latifolia (L.) All. In Wäldern nicht 
selten: Friedrichsthaler, Wahr-, Warnitzer, Lübstorfer 
Holz u. s. w. Die var. Tiol&ncea Durand Duq. auf 
dem Schelfwerder an mehreren Stellen, Jul. 1874, im 
Grallentiner Holze. 

' 222. E. palustris (Scop.) Cmtz. Am Krebssee, auf 
dem Kalkwerder an der Karausche, auf den Störwiesen 
bei Konsrade. 

223. Listera ovata (L.) RBr. Auf dem Kalkwerder, 
im Zippendorfer Holze und anderswo. 

224. Neottia Nidus avis (L.) Rieh. Im Wahrholze, 
bei Zickhusen. 

225. Liparis Loeselii (L.) Rieh. Unten auf dem 
Schelfwerder, an sumpfigen Stellen im G-ehölz vor Görs- 
low, auf dem Eamper Moore. 

48. Liliaceae DC. * 

226. Gagea pratensis (Fers.) R. et Seh. Häufig: 
Eabensteinfeld, Lankow, Warnitz, 'Schelfwerder etc. 

227. G. spathacea (Hayne) Salisb. Im Lübstorfer 
Holze (Alfred Brochnüller, 23. Mai 1877). 

228. G. lutea (L.) R. et Seh. Häufig: Im Schloss- 
garten, am Medeweger See etc. 

229. Alliuiii vineale L. Am Weinberge im 
Grossh. Küchengarten. 



41 



230. A. Scorodoprasum L. Am Gölireii'schen 
Wege vom Püsserkruge bivS an das Haselholz. 

231. A. oleraceum L. Häufig: in den Hecken auf 
dem Felde ausserhalb des Lübecker Thores bis vor 
Lankow an vielen Stellen, im Schlossgarten, auf dem 
Schelf- und Ziegelwerder, auf dem Fischerwerder im 
Pinnower See, am Medeweger See, im Warnitzer Holze 
und anderswo. 

232. Paris quadrifolia L. Häufig: bei Lankow, 
im Zippendorfer, Eabensteinf eider, Pingelshagener, Lüb- 
storfer Holz etc. 

233. Polygonatum multiflorum {L.) All. Häufig: 
auf dem Läuschenberge, am Lankower See, im Müssen 
bei G-rambow, im Zippendorfer, Rabensteinfelder, Lüb- 
storfer, Pingelshagener Holze etc. 

234. Oonvallaria majalis L. Am Seeufer zwischen 
Rabensteinfeld und Görslow viel, bei dem steinernen 
Tisch am Pinnower See, am Lankower See. 

235. Majanthemum bifolium (X.; /ScÄm'f?«. Häufig: 
Kaninchenwerder, Zippendorfer, Pinnower, Warnitzer, 
Pingelshagener Holz etc. 

49. Cyperaceae Juss. 

236. Oladium Mariscus (L.) RBr. In den alten Torf- 
gruben unten auf dem Werder hinter dem Schelfvogts- 
teiche; am Ufer des Ziegelsees, Wickendorf gegenüber. 

237. Heleocharis acicularis (L.) RBr. Am Ostorfer 
See. 

238. Soirpus pauciflorus Lightf. In den alten Torf- 
gruben unten auf dem Werder hinter dem Schelfvogts- 
teiche. 

239. S. maritiitiiis L. Am nördlichen Ufer 
des Kaninchenwerders, Aug. 1880. 

*240. Carex pendula ^?^(i^. An der Hecke 
in Kühl's Garten auf dem Kalkwerder. 

50. Grramineae Juss. 

*241. Paiiicuni Crus galll L. Im Hof- 
garten zu Wandrum, 15. Aug. 1880, im Küchengarten 
zu Rabensteinfeld, 7. Aug. 1881. 



42 



242. Hierochloa odorata (L). WUnhg. Auf dem 
Kalkwerder. 

243. Oalamagrostis epigeios (L.) Rth. Im Bucli- 
holze, am Lankower und Neumüliler See. 

244. 0. neglecta (Ehrh.) Fr. Auf dem Kalkwerder, 
am Schelfvogtsteiche, auf dem Ramper Moore. 

245. C ai'undiiiacea (L.) Rth. Im Holze 
zwischen Eabensteinfeld und dem Pinnower See, 15. Aug. 
1876. 

*246. Avena flavescens L. An der Lübecker 
Chaussee. 

247. Festuca silvatica Vill. Am Pinnower 
See, 4. Aug. 1866. 

248. Bromus asper Murr. Am Seeufer hinter Lüb- 
storf und im Lübstorfer Holze, auch die var. B« sero- 
tintlS Beliehen, 7. Aug. 1878. 

51. Coniferae Juss. 

249. Juniperus communis L. Im Gebiete ziemlich 
selten: vereinzelt im Zippendorfer Holze und auf dem 
Kaninchenwerder, am Neumühl'schen See, im Buchholze, 
hinter dem Rabensteinfelder Holze an der Krivitzer 
Chaussee. 

*250. Pinus Miighus Scop. In den Anlagen 
hinter dem Faulen See in der Gregend des Pulver- 
magazines in alten schönen Exemplaren. 

Schwerin, 6. Jan. 1882. 



Register. 



(Die Zahlen bezeichnen die laufende Nummer; bei Synonymen 

und blos zur Vergleichung herangezogenen Pflanzen stehen sie in 

Parenthese. Die Familiennamen sind gesperrt gedruckt). 



A.calyphaceae Kl. & Gr. 42. 
Achillea Ptarmica L. 113. 
Actaea spicata L. 12. 
Ajuga genevensis L. 174. 
Alliaria officinalis Andrz. 18. 
AUium oleraceum L. 231. 
„ Scorodoprasum L. 230. 
viniale L. 229. 
Alsinaceae DC. 8. 
Alyssum calycinum L. 19. 
Amygdalaceae Juss. 13. 
Angelica silvestris L. 94. 
Anthemia tinctoria L. 114. 
Anthriscus vulgaris Pers. 96. 
Anthyllis Vulneraria L. 48. 
Aquifoliaceae DC. 31. 
Arabis hirsuta (L.) Scop. 15. 
Araceae Juss. 46. 
Arnica montana L. 116. 
Arnoseris minima (L.) Gärtn. 122. 
Arum maculatum L. 209. 
Astragalus glycyphyllos L. 57. 
Avena flavescens L. 246. 

Ballota nigra L. var. foetida 

Lmk. 173. 
Batrachiumdivaricatum(Schrnk,) 

Wimm. 6. 
Batrachium fluitans (Lmk.) 

Wimm. 7. 
Berteroa incana (L.) DC. 20. 
Betonica officinalis L. 171. 
Boraginaceae Desv. 34. 
Bromus asper Murr. 248. 



Bromus 

248. 



serotinus Beneken 



Cakile maritima Scop. 22. 
Calamagrost. arundinacea(L .) 245. 

epigeios (L.) Rth. 243. 

neglecta (Ehrh.) Fr. 244. 
Calandrinia compressa Schrd. 85, 
Calla palustris L. 210. 
Callitrichaceae Lk. 17. 
Callitriehe hamulata Ktz. 83. 
Campanulaceae Juss. 26. 
Campanula Cervicania L. 137. 
„ persicifolia L. 136. 

Caprifoliaceae Juss. 22. 
Cardamine amara L. 16. 
Carduus nutans L. 119. 
Carex pendula Hds. 240. 
Centunculus minimus L. 178. 
Cephalanthera grandiflora (Scop.) 

Babingt. 219. 
Ceph. rubra (L.) Eich. 220. 
Chondrilla juncea L. 126, 

var. latifolia MB. 126. 
Cirsium acaule (L.) All. 118. 

„ var.caulescens Pers. 1 18. 
Cistaceae Dunal 4. 
Cladium Mariscus (L.) EBr. 236, 
Clematis Vitalba L. 1. 
Compositae Adans. 25. 
Coniferae Juss. 51. 
Convallaria majalis L. 234. 
Convolvulaceae Juss. 33. 
Coronopus Euellii All. 21. 



44 



Corydalis intermedia (L.) P. M. 

E. 13. 
Crassulaceae DC. 19. 
Crepis virens Vill. 128. 
Cruciferae Juss. 3. 
Cuscuta Epithymum L. 147. 

Trifolii Babingt, 147. 
Cyperaceae Juss. 49. 

Delpliinium ornatum Bebe. 11. 
Dentaria bulbifera L. 17. 
Diantbus Armeria L. 30. 

„ superbus L. 31. 
Dipsaceae DC. 24. 
Dipsacus pilosus L. 106. 

„ Silvester Hds, 105. 
Droseraceae DC. 6. 
Drosera anglica Hds. 27. 
„ intermedia Hayne 28. 

Empetraceae Nutt. 40. 
Empetrum nigrum L. 181. 
Epilobium angustifolium L. 81- 

„ roseum Ketz. 82. 

Epipactis latifolia (L.) All. 221. 

„ „ var.violaeeaDur.Duq. 

221. 
Epipactis palustris (Scop.) Cmtz. 

222. 
Epipogou apbyllus Sw. 218. 
Ericaceae Klotzscb 28. 
Erica Tetralix L. 140. 
Erigeron annuus Pers. (108). 

Villarsii (108). 

Ervum pisiforme (L.) Peterm. 60. 

„ silvaticum(L.) Peterm. 61. 

Erytbraea Centaurium (L.) P. 146. 

Eupborbiaceae Kl.&Gcke. 41. 

Falcaria vulgaris Bernb. 89. 
Festuca silvatica Vill. 247. 
Fumariaceae DC. 2. 

G-agea lutea (L.) R. Scb. 228. 
„ pratensis (L.) R. Scb. 226. 



Gagea spatbacea (Hayne) Salisb. 

227. 
Galinsogaea parviflora Cav. 111. 
Galium boreale L. 100, 

„ Mollugo var. ocbroleu- 
cum Wolff 102. 
Galium saxatile L. 104. 

„ silvaticum L. 103. 

„ verum L. 101. 
Genista anglica L. 46. 
Gentianeae Juss. 32. 
Geraniaceae DC. 11. 
Geranium palustre L. 45. 
Geum intermedium Ebrb. (68.) 

„ rivali-urbanum G.Meyer68. 
Gnapbalium luteo-album L. 112. 
Gramine ae Juss. 50. 
Gratiola officinalis L. 155. 
Gymnadenia conopea (L.) RBr. 

215. 
Gypsopbila muralis L. 29. 

Heleocharis acicularis (L.) RBr. 

237. 
HeliantbemumChamaecistus Mill. 

23. 
Hieracium aux-antiacum L. 130. 

„ Auricula L. 129. 

boreale Fr. 133. 

„ laevigatumWilld. 134. 

„ Pilosello-pratense Fr. 

(135). 
Hieracium pratense Tscb. 131. 

„ pratense X Pilosella 

Wimm. 135. 
Hieracium pratensi-Pilosella Fr. 

(135). 
Hieracium vulgatum Fr. 132. 
Hierocbloa odorata (L.) Wblbg. 

242. 
Hydiocotyle vulgare L. 88. 
Hyoscyamus niger L. 151. 
Hypericaceae DC. 10. 
Hypericum bumifüsum L 43. 
montanum L. 44. 



45 



Hypericum quadrangulum L. 41. 

„ tetrapterum Fr, 42. 

Hypochoeris glabra L. 124. 

„ radicata L. 125. 

Hypopityaceae Kl. 30. 

riex Aquifolium L. 145. 
Inula Britanica L. 109. 
Juniperus communis L. 249. 

Labiatae Juss. 36. 
Lappa nemorosa Körnicke 120. 
Lappula Myosotis Mnch. 148. 
Lathraea Squamaria L. 160. 
Lathyrus montanus Bernh. 65. 

„ niger (L.) Bernh. 64. 

„ Silvester L. 62. 

„ vernus (L.) Bernh. 63. 
Ledum palustre L. 141. 
Lentibulariaceae Rieh. 37. 
Leontodon autumnalis L. (125). 
Liliaceae DC. 48. 
Limosella aquatica L. 156. 
Linaria bipartita Willd. 154. 

„ Cymbalaria(L.)Mill 153. 
Liparis Loeselii (L.) Eich. 225. 
Listera ovata (L.) RBr. 223. 
Lonicera Xylosteum L, 99. 
Loranthaceae Don. 21. 
Lysimachia nemorura L. 177. 
Lythraceae Juss. 18. 

Miajanlhemum bifolium (L.) 

Schm. 235. 
Malachium aquaticum (L.) Fr. 39. 
Malva Alcea L. 40. 
Malvaceae RBr. 9, 
Marrubium vulgare L. 172. 
Matricaria Chamomilla L. (115). 

„ discoidea DC. 115. 

„ suaveolens L. (115.) 

Medicago falcata L. 50. 

„ falcato-sativa Rchb.5 1 . 

„ media Pers. (51.) 

„ sativa L. 49. 



Melandrium rubrum (Weig.) 

Gcke. 35. 
Melilotus albus Desr. 52. 
Melissa officinalis L. 166. 
Mentha gentilis L. var. sativa 

L. 163. 
Mentha silvestris L. 162, 
Mercurialis annua L. 184. 

„ perennis L, 185. 

Mespilus monogyna Willd. 79, 
Moehringia trinervia (L,) Clairv. 

37. 
Monotropa Hypopitys L. 144. 

ISTasturtium silvestre(L.)RBr. 14. 
Neottia Nidua avis (L.) Rieh, 224. 
Nepeta Cataria L, 167. 

Onagraceae Juss, 16. 
Ononis spinosa L, 47. 
Orchidaceae Juss. 47, 
Orchis angustifolia W, et G. (214.) 

„ incarnata L, 214. 

„ „ V. ochroleuca Wstn. 214. 

„ maculata L. 213, 

„ mascula L. 211. 

„ palustris Jacq. 212. 
Origanum vulgare L. 165, 
Orobanche rubens Wallr, 161, 
Orobus tuberosus L, (65.) 

Panicum Crus galli L, 241. 
Papilionaceae L. 12, 
Paris quadrifolia L. 232. 
Pedicularis silvatica L. 159, 
Peplis Portula L, 84. 
Peucedanum Oreoselinum (L.) 

Mnch. 95, 
Picris hieracioides L. 123. 
Pimpinella magna L. 90. 

„ Saxifraga var. nigra 

Willd. 91. 
Pinus Mughus Scop, 250, 
Pirola minor L. 142. 
„ seeunda L, 143, 



46 



Pirus torminalis (L.) Ehrh. 80, 
Piatanthera bifolia (L.) Rchb, 216. 
„ montana (Schm.) 

Eehb. fil. 217. 
Polygonaceae Juss. 39. 
Polygonatam multiflorum (L.) 

All. 233. 
Polygonum Bistorta L. 180. 
Pomariae Lindl. 15. 
Populus balsamifera L. 200. 
„ graeca Alt. 201, 
„ laurifolia Ledeb. 202. 
„ monilifera Ait. 199. 
„ pyi-amidalis Roz. 198. 
Potameae Juss. 44. 
Potamogeton alpinus Balb. 203. 
„ marinus L. 206. 

„ nitens Web. 204. 

„ praelongus Wulf. 

205. 
Potamog. rufescens jSchrd. (203). 
Potentllla pilosa Willd. (74). 

„ recta L. 74. 
Primulaceae Vent. 38. 
Primula elatior Jacq. 179. 
Prunus insititia L. 66. 

„ Padus L. 67. 
Pulicarla dysenterica (L.) G. 110. 
Pulmonaria officinalis L. 150. 
Pulsatilla pratensis (L.) Mill. 5. 
„ vulgaris Mill. 4. 

R.anunculaceae Juss. 1. 
Ranunculus Flammula var. ra- 

dicans Nolte 8. 
Ranunculus lanuginosus L. 9. 
„ polyanthemosL. 10. 

„ reptans L. (8). 

Rhodoraceae Kl. 29. 
Rosaceae Juss. 14. 
Rosa pomifera Herrm. 78. 
„ tomentosa Sm. 77. 
„ turbinata Ait. 76. 
Rubiaceae DC. 23. 
Rubus nemorosus Hayne 72. 



Rubus Radula W. et N. 71. 
„ saxatilis L. 73. 
„ Sprengelii W. et N. 70. 
„ suberectus Anders. 69. 

Salicaceae Rieh. 43. 
Salix acuminata Sm. (193). 

„ alba L . var. vitellina L. 190. 

„ araygdalina L. 189. 

„ babyloniea L. 191. 

„ Caprea X ine. Wimm. 195. 

„ Capr. X vimin. Wimm. 193. 

„ cuspidata Schultz (187). 

„ dasyclados Wimm. (193). 

„ fragilis L. 186. 

„ fragilis X alba Wimm. 188. 

„ fragilis X pentandraW.187. 

„ incana Schrank 194. 

„ longifolia Host. (193). 

„ lucida Mühl. 196. 

„ pentandra L. 185. 

„ rosmarinifolia L. 197. 

„ rubra Huds.?(192). 

„ Russeliana Sm. (188). 

„ Seringeana Gaud. (195). 

„ viminalis X purpurea 
Wimm. 192. 
Salvia pratensis L. 164. 
Sambucus racemosa L. 98. 
Sanguisorba minor Scop. 75. 
Santolinasuaveolens Pursh.(ll5). 
Scabiosa Columbaria L. 107. 

„ vai-. ochroleuca L. 107. 
Scirpus maritiraus L. 239. 

„ pauciflorus Lightf. 238. 
Scrofulariaceae RBr. 35. 
Scrofularia aquatica L. (152). 

„ umbrosa D. Mort.152. 

Sedum boloniense Loisl. 86. 

„ reflexum L. 87. 
Selinum Carvifolia L. 93. 
Senecio viscosus L. 117. 
Serratula tinctoria Ji. 121. 
Silaus pratensis Bess. 92, 
Silenaceae DC. 7. 



47 



Silene nutans L. 33. 

„ vulgaris (Mnch).Gcke. 32. 
Siphonandraceae Kl. 27. 
Sonchus arvensis var. maritiinus 

L. 127. 
Sparganium minimum Fr. 208. 

„ natans L. (208). 

Spergula Morisonii Boreau 36. 
Staehys ambigua Sm. (168). 

„ arvensis L. 169. 

„ palustris X silvatica 

Schiede 168. 
Staehys recta L. 170. 
Stellaria crassifolia Ehrh. 38. 
Stenactis annua (!<.) N. 108. 
Symphytum officinale L. 149, 

„ „ var. coccineum 

Hort. 149. 

Teucrium Scordium L. 175. 
Thalictrum flavum L. 3. 

„ minus L. 2. 

„ ,, var. Jacquinianuni 

Koch 2. 



Tithymalus exiguus(L.)Mnch. 182. 
Trifolium agrarium L. 56. 

„ fragiferum L. 55. 

„ medium L. 54. 

„ striatum L. 53. 
Typha angustifolia L. 207. 
Typhaceae Juss. 45. 

XJmbelliferae Juss. 20. 
Utricularia minor L. 176. 

Vaccinium uliginosum L. 138. 
„ Vitis idaea L. 139. 

Veronica montana L. 157. 

„ spicata L. 158. 
Vicia dumetorum L. 58. 

„ lathyroides L. 59. 
Violaceae DC. 5. 
Viola hirta L. 25. 

„ palustris L. 24. 

„ silvestris Lmk, 26. 

„ var. Riviniana Rchb. 26. 
Viscaria vulgaris Röhl. 34. 
Viscum album L. 97. 



Beitrag 

zur 

mecklenburgischen Pilz- und Algenflora 



von 
Ernst L. H. Krause. 



Ija über die niederen Kryptogamen Mecklenburgs 
noch wenig bekannt ist, so wage ich es, folgendes kleine 
Eegister bei Rostock bezw. Warnemünde gesammelter 
Püze und Algen hier zu yeröffentlichen, zumal mehrere 
der von mir gefundenen Species bisher bei uns nicht 
beobachtet waren. Die meisten Species sind von Herrn 
Professor Magnus -Berlin, die Algen ausserdem durch 
Herrn Magnus gütige Vermittlung von Herrn G-eheimen 
Ober-Finanzrath Zeller -Stuttgart bestimmt, wofür ich 
beiden Herren zu grossem Dank verpflichtet bin. Auch 
die übrigen Arten sind meist mit von Autoritäten aner- 
kannten Exemplaren verglichen. 

Bei der geringen Anzahl der aufgezählten Formen 
glaubte ich von einer streng wissenschaftlichen Anordnung 
absehen zu dürfen. 

Die * bezeichneten Formen sind von Magnus, die 
** bezeichneten von Zeller bestimmt; !! bedeutet, dass 
ich die Form selbst sammelte, ! dass ich getrocknete 
Exemplare sah, die mit C. F. bezeichneten Arten sind 
von meinem Freunde Herrn Dr. Fisch-Erlangen, die L. 
K. bezeichneten von meinem Bruder Ludwig gesammelt. 



I. Pilze (sämmtlich bei Eostock gesammelt). 
Myxomyceten. 

1. Stemonites ovata P. Herh. C. F.\ 

2. * Lycogala epidendron Fr. !! 

3. * Leocarpus vernicosus Lk. Barnstorfer Tannen !! 



49 



Pliycomyceteii. 

4. * Cystopus Candidas Lev. !! 

5. Peronospora infestans Mont. !! 

6. Syncliytriiim anemones Wor. O.F. ! 

7. S. mercurialis Fckl. C.F. ! 

8. Empiisa miiscae Cohn !! 

9. Protomyces macrosporus Ung. !! 
10. Scliinzia alni Wor. !! 



Ascomyceten. 

11. Stig-matea robertiaiii Fr. C.F. ! 

12. * Ehytisma saliciniim Fr. ! ! ' (auf Sal. caprea u. 
aiirita.) 

13. * Rh. acerinum Fr. !! 

14. Ell, andromedae Fr. !! (Gross Müritz.) 

15. * Calloria stillata Fr. !! 
16.* C. fusarioides Fckl. !! 

17. * Uncicula bicornis Lev. C.F. ! 

18. * Microsphaeria penicillata Lev. C.F. ! 

19. * Erysiplie communis Lk. !! (u. a. auf Vicia 
cassubica). 

20. * E. Martii Lev. !! 

21. * E. Linkii Lev. !! 

22. * E. lamprocarpa Lev. !! 

23. * Calocladia holosericea Lev. !! 

24. * Spliaerotheca castagnei Lev. !! 

25. * Phyllactinia guttata Lev. !! 

26. * Venturia Dickiei De Not. LK. ! (In d. Rostocker 
Heide bei Torfbrücke auf den Blättern d. Linnaea 
borealis.) 

27. * Xylaria hypoxylon Grev. !! 

28. * Hypoxylon multiforme Fr. !! 

29. * H. fuscum Fr. !! 

30. Epichloe typliina Tul. C.F. ! (Bei Schwaan im 
Lindenbruch.) 

31. Claviceps purpurea Tul. !! 

32. Phyllachora pteridis Fckl. !! 

33. * P. graminis Fckl. !! 

Archiv XXXV. 4. 



50 



34. * Ustiiliiia vulgaris Tul. !! 

35. * Nectria ciniiabariiia Fr. !! 

36. * Helvella escnlenta Pers. !! (Barnstorfer Tannen 
(L. K. !) und Rostocker Heide.) 

37. H. lacunosa Afz. Herb.C.F. ! 

38. Lophodermiuni pinastri Cliev. !! 

39. Hysterium pulicare. Berh.ö.F. ! 

40. Oladosporium dendriticum Wallr. !! 

41. "' Depazea convolvulicola Fr. !! 

42. D. oenotlierae Lsch. Herb.C.F. ! 

43. D. linnaeae Fr. !! (Schnatermann.) 

44. * Ascochj^ta scabiosae EM. !! 

45. * A. tilias Lscli. !! 



Ustilagineen. 

46. Ustilag-o carbo Tul. !! - 

47. U. utriculosa Tul. !! 

48. U. urceolorum Tul. !! (Dünen an d. Ostsee.) 

49. ü. longissima Lev. C.F. ! 

50. * U. receptaculorum Fr. L.K. ! (Warnemünder 
Wiesen — auf Scorzonera humilis.) 



Uredineen. 

51. Puccinia ribis DC. [Aecid. grossulariae DO. L.K. ! | 

52. * P. malvacearum Mont. !! 

53. * P. dianthi DC. !! 

54. P. vesiculosa Lk. C.F. ! [Aecid. ! !] (* Puc. anemones ; 
auf Anemone nemorosa). 

55. P. aetbusae Lk. (Uredo muricella C.F. !) 

56. P. poarum Niessl. [Aecidium tussilaginis Gmel. !!] 

57. * P. graminis Pers. !! 

58. P. straminis Fckl. (Uredo rubigo vera !!) 

59. P. lampsanae Fckl. C.F. ! 

60. P. stellariae Dby. !! 

61. P. adoxae DC. [Aecid. C.F. !] 

62. P. violae DC. [Aecid. C.F. !] 



51 



iVS. V. gieclioniae DC. !! 

64. P. obtegens Tul. !! syii. Uredo snaveoleiis Pers. 

65. * P. ceiitanreae DC. !! 

66. P. circaeae Pers. !! (Häscliendorfer Süderholz.) 

67. '■'' Melampsora vernalis Niessl. (syn. Gaeonia saxi- 
fragae Strauss) !! 

68. * M. eiipliorbiae Gart. [Uredo !!] 

69. * M. betiiliiia Desm. [Uredo ! ! | 

70. M. tremulae Tul. [Uredo !!] 

71. * M. saliciiia Lev. [Uredo epitea !!, mixta !!, 
caprearum ! !) 

72. * M. lini Desm. L.K. ! 

73. M. populiiia Lev. [* Uredo ! !] 

74. * Phragmidiiim tormentillae Fckl. [Uredo ! !] (Auf 
Potentilla reptans in der Müritzer Gegend sehr ver- 
breitet.) 

75. * Ph. incrassatum Lk. !! 

76. * Pli. rosarum Rbh. ! ! 

77. Gymnosporangium fuscum DC. (Roestelia C.F!) 

78. G. conicum DC. (Roestel. cormitaü) 

79. * Uromyces betae Tul. ! ! 

80. U. ficariae Lev. L. K. ! 

81. * U. pliaseolorum Tul. C.F.! 

82. Coleosporiuni rliinantliacearum Lev. ! ! 

83. C. campanulae Lev. L.K. ! 

84. Clirysomyxa pirolae Rostrup. C.F.! 

85. * eil. abietis Ung. ! ! (1880 im Frülijalir in den Barn- 
storfer Anlagen verbreitet.) 

86. * Caeoma mercurialis Lk. O.F.! 

87. Aecidium convallariae Sclium. C. F. ! 

Basidiomyceten. 

88. Telepliora caryopliyllea Fr. ! ! 

89. * T. terrestris Fr. ! ! 

90. Hydnum repandum L. ! ! (Pölchower Holz.) 

91. * H. auriscalpium L. ! ! 

92. * Irpex fuscoviolaceus Fr. ! ! 

93. Exobasidium vaccinii Wor. ! ! 



52 



94. Geoglossiim Mrsutum Pers. G. F. ! 

95. Meriüius lacrimans Schimp. C.F.!^ 

96. Ciavaria rugosa Bull. ! ! 

97. Tremella mesenterica Eetz. Herh. C. F. ! 

98. '^ Eadulum orbiculare Fr. var. sitaneum. ! ! 

99. * Daedalea qiiercina L. ! ! 

100. D. sepiaria E.Fl. C.F.\ 

101. * D. imicolor Fr.!! 

102. * Polyporus annosiis Fr. (syn. Trametes radiciperda 
E. Hart.) ! ! In den Barnstorfer Tannen, bei Eövers- 
liagen. cf. Eostock. Zeitung- 1881, N. 69. (24. März.) 

103. P. versicolor Fr. ! ! 

104. * P. ribis Fr.!! (In Stadtgärten.) 

105. P. zonatus Fr. G. F. ! 

106. P. lucidus Fr. ! ! (In Ellernbrüchen der Eost. Heide.) 

107. P. betulinus Fr. G. F.! 

108. * P. radiatus Sow. !! 

109. * P. igniarius Fr.!! 

110. Boletus edulis Bull. ! ! 

111. Trametes suaveolens Fr. ! ! 

112. Tr. gibbosa Fr. ! ! 

113. Agaricus (Lepiotus) procerus Scop. ! ! 

114. * A. (Pleurotus) applicatus Batscliü 

115. * A. (PI.) ostreatus Jacq. !! 

116. A. (Anianita) muscarius L. ! ! 

117. A. (Psalliota) campestris L. ! ! 

118. A. (Eussula) emeticus Fr.!! 

119. A. (Marasmius) androsaceus Fr. G.F.\ 

120. Lenzites betulina Fr. O.F. ! 

121. Cantharellus cibarius Fr. ! ! 



122. * Lycoperdon gemmatum Fr. ! ! 

123. * L. caelatum Fr. ! ! 

124. * Cyatlius vernicosus D. C. (Nidularia campanulata) 
H. Krause ! (Stadtgarten.) 

125. * C. striatus Hoffm. (Nidul. str. Holm)! ! ('Stadtgarten.) 

126. Phallus impudicus L. !! 



53 



li. Algen (sämmtl. am Strande der Ostsee bei Warne- 
niünde gesammelt). 

1. ** Aclmantlies subsessilis Kg. !! (Waniem. Westmole.) 

2. * Cladopliora glomerata ! ! 

3. ** Ol. Lelimanniana Kg. !! (An d. Warnem. Westmole.) 
4 * Ulva latissima L. ! ! (In den Gräben der Salzwiesen.) 

** Phycoseris crispata?!! 

5. ** Enteromorplia complanata Kg. ! ! 
•** E. c. var. crinita ! ! 

6. ** Ceraminm rubrnni Ag. ! ! 

** G. r. var. proliferum J. Ag. ! ! 

7. * Furcellaria fastigiata Hud. ! ! 

8. * Chondras crispus Lyngb. !! 

9. * Phyllopliora membranifolia Harv. ! ! (sehr zahlreich.) 

10. Ph. Brodiaei. J. Ag. !! 

11. * Wormskioeldia sanguinea Spr. ! ! 

12. ** Nemaleon multifidiim Ag. !! 

13. * Delesseria alata Lmx. !! 

14. ** Polysiphonia arenaria Kg. ! ! 

15. ** P. stricta Grev. !! 

16. ** P. lophura Kg. ! ! 

17. * P. nigrescens Lyngb.!! 

18. ** Chondria tenuissima. J. Ag. C.F. 1 

19. * Ehodomela subfusca Woods. ! ! 

20. ** Ectocarpus tomentosus Huds. ! ! 

21. ** E. fasciculatus Harv. !! 

22. ** Elachista fucicola Ag. ! ! 

23. ** Chordaria flagelliformis Ag. ! ! 

24. * Chorda flhim Lmx.ü 

25. * Laminaria digitata Lmx. L.K. ! 

26. * L. snccharina Lmx. L.K. ! 

27. * Halidrys siliquosa Lyngb.!! 

28. * Fncus vesiculosus L. !! 
F. V. var. balticiis J. Ag. ! ! 

29. * F. serratiis L. !! 



Flora von Feldberg. 

Zusammengestellt von C. Arndt. 



Jjie Gegend von Feldberg' ist reich an seltenen 
Pflanzen, von denen einige schon in früheren Archiv- 
heilen angeführt oder in der Flora der Provinz Branden- 
bnrg von Prof. Dr. P. Ascherson (Berlin 1864) erwähnt 
sind. Es schien mir daher der Mühe werth, die dort 
anfgefundenen Pflanzen zusammenzustellen; doch dürfte 
es angemessen sein, dem Verzeiclmiss eine kurze Skizze 
der Gegend, so weit sie hauptsächlich in Betracht ge- 
zogen ist, voraufzuschicken. 

Feldberg, ein mecklenburg - strelitz'scher Flecken 
von etwa 1100 Einwohnern, nur % Meilen von der 
preussischen Grenze entfernt, liegt unter 31^4' O.L. und 
53° 19' N.B. in einer Gegend, die sich durch grosse Natur- 
schönheit auszeichnet und unter den schönsten in Meck- 
lenburg mit gezählt werden darf. Der Ort selbst ist 
auf einer weit in den Haussee vorspringenden Halb- 
insel erbaut, die recht hügelig ist, wesshalb die Strassen 
zum Theil sehr steil ansteigen. Auf der höchsten Er- 
hebung lieget die vor wenig Jahren neu erbaute Kii'che, 
die der Gegend weithin zur Zierde gereicht. — Oestlich 
vom Haussee erstreckt sich der Grosse Luzin über V2 
Meile weit nach Osten; derselbe steht an seinem süd- 
lichsten Ende mit dem Schmalen Luzin in Verbindung, 
oder richtiger wohl, geht in ihn über. Dieser See 
zeichnet sich vor allen mecklenburgischen Seen durch 
seine im Verhältniss zur Breite sehr bedeutende Länge 
aus; bei einer Länge von Vs Meilen — 5000 m — be- 
trägt die Breite, wo sie am bedeutendsten ist, kaum 



oö 



mehr als 250 m, so dass der See ganz das Ausselin 
eines Flusses hat. Noch weiter nach Osten, mit seinem 
südlichen Ufer die Grenze gegen die Uckermark bildend, 
liegt der recht bedeutende Carwitzer See mit 5 Inseln 
und vielen Buchten oder Armen, von denen der grösste, 
der sich 3500 m nach N.O. erstreckende Zanzen, schon für 
sich ein ziemlich beträchtlicher See ist. Ein anderer 
Arm, der Dreez, zweigt sich vom Carwitzer See im 
äussersten S.W. ab und lässt zwischen sich und dem 
Südende des Schmalen Luzin, der sich hier hakenförmig 
nach Osten umbiegt, eine nur 300 m breite Landenge, 
auf der das Dorf Carwitz liegt. In den Carwitzer See, 
oder besser in den Zanzen, ergiesst sich im N.O. der 
einzige bedeutendere Zufluss, den alle diese Seen auf- 
nehmen, der Abfluss des kleineren Fürstenhagener Sees, 
früher Woczen genannt , dem der grosse und kleine 
Karpfensee ihr Wasser zuführen. Dass alle diese unter 
sich in Verbindung stehenden Seen keinen natürlichen 
Abfluss haben, ihnen vielmehr ein künstlicher durch einen 
Canal, der in den Meilen, einen uckermärkischen See, 
führt, geschaffen werden musste, ist im vorigen Archiv- 
heft weiter ausgeführt. 

Fast ^4 Meile nordwestlich vom Haussee liegt fast 
10 m höher in einem tiefen Thal der höchst veränderliche 
Sprockwitz, der auf seinem Grunde und an seinem Ufer 
eine Menge seltener Pflanzen beherbergt, nördlich von 
ihm der kleine Hechtsee und der Faule See oder Weiten- 
dorfer Haussee, gleichfalls reich an seltenen Pflanzen. 

Diese Seen, mit Ausnahme der beiden letzten, sind 
mit Hügeln umgeben, die zum Theil schroff abfallen, so 
am Schmalen Luzin, wo die Abhänge meistens so steil 
sind, dass sie nicht beackert werden können. Ja selbst 
ein Steig, der an der Ueberfahrtsstelle zum Hullebnsch 
vom westlichen Ufer des Sees hinab, am östlichen hinauf 
führt, ist so steil, dass trotz angebrachter Barrieren das 
Ersteigen recht beschwerlich, das Hinabsteigen noch 
schwieriger ist. Eben so steil sind die westlichen Ufer 
des Zanzen. Beim Haussee und Grossen Luzin dagegen 



56 



treten die Hügel mehr zurück, erheben sich dann aber 
mitunter recht steil zu ansehnlicher Höhe und geAYähren 
herrliche Blicke auf die Gregend, so an der Westseite 
des Haussees der Ziegenberg und der Taterberg, im 
Norden der Eeiherberg, nördlich vom Grrossen Luzin der 
Schlossberg mit Spuren alter Umwallungen. 

Die ganze Gegend um Feldberg gehört einem der 
Mecklenburg von NW. nach SO. durchziehenden Ge- 
schiebestreifen an und zwar demjenigen, welcher bei 
Neubukow beginnt und weit bis in die Mark hinein ver- 
folgt ist. Ganz ausserordentlich häufig sind die GeröUe 
auf der Feldmark von Schlicht und von Neuhof und auf 
manchen Stellen des Feldberger Gebietes, so namentlich 
auf den Eosenbergen und auf den zwischen Feldberg 
und dem Schmalen Luzin gelegenen Aeckern, wo überall 
die Geschiebe, um die Felder davon zu reinigen, zu 
grossen Haufen zusammengetragen sind. Natürlich hat 
man zu diesen Ablfj-gerungen die werthloseren Stellen 
benutzt, Wasserlöcher, Mergelgruben, Ackerraine oder 
man hat sie an den Landstrassen zu Mauern aufgerichtet. 
Einen eigenthümlichen Anblick gewähren am Abhänge 
des Schmalen Luzin die Massen herabgestürzter Fels- 
blöcke, die sich bis in den See hinein erstrecken. Dass 
diesen grösseren Geschieben kleineres Geröll beigesellt 
sein musste, ist nach der Entstehungsart des Diluviums 
selbstverständlich und daher ist der Boden vielfach sehr 
kiesig und wenig ergiebig, was besonders auffallend 
wieder an den steilen Ufern des Schmalen Luzin und 
des Zanzen hervortritt. Andererseits fehlt es aber auch 
nicht an fruchtbarem Lehmboden, der bald in lehmigen 
Sandboden, bald in sandigen Lehmboden übergeht. 

Aus der hügeligen Beschaffenheit und aus den Be- 
standtheilen des Bodens folgt, dass weite Flächen nur 
für die Waldcultur geeignet sind. In der Nähe von 
Feldberg bestehen die Wälder fast nur aus Laubhölzern, 
während weiterhin, wo der Boden sandiger wird, viel 
Nadelwald sich findet. Die in Nachfolgendem am häufig- 
sten erwähnten Wälder sind folgende« Der Raum 



57 



zwischen dem Haussee und dem Spruckwitz ist ganz 
von schönem Laubwald, fast durchgehend Buchen, erfüllt. 
(Er ist in dem Verzeiclmiss als Feldberger Forstrevier 
•aufgeführt.) Dieser Wald erstreckt sich weithin nach 
Westen, bekränzt nach Osten hin das Nordufer des 
Grrossen Luzin und umschliesst rings die Feldmark der 
Domaine Schlicht. — Zwischen dem Schmalen Luzin und 
dem Zanzen ist fast die ganze Fläche mit einem Walde 
bestanden, dem Hullebusch, der sich am steilen Ostufer 
des Schmalen Luzin als gemischter Hochwald auf weiter 
Strecke bis zum See hinab, zieht und wesentlich zum 
Eeiz der Landschaft beiträgt. — G-anz besonders ist 
noch der Wald auf dem Conower Werder, einer Halb- 
insel im SO. des Carwitzer Sees, hervorzuheben, der sich 
durch die Schönheit seiner Buchen und eine Fülle seltener 
Pflanzen auszeichnet. — In grösserer Entfernung liegen 
die sogenannten „heiligen Hallen", ein Theü der Lütten- 
hagener Forst, die ihren Namen Buchen verdanken, wie 
sie wohl nicht majestätischer gefunden werden können, 
wesshalb der hochselige Grrossherzog Georg sie für alle 
Zeiten zu schonen verordnete. 

In den Wäldern, besonders häufig in dem Feldberger 
Forstrevier, finden sich in den, durch die kuppenförmigen 
Hügel gebildeten Thälern eine Menge Wasserlöcher von 
geringem Umfange, die fast oder ganz verwachsen, in 
Fennbrücher umgewandelt sind und eine Anzahl seltener 
Pflanzen beherbergen. 



In dieser von der Natur mit so mannigfaltigen 
Reizen ausgestatteten Gegend habe ich mehrere Jahre 
meine Sommerferien zugebracht und während dieser aller- 
dings nur beschränkten Wochen der Pflanzenwelt meine 
Aufmerksamkeit zugewandt. Wenn ich so aus eigener 
Beobachtung kein vollständiges Bild der Flora Feldbergs 
geben konnte, da mir die meisten Frühlingspflanzen ent- 
gehen mussten, so hat Herr Pastor Konow in Fürsten- 
berg, der in der Gegend von Feldberg beheimathet ist 



58 



und sich seit seiner Scliülerzeit her mit botanischen 
Studien beschäftigt hat, die Freundlichkeit gehabt, mein 
Verzeichniss durch seine Beobachtungen zu ergänzen, 
wofür ich ihm auch hier öffentlich meinen Dank auszu- 
sprechen nicht verfehle. 

Sehr wohl weiss ich, dass das aufgestellte Ver- 
zeichniss kein vollständiges ist; es wird nur etwa 90 
Procent der wirklich vorhandenen Phanerogamen ent- 
halten, und doch wage ich es, dasselbe zu veröffentlichen, 
da es eine Fülle von seltenen Pflanzen enthält, deren 
Zusammenstellung nicht bloss die mecklenburger Botaniker 
interessiren dürfte, sondern auch die der Mark, da das 
berücksichtigte Terrain unmittelbar an die Ukermark 
grenzt. Eine blosse Aufzählung der seltenen und seltneren 
Pflanzen zu geben, schien mir nicht rathsam, weil so 
kein Bild von der Flora einer Gegend erzielt wird. 

Das Verzeichniss ist nach der neuesten Auflage 
von Garckes Flora von Deutschland — 1882 — aufge- 
stellt. 

Wo ich Pflanzen aufführe, die aus der Gegend 
schon anderweitig veröffentlicht sind, habe ich durch ! 
angezeigt, dass ich die betreffende Pflanze an dem an- 
gegebenen Standorte auch beobachtet habe. Die vielen 
durch Herrn Pastor Konow mitgetheilten Pflanzen oder 
Fundorte sind durch (K.) kenntlich gemacht. 



59 



P H A N E R G A M E N. 
1. Aiigiosperiiieu. 

1. Dicotylen. 

A.. Xlialamiflorejn. 

1. Farn. Raiiuuculaceen Juss. 

1. Thalictrum minus L. Fürstenliagen (K.). 

2. Hepatica triloha QU. 

3. Pulsatilla pratensis Mill. (K.) 

4. Anemone nemorosa L. 

5. Ä. ranunculoides L. Im Felclb erger Forstrevier und 
im Conower Werder (K.). 

6. Myosurus minimus L. Unter der Saat (K.). 

7. Batrachium aquatile E. Mey. Häufig in den Seen. 

8. B. divaricatum Wimm. Im Haussee. 

9. Ranuncidus Flammula L. 

b. gracilis G. Meyer. Im Feldberger Forstrevier an 
sumpfigen Teiclirändern. 

10. M. Lingua L. 

11. B. acer L. 

12. R. lanuginosus L. 

13. B. repens L, 

14. B. hulbosics L. (K.) 

15. B. arvensis L. (K.) 

16. B. sceleratus L. 

17. Ficaria verna Huds. 

18. Caltlia palustris L. 

19. Aquilegia vulgaris L. Am Grossen Luzin auf Wiesen, 
verwildert (K.). 

20. Delphinium Consolida L. 

21. D. Ajacis L. Hin und wieder verwildert (K.). 

22. Actaea spicata L. Am Rande des Feldberger Forst- 
reviers bei der Marienquelle. 

"2. Farn. Nymphaeaceen DC. 

23. Nymphaea alba L. Sehr häufig. 

24. Nuphar luteum Bm. Desgleichen. 

3. Farn. Papaveraceen DC. 

25. Papaver Argemone L. 



60 



26. P. Blioeas L. 

27. P. dubium L. 

28. Ghelidonium majus L. 

4. Farn. Fiimariaceeu DC. 

29. Fumaria officincdis L. 

5. Farn. Crucilereii Jiiss. 

30. Nasturtium officinale B, Br. 

31. N. amphibtum B. Br. 

32. N. silvestre B. Br. 

33. N. palustre DG. 

34. Turritis glahra L. 

35. Ärahis hirsuta Scop. 

36. Cardamine süvatica Lh. Im Feldberger Forstrevier 
(K.). 

37. O. pratensis L. 

38. G. amara L. (K.) 

39. Dentaria hulbifera L. Im Feldberger Forstrevier in 
der Gegend des Taterberges in Waldthälern liänflg. 

40. Sisymbrium officinale Scop. 

41. 8. Sophia L 

42. Alliaria ojficinalis Ändrzj. (K.) 

43. Erysimum cheirantlioides L. 
Brassica oleracea L. 1 

Br. Bapa L. \ gebaut. 

Br. Napus L. f 

44. Sinapis arvensis L. 

45. 8. alba L. (K.) 

46. Alyssum calycinum L. Auf sandigen Abliängen, häufig. 

47. Berter oa incana DG. Am Wege nach Weitendorf (K.). 

48. EropMla venia E. Mey. (K.) 

49. GocJdearia Armoracia L. Yerwüdert (K.). 

50. Gamelina dentata Pers. Auf Aeckern (K.). 

51. Thlaspi arvense L. 

52. Teesdalia nudicaulis B. Br. (K.) 

53. Gapsella Bursa pastoris Mnch. 

54. Baphanistrum Lamjjsana Gaertn. 

6. Faiii. Yiolaceeii DC. 

55. Viola palustris L. 



61 



56. V. hirta L. All dem .steilen Weg'rande zwisclien 
der Kalkbrennerei und dem Verbindungsgraben 
zwisclien Haussee und Grossem Luzin. 

57. V. süvestris Lmlc. 

58. V. canina L. 

59. V. tricolor L. a. arvensis Murr. 

b. vulgaris Koch. 

7. Farn. Droseraceeii DC. 

60. Drosera roümdifoUa L. 

8. Farn. Poljgalaceeii Jiiss. 

61. Polygala vulgaris L. 

9. Farn. Sileuaceeu DC. 

62. Oypsophila muralis L. Auf Aeckern zw:isclien der 
Wasserheilanstalt und dem Feldberger Forstrevier, 
an Waldwegen in diesem Revier und am Sprockwitz, 
hier in Menge. 

63. Tunica prolifera Scop. Am Abhang zum Schmalen 
Luzin. 

64. Diantlius Armeria L. Am Eeiherberge selten. — Im 
Hullebusch und bei Fürstenhagen (K.). 

65. D. Carthusianorum L. Auf Aeckern zwischen dem 
Dreez und dem Krüselin. — Bei Fürstenhagen (K.). 

66. D. deltoides L. Sehr häufig. 

67. Saponaria officinalis L. Auf dem alten Friedhof in 
Schlicht in Menge verwildert. 

68. Silene vulgaris Qrcke. = Silene inflata 8m. Sehr häufig. 

69. 8. nutans L. Am Schmalen Luzin. 

70. 8. noctißora L. Bei Fürstenhagen auf Aeckern (K.). 

71. Coronaria flos cucidi A. Br. 

C. flos Jovis A. Br. Als Gartenflüchtling. 

72. Melandryum album Grcke. 

73. Agrostemma Gitliago L. 

10. Farn. Alsinaceen DC. 

74. 8agina procumhens L. 

75. 8. nodosa Fenzl. 

76. 8pergula arvensis L. 
11. Spergularia ruhra Presl. 



62 



78. Moehnngia trinervia Clairv. (K.) 

79. Arenaria serpylUfolia L. 

80. Holosteum umbellatum L. (K.) 

81. Stellaria nemorum L. (K.) 

82. St. Holostea L. (K.) 

83. St. glauca Wither. (K.) 

84. St. graminea L. 

85. St. uligmosa Murr. (K.) 

86. St. crassifolia Ehrh. Am Sprockwitz. (Eeinke, Arch. 
XXVI. p. 56.) 

87. MalacMum aquaticimi Fr. 

88. Cerastium glomeratum Thuill. All feuchten Wald- 
wegen im Feldberger Forstrevier. 

89. 0. semidecandrimi L. (K.) 

90. C. triviale Lk. 

91. C. arvense L. 

11. Fam. Elatiuaceen Camb. 

92. Elatine Hydropiper L. An überschwemmten Ufern 
des Sprockwitz ! und des Faulen Sees ! (Reinke 
Arch. XXVI. p. 56. — Kraepelin Arch. XXX. 
p. 287 und XXXI. p. 164.) 

93. E. Aisinastrum L. Im Sprockwitz. Im Faulen See 

(Kraepelin Arch. XXX. p. 287 und XXXI. p. 164)! 

12. Fam. ünaceen DC. 

94. Linum usitatissimum L. Gebaut und bisweilen ver- 
wildert. 

95. L. catharticum L. 

13. Fam. Malvaceen R. Br, 

96. Malva Alcea L. Im Feldberger Forstrevier am Tater- 
berge und am Abhang zum Schmalen Luzin, hier 
häufig. 

91. M. neglecta Wallr. 

(M. silvestris L. habe ich in Feldberg nicht beob- 
achtet, während sie doch sonst an Wegen und Zäunen 
so häufig ist.) 

14. Fam. Tiliaceen Juss. 

98. Tilia platyphyllos Scop. Angepflanzt. 



08 



99. T. ulmifoUa Scop. Im Feldberger Forstrevier und 
angepflanzt. 

100. T. intermedia DO. Angepflanzt und im Walde an 
der Emmaqnelle; sie scheint hier wild zu sein. 

15. Film. Hypericaceen D€. 

101. Hypericum perforatimi L. 

102. H. quadranguhm L. Conower Werder (K.). 

103. H. tetrapterum Fr. Bei Fürstenhagen und beim 
Rothen Hause (K.). 

104. H. Immifusum L. An feuchten Stellen im Feldberger 
Forstrevier. 

105. H. montanum L. In demselben Walde. 

16. Farn. Aceraceen DC. 

106. Acer campestre L. Daselbst. 

17. Farn. Hippocastanaceen DC. 

107. Aesculus Hippocastafium L. ist sehr häufig ange- 
pflanzt. 

18. Farn. Geraniaeeen DC. 

108. Geranium palustre L. 

109. G. pusillum L. 

110. G. dissectum L. Fürstenhagen (K.), 

111. G. columhinum L. Beim Friedhof. 

112. G. molle L. 

113. G. Rohertianum L. 

114. Erodium cicutarium VHerit. 

19. Farn. Balsaminaceen A. Rieh. 

115. Impatiens Noli längere L. Sehr häufig. 

20. Farn. Oxalidaceen DC. 

116. Oxalis Acetosella L. 

117. 0. stricfa L. In einigen Gärten als Unkraut gefunden. 

B. Calycifloren.. 

21. Farn. Celastraceen R. Br. 

118. Evonymus europaea L 

22. Farn. Rhamnaceen R. Br. 

119. Frangula Älnus MiU. 

23. Farn. Fapilionaceen L. 

120. Sarotliamnus scoparius Koch. 



64 



121. Genista tinctoria L. 

Gytisus Lahurmim L. Baumartig in den Strassen 

des Ortes angepflanzt. 
Lupinus luteus L. 
L. angustifolius L. Beide auf Sandboden häufig 

gebaut. 
L. albus L. findet sich zwischen letzterem selten. 

122. Ononis sinnosa L, 

123. 0. repens L. 

124. AntJiyllis Vulneraria L. Häufig. 

125. Medicago sativa L. Gebaut und verwildert. 

M. falcato - sativa Rchb. Auf Grasplätzen bei der 
Wasserheilanstalt gebaut. 

126. J/. lupulma L. 

127. Melilotus officinalis Desr. 

128. M. albus Desr. 

129. Trifolium pratense L. Wild und im grossen gebaut. 
Häufig ßore albiclo gefunden. 

Im Hullebusch fand ich an einem WaldAvege im 
Aug. 1881 einige Exemplare, die durch ihre starke 
Behaarung ein ganz abnormes Aussehen erhalten 
hatten. 

130. T. alpestre L. Im Feldberger Forstrevier häufig. 

131. T. arvense L, 

132. T. medium L. Sehr häufig. 

133. T. Tubens L. Auf dem Conower Werder (K.). 

134. T. fragiferam L. Fürstenhagen am Woczen (K.). 
135.. T. repens L. 

136. T. liybridum L, 

137. T. agr avium L. 

138. T. procumbens L. und b. campestre ScJireb, 

139. Lotus cornicidatus L. 

140. L. uliginosus ScJiJc. 

Golutea arborescens L. Cultivirt. 
Robinia Pseud-Acacia L. Cultivirt. 

Ich beobachtete am Eingang in den Ort in einem 
Garten mehrere Jahre ein Exemplar, bei dem die 
Blätter abnorm gebildet sind. Einigemale fand ich, 



m 



dass das Blatt niclit gefiedert, sondern ganz einfach 
war; natürlich ist ein solches Blatt sehr viel grösser 
als die normalen Fiederblättchen, jedoch von der- 
selben Form, nur mehr gestreckt. Das Verhältniss 
der Länge zur Breite ist 3 : 1. Auffallenderweise 
stimmt bei all den Blättern, die ich im getrockneten 
Zustande nachmessen konnte, die Länge genau 
überein; sie beträgt 13 cm, während die Breite 
zwischen 3,7 und 5,4 cm schwankt und im Mittel 
4,35 cm ergiebt. Von diesem einfachen Blatt an 
finden nun allmähliche Uebergänge zu dem normalen 
Blatt statt: 1 grosses Endblatt und am Grunde ein 
Fiederblatt von fast normaler Grösse; oder 1 Paar 
Fiederblätter und ein grosses Endblatt u. s. w. 
Rohinia Msinda L. In Gärten cultivirt. 

141. Astragalus Cicer L. Beim Hengstenstall an 2 Stellen 
des gegenüberliegenden Gartenzaunes (CantorEute- 
nick) ! 

142. A. glycyphyllos L. Im Feldberger Forstrevier sehr 
häufig. 

143. CoroniUa varia L. Auf dem Conower Werder (K.), 
auf Aeckern zwischen dem Dreez und dem Krüselin. 

144. Ornitliopus perpusillus L. 

145. 0. sativus Brot. Vielfach gebaut und zuweilen ver- 
wildert. 

146. OnohrycMs viciaefolia Scop. Auf dürrem Kiesboden 
bei der Wasserheilanstalt früher angesät , jetzt 
völlig verwildert. 

147. Vicia dumetorum L. Im Feldberger Forstrevier an 
der Landstrasse nach Schlicht; bei der Burg Schlicht 
im Burggraben in fast undurchdringlicher Menge. 
— Auf dem Conower Werder (K.). 

148. V. Cracca L. 

149. V. sepium L. 

150. V. sativa L. Gebaut. In der Stammform V. angusti- 
folia AU. wüd (K.). 

151. V. latJiyroides L. (K.). 
V. Faba L. Gebaut. 

Archiv XXXV. " 5 



66 



152. Ervum silvaticum Peterm. Im Hiillebiiscli. Auf dem 
Conower Werder (K.). 

153. E. cassubicum Peterm. Im Weidengebüscli an der 
Chaussee nahe beim Sprockwitz. im Hullebusch am 
Abhang" zum Zanzen. 

154. E. Mrsutum L. 

155. E. tetraspermum L. Auf dem Conower Werder (K.). 

156. E. monantlios L. Am Faulen See (Kraepelin Arch. 
XXX., p. 287. XXXL, p. 164). 

Pisum sativum L. und arvense L. Gebaut. 

157. Lathyrus pratensis L. 

158. L. Silvester L. Im Feldberger Forstrevier häufig, 
an manchen Stellen massenhaft. Auf dem Conower 
Werder (K.). 

159. L. vernus Bernh. Im Feldberger Fostrevier. 

160. L. niger Bernh. Daselbst. Auf dem Conower Werder 
am hohen Seeufer (K.). 

Pliaseolus multißorus Willd. 

Ph. vulgaris L. und die Abart Ph. nanus L. werden 

alle 3 gebaut. 

24. Farn. Amygdalaceeu Juss. 

161. Prunus spinosa L. 
Pr. domestica. L. \ 

Pr. avium L. \ Cultivirt. 

Pr. Cerasus L. j 

162. Pr. Padus L. 

Pr. Mahaleb L. Angepflanzt im Park bei der 
Wasserheilanstalt. 

25. Farn. Rosaceen Juss. 

163. Ulmaria pentapetala Gilih. 

164. U. Filipendula A. Br. Im Weidengebüsch an der 
Chaussee beim Sprockwitz, selten. 

165. Geum urbanum L. 

166. G. rivale L. 

167. Bubics plicatus W. N. 

168. B. Badula W. N. 

169. B.. nemorostis Hayyie. 

170. B. caesius L. a. aquatims W. N., b. a.rvalis Bcitb. 



f57 



171. 2i. Jdaeiis L. 

172. R. saxatilis L. Auf dem C'OIkmvb]' Werder (K.). 

173. Fragaria vesca L. 

174. Fr. viridis Dnchesoie. Auf den Eosenberj^en. 

175. Gomarimi palustre L. 

176. Potmtilla supina L. Am Ufer des Sprockwitz, 1880 
in grosser Menge rings um den See, 1881 durcli 
das bedeutende Steigen des Sees sehr verdrängt. 

177. P. anserina L. 

178. P. argentea L. 

179. P. reptans L. 1t-.- 

180. P prommbens Sikh. | ^^' Fürstenliagen (K.). 

181. P. silvestris Neck. 

182. P. opaca L. (K.) 

183. Älcliemilla vulgaris L. 

184. A. arvensis Scop. 

185. Sanguisorha minor Scop. Auf sandigen Hügeln häufig. 

186. Agrimonia Eupatoria L. 

187. Rosa canina L. a. vidga7-is Koch. 

b. collina Koch. Abhang am Schmalen Luzin, auf 
den Rosenbergen beim Triangulationsthurm. 

26. Fam. Pomarieii Lintll. 

188. Mespilus Oxyacantha L. (K.) 

189. Pirus communis L. Auf den Rosenbergen beim 
Triangulatationstlmrm wild, sonst in vielen Varie- 
täten cultivirt. 

190. P Malus L. Auf einem Ackerrain vor dem Schmalen 
Luzin wild, in vielen Abarten gebaut. 

191. P aucuparia Gaertn. 

27. Farn. Onagraceen Jiiss. 

192. Epilohium angustifolium L. 

193. Ep. Mrsutum L. 

194. Epj. parvißoricm Retz. 

195. Ep. montanum L. Im Feldberger Forstrevier und 
auf dem Conower Werder (K.). 

196. Ep. roseum Retz. Fürstenhagen (K.). 

197. Ep. palustre L. 

198. Oenothera hiennis L. Häufig auf kiesigen Abhängen. 



68 



199. Circaea lutetiana L. 

200. C. aipina L. Häufig an feuchten Stellen im Feld- 
berger Forstrevier und in den sog. heiligen Hallen. 

28. Farn. Haloniiagidaceen R. Br. 

201. Myriophyllum verticillatum L. Fürstenhagen (K.). 

202. M. spicatum L. 

203. M. alternißorum DC. Im Sprockwitz (ßeinke x\rch. 
XXVL, p. 56.) 

29. Farn. Hippiiridaceeu Lk. 

204. Eippuris vulgaris L. Im Haussee hei der Wasser- 
heilanstalt; im Grossen und Schmalen Luzin (K.). 

.30. Farn. Callitrichaceen Lk. 

205. Callitriche stagnalis Scop. Fürstenhagen (K.). 
b. platycarpa Kütz. Beim rothen Hause (K.). 

206. C. vernalis Kütz. 

207. C. hamulata Kütz. Bei Gonow (K.). 

208. C. autumnalis L Im Sprockwitz (Reinke Arcli. 
XXVI., p. 56.) 

31. Farn. Ceratopbyllaceen Crray. 

209. Ceratophyllum demersum L. 

32. Farn. Lythraceen Juss. 

210. Lytlirum Salicaria L. 

211. PepUs Portula L. Am Sprockwitz (Eeinke i^rch. 
XXVI., p. 56) ! 

Farn. Phyladelphaceen Dou. 
Pliiladelphus coronarius L. Häufiger Zierstrauch. 

33. Farn. Cucurbitaceen Juss. 
Cucurbita Pepo L. und Cucumis sativus L. Gebaut. 

212. Bryonia alba L. In Karwitz an einem Gartenzaun 
bei dem Bach zwischen dem Schmalen Luzin und 
dem Carwitzer See. In Feldberg und dessen 
nächster Umgebung habe ich sie nicht gefunden. 

213. Br. dioica Jacq. Bei der Wasserheilanstalt an 
mehreren Stellen, cf. Arch. XXXI., p. 164. 

34. Fam, Pai'onycliiaceeii St. Hil. 

214. Herniaria, glabra L. 



69 



35. Farn. Sclerantliaceeu Lk. 

215. Scleranthus annuus L. 

216. Sei. perennis L. 

36. Fani. (Jrassulaceen DC. 

217. Sedwn maximum Sut, 

218. 8. acre L. 

219. 8. reflexum L. Häufig' auf sandig'em Boden, besonders 
am steilen Ufer des Sprockwitz. 

220. Sempervivum tectorum L. In Fürstenhagen und 
Wittenliagen auf Dächern (K.). 

37. Farn, (xrossulariaceen DC. 

221. Rihes Grossidaria L. In Wäldern häufig verwildert, 
in vielen Varietäten cultivirt. 

R. alpinum L. Bei der Wasserheilanstalt ange- 
pflanzt. 

222. R. nigrum L. An feuchten Waldstellen häufig. 

223. R. rubrwn L. Vielfach cultiviit und in Wäldern 
mehrfach verwildert. 

38. Fam. Saxifragaceen Vent. 

224. Saxifraga tridactylites L. (K.) 

225. 8. gramdata L. (K.) 

8. umhrosa L. Auf Friedhöfen vielfach verwildert (K.). 

226. Chrysosplenium alternifolium L. 
227., Parnassia palustris L. 

39. Fam. Umbelliferen Juss. 

228. Hydrocotyle vulgaris L. Häufig. 

229. Sanicula europaea L. 

230. Ciauta virosa L. 

Apium graveolens L. Cult. 
Petroselinum sativum Hqffm. Cult. 

231. Aegojpodium Podagraria L. 

232. Carum Carvi L. 

233. Piirvpinella magna L. Häufig. 

234. P. 8axif'raga L. Häufig. 

235. P. nigra Willd. Mit voriger, aber selten: nur im 
Park der Wasserheilanstalt gefunden. 

236. Berula angustifolia Koch. 

237. 8ium latifolium L. 



70 



238. Oenanthe fistalosa Ij. 

239. 0. aquatica Lmlx.. 

240. Aetliusa Cynapium L. 

241. Selinum Carvifolia L. Bei Dolgeii (K.). 

242. Angelica süvestris L. (K.) 

243. Peucedanum palustre Mncli. = Thysselinum palutstre 
Hoffm. Nicht selten auf sumpfigen Waldwiesen. 

244. Anetlium graveolens L, Grebaut und auf Garten- 
auswurf häufig verwildert. 

245. Pastmaca sativa L. Früher auch bei uns zum 
Küchengebrauch gebaut und daher vielfach ver- 
wildert und eingebürgert, so bei der Burg Schlicht 
in Menge. 

246. Heracleum Spondylium L. 

247. Daums Carota L. Gemein an Wegrändern; wii'd 
in verschiedenen Abarten gebaut. 

248. Torilis Anthriscus Gmel. 

249. Anthriscus süvestris Hoffm. 

250. A. Cerefolium Hoffm. Fürstenhagen (K.). 

251. Chaerophyllum temulum L. 

252. Conium maculatum L. 

253. Coriandrum sativum L. Auf Gartenland in der Nähe 
der Wasserheilanstalt verwildert gefunden. 

40. Fani. Araliaceeii Juss. , 

254. Hedera Helix L. Auf dem Conower Werder den 
Boden weithin völlig überziehend und an Bäumen, 
am liebsten Buchen, hinaufklimmend. Kommt da- 
selbst auch blühend vor, wie Herr Pastor Konow 
durch dort gesammelte Exemplare belegen kann. 

Anm. Dass der Epheu auch sonst in Mecklenburg blühend in 
Wäldern gefunden wurde, ist mehrfach im Arch. berichtet; 
aus eigener Beobachtung kann ich Gnoien und Bützow an- 
führen. Es ist also die Angabe Garcke's, die auch in der 
neuesten Ausgabe von 1882 sich noch findet, dass der Epheu 
"nur im südlichen und westlichen Theile Deutschlands im 
wilden Zustande blühend vorkomme, nicht richtig. 

Fain. Cornaceen DC. 

Cornus stolonifera Mclm. Häufig angepflanzt. 



71 



41. Film. Oiiprilbliaceen Juss. 

255. Adoxa Moscliatellina L. 

256. Sambucus nigra L. 

Vihurmim Lantana L. Melirfacli angepäauzt. 

257. Viburnum Opulus L. 

b. roseum L Angepflanzt. 

258. Lonicera Periclymenum L. 

L. Caprifolium L. Zierstrauch. 

43. Farn. Exibiaceeii DC. 

259. Sherardia arvensis L. 

260. Äsperula odorata L. 

261. Galium Äparine L. 

262. G. uliginosum L. (K.) 

263. O. palustre L. 

264. G. verum L. Nur auf Easenplätzen bei der Wasser- 
heilanstalt, also wohl nicht spontan. 

265. G. Mollugo L. 

266. G. silvaticum L. 

267. G. saxatile L. 

43. Farn. Talerianaceen DC. 

268. Valeriana qfficinalis L. 

269. V. dioica L. 

270. Valerianella olitoria Mnch. 

271. V. dentata Poll. Aecker zwischen dem Dreez und 
dem Krüselin. 

44. Farn. Dipsacaceen DC. 

272. Knautia arvensis Goult. 

273. Succisa pratensis Mnch. 

274. Scabiosa Golumbaria L. Häufig". Ueber eine hübsche 
Abnormität, die bei Feldberg' gefunden, ist an einer 
späteren Stelle dieses Heftes etwas ausführlicher 
berichtet. 

45. Farn. Coinpositen Adans. 

275. Eupatorium cannahinum L. 

276. Tussilago Farfara L. Auf Lehmboden in Menge. 

277. Aster salicifolius Scholler == A. salignus Willd. Bei 
Fürstenhagen, verwildert (K.). 

278. Bellis ijerennis L. 



72 



279. Erigeron canadensis L. 

280. E. acer- L. 

281. Solidago Virga aurea L. 

282. Inula Britanica L. Am Sprockwitz in Menge. 

283. Bidens tripm-titus L. 

284. B. cernuus L. 

285. Filago arvensis Fr. 

286. Gnaphalium silvaticum L. 

287. O. uliginosum L. 

288. O. liiteo-alhum L. Am Sprockwitz in Menge. 

289. G. dioiGum L. 

290. Heliclirysum arenarmm DC. 

291. Artemisia Ähsinthium L. Häufig, besonders bei der 
Kalkbrennerei. 

292. A. campestris L. 

293. A. vulgaris L. 

294. Acliillea Ptarmica L. (K.) 

295. A. MiUefoUum L. 

296. Antliemis arvensis L. 

297 Matricaria Gliamomilla L, 

298. M. inodora L. 

299. Tanacetum vulgare L. 

300. Chrysanthemum segetum L. Nicht häufig. 

301. Leucanthemum vidgare Lmk. 

302. Senecio paluster DC. 

303. 8. vidgaris L. 

304. S. viscosus L. 

305. S. silvaticus L. 

306. 8. vernalis W. K. 
b. glahratus. 

Anm. Senecio vernalis W. K, ist überhaupt in Mecklenburg zuerst 
in der Feldberger Gegend aufgetaucht. Schon als Schüler 
fand ich die Pflanze in den Osterferien bei Weitendorf und 
bestimmte sie als vernalis, doch wollte mein verehrter Lehrer 
Langmann-Neustrelitz nicht glauben, dass vernalis in Meck- 
lenburg vorkommen könne. Erst 2 Jahre später wurde die 
Pflanze auch an anderen Orten Mecklenburgs gefunden und 
erkannt. Konow. 

307. 8. Jacohaea L. 



73 



308. Calendula officinalis L. Auf Scliiittplätzeii ver- 
wildert (K.). 

309. Cirsium lanceolatum Scop. 

310. C. palustre Scop, 

311. C. acaule All. An der Chaussee zwischen dem 
Sprockwitz und dem Faulen See. Bei Wittenhagen 
und Fürstenliagen (K.). 

312. C. oleraceum Scop, 

313. C. arvense Scop, 

314. Carduus crispus L. 

315. C. nutans L. 

316. Onopordo7i ÄcantMum L. Wittenhagen (K.). 

317. Lapya ofßcinalis All. Seltener als die beiden folgenden. 

318. L. tomentosa Lmk. 

319. L. minor DC . 

320. Carlina vulgaris L, Häufig. 

321. Serratula tinctoria L. (Leider kann ich den Fund- 
ort nicht mehr genauer angeben. Konow.) 

322. Centaurea Jacea L. 

323. C. Cyanus L. 

324. C. Scahiosa L. 

325. C. maculosa LmJc. Häufig. 

326. Lampsana communis L. 

327. Arnoseris minima Lk. In der ganzen Gegend ver- 
breitet (K.). 

328. Cichorium Intyhus L. 

An verschiedenen Stellen ßore albo, so besonders 
häufig bei der Kalkbrennerei. 

329. Leontodon autumnalis L. 

330. L. hastilis L. 

331. Tragopogon pratensis L. Häufig. 

332. Hypochoeris glabra L, (K.) 

333. H. radicata L. 

334. AchyrophoricsmaadatusScop. Beim Rothen Hause (K.). 

335. Taraxacum officinale Web. 

336. Chondrilla juncea L. Bei der Wasserheilanstalt, ver- 
einzelt; bei der Kalkbrennerei und in Karwitz häufig. 
Lactuca sativa L, Cult, 



74 



337. L. Scariola L. Auf lind an einer Felsenmauer bei 
der Burg" Schliclit liäulig. 

338. L. muralis Less. 

339. Sonchiis oleraceus L. 

340. S. asper All. 

341. S. arvensis L. 

342. Crepis hiennis L. (K.) 

343. C. tectorum L. 

344. C. paludosa Mncli. (K.) 

345. Hier actum Pilosella L. 

346. H. Auricula L. Im Feldberger Forstrevier vorn auf 
einer kahlen Höhe. Auf dem Conower Werder (K.). 

347. H. murorum L. 

348. II. vulgatum Fr. 

349. H. laevigatum Willd. 

350. H. umbellatum L. 

46. Fam. Campanulaceeu Juss. 

351. Jasione montana L. Auch flore albido. 

352. Phyteuma spicatum L. 

353. Campanula rotundifolia L. 

354. C. rapunculoides L. 

355. C. Trachelium L. 

356. G. patida L. 

357. G. persicifoUa L. 

358. G. Gervicaria L. Auf dem Conower Werder (K.). 

359. G. glomerata L. Beim Rothen Hause (K.). 

47. Fam. Siphonandraceen Klotzsch. 

360. Vaccinium Myrtillus L. 

361. F. OxycoccosL. (K.) 

48. Fam. Ericaceeu Klotzsch. 

362. Galluna vidgaris Salish. 

40. Fam. Rhodoraceen Klotzsch. 

363. Ledum palustre L. 

50. Fam. Hypopityaceen Klotzsch. 

364. Pirola minor L. 

365. Ramiscliia secunda Grcke. 

366. Monotropa Hypojntys L. b. hirsuta Rth. Im Feld- 
berger Forstrevier häufig und zwar unter Buchen. 



75 



während diese Form sonst in trockenen Kiefern- 
wäldern vorkommt. 

C. OoroUifloren. 

51. Fam. Oleaceeii Lindl. 
Ligustrum vulgare L. Hänfig in Hecken angepflanzt. 
Syringa vulgaris L. Häufiger Zierstrauch. 
367. Fraxinus excelsior L. In Wäldern selten, häufiger 
angepflanzt. 

52. Fam. Apoeynaceeu R. Br. 

S'öS. Vinca minor L. Auf dem Conower Werder (K.). 

53. Fam. (xentiauaceeii Juss. 

369. Menyantlies trifoliata Li. 

370. Erythraea Centaurium Pers. Im Feldberger Forst- 
revier an einigen Stellen in Menge. 

54. Fam. Convolvulaceen Juss. 

371. Convolvulus sepmm L. 

372. C. arvensis L. 

373. Cuscuta europaea L. Auf dem alten Friedhof in 
Schlicht in Menge, sonst nicht beobachtet. 

374. C. Epitliymum L. Auf Plümecke's Wiese am Haus- 
see, in dem Feldberger Forstrevier am Rande des 
ersten links von der Schlichter Landstrasse gelegenen 
Sumpfes, am steilen Wegrande zwischen dem Walde 
und der Kalkbrennerei. 

b. Trifoln Bah. Auf Kleeäckern, 1880 sehr häufig, 
1881 selten. 

375. C. Epilinum Weihe. Meist selten (K.). 

55. Fam. Boragiuaceeu Desv. 

376. Cynoglossum officinale L. Ziemlich häufig. 

377. Änchusa officinale L. 

378. A. arvensis MB. 

379. Symphytum officinale L. 

380. Pulmonaria officinalis L. 

381. Echiwn vulgare L. 

382. Litliospermum arvense L, 

383. Myosotis jiahistris Rth. 

384. M. caespitosa ScJiults, Am Faulen See. 



76 



385. M. arenaria Sclirad. (stricta Lk.) (K.) 

386. M. versicolor Sm. Im Feldberger Forstrevier an 
feuchten Stellen. 

387. M. silvatica Hoffm. Auf dem Conower Werder (K.). 

388. M. hispida ScJildl. pat. 

389. M. intermedia Lk. 

56. Farn. Solanaceen Juss. 

390. Lycium harharum L. Häufig in Hecken angepflanzt- 

391. Solanum nigrum L. 

392. 8. Didcamara L. 
8. tuberosum L. 

393. Nicandra physaloides Oaertn. In Wittenhagen und 
Dolgen verwildert (K.). 

394. Hyoscyamus niger L. Bei Fürstenhagen (K.). 

395. Datura 8tramonium L. In Fürstenhagen (K.). 

57. Farn. Scrophulariaceen R. Br. 

396. Verhascum TJiapsus L. Auf dem Schlichter Felde. 

397. V. thapsiforme 8chrad. An der Chaussee beim 
Sprockwitz. 

398. V. pUomoides L. Bei Fürstenhagen einmal gef. (K.). 

399. F. Lychnitis L. Häufig auf kiesigen Hügeln. 

400. V. nigrum L. 

401. 8croj)hidaria nodosa L. 

402. 8. umhrosa Du Mortier (Ehrharti Stev.) Bei Schön- 
hof (K.). 

403. Linaria minor Des/. In der Sandgrube hinter dem 
Friedhof vereinzelt, beim Faulen See auf dem Acker 
häufiger. 

404. L. vulgaris Mill. 

Auf dem Friedhofe fand ich mehrere Jahre an der- 
selben Stelle Exemplare mit zum Theil sehr voll- 
kommener Pelorienbildung; 1881 waren bei der 
grossen Dürre keine derartige Exemplare vorhanden. 

405. Limosella aquatica L. Am Sprockwitz (Reinke Arch. 
XXVI, p. 56) ! 

406. Digitalis amhigua Murr. Bei Schönhof (K.). 

407. Veronica scutellata L. 

408. V. Anagallis L. 



77 



409. V. Beccabunga L. 

410. V. Cliamaedrys L. 

411. V. inontana L. Im Feldberger Forstrevier (Kraepeliu 
Arcli. XXX, p. 287) ! 

412. V. officinalis L. 

413. F. spicata L. 

414. F. serpyllifolia L. 

415. F. arvensis L. 

416. F. trvpliyllos L. 

417. F. Tournefortü Gmel. (Buxbaumii Ten.) Bei Witten- 
hagen (K.). 

418. F. agrestis L. (K.) 

419. F. /?o^tto Fr. Bei Witteiihagen nur einmal ge- 
funden (K.). 

420. F. hederifolia L. 

421. Melampyrum nemorosum L. Auf dem Conower 
Werder (K.). 

422. M. pratense L. 

423. Pedicularis palustris L. 

424. Alectorolophus major Rchh. 

425. Ewphrasia officinalis L. a. pratensis Fr. 1). nemorosa 
Pers. 

426. ^. Odontites L. 

427 Lathraea Squamaria L. Beim Eotlien Hause und 

sonst (K.). 
42S. Phelipaea arenaria Walpers. (Orohanclie arenaria 

Borkh.) Abhang' hinter der Wasserheilanstalt, früher 

häufiger, jetzt sehr vereinzelt. 

58. Farn. Labiaten Juss. 

429. Elssliolzia Patrini Grche. (E. cristata Willd.) In 
Fürstenhagen als Gartenunkraut (K.). 

430. Mentha aquatica L. a. capitata Wimm. b. suhspicata 
Benth. 

431. M. arvensis L. 

432. Lycopus europaeus L. 

433. Thymus Serpyllum L. 

434. Calamintha Acinos Clairv. 

435. Clinopodium vulgare L. 



78 



436. Gleclioma liederacea L. 

437. Liamium amplexicaide L. 

438. L. purpureum L. 

439. L. album L. 

440. Galeobdolon luteum Huds. 

441. Galeopsis Ladanum L. 

442. G. Tetralüt L. 

443. G. bifida Boengh. Im Dorfe Schlicht. 

444. G: speciosa Mill. (versicolor Gurt.) In der Nähe von 
Schlicht. 

445. Stachys süvatica L. 

446. St. palustris L., 

447. St. recta L. Bei der Wasserheilanstalt an Zäunen, 
im Feldberg-er Forstrevier auf dem Taterberge; bei 
Carwitz häufig. 

448. Betonica officinalis L. Sicher in der Gegend ge- 
funden, wahrscheinlich beim Rothen Hause (K.). 

449. Ballota nigra L. 

450. Leonurus Cardiaca L. 

451. Scutellaria galericulata L. 

452. Prunella vulgaris L. 

453. Äjuga reptans L. 

454. A. genevensis L. (K.) 

59. Farn. Yerbenaceen Juss. 

455. Verhena officinalis L. In Feldberg auf dem freien 
Platz beim Amtsgericht. 

60. Farn, Lentibulariaceeii Ricli. 

456. Utricularia vulgaris L. 

61. Fam. Primulaceeii Teilt. 

457. Lysimacliia thyrsiflora L. 

458. L. vulgaris L. 

459. L. Nummularia L. 

460. Anagallis arvensis L. 

461. Primida officinalis Jacq. 

462. Hotto7iia palustris L. 

62. Faiii. Pluiiibaffiiiaeeeii Jiiss. 

463. Armeria vulgaris Willd. 



79 



63. F:ini. Phintagiiiaceen Juss. 

464. Flantago major L. 

465. P. media L. 

466. P. lanceclata L. 

D. MLoMochlamycleen. 

64. Farn. C'lienopodiaceen Vent. 

467. Chenopodmm urhicwn L. 

468. Ch. murale L. 

469. Ch. alhum L. 

470. Ch. ;polyspermum L. Am Sprockwitz. 

471. Ch, Bonus Henricus L. 

472. Ch. rubrum L. Am Sprockwitz. 

473. Ch. glaucum L. (K.) 

474. Atriplex hortense L. In Gärten verwildert (K.). 

475. A. patulum L. 

476. A, hastatum L. e. p. {latifolium Whlhg.) 

65. Farn. Poly^onaceen Juss. 

477. Rumex maritimus L. Am Faulen See. Bei Conow 
am See (K.). 

478. B. conglomeratus Murr. (K.) 

479. B. oUusifoUus L. (K.) 

480. B. crispus L. 

481. B. Rydrolapathum Huds. 

482. B. Acetosa L. 

483. B. Acetosella L. 

484. Polygonum Bistorta Ii. (K.) 

485. P. ampliibium L. a. natans Mnch. b. terrestre Leers. 

486. P. lapathifolium L. 

487. P. Persicaria L. 

488. P. Hydropiper L. 

489. P. avicidare L. 

Auf den Rosenbergen beim Triangulationsthurm 
fand ich eine Form, die durch ihren aufrechten 
Wuchs an b. erectum Bth. erinnert, doch sind die 
Blüthen nicht in Scheinähren gestellt, sondern 
stehen vereinzelt. 

490. P. Convolvvlus L. 



80 



491. P, dumetorum L. 

Fagopyrum esculentum Mnch. Viel gebaut. 

492. Fagopyrum tataricum Gaertn. Unter dem vorigen. 

66. Farn. Eupliorbiaceen Kl. u. (xrcke. 

493. Tithymalus lielioscopius Scop. 

494. T. cyparissias Scop. Auf den Abilängen am Schmalen 
Luzin, bei Nenliof, bei Carwitz und sonst häufig. 

495. T. Peplus Gaertn. 

67. Farn. Acaljphaceeu KI. u. Grrcke. 

496. Mercurialis perennis L. Im Feldberger Forstrevier. 

68. Fain. ürticaceen Endl. 

497. Urtica urens L. 

498. U. dioica L. 

69. Faiii. Cainiabaceen Endl. 

499. Humulus Lupidus L. 

Farn. Moraceen Endl. 
Morus alba L. Bei der Wasserheilanstalt, als 
Baum und strauchförmig in Hecken. 
M. nigra L. Vereinzelt im Park bei der Wasser- 
heilanstalt. 

70. Farn. Ulmaceen Mirbel. 

500. TJlmus campestris L, 

71. Fam. Cupuliferen Ricli. 

501. Fagus silvatica L. 

502. Quercus Rohur L. sp. pl. 

503. Q. sessiliflora Sm. 

Q. rulra L. Vorn im Feldberger Forstrevier 
zahlreich angepflanzt. 

72. Fam. Betxilaceen Rieh. 

504. Betula alba L. 
b. pendula Rtli. 

505. Älnus glutinosa Gaertn. 

506. A. incana DC. Häufig in Wäldern angepflanzt. 

507. Corylus Avellana L. 

508. Carpinus Betulus L. 

75. Fam. Sallcaceen Rieh, 

509. Salix fragilis L. 

510. S. alba L. 



81 



511. S. amygdalina L. 

512. S. viminalis L. 

513. S. Caprea L. 

514. S. cinerea L. 

515. S. aurüa L. 

516. 8. repens L. 

517. Populus alba L. 

518. P. ca7iesce7is 8in. 

519. P. tremula L. 

520. P. 'pyramidalis Rozier. 

521. P. 5^^]^ra i. 

522. P. monilifera Ait. 

IL M n c 1 y 1 e n. 

74. Farn. Hydrocharitaceeii DC. 

523. Elodea canadensis Ricli. %i. Midi. In den Bächen, 
Gräben und Seen um Feldberg liäuflg", am massig-- 
sten im Sprockwitz. 

524. Stratiotes aloides L. In dem Canal zwischen dem 
Haussee und dem Schmalen Luzin in Menge. 

525. Hydrocliaris Morsus ranae L. 

75. Farn. Alismaeeen Juss. 

526. Älisma Plantago L. 

527. Sagittaria sagittifolia L. 

76. Farn. Juncaginaeeen Eich. 

528. TriglocMn palustris L. 

77. Fam. Potamien Juss. 

529 Potamogeton natans L. 

530. P, gramineus L. . 
t). heteropliyllus Fr. 

2. terrester G. Meyer. Alle diese Formen in und 
an dem Sprockwitz. 

531. P. lucens L. Im Faulen See (Kraepelin Ärch. XXX 
pag. 287.) 

532. P. perfoliatus L. 

533. P. crispus L. 

534. P. compressus L. Im Faulen See (Kraepelin 1. c.) 
Auch sonst hei Feldberg (K.). 

Archiv XXXV. ß 



82 



535. P. oUusifolms M. u. K. Im Faulen See (Kraepelin 
1. c). Im Fürstenhagener See (K.). 

536. P. trichoides Cham. u. Sclildt. Im Sprockwitz 
(Eeinke Arch. XXVI, p. 56). 

537. P. marinus L. Bei Conow im See (K.). 

78. Farn. Lemiiaeeen Lk. 

538. Lemna trisulca L. 

539. L. jpolyrrliiza L . 

540. L. minor L. 

79. Farn. Typliaceen Juss. 

541. Typlia latifolia L. 

542. T. angustifoUa L. Bei Schönhof (K.). 

543. Sparganium ramosum Huds. 

544. 8p. Simplex Huds. In Fennbrüchern vorn im Feld- 
berger Forstrevier. 

80. Fani. Araceen Juss. 

545. Calla palustris L. In Fennbrüchern im Feldberger 
Forstrevier sehr häufig. 

546. Acorus Calamus L. 

81. Farn. Orchidaceen Juss. 

547. Orchis maculata L. (K.) 

548. 0. latifolia L. (K.) 

549. Qymnadenia conopea R. Br. Bei Carwitz und Mechow 
(K.). 

550. Platantliera hifolia Rclib. 

551. Cephalanthera grandißo7'a Bab. (pallens Rieh). Auf 
dem Conower Werder (K). 

552. C. Xiphophyllum Rchb.fil. (ensifolia Rieh.). Auf dem 
Conower Werder; scheint sich nur in günstigen 
Jahren zu entwickeln (K.). 

553. Epipactis latifolia All. Auf dem Conower Werder (K.). 

554. E. palustris Crntz. Auf der Wiese am Haussee 
zwischen der Wasserheilanstalt und dem Ziegen- 
berge in Menge. 

555. Listera ovata R. Br. (K.). 

556. Neottia Nidus avis Rieh. Im Feldberger Forstrevier 
nicht selten. 

557. Malaxis paludosa Sw. (Reinke Arch. XXVI, p. 56.) 



83 



82. Farn. Iridaceen »Tuss. 

558. Iris Pseud- Acorus L. 

83. Fam. Ainaryllidaceen R. Br. 

559. Galantlius nivalis L. Hier imcl da besonders auf 
Friedhöfen verwildert (K.). 

84. Fam. Liüaeeen ÖC. 

560. Gagea pratensis Schult, (stenopetala Rchh.) (K.) 

561. G. lutea Schult. (K.) 
Ällium sativum L. Clilt. 
A. Forrum L. Clllt. 

562. A. vineale L. Bei Fürstenhagen (K,). 

563. A. oleraceum L. Am Abhang" zum Schmalen Liizin. 
bei Schlicht. 

564. A. Sch.oenoprasum L. Cult. lind verwildert (K.). 
A. Cepa L. cult. 

565. Asparagus officinalis L. Cult. und zuweilen ver- 
wildert. 

566. Paris quadrifolius L. 

567. Polygonatum multißorum. All. 

568. Convallaria majalis L. 

569. Mqjanfhemum hifolium Schmidt. 

85. Fam. Jtiiteaceen Barth 

570. Juncus Leersii Marss. (co7rglom,eratus aiit., non L.) 

571. J. effusus L. 

572. J. glaucus Ehrh. 

573. J. articulatus L. (lamprocarpus Ehrh.) 

574. J. Tenageia Ehrh. Am Faulen See (Kraepelin 
Arch. 1. c). 

575. J. hvfo7iius L. 

576. Luzula pilosa Willd. 

bll. L. angustifolia Grcke (alhida DG.) Auf dem Konower 
Werder (K.). 

578. L. campestris DC. 

b. mrdtißora Lej. Im Feldberger Forstrevier. 

86. Fam. Cyperaceeu Juss. 

579. Cyperus ßiscus L. Am Sprockwitz (Eeinke 1. c.) ! 
und am Faulen See. 

580. Heleocharis palustris R. Br. 

6* 



84 



581. H. acicularis B. Br. Am Sprockwitz und am 
Faulen See (Reinke 1. c. Kraepelin 1. c.) ! ! 

582. Scirpus lacustris L. 

583. S. silvaticus L. (K.) 

584. Eriojphorum vaginatum L. (K.) 

585. E. polystachyum L. sp. pl. 

586. E. latifolium Hoppe. 

587. Carex cyperoides L. Am Sprockwitz als neu für 
Mecklenburg von Prof. Reinke 1872 entdeckt (Arch. 
XXVI, p. 56). Am Faulen See (Arch. XXXIV, 
p. 258). 

588. 0. arenaria L. Bei Karwitz (K.). 

589. G. vulpina L. 

590. G. muricata L. 

591. 0. virens Lmk. (divulsa Oood.) Bei Fürstenhagen (K.). 

592. C. remota L, 

593. G. leporina L. 

594. G. stricta L. (K.) 

595. G. Goodenoughn Gay. 

596. G. acuta L. 

597. G. pilulifera L. 

598. G. verna Vill. (praecox Jacq.) (K.) 

599. G. digitata L. Auf dem Conower Werder (K.). 

600. G. panicea L. 

601. G. flacca Sclireh. (glauca Scop.) (K.) 

602. G. pallescens L. Auf dem Conower Werder (K.). 

603. G. flava L. (K.) 

604. G. silvatica Huds. 

605. G. Pseudo-Gyperus L. (K.) 

606. G. rostrafa With. (ampullacea Oood.) (K.) 

607. G. msicaria L. (K.) 

608. G. acutiformis Ehrh. (paludosa Good.) (K.) 

609. G. Mrta L. 

87. Farn. Grramineen Juss. 

610. Setaria viridis P. B. 

611. 8. glauca P. B. 

612. Phalaris arundinacea L. 

613. Änthoxanthum odoratum L. (K.) 



85 



614. Alopecurus pratensis L. 

615. A. geniculatus L. 

616. Phleum BoeJimeri Wihel. Auf kiesigem Boden häufig. 

617. Ph. pratense L. und 
b. nodosum L. 

618. Ägrostis vulgaris WitJi. 

619. A. alba L. 

620. Apera Spica venti P. B, 

621. Calamag rostis epigeios Rtli. 

622. Milium effusum L. 

623. Phragmites communis Trin. 

624. Koeleria cristata Pers. 

625. Aira caespitosa L. 

626. A. ßexuosa L. 

627. Weing aertneria canescens Bernh. 

628. Holcus lanatus L. (K.) 

629. H. mollis L. 

630. Arrhenatherum elatius M. u. K, 
Avena sativa L. Gebaut. 

'A. Orientalis Sclireh. Gebaut. (K.) 

631. A, pubescens Huds. 

632. A. caryopliyllea Web. 

633. Melica nutans L. 

634. M. uniflora Retz. Mit voriger im Feldberger Forst- 
revier, aber häufiger. 

635. Briza media L. 

636. Poa annua L. 

637. P. nemoralis L. 

638. P. serotina Ehrh. (fertilis Rost.) (K.) 

639. P. trivialis L. 

640. P, pratensis L. 

641. P. compressa L. Auf lehmigem Kiesboden häufig 

642. Glyceria aquatica Whlnbg. (spectabilis M. u. K.) 

643. Ol. fluitans B. Br. 

644. Molinia coerulea Mnch. (K.) 

645. Dactylis glomerata L. 

646. Cynosurus cristatus L. 

647. Festuca ovina L. 



86 



648. F. rubra L. (K.) 

649. F. gigantea Vill. (K.) 

650. F. elatior L. (K.) 

651. Brachypodmm süvaticum B. it. Schult. Im Feld- 
berger Forstrevier. 

652. B. pinnatum P. B. Auf dürrem Lehmboden bei der 
Kalkbrennerei, am Abhang zum Schmalen Lnzin u. s. 

653. Bromus secalinus L. 

654. B. mollis L. 

655. B. sterilis L. 

656. B. tectorum L. 

Triticum vulgare Vill. Clüt. 

657. T. repens L. 

Seeale cereale L. Cult. 

658. Elymus europaeus L. Auf dem Conower Werder (K.) 
Hordeum vulgare L. Cult. 

659. H. murinum L. 

660. Lolium perenne L. 

661. L. temidentum L. 

662. L. remotum Schrnh. (arvense Schrad.) Unter Lein-(K.). 

663. Nardus stricta L. 



88. Fam, Coniferen Juss. 

664. Juniperus commimis L. 

665. Pinus silvestris L. 

666. Picea excelsa Lk. In Wäldern angepflanzt. 

667. Larix decidua Mill. Desgleichen. 



KRYPTOGAMEN. 

89. Farn. Equisetaceeu DC. 

668. Equisetum arvense L. 

669. E. silvaticum L. Im Feldberger Forstrevier. 

670. E. pratense Elirli. Daselbst (Kraepelin Arch. XXX, 
p. 287.). 

671. E. palustre L. 



87- 



672. E. limosum L. 

b. uliginosum Mühlenh. (als Art) am Ufer des 
Sprockwitz. 

90. Farn. Lycopodiaceeu 1)C. 

673. Lycopodium clavatum L. Im Feldberger Forstrevier 
auf einem fast kahlen Hügel nahe der Schlichter 
Landsträsse, E. v. Heinitz! 

674. L. Gomplanatum L. Daselbst in Menge. E. v. 
Heinitz ! 

91. Farn. Ophioglossaceen R, Br. 

675. Botrycliium Lunaria Sw. Am Faulen See (Kraepelin 
Arch. XXX, p. 287). Beim Stiegiitzenkrug an 
einem Abhänge am Waldrande (K.). 

92. Farn. Polypodiaceen R. Br. 

676. Polypodium vulgare L. 

QU. Phegopteris polypodtoides Fee. Im Feldberger Forst- 
revier, seltener als folgende. 

678. Ph. Dryopteris Fie. Daselbst, sehr häufig. 

679. PolysticJmm Thelypteris Bth. In Fennbrüchern häufig. 

680. P. Filix mas Bth. 

681. Asplenium Tncliomanes L. An einer Felsenmauer 
im Ort, selten. 

682. Ä. Filix femina Beruh. 

683. Pteris aquilina L. 



Beitrag zur Geologie Mecklenburgs. 



IV. 

Die Cev^chielie krystalliuisclier 

]fla§geiige§teiiie im ineekleiiburgii§clieii 

DiluTiiiiii. 

Von E. G^einitz -Rostock. 



A. Die Plagioklasgesteine. 

Im Anscliliiss an die Untersuchung-en der mecklen- 
biirgischen Basaltgeschiebe*) seien zunächst die Resultate 
mitgetheilt, welche eine ausführliche demnächst in den 
Acten der Leopoldinisch - Carolinischen Academie er- 
scheinende Bearbeitung der im mecklenburgischen Di- 
luvium so weit verbreiteten Grünsteingeschiebe geliefert 
hat. Die massigen Plagioklasgesteine oder Grünsteine, 
also Diabase mit den Melaphyren, die Gabbros, Diorite, 
und Basalte, sind gegenüber den massigen Orthoklas- 
gesteinen und den krystallinischen Schiefern insofern 
günstigere Objecte für derartige Untersuchungen, als sie 
erstens petrographisch sehr interessante Gesteine sind 
und zweitens in ihrer Verbreitung M anstehenden Vor- 
kommnissen theilweise gute Anhaltspunkte liefern für die 
Frage nach der Heimath unserer Diluvialgeschiebe. ]\/Iuss 
man freilich dabei stets mit der grössten Vorsicht ver- 
fahren (wie ich bei Gelegenheit der Basaltgeschiebe 



*) III. Beitrag zur Geologie Mecklenburgs. Archiv Ver. 
Nat. Meckl. XXXV. 1881. S. 121 f. 



89 



auseinandergesetzt habe), so zeigen doch gerade viele 
von den Grünsteinen mit ihren scharf ausgeprägten 
Typen und ihren in Skandinavien verhältnissmässig eng 
umschriebenen Vorkommniss - G-ebieten das möglichst 
günstige Material für die erwähnten Bestimmungen. Ist 
auch die Identüicirung unserer Geschiebe mit skandi- 
navischen anstehenden Vorkommnissen den mit ihren 
heimathlichen Gesteinen vertrauten skandinavischen Ge- 
ologen leichter und umfangreicher möglich, so können 
doch auch wir einige Typen auf Grund von Gesteins- 
suiten oder detaillirten Beschreibungen schon feststellen. 
Für die Grünsteine liegt eine umfassende derartige Arbeit 
vor in der Abhandlung von A. E. Törnebohm: „lieber die 
wichtigeren Diabas- und Gabbro-Gesteine Schwedens".*) 
Neben den wenigen anderen, hier zu benutzenden Arbeiten 
war es besonders diese, nach welcher die Heimathsbe- 
stimmungen unserer Grünsteine vorgenommen werden 
konnten. 

Die wesentlichen Typen der mecklenburgischen 
Plagioklasgesteine sind die folgenden: 

I. D i a b a s. 

1. Quarzdiabase, welche in mittel- bis feinkörnigem, 
doleritischem Gemenge im Wesentlichen aus (meist ziem- 
lichstark umgewandeltem, Plagioklas, Augit und dessen 
Zersetzungsproducten, sowie Quarz (oft mit dem Feld- 
spath in eigenthümlicher Weise als sog. Schriftfeldspath 
oder „Mikrohebrait" verwachsen) und Titanhaltigem 
Magneteisen zusammengesetzt sind; wozu noch dunkler 
Glimmer und ziemlich reichlich mikroskopischer Apatit 
hinzutreten. 

Diese Gesteine bezeichnet Törnebohm mit dem 
Namen Konga- Diabas. Unsere Geschiebe stimmen 
genau mit den schwedischen überein, so dass wir für 
sie dieselbe Heimath suchen dürfen, nämlich im südlichsten 



*) In Kongl. Svenska Vetensk.-Akadem. Handlingar. XIV. 
1877; verkürzt wiedergegeben im N. Jahrb. f. Mineral. 1877. 
S. 258 und 379. 



90 



Schweden, in Schonen; auch im mittleren Schweden 
sind sie mehrorts bekannt. 

2. Doleritische Olivindiabase von mittelgrohem Ge- 
füge, aus frischem Labrador, röthlichem Augit und 
Olivin zusammengesetzt, daneben Titaneisen, Mag- 
nesiaglimmer und Apatit. Es sind dies die früher 
als „Hyperit von Elfdalen" bekannten, sog. Asby- 
Diabase, welche in Dalekarlien und überhaupt den 
nördlicheren Provinzen Schwedens eine weite Verbreitung 
haben. Unsere Greschiebe zeigen z. Th. völlige Ueber- 
einstimmung mit diesem Typus. Unter anderen gehören 
hierzu z. Th. die von Vortisch*) als Dolerite aufge- 
führten Gesteine der Umgegend von Satow. Ihre Olivine 
liefern z. Th. ungewöhnliche Zersetzungserscheinungen, 
als deren Product ein den Feldspath angreifendes Chlorit- 
und Hornblende -Aggregat zu bezeichnen ist. Durch 
Ueberhandnahme desselben finden Uebergänge in den 
folgenden Typus statt. 

3. Hellefors -Diabas, welcher neben dem Olivin 
auch Quarz führt (petrographisch interessante Er- 
scheinung). Für diese Gesteine lässt sich vorläufig noch 
kein bestimmtes Heimathsgebiet angeben. 

4. Feinkörnige Olivindiabase, die mit dem Trapp 
von der Kümekulle am Wenersee und mehreren Fund- 
orten Westgothlands und Schönens übereinstimmen; 
als Kinne -Diabas bezeichnet. 

Es sind feinkörnige, dunkle Gesteine, welche grössere 
einheitliche Augitpartien führen, die von schmalen 
Feldspathleisten wie zerhackt erscheinen. Da diese 
(im Dünnschlifi" gegen die andere Masse viel lichter 
erscheinenden) Augitpartien weniger leicht verwittern, 
als die zwischenliegende, dunklere, hauptsächlich aus 
Plagioklas und Olivin mit Titaneisen, Apatit 
und einer in Viridit umgesetzten Zwischenmasse be- 
stehende Gesteinsmasse, so treten sie durch Verwitterung 



*) Arch. Ver. Nat. Meckl. 1863. 



91 



allmählicli als riiiidliche Höcker auf der Oberfläche der 
Geschiebe hervor. 

5. Unsicher ist, ob der dem Kinnediabas sehr nahe 
stehende Särna- Diabas (Olivin und Quarz führender 
Diabas) aus Dalekarlien und Schonen unter den mecklen- 
burgischen Geschieben vertreten ist. 

6. Eine rechte Verbreitung haben dichte Diabase 
oder Melaphyre, die sowohl zu Mandelbüdung-, als auch 
durch ausgeschiedene Feldspathkrystalle zur Porphyr- 
structur grosse Neigung haben und als porphyrische 
Mandelsteinmelaphyre aufgeführt seien. Ein Theil 
dieser in Grösse des Korns, Structur und z. Th. auch 
im Mineralbestand schwankenden, oft ziemlich stark 
verwitterten Gesteine stimmt mit dem Typus der Oeje- 
Diabase überein, welche in Dalekarlien sehr häufig 
sind. Doch können diese, sowie der 

7. Diabasaphanit, der durch einige Stücke ver- 
treten ist, nicht recht zu einer Heimathsbestimmung be- 
nutzt werden, da derartige dichte Ausbildungsweisen 
sehr weit verbreitet sein können. 

8. Recht häufig sind fein- bis mittelkörnige Diabase, 
welche durch ihre mehr oder weniger grossen und 
häufigen, porphyrisch ausgeschiedenen, frischen oder um- 
gewandeltenLabradorkrystalle als Labradorporphy rite 
zu bezeichnen sind. Nach dem Befund ihrer Grundmasse 
sind sie 

a. Olivindiabas -Labradorporphyrite, z. Th. 
an den Kinnediabas erinnernd, und 

b. Quarzdiabas-Labradorporphyrite, mit An- 
lehnung an den Kongatypus. 

Eine Ursprungsbestimmung ist für sie zur Zeit 
nicht thunlich; ebenso wenig wie für den Typus 

9. Proterobas, Hornblende-Diabasporphyrit. 

IL Gabbro. 

Für die petrographisch sehr interessanten Gabbro- 
geschiebe lässt sich eine Angabe ihrer Ursprungsstätte 
nur unsicher geben, einmal wegen der ausgedehnten 



92 



Verbreitung der Gabbro's in Schweden und Norwegen, 
sodann wegen des grossen Wechsels ihrer petrographischen 
Zusammensetzung. Sie liefern im G-egensatz zu den 
Diabasen nur wenig charakterische und dabei weit ver- 
breitete Typen. 

1. Hornblendeführender Olivin - Gabbro. 
Hierzu gehört wohl auch der grösste Theil der Labrador- 
felsgeschiebe (z. B. Vortisch, a. a. 0. S. 120, u. a.). 

Für diese ziemlich häufigen Typen lässt sich 
mit einiger Sicherheit das südliche und mittlere 
Schweden als Heimath angeben; auch einige nor- 
wegische Vorkommnisse zeigen ähnliche Gesteine. 

2. Quarz und Glimmerführender Hornblende- 
Gabbro. Diese Gesteine stellen ein Uebergangsglied zu 
Augitdioriten dar. 

3. Saussurit - Gabbro, Smaragdit - Gabbro, 
Gabbro- Di orit etc. Grosskrystallinische Gesteine, die 
sich in rechter Menge finden. Sie stellen theüs petro- 
graphische Uebergängein Diorit, theils durch Verwitterung 
umgewandelte Gabbro's dar, deren Untersuchung manches 
Interessante bietet. 

Die beiden letzten Gruppen haben reichliche Analoga 
in schwedischen und norwegischen Vorkommnissen, doch 
ist eine genauere Identificirung unmöglich. 
ni. Diorit. 

1. Normaldiorit, z. Th. etwas quarzhaltig, meist 
sehr feinkörnig, z. Th. stark umgewandelt, ist nicht 
sehr häufig. 

2. Glimmerführender eigentlicher Diorit und 

3. Quarzführender Glimmer-Hornblende- 
Diorit, oder Tonalit, Praedacit, sind in ziemlich 
grosskrystallinischen, frischen Geschieben recht häufig. 

4. D i r i t p r p h y r i t. Ein Glimmerführender Diorit, 
der durch grosse, graue, schön verzwillingte Feldspath- 
krystalle porphyrisch wird; durch mehrere Funde ver- 
treten. 

5. Hornblendeporphyrit. Ein recht eigen- 
thümliches, grüngraues Gestein von Zarrentin, mit zahl- 



93 



reichen nadeiförmigen, porphyrischen Hornblendekry- 
stallen. 

6. Augitdiorit. Dies ist ein interessantes, Ueber- 
gänge nach den Hornblendegahbro's und auch den 
Diabasen lieferndes Gestein, welches ziemlich häufig 
unter den mecklenburgischen Geschieben auftritt. 

a. mit phorphyrischer Hornblende, die in zahl- 
reichen grösseren, schwarzgrünen, seidenglänzenden 
Krystallen in dem dunkelgrünen, kleinkörnigen, aus 
Feldspath, Hornblende, Augit, Glimmer und Magneteisen 
bestehenden Gesteine porphyrisch ausgeschieden liegt. 

b. Gabbro-Diorit durch grosse metallisch schillernde, 
Smaragdit - ähnliche Hornblendekrystallstücke in dem 
grobkörnigen Gesteinsgemenge. 

c. Augitführender Quarz-Glimmer-Diorit. 

Eine Ursprungsbestimmung dieser Gesteine lässt 
sich nach dem vorhandenen Vergleichsmaterial kaum 
mit einiger Genauigkeit vornehmen. Alle unterschiedenen 
Typen sind aus Schweden, Norwegen, auch z. Th. aus 
Finnland und Grönland beschrieben. Vielleicht können 
einige der mecklenburgischen Vorkommnisse später noch 
auf enger begrenzte Gebiete zurückgeführt werden. 

IV. Basalt. 

1. Feldspathbasalt mit reinem o der devitriflcirtem 
Glas. Denselben Typus zeigen einige Basalte in 
Schonen. 

2. Nephelin-Feldspath-Basalt mit doleritischem 
Habitus. Bisher noch ohne schwedisches Analogon. 

3. Feldspathfreier Nephelin -Basalt. Stimmt 
genau mit dem Vorkommen östlich vom Bosjökloster in 
Schonen überein. 

4. Feldspath-Basalt mit Nephelinitoid-Basis. 
Mit Basalten aus Schonen übereinstimmend. 

5. Feldspath-Basalt mit Nephelinitoid und 
farblosem, trichitisch entgiastem Glas. Wiederum mit 
Schonischen Vorkommnissen identisch. 



94 



6. Grlimmerführender Feldspath-Nephelinitoid- 
Basalt mit porphyrisclien Feldspäthen. Ohne 
Analogon mit schwedischen Funden. 

7. Feldspath- Basalt -Mandelstein ist nicht 
sehr häufig. — 

B. Die Orthoklasgesteine. 

L G r a n i t e. 

Das Heer der skandinavischen Granitgeschiebe 
bietet zwar so manche petrographisch und mineralogisch 
interessante und schöne Erscheinung dar, liefert jedoch 
nur untergeordnete Beiträge zu der Frage nach dem 
Ursprung der Geschiebe. Bei Aufzählung derselben 
kann ich mich daher kurz fassen und verweise auf die 
Beschreibungen von Vortisch*) und Brath,**) sowie 
andere kürzere Notizen. 

Nur von zwei Granitarten konnte ich ihre Heimath 
bestimmen, nämlich von denen der Insel Aland; die 
übrigen seien kurz mit angeführt, um eine eventuelle 
spätere Identiflcirung zu erleichtern. 

Typischer Schriftgranit findet sich sehr häufig, 
oft noch mit (lichtem oder dunklem) Glimmer; mit licht 
fleischrothem oder ziegelrothem Orthoklas, z. Th. auch 
Mikroklin. 

In vielen Fällen sieht man noch den Zusammen- 
hang mit grob- bis grosskrystallinischem, eigentlichem 

Pegmatit. Dieser tritt in sehr ' mannichfacher 
Ausbildung auf, mit verschieden gefärbten Feldspäthen, 
z. Th. in Schriftgranitausbildung, mit Biotit oder Muscowit 
oder beiden, mit zahlreichen accessorischen Mineralien, 
unter denen besonders der Turmalin häufig, auch in 
Greissen übergehend, neben der gleichmässig körnigen 
Structur durch Feldspäthe porphyrisch, oder die makro- 
skopische „Mörtelstructur" zeigend, oft fast flaserig. 
Die Mörtelstructur besteht darin, dass die grossen 



*) Arch. Ver. Fr. Natiirg. Meckl. XVII. 1863. S. 22 f. 
**) Ebenda. XXX. 1876. S. 1 f. 



95 



Orthoklas- resp. Plagioklas-Kry stallstücke, die Quarze 
und oft auch die Glimmertafeln verkittet erscheinen 
durch eine kleinkörnige Masse von Quarz, oft anders 
gefärbtem Feldspath und Glimmer. 

Diese „Mörtelstructur" findet sich auch an 
manchen der klein- oder mittelkörnigen Granite, und 
bildet eine nicht seltene Erscheinung, deren auch bereits 
Vor tisch (Num. 27 u. a.) Erwähnung thut; es sind z. 
Th. sehr schöne Gesteine durch den Wechsel in Farbe 
und Korn der Gemengtheile. Wegen der Bedeutung 
dieser eigenthümlichen Erscheinung sei an dieser Stelle 
im Zusammenhang ein kurzer Auszug aus der wichtigen, 
nicht für Jedermann leicht zugänglichen, Arbeit von 
Törnebohm „Einige Worte über Granit und Gneiss"*) 
mitgetheilt: 

Die Granite des mittleren Schweden werden, abgesehen von 
den Gang- Vorkommnissen, eingetheilt in Jüngeren Granit und 
U r gr a n it. Letzterer kam während der Bildung der krystallinischen 
Schiefer empor und steht mit diesen in engem genetischem 
Zusammenhang; der erstere tritt in grösseren Massiven auf, von 
den krystallinischen Schiefern scharf getrennt. 

Der Urgranit besteht aus mächtigen , petrographisch 
wechselnden „Central-Regionen"; nach aussen hin aber geht er 
mit allen Eigenthümlichkeiten in den kryst. Schiefer über. In 
der Upsala-Region kann man in dem Centralgebiet vier scharf 
von einander getrennte Hauptvarietäten unterscheiden: 

1. „Arnö-Granit" : grob, gewöhnlieh rein grau, auch schwach 
röthlich, ziemlich quarzreich, nicht selten schön porphyrisch ausge- 
bildet durch eingespren^e, 3 — 5 cm lange Orthoklaskrystalle. 

2. „Sala-Granit": mittelgrob, gewöhnlich grau, Oligoklasreich 
und meist etwas Hornblende führend. 

3. „Upsala-Granit": Aehnlich dem vorigen, nur viel reicher 
an Hornblende. 

4. „Vänge-Granit" : roth oder röthlich, grobkörnig, gewöhnlich 
ziemlich quarzreich und nur wenig Hornblende führend. 

Das Wechsellagern von echten Conglomeratbildungen mit 
Granit spricht dafür, dass zur Zeit der Graniteruptionen bereits 
Wasserbedeckung vorhanden war und weiter, dass der Granit 



o . 

*) Nagra ord om granit och gneis, Geol. Foren. Stoekh, 
Förhandl. V. 1881. S. 233, Taf. 8. 



96 



nicht in grossen Tiefen verfestigt worden ist. Die Be- und Um- 
arbeitung der Urgranite durch das Wasser, wie sie T. für seine 
Hypothese der Genesis dieser Granite annimmt, scheint erwiesen 
durch die eigenthümliche Structur derselben: 

„Die grösseren Quarz- und Feldspathkörner liegen niclit 
unmittelbar an einander, sondern werden getrennt von einem 
feinkörnigen, aus kleinen Bruchstückähnlichen Quarz- und Feld- 
spathpartikeln bestehenden Aggregat, welches gleichsam einen 
Mörtel bildet, vermittels dessen die grösseren Körner zusammen- 
gefügt sind. Man könnte diese Structur „Mörtel structur" 
nennen. In diesem Aggregat kann bisweilen auch etwas Glimmer 
auftreten, aber meist ist dieses Mineral in unregelmässigen An- 
häufungen :von kleinen Glimmerfragmenten angesammelt, die ent- 
weder ziemlich parallel angeordnet oder um einander in ungleichen 
Richtungen liegen und dadurch aussehen, wie durch Zerreibung 
grösserer Glimmerpartien entstanden." Beistehende Copie der 
Törnebohmschen Abbildung erläutert die erwähnte Structur. 




Diese Mörtelstructur ist besonders charakteristisch für die 
flaserigen Ur-Granite. Sie findet sich indessen auch zuweilen bei 
den jüngeren Graniten. (Der schöne blaue Quarz', der manchen 
Graniten, z. B. dem Upsala-Gr., ein eigenthümliches Aussehen ertheilt. 



97 



steht in gewissem Gegensatz zu der genannten Structur. Er 
findet sich nämlich unabhängig von der Mineralzusammensetzung 
der Granitarten nur in einigermassen grobkörnigen Gesteinen; er 
besteht nicht aus einem Körnermosaik, sondern bildet einheitliche, 
durchscheinende Individuen, ohne Sprünge; 'seine blaue Farbe 
rührt von der Lichtreflexion an seinen zahlreichen Flüssigkeitsein- 
schlüssen her. Bei der Bildung solcher Granite fand nur wenig 
äussere mechanische Verdrückung statt.) 

Durch Ueberhandnahme der Mörtelstructur geht 
der Granit in granitischen Gneiss mit Flaserstructur 
über, wie an einigen Geschieben von im übrigen genau 
derselben Zusammensetzung zu beobachten. 

Von den Pegmatiten führen Uebergänge zu den 
verschiedensten Ausbildungen der eigentlichen 
Granite, die wegen ihres Gehaltes an Biotit eigentlich 
als Granitite zu bezeichnen sind. (Der von Vortisch 
Num. 31 und 89 als Cordierit aufgeführte blaue Bestand- 
theil ist bläulicher an schwarzen Mikrolithen recht 
reicher Quarz.) Zu bemerken ist bei vielen dieser Gra- 
nitite ein ziemlich beträchtlicher Gehalt an Hornblende, 

Porphyrische Granite durch grössere Feldspath- 
krystalle sind ziemlich häufig. 

Viele Granite sind durch einen Gehalt an Mikro- 
klin ausgezeichnet, der zu mancherlei Untersuchungen 
Material bietet. Von accessorischen Mineralien seien nur 
genannt: grosse grüne Apatite (Vortisch, Num. 125), 
und Salit (Vort. 74 und 105.) 

Von den Augitführenden Graniten, die man 
als Monzonite bezeichnen kann, sei hier ein Zarrentiner 
Geschiebe (262) erwähnt, welches ein granitisches, mittel- 
körniges, dunkelgraues Gestein darstellt, das im Wesent- 
lichen aus licht blaugrauem Feldspath, stark glänzendem 
dunklem Glimmer mit Quarz und Hornblende besteht. 
Unter dem Mikroskop erkennt man ein krystallinisches 
Gemenge von: recht frischem Feldspath, zur einen Hälfte 
dem Orthoklas (z. Th. auch Mikroklin) zur anderen dem 
Oligoklas zugehörig, im Gegensatz zu den anderen Ge- 
mengtheilen meist ziemlich scharf ringsum auskrystallisirt, 
aber nicht porphyrisch hervortretend, Quarz, mehr unter- 
Archiv XXXV. 7 



98 



geordnet in zwiscliengeklemmten Individuen auftretend, 
reichlichem Biotit, ferner gegen diesen zurücktretend, 
gemeiner Hornblende, dazu endlich lichtem Salit ähnlichem 
Augit, in ebenso grossen KrystaUstücken, auf unregel- 
mässigen Sprüngen leicht in Chlorit umgesetzt. Titan- 
haltiges Magneteisen und Apatit sind weiter aufzuführen. 

Die interessanten augitführenden Granite sind neuer- 
dings in Schweden nachgewiesen worden und es stimmt 
unser Zarrentiner Geschiebe sehr genau mit den von 
Törnebohm*) als „Jerna-Granit" beschriebenen Vor- 
kommnissen im südwestlichen Dalekarlien überein. 

Unter den Granitgeschieben sind ausserdem noch 
diejenigen von der Insel Aland leicht wieder zu er- 
kennen. Es sind die beiden Varietäten des „Äland- 
Rapakivi" und des „gemeinen Aland -Granites", 
welche auch in Mecklenburg ziemlich häufig smd. Sie 
sind nach der Beschreibung von de Geer**) sehr leicht 
zu bestimmen und ich lasse der Einfachheit wegen 
die betreffenden Stellen aus der angeführten Arbe.t 
hier folgen: 

Aland - Rapakivi : 

„Dieses Gestein ist grob- bis mittelkörnig', fleischroth oder 
rothbraun in Folge des Eeichthiims an Orthoklas von dieser Farbe. 
(Vom Nördl. Aland ist es mehr graubraun, z. Th. etwas grünlich 
und reicher an Oligoklas). Ein Theil des Orthoklases ist ge- 
wöhnlich in Form von 10 — 20 mm langen, runden oder ovalen, 
braunrothen oder braungelben Augen ausgebildet, oft heller als 
die Grundmasse und umgeben von dunkleren, oft grünlichen, 
1—2 mm breiten Oligoklassäumen, die an der Gesteinsoberfläche 
oft verwittern {z. Th. bis zur Tiefe von mehreren Mm.) und 
dadurch deutlich hervortreten, aber auch im frischen Bruch ganz 
gut unterschieden werden können. Auch selbständige Oligoklas- 



*) Nagra exempel pa pyroxenförande graniter och gneiser. 
Geol. Foren. Förhandl. V. 1880. S. 14.^ ^ 

**) Nagra ord oni bergarterna pa Aland och flyttblocken 
derifran. (Einige Worte über die Gesteine von AlantJ und die von 
dort stammenden Geschiebe). Geol, Foren Förh. V. 1881. S. 469. 
Taf. 19. 



99 



aiigen kommen vor, in denen wie im Orthoklas oft kleine Horn- 
blendepartikel eingesprengt liegen. Hornblende tritt ferner in sehr 
grosser Menge auf als unregelraässige, oft 2—4 mm lange Partikel. 
Dagegen scheint Glimmer fast immer zu fehlen. Quarz kommt in 
geringer Menge vor, als schmale gewöhnlich gut begrenzte, hier 
und da eingestreute Körner." 

Das Gestein verwittert nicht so leicht, wie der finnländische 
Rapakivi. 

Von letzterem unterscheidet sich der aländische Rapa- 
kivi nach de Geer leicht, indem er weit kleinere Orthoklas- 
augen hat, als der finnische (bei diesem zuweilen über 30 mm 
lang, umgeben von klarem grünweissem, über 2 — 3 mm breitem 
Oligoklasring). Ferner führt der finnländische recht viel schwarzen 
Glimmer. 

Mit dem gewöhnlich glimmerführenden und hornblende- 
freien „Oerebro-Granit" Törnebohm's*) (in dem übrigens der Quarz 
reichlicher und in anderer Form auftritt) dürfte der Alands- 
Rapakivi kaum verwechselt werden können. 

Uebrigens scheinen nach Geer (pag. 480) im nordwestlichen 
Deutschland die echten finnischen Rapakivi-Blöcke sehr selten 
zu sein. — 

o 

Aland -Granit. 

o 

„Der Granit von Aland ist gewöhnlich mittelkörnig, reich 
an lichtrothem, krystallinischem Orthoklas in grösseren oder 
kleineren Individuen (manchmal bis über 10 mm lang), zwischen 
denen zahlreiche kantige Quarzkörner und Hornblende und nicht 
selten schwarzer Glimmer eingeklemmt liegen. Der Quarz ist 
theils grau theils farblos. Ausnahmsweise finden sich rundliche, 
10—20 mm lange Orthoklaspartien, umgeben von fast weissen 
Räudern, die wahrscheinlich bestehen entweder aus Quarz und 
Oligoklas oder möglicherweise nur aus ersterem oder letzterem 
Mineral." 

Auch in feinkörniger Ausbildung tritt der Granit auf, ohne 
besondere Eigenthümlichkeiten , (ausser, dass er oft ca. 1 cm 
lange, unregelmässige, von Quarz und Feldspathkrystallen ausge- 
kleidete Drusenräume enthält), während sich der mittelkörnige 
von anderen schwedischen Graniten leichter unterscheidet, (übrigens 
auch im nördlichen Schweden, Angermanland, sehr verwandte 
Formen besitzt). — 

Beide G-esteine finden sich aus verscliiedenen 
Districten Mecklenburg's, zu dem Rapakivi gehört z. B. 



Geol. Foren. Förh. I, pag. 198. 



100 



das Grestein, welches Vortisch unter Niim. 28 beschreibt, 
zu dem Quarz-Feldspath-Drusen führenden rothen mittel- 
körnigen Granit ein schönes Geschiebe von Warnemünde, 
ferner das Original Num. 29 von Vortisch, u. a. m. — 

Viele der grobkörnigen Granitgeschiebe zeigen 
innerhalb der sie beherbergenden Mergel- oder Kies- 
Lager ein vorgeschrittenes Stadium der Verwitterung, 
indem sie durch und durch in Grus zerbröckelt sind. 
Eine derartige Zersetzung findet sich m gleichem Maass- 
stabe nur noch bei den Gneissen wieder. Die übrigen 
Gesteine besitzen, wie an anderer SteUe (Act. Leop. 
Acad.) erwähnt, meistens noch ihre ursprüngliche Frische, 
resp. den auch im anstehenden Vorkommniss vorhandenen 
Zersetzungsgrad. 

IL Porphyre. 

Wie die Granite, so zeigen auch die zahlreichen 
skandinavischen Porphyre, — die ebenso wie die ersteren 
vielfach zu ornamentalen Zwecken verschliffen worden 
sind und z. B. neben ersteren ein reiches und schönes 
Material für den Bau des Schweriner Schlosses geliefert 
haben — zwar manches petrographisch Literessante, 
gewähren aber nur mit wenigen Ausnahmen gute Auf- 
schlüsse über ihre Heimath. Denn nur der charak- 
teristische Elfdalener und etwa noch der aländische 
Porphyr lassen sich zur Zeit identificiren. Für die 
übrigen können wir uns hier mit der Aufzählung der 
bisher beobachteten Typen begnügen. 

Die Porphyrgesteine bilden einen ganz allmählichen 
Uebergang aus den Graniten und wii^ können sie zunächst 
makroskopisch leicht in zwei Typen sondern: 1. aus 
den porphyrischen Graniten (meist Granititen) gehen die 
Granitporphyre hervor, welche zwischen den grösseren 
ausgeschiedenen Krystallen (allermeist Feldspath) eine 
kleinkrystallinische, echt granitische Grundmasse haben; 
2. diese zeigen wiederum Uebergänge nach den eigent- 
lichen Felsitporphyren, welche Krystalle von Feldspath 
oder Feldspath und Quarz oder diesen mit Glimmer und 
Hornblende in einer dem blossen Auge mehr oder 



101 



weniger dichten, verschieden gefärbten mid verschieden 
reichlichen, felsitischen Gnmdmasse gelegen zeigen. 

Die Granitporphyre zeigen in ihrer granitischen 
Basis oft sehr schön ausgebildet die auch in den 
eigentlichen Graniten vorkommende VerAvachsung des 
Feldspathes mit Quarz, die man nach ihrer makros- 
kopischen Ausbildung als Schriftgranit recht gut als 
„Mikrohebrait" bezeichnen kann; auch die „Mörtel- 
Structur" findet sich zuweilen. In einem Geschiebe von 
Warnemünde (321) besitzen die porphyrischen (oft 
mosaikartig zusammengesetzten) Orthoklas - Krystalle 
manchmal eine merkw^irdige abgerundete Form und lassen 
sich dann wie aus einem Conglomerat leicht aus der 
Grundmass e herauslö s en. 

Geschiebe von Sternberg und Zarrentin (161, 83), 
die in einer granitischen Grundmasse Feldspath, Quarz 
und eigenthümlich zerhackt erscheinende Krystalle von 
Hornblende führen, können als Syenitgranitporphyre 
bezeichnet werden. 

Die oben als eigentliche Felsitporphyre unter- 
schiedenen Gesteine zeigen unter dem Mikroskop meistens 
ebenfalls eine deutlich krystallinische, aus Feldspath 
und Quarz - Körnchen mit Glimmer in wechselnden 
Mengen zusammengesetzte Grundmasse, in der oft in aus- 
gezeichnetster Weise der „Mikrohebrait" ausgebildet ist. 

Hierher gehört auch der Porphyr von Elfdalen, 
der in einer scheinbar dichten, Hornsteinähnlichen, dunkel 
schwarzgrauen oder lichteren, aus Feldspath und Quarz 
bestehenden Grundmasse spärlich kleine glänzende Ortho- 
klaskrystalle ausgeschieden enthält. Dieses Gestein 
zeigt zuweilen durch Flaserung (resp. Schieferung), so 
grosse Aehnlichkeit mit der Hälleflinta von Danne- 
mora, dass eine Unterscheidung kaum möglich ist. 

o 

Auch der Quarzporphyr von Aland gehört hierher, 
der in einer hauptsächlich aus geröthetem Feldspath 
mit eingeklemmten Quarzkörnchen und Glimmer, Horn- 
blende und Magneteisen bestehenden rothen, sehr fein-^ 
körnigen Grundmasse porphyrische Feldspathkrystalle 



102 



grosse Quarze und etwas Hornblende ausgeschieden 
führt. Mit mehreren solcher Geschiebe von Zarr entin 
u. a. 0. stimmt die Beschreibung von de Geer genau 
überein, die ich aus der oben citirten x4.rbeit hier 
folgen lasse: 

Qiiarzporphyr von Aland: 

„Die eine Abart hat eine felsitisehe, hübsch rothbraune 
Grundmasse, die wahrscheinlich zum grösseren Theil aus Orthoklas 
besteht. In ihr liegen kreuz und quer lichtrothe, gewöhnlich 
kantige, aber manchmal auch abgerundete Orthoklasindividuen 
mit feinen, von dunklerem Földspath ausgefüllten Adern. Am 
charakteristischsten für diesen Porphyr sind aber die ziemlich 
gleichmässig vertheilten, tropfenähnlichen, selten deutlich kantigen, 
grauen Quarze, gewöhnlich 2—10 Mm. lang. Auch sie haben mit 
Feldspath erfüllte Adern Oft sind sie umgeben von einem dünnen, 
mattgrünen Anflug von Hornblende und fallen dann leicht aus 
dem Gestein heraus. 

Eine andere, möglicherweise häufigere Abart hat eine etwas 
körnige und dunklere, weniger rein gefärbte Grundmasse, vermuth- 
lich in Folge von grösserem Eeichthum an Hornblende (Eurit- 
porphyr Wiik's). Im übrigen sind beide Arten ziemlich gleich." 

In einigen Porphyren tritt auch Augit als Be- 
standtheil von geringer quantitativer Bedeutung auf. 

Neben den bei weitem vorwiegenden Porphyren 
mit krystallinischer Grundmasse, den sogen. „Grano- 
phyren", finden sich auch eigentliche „Felsophyre", mit 
nicht individualisirter Mikrofelsit-Basis, in welcher dann 
theilweise recht reichliche (Pseudo-) Sphärolithe ausge- 
schieden sind. 

III. Syenite. 

Eigentlicher Syenit kommt unter den mecklen- 
burgischen Geschieben ziemlich selten vor. 

Häufiger sind Zwischengesteine, welche wegen ihres 
recht beträchtlichen Gehaltes an Quarz als Syenit- 
granite zu bezeichnen sind. 

Der norwegische Elaeolith-Syenit ist bisher nur 
in einem Stücke von unbekanntem Fundort vertreten, 
der Zirkonsyenit durch einen Quarzführenden Block 
von Zarrentin (279.) 



103 



Die Selteiilieit dieser letzteren Greschiebe dociimentirt 
sich auch darin, dass in der fleissigen Aufzählung 
Vortisch's dieselben ganz fehlen, und von Brath nur 
ein Zirkonsyenit (Arch. Nat. Meckl. XXXI. S. 92) von 
Zarrentin erAvähnt wird. 

IV. Auch der charakteristische Ehombenporphyr 
von Christiania ist unter den mecklenburgisclien Ge- 
schieben nur recht spärlich vertreten. Freilich macht 
die schwankende Zusammensetzung dieses Gresteines 
eine Identificirung mit Geschieben recht schwer. Mit 
ziemlicher Sicherheit konnte ich zwei Geschiebe von 
Zarrentin und eines von unbekanntem Fundort als den 
norwegischen Ehombenporphyr bestimmen. 

V. Phonolith. 

Zwei Geschiebe, die neuerdings von Herrn Brath 
bei Zarrentin aufgefunden wurden, stimmen genau mit 
den von Törnebohm beschriebenen Blöcken, die man 
im südwestlichen Dalekarlien und den angrenzenden 
Gebieten Wermlands zwar nicht anstehend, aber in 
grosser Menge in Form von Gerollen trifft. Es ist dies 
der zweite Fund dieses charakteristischen „Elfdalener 
Phonolithes" im norddeutschen Diluvium, indem der- 
selbe bisher nur erst in der Leipziger Gegend ge- 
funden wurde. 

Das eine Gestein (254) ist von grauer Farbe und 
enthält neben vielen kleinen Mandeln in seiner dichten 
Grundmasse eine grosse Menge langer, ringsum scharf 
begrenzter, schwarzer glänzender Säulen von Augit (und 
Hornblende); daneben treten auch reichliche weisse 
Feldspath- und Nephelinkrystalle auf. Auch das mikros- 
kopische Bild ist sehr charakteristisch: In einer grau- 
lichen, von massenhaften lichtgrünen (Augit und Horn- 
blende-) Nadeln durchspickten, Feldspath -Grundmasse 
liegen die porphyrischen Gemengtheile, welche aus vor- 
wiegendem Augit und Nephelin bestehen, während 
Hornblende, Biotit und Sanidin mehr zurücktreten. Auch 
Apatit ist selir reichlich vorhanden. 



104 



Von diesem Gestein, über dessen Bestand aus- 
führlicher in der Eingangs erwähnten Arbeit (Acta 
Leop. Acad.) berichtet ist, weicht etwas das andere 
(319) ab. Dasselbe führt in einer frischen licht grau- 
grünen Grundmasse zahlreiche breite und schmälere 
recht frische porphyrische Krystalle von Sanidin und 
Labrador, mit Biotittafeln und zurücktretenden, schmalen 
Hornblendesäulen, die besonders in der mehligen Zer- 
setzungsrinde deutlich hervortreten. U. d. M. erscheint 
wieder der oft sehr dichte Hornblende -Mikrolithenfilz, 
oft in Fluctuation, in einem farblosen, dem Nephelin 
und Sanidin angehörigen Grunde. Weiter sind noch 
grosse grünlich bestäubte Noseane und Apatitkrystalle 
zu erwähnen. — 



Die ausserordentlich häufigen krystallinischen 
Schiefer liefern nur ganz spärliches Material für 
Heimathsbestimmungen. Es sind vertreten: Die ver- 
schiedensten Gneisse, am zahlreichsten, sodann GKmmer- 
und Hornblende-Schiefer, Quarzitschiefer, Amphibolite, 
Epidosit, Augitfels, Granulit, Hälleflinta, krystallinischer 
Kalkstein mit verschiedenen Silicaten, Eklogit, Magnet- 
eisen-Augitfels u. s. w. Einzelne mineralogische Details 
mögen für spätere Mittheüungen reservirt bleiben. 

Anhangsweise sei auch endlich des ziemlich häufigen 
Vorkommens von dem interessanten cambrischen „Sco- 
lithes - Sandstein" von den Ufern des Kalmar - Sundes 
gedacht. — 

Das allgemeine Resultat der obigen Mitthei- 
lungen ist folgendes: 

Die Geschiebe des mecklenburgischen Di- 
luviums entstammen — soweit es sich wenigstens 
auf die einigermassen gut charakterisirbareu Typen der 
krystallinischen Gesteine bezieht — allermeist aus 
mehr oder weniger eng umgrenzten Bezirken 
des südlichen und mittleren Schwedens (incl. 
der Insel Aland). Gesteine aus westlicheren Gegenden 



105 



(Norwegen) und aus östlicheren (Finnland) sind nicht, 
oder nur höchst untergeordnet vertreten. 

Der Transport dieser Diluvialgeschiebe durch 
das Eis erfolgte somit in nordnordost-südstidwest- 
licher Eichtung. — 



Hierbei konnte aber der weitere G-esichtspunkt, die 
Geschiebe der einzelnen Etagen des Diluviums (um 
mich der Kürze halber dieses Ausdruckes zu bedienen) 
nach ihrer eventuell verschiedenen Heimath 
näher zu bestimmen, noch nicht berücksichtigt werden. 
Für derartige Untersuchungen wird es zweckmässig 
sein, nur die besonders deutlichen und charakteristischen 
Gesteine zu berücksichtigen, also etwa einige der 
Diabase, Granite und Porphyre, sowie die Basalte, nicht 
aber die Diorite und die Mehrzahl der Granite u. dergl. 
Hierzu und auch für ähnliche, in anderen Gegenden 
anzustellende Studien mögen die obigen Mittheilungen, 
sowie insbesondere die beiden Eingangs erwähnten aus- 
führlicheren Arbeiten*), welche auf der Untersuchung 
des reichen Geschiebematerials im Rostocker Museum 
und der mikroskopischen Analyse von etwa 400 Dünn- 
schliffen basiren, ein brauchbares Vergleichsmaterial 
liefern. — 

Rostock, März 1882. 



*) III. Beitr. z. Geol. Meckl. und Acta Leop. Acad. 1882. 



Ornithologische Mittheilimgen. 

Von Frauz Schmidt -Wismar. 



Schwäne in N oth. 

Der letztvergang'ene Winter, welcher wenn auch 
nicht sehr kalt, doch vom Anfange des Jan. bis in den 
März nns anhaltend scharfes Frostwetter brachte, führte 
uns bekannte nordische Gäste — Schwäne — diesmal in 
ganz ungewöhnlicher Anzahl zu. Als die Ostsee soweit 
zugefroren war, dass man auch von Pol aus kein offenes 
Wasser mehr sehen konnte, zeigten sich um diese Insel 
an mehreren Stellen Eiswaken, insbesondere zwischen 
dem langen Werder und der Südspitze der Halbinsel 
Wustrow, die wahrscheinlich durch die Strömung und 
die Vögel offen erhalten und von Schwänen und Tauch- 
enten sehr belebt waren. Aber sobald das Eis tragbar 
geworden, fanden sich hier auch die Pöler Schützen ein, 
welche unter diesen Thieren, die in grosser Noth viel 
von ihrer sonstigen Vorsicht und Scheuheit abgelegt 
hatten, eine grosse Niederlage anrichteten. Die Waken 
wurden von einem Theile der Jäger möglichst versteckt 
auf der einen Seite umlagert, und von dem anderen die 
Thiere jenen von der entgegengesetzten Seite oft förmlich 
zugetrieben und so dieselben van allen Seiten zugleich 
eingeschlossen. Die Schwäne, welche nur schwer auf- 
fliegen und sich nur langsam erheben können, und auf 
welche es besonders abgesehen war, mussten fast immer 
Todte zurücklassen, auch noch wenn sie schon in vollem 
Fluge waren; die fluggewandteren Enten kamen öfter 
verhältnissmässig besser davon und wurden überhaupt 
nur berücksichtigt, wenn keine Schwäne auf der Wake 



107 



oder im Anfluge waren. Beständig kamen neue Zuzüge 
von kleineren oder grösseren Gesellschaften dieser Vögel 
an. Die Jäger hielten ihre Posten vom Morgen bis zum 
Abend bei den Waken inne, und so ging es die ganze 
Eiszeit hindurch. Dieselben machten auch eine so reiche 
Beute, wie in dieser Art noch nie; denn nach den über- 
einstimmenden Aussagen dieser Leute wurden hier allein 
gegen 300 Schwäne und bei der Lips, der Pöler Brücke, 
bei Graarz, Zierow und an anderen Orten auch noch etwa 
50 Stück erlegt. Es fanden also ca. 350 Schwäne und 
ausserdem noch 500 — 600 nordische Enten allein in hie- 
siger Gregend ihren Tod. Die Felle ersterer sind alle 
nach Lübeck zum Durchschnittspreise von etwa 4 Ji. 
ä Stück verkauft worden, und haben die Jäger also einen 
recht ansehnlichen Ausnahmeverdienst gehabt, aber es 
ist auch unter diesen herrlichen und grössten inländischen 
Vögeln ausserordentlich aufgeräumt worden, um so mehr 
wenn man bedenkt, dass es ihnen in noch anderen Ge- 
genden ähnlich ergangen sein wird. Zwar sagen die 
Jäger, dass tausende von ihnen hier gewesen und noch 
genug davon nachgeblieben seien, aber sicher findet hier 
auch eine Ueberschätzung der Anzahl dieser Thiere statt, 
da wahrscheinlich doch dieselben Individuen mehrere 
Male an der Wake erschienen sind. Ln günstigsten Falle 
werden wohl Jahre vergehen, bis dieser Verlust durch 
Zuzucht wieder einigermassen ersetzt wird. 

Von den Schwänen nun, die sowohl Zug- als Strich- 
vögel sind, überwintert gewöhnlich ein Theil an den 
Küsten der Ost- und Nordsee, besonders thun dies die 
alten Vögel, während die jungen zumeist südlicher zum 
Mittelländischen Meere wandern. Da wir nun bis zum 
Jan. recht mildes Wetter hatten, so ist wahrscheinlich 
ein grösserer Theil von ihnen hier geblieben als es in 
manchen anderen Jahren der Fall zu sein pflegt und hat 
in hiesiger Gegend seine Winterstation genommen; denn 
es zeigten sich auch im Innern des Landes, auf den 
süssen Gewässern, Schwäne ungewöhnlich häuflg, und 
da die Schwäne nicht tauchen, sondern nur durch Gründein 



108 



auf nicht zu tiefem Wasser — also nicht auf hoher See 
— sich ernähren können, so geriethen sie durch das 
Zufrieren aller Binnenlands- und Küstengewässer bald 
in grosse Bedrängniss. Die vorgerückte Jahreszeit aber, 
welche sie schon mehr zur Rückkehr in ilire nordische 
Heimath als zur Weiterwanderung nach dem Süden zog, 
dazu die bald eingetretene Ermattung durch Nahrungs- 
mangel, nöthigten sie in hiesiger Gegend auszuharren. 
Sie strichen an den Küsten hin und her, offenes Wasser 
suchend, fanden dieses hier, und so erklärt sich ihr 
massenhaftes Erscheinen auf diesen Waken, sowie auch 
üire viel geringere Scheuheit. Da die Hauptzüge der 
Schwäne vom Norden, wie die der meisten anderen Vögel 
längs der russischen und preussischen Küste, oder auch 
vom südlichen Schweden auf Rügen gehen werden, an- 
dererseits der aus dem nördlichen Skandinavien kom- 
mende Theil zumeist über Dänemark und Jütland an 
der schleswigschen Westküste entlang nach der südlichen 
Nordsee seinen Weg nimmt, so ist es am wahrschein- 
lichsten, dass die bei uns erschienenen vom Nordosten 
aus dem nördlichen Russland und dem westlichen Sibirien 
kamen. Für gewöhnlich zeigen sich die Schwäne hier 
bei Wismar nur in einzelnen kleinen Gresellschaften, von 
denen auch nicht selten einzelne erlegt werden. Doch 
sah ich selbst vor vielen Jahren im Herbste an dem 
Redentiner Ufer einmal eine Gresellschaft von wenigstens 
100 Stück. Die nordischen Enten dagegen erscheinen 
hier zur Winterzeit öfter in grossen Schaaren und sind 
auch schon zu Zeiten in bedeutender Menge erlegt 
worden. 

Unter den erbeuteten Schwänen sollen sich bei 
weitem am meisten Höckerschwäne, viel weniger Sing- 
schwäne gefunden haben. Auch sollen es fast alle weisse, 
also alte ausgefiederte Vögel, nur wenig graue darunter 
gewesen sein. Die Singschwäne, berichten die Jäger, 
wären wohl ebenso häufig, wenn nicht häufiger als die 
stummen Schwäne erschienen , hätten sich aber viel 
scheuer benommen. Doch ist auf diese Angaben kein 



109 



grosser Wertli zu legen, da die meisten Jäger die Art- 
unterscliiede gar nicht kennen und auch schwerlich be- 
achtet haben. 



Die Störche, welche uns sonst gewöhnlich 
zwischen dem 21. und 25. Aug. verlassen, hatten sich 
in diesem Jahre mit ihrem Wegzug etwas verspätet, 
denn erst am 27. Aug. fand hier der erste und Haupt- 
abzug statt. Am Vormittage desselben, um 10 Uhr, sah 
ich eine grosse Schaar Störche zum Theil schon sehr 
hoch über Wismar kreisen, zu welcher sich bald eine 
kleine Gesellschaft vom Südwesten kommend und noch 
eine andere vom Süden her gesellte, die nun alle durch- 
einander weiter kreisend und höher steigend in östlicher 
Eichtung sich bald aus meinem Gesichtskreise verloren. 
Dann sah ich am Vormittage des 5. Sept. noch eine 
Schaar Störche, von etwa 40 Stück, vom Westen nach 
Osten ziemlich niedrig über die Stadt ziehen, welche 
sich erst zu sammeln und zur eigentlichen Wanderung 
vorzubereiten schienen. 

Die Ursache dieses verzögerten Abzuges glaube 
ich nun darin zu finden, dass bei dem späten, trockenen 
und kalten Frühlinge, sich auch das Brutgeschäft der 
Störche verspätet hatte und dass die wenigen aufge- 
brachten Jungen nicht früher so weit entwickelt waren, 
um die grosse Reise antreten zu können. Auch ver- 
muthe ich, dass die erst am 5. Sept. sich zum Wegzuge 
rüstenden, wenn nicht alle, so doch zumeist, junge — 
diesjährige Vögel waren, die umherstrichen, um noch 
Kameraden, vielleicht auch alte erfahrene als Führer zu 
suchen; und dass dagegen die erste viel grössere Schaar 
wohl alle aus alten, fluggeübten Thieren bestanden habe, 
die nicht länger hier verweilen und auf ihre Kinder 
warten durften, da die nahe bevorstehende Mauser sie 
sonst noch vor Vollendung der Reise ereilen konnte. 

In diesem Jahre habe ich doch in einzelnen 
Storchnestern 1 — 3 Junge gesehen, in den 2 — 3 vorher- 
gegangenen Jahren aber gar keine, und scheinen in 



110 



letzter Zeit bei uns überhaupt wenige oder gar keine 
junge Stördie aufgebracht zu sein. Denn bei der in 
der Brütezeit fortwährend herrschenden nasskalten 
Witterung konnten die alten Vögel sich oft kaum selbst 
ernähren und erwärmen, viel weniger auch noch ihre 
Jungen. Daher giebt es denn auch hier gegenwärtig 
viel weniger Störche als sonst und die meisten Nester 
derselben bleiben unbesetzt. Ueberhaupt ist jetzt eine 
grosse Abnahme an Individuen fast aller Vogelarten, 
auch der nützlichsten, bei uns leider überall bemerkbar, 
welche aber durch die letzten ungünstigen Zuchtjahre, 
die stets vorschreitende Bodenkultur und Kahlmacherei 
der Felder, sowie durch den Massenmord aller erlang- 
baren, auch der kleinsten und harmlosesten Vögel, 
welcher von der Bevölkerung des südlichen Europas auf 
ihrem Zuge alljährlich ausgeübt wird, leicht zu er- 
klären ist. 



Thalassidroma pelagica L. 
Kleine Sturmschwalbe. Zwergsturmvogel. 
Dieser niedliche und kleinste aller Schwimmvögel, 
dessen ganze Gattung bei den Seeleuten noch immer im 
schlechten Rufe steht, dessen Erscheinen bei den Schiffen 
ihnen als Unglück bringend gilt, wurde erst zweimal 
(Arch. XV. 133 und XVIII. 205) in Mecklenburg 
beobachtet. Daher möchte ich die Mittheilung hier 
nicht unterlassen, dass ich seit einigen Tagen auch im 
Besitz eines Exemplars dieser Vogelart bin, das sich 
jetzt in meiner Sammlung befindet. Dasselbe wurde 
am 19. October d. J. von dem Böter und Jäger A. Behm 
zu Wangern auf Pol im dortigen Kirchsee auf dem 
Wasser schwimmend angetroffen, durch einen auf ihn 
abgefeuerten Schuss mit grobem Hagel vermeintlich zum 
Fortfliegen unfähig gemacht, in unveränderter Haltung 
lebend vom AVasser auf- und in das Boot genommen. 
Am folgenden Tage, nachdem es gestorben war, erhielt 
ich das Thierchen, fand aber beim Ausstopfen nicht die 
geringste Verwundung an seinem Körper, es war gar 



111 



nicht von dem Schusse getroffen worden. Es hat sich 
also bei diesem Individuum auch gezeigt, was bei 
anderen seiner Art beobachtet ist, dass nämlich, diese 
Vögel, wenn sie durch irgend einen Umstand aus ilirer 
Heimath, ihrem Elemente und alleinigem Ernährer, dem 
Ocean, auf das Land oder auf Binnengewässer gerathen, 
aUe Fassung und Besinnung gänzlich verlieren, gar 
keine Feinde zu kennen scheinen, sich mit Händen 
ruhig ergreifen lassen und nicht den geringsten Versuch 
machen, zu entfliehen. Ein paar Tage vorher, den 15. 
und 16. October, hatte hier ein furchtbarer Südweststurm 
gewüthet, durch welchen dieser Vogel ohne Zweifel 
hierher verschlagen wurde, in Folge dessen er wohl 
hauptsächlich durch Nahrungsmangel zu Grunde gegangen 
ist; denn derselbe war äusserst abgemagert und sein 
Magen gänzlich leer. 



Eine Adlerjagd. 
Vor ein paar Jahren, im Herbste, kaufte ich von 
einem Landmanne zwei recht grosse und schöne Meer- 
adler (Falco albicilla L.), von denen das eine Thier 
sich bereits in dem Uebergangsgefieder befand, das 
andere aber noch das dunkelbraune Kleid der Jungen 
in den ersten 4 — 5 Lebensjahren trug. Auf meine 
Fragen wo und wie er in den gleichzeitigen Besitz 
beider Vögel gekommen, antwortete mir der Mann, dass 
dies sehr merkwürdig sich zugetragen habe und erzählte, 
dass er zwei Tage vorher zu einer Treibjagd auf Hasen auf 
der Halbinsel Wustrow gewesen, dass er und noch zwei 
andere Schützen bei einem Treiben sich hinter einem 
Ufer nahe am Strande in Zwischenräumen von etwa 
60 — 80 Schritten aufgestellt, bald aber alle 3 sich nieder- 
gelegt hätten. Der eine von ihnen — der Inspektor 
von Wustrow — habe einen etwa einjährigen, mittel- 
grossen Hühnerhund bei sich gehabt und dieser sich 
etwas entfernt von ihnen nahe am Strande auf den von 
der Sonne beschienenen Seetang gelegt. Nach einiger 
Weile sei ihm von seinem Nachbar zugerufen, er solle 



112 



doch einmal iii die Höhe sehen, worauf er gerade über 
sich, hoch in der Luft, 3 Adler nahe hei einander habe 
kreisen sehen. Alsbald aber seien die Adler in Win- 
dungen und Schwingungen gerade auf sie herunter ge- 
schossen und im Augenblicke nahe über dem Hunde 
gewesen; dieser sei diu'ch das mächtige Sausen der 
Thiere in der Luft und deren Nähe erschreckt aufge- 
sprungen, die Adler kaum noch in Zimmerhöhe über 
dem Hunde gewesen und der eine dem Inspektor sehr 
nahe gekommen. In diesem Augenblicke habe derselbe 
geschossen und auch er sofort zwei Schüsse auf die 
Adler abgegeben, von denen auch sogleich diese beiden 
niedergestürzt, der dritte aber doch entkommen sei, 
obgleich auch auf ihn gefeuert worden wäre. 

Fragt man nun, woher sobald diese 3 Adler kamen 
und auf welche Weise sie sich zusammen fanden, so 
antworte ich, dass diese Vögel, wenn auch nur im 
Jugendkleide, hier zur Winterzeit am Meere und be- 
sonders in dieser Gregend oft ganz häufig sind, — ich 
sah einmal 5 Stück bei einem Pferdekadaver — und 
möchte glauben, dass anfänglich nur einer dieser Adler 
den Hund erspäht, aber wohl erkannt habe, dass er 
allein hier zu schwach zu einem sicheren Erfolg sei, 
sich deswegen die in der Nähe befindlichen anderen 
beiden zur Hülfe herbeigeholt habe. Ein solches Beute- 
objekt werden diese Thiere aber doch wahrscheinlich 
nur nach seiner Glrösse, schwerlich auch etwa nach 
seiner grösseren oder geringeren Wehrfähigkeit be- 
urtheilen können, falls sie nicht durch Erfahrung schon 
gewitzigt sind. Am auffallendsten erscheint mii' bei 
dieser Begebenheit, dass diese sonst so scheuen Vögel 
hier alle Vorsicht ausser Acht Hessen und sich an- 
scheinend blindlings in die Gefahr stürzten, da die Jäger 
doch nahe bei dem Hunde und, wenn auch am Ufer still 
liegend, für sie doch leicht sichtbar und nicht so weit 
davon auch noch mehr Menschen waren. Aber durch 
die allzugrosse Begierde nach der Beute wird auch hier, 
wie es ja häufig auch bei diesen uaid anderen Raubthieren 



113 



beobachtet ist, alle Geistes- mid Sinnesthätigkeit der 
Adler allein auf den Raub gerichtet sein, ^o dass sie 
für alles Uebrige momentan taub und blind waren. 

Von grossem Interesse wäre nun ausser anderem 
noch besonders die Frage , wie wohl diese Attake 
abgelaufen wäre, wenn Adler und Hund sich selbst 
überlassen geblieben , ob die Vögel wohl wirklich 
den Hund, nachdem er sich erhoben, angegriffen hätten, 
wie und mit welchem Erfolg sich dieser etwa vertheidigt 
haben würde u. s. w. — Der Schütze meinte, dass die 
Adler, die mit einer solchen Schnelligkeit herbei ge- 
kommen wären und eine solche Bravour bekundet hätten, 
sich ohne Besinnen auf den Hund gestürzt und diesen 
auch bald bewältigt haben würden. 



Wie lange kann ein Meeradler ohne alle Nahrung leben? 

Früher einmal hielt ich zwei lebende Meeradler in 
einem geräumigen Behälter, der vorne mit Drahtgeflecht 
passend für sie im Garten eines mir befreundeten Hauses 
hergerichtet war, 7 — 8 Jahre lang. Jedes dieser Thiere 
hatte nur noch einen Flügel, da der andere abgeschossen 
und amputirt worden war. Das kleinere Männchen er- 
hielt ich ein Jahr früher als das AV eibchen, beide im 
Jugendkleide. Ersterem waren die Vorderarmknochen 
ungefähr in der Mitte durchgeschossen; ich versuchte 
sie durch eine Bandage in der Lage zu erhalten und 
zur Heilung zu bringen, was mir aber nicht gelang. 
Der Adler streifte nach und nach den Verband ab, der 
Flügel hing herunter, die Wunden wurden nach ein paar 
Wochen sehr schlimm, der Vogel sehr krank und ich 
musste zur Entfernung des Flügels schreiten. Der Adler 
erholte sich nun bald in etwas, rührte aber auch noch 
jetzt nicht, wie ich gehofft, irgend welches Futter an 
und erst nachdem die Wunde völlig geheilt und derselbe 
42 Tage in meinem Besitz gewesen, frass er zum ersten 
Male und zwar nun sogleich eine Eisente ganz auf. 
Von nun an frass er regelmässig und erholte sich bald 

Archiv XXXV. « 



114 



völlig". Wie lange der Adler noch gelebt haben würde, 
wenn man ihn zum Hungertode verurtheilt hätte, ist 
schwer zu sagen, ich glaube aber, dass noch eine ganze 
Zeit darauf hingegangen wäre bis er verendet, da er 
noch gar nicht so äusserst entkräftet erschien. Das 
grössere Weibchen, dem ich den abgeschossenen Flügel 
übrigens sogleich amputirt hatte, frass indessen schon 
in den ersten Tagen bei mir. Es scheinen diese Vögel 
überhaupt sehr lange der Nahrung entbehren, dann 
aber auch wieder nach echter Eaubtiernatur auf 
einmal ein verhältnissmässig grosses Quantum zu sich 
nehmen zu können. Denn wenn meine beiden Adler 
gut genährt und einmal vollständig mit gutem Fleische 
gesättigt waren, so frassen sie überhaupt erst nach 
8 — 10 Tagen wieder und ordentlich hungrig wurden sie 
meistens erst nach ungefähr zwei Wochen. Sie sind 
übrigens in der Kost durchaus nicht wählerisch, jede 
tierische, ob Fleisch oder Fisch, ist ihnen recht: todte 
Vögel aller Art, Katzen, Hunde, Eatten und andere 
todte Säugetiere, ob frisch oder schon etwas in Fäulniss 
übergegangen, auch selbst ihres Gleichen, die Körper 
von ausgestopften Meeradlern, wurden alle von ihnen 
begierig verschlungen. Ja schliesslich hatte eines 
Morgens das grössere Weibchen, weil sie in der Fütterung, 
einmal wohl stark vernachlässigt waren, das Männchen 
aufgefressen. Sonst vertrugen sich beide sehr gut, nur 
um das Fressen, wenn nicht jeder sein Theil bekam, 
wurde oft hartnäckig gekämpft. Sie unterschieden 
fremde Menschen sogleich von bekannten, waren gegen 
diese nicht im geringsten, gegen jene aber immer sehr 
scheu. Das bis dahin völlig gesunde Weibchen wurde 
ungefähr ein Jahr später als es seinen Kameraden ver- 
zehrt hatte, eines Tages todt im Behälter gefunden, 
nachdem es Tags vorher noch ein von der Nachbarschaft 
gebrachtes todtes Huhn und eine todte Eatte gefresssn 
hatte, die wahrscheinlich vergiftet gewesen sind. 

<♦ > ♦ < «» 



Unsere Laeertiden. 



Aus verscMedenen G-eg-enden unseres Landes 
wurden mir in den letzten Jahren wiederholte Mit- 
theilungen von der Auffindung' der grünen Eidechse 
(Lacerta viridis) und noch in diesem Frühling erhielt 
ich eine als grüne Eidechse bezeichnete aus der G-egend 
von Teterow, die sich aber sofort nach Ansicht als ein 
Männchen der L. agilis zur Brunstzeit entpuppte. Zu 
dieser Zeit nehmen die Körperseiten derselben eine 
lebhafte g-rüne Farbe an, die sich bis auf die Beine er- 
streckt, mitunter erscheint selbst der Eücken schön 
lichtgrün gefärbt. Als ich zu Anfang der öOger Jahre 
bei Malchin ein solches Männchen sah, war ich ebenfalls 
geneigt, dasselbe für L. viridis zu halten, bin aber 
später eines Bessern belehrt worden. Dem herpeto- 
logischen Anfänger kann so etwas nur zu leicht passiren. 
Obgleich die grüne Eidechse noch bei Danzig vor- 
kommen soll, und Grümke von einer „grünen Eidechse" 
von ziemlicher Grösse auf Eugen berichtet,*) so dürfen 
wir sie in Mecklenburg nicht suchen. Als nördlichster 
Fundort ist mit Sicherheit nur das Rüdersdorfer Kalk- 
gebiet anzusehen. In Mecklenburg kommen nur zwei 
Arten vor, von denen die eine von mir früher aus Un- 
kenntniss übersehen wurde und daher in der von Boll 
und mir gegebenen Ueb ersieht der Eeptilien Mecklen- 
burgs (Archivheft XI) fehlt. Diese beiden Spezies sind: 



*) Wohl ebenfalls nur Männchen v. L. agilis zur Brunstzeit. 

8* 



116 



Lacerta agilis und 

*) Lacerta communis Gesn. quadrup, ovip. pag. 30 c. fig. 
pag. 29, partim (1554). — Lacerta agilis Linne Syst. nat. 
pag. 202,15, partim (1758). — Seps caerulescens Laiir. 
Synops. reptil. pag. 62,109, tab. 1, fig. 3 (1768). — 
Lacerta agilis Wolf in Sturm's Deutschi. Fauna III, 
Heft 2, c. fig. (1799). — Lacerta sepium Griff, anim. 
Kingd. Cuv. IX, pag. 116 (1831). — Lacerta europaea 
Pall. Zoogr. rosso-asiat. III, pag. 29,31 (1831). — Lacerta 
stirpium Bonap, Amph. europ. pag. 33,23 (1839). 

Lacerta viripara. 

*) Lacertus vulgaris Ray Synops anim. quadrup. et serpent. 
pag. 264 (1693). — Lacerta vivipara Jacq. nov. acta 
helvet. I, pag. 33, tab. I (1787). — Lacerta agilis Grasso 
Dissert. inaug. med. de Lac. agil, partim (1788). — 
Lacerta aedura Sheppard Descript. of Brit. Liz. in 
Transact. iLinn. Soc. VII, pag. 50,2 (1804). — Zootoca 
vivipara Wagl. nat. Syst. d. Amphib. pag. 155 (1830). — 
Zootoca muralis Gray Catal. slend. tong. in Jard. Ann. 
nat. bist I, pag. 279 (1838). — ■ Zootoca montana Bonap. 
Amphib. europ. pag. 21 (1839). 

L. ag-ilis ist die grössere (15 — 22 cm) von beiden 
und findet sich besonders in trockenen Wäldern, unter 
Hecken, zAvischen Gebüsch und Steinhügeln, liebt über- 
haupt sonnige Stellen, die zugleich Schutz gegen Ver- 
folgung gewähren. Schreiber zählt in seinem ausge- 
zeichneten Werke über ein Dutzend Abarten von ihr 
auf. L. vivipara ist nicht blos bedeutend kleiner als 
agilis (nur 10 — 12, selten bis 15 cm gross), sondern 
auch schlanker und zarter. Sie findet sich auf feuchten 
Wiesen und an Graben- und Bachrändern, erscheint 
auch sehr früh , denn schon im April kommen die / 
Pärchen zusammen. Schreiber führt von ihr ebenfalls 
mehrere Varietäten an. 

Waren, den 8. December 1881. 0. Struck. 



*) Nach Schreiber's Herpetologia europaea. Braunschweig, 
F. Vieweg u. Sohn. 1875. 



Eine singende Maus. 



Am 23. October 1879 erzählte mir Herr Lehrer 
Neese hierselbst von einer singenden Maus, die er in 
seiner Wohnung gefangen habe, zugleich, dass er schon 
früher einmal eine gefangen, die aber bald darauf um's 
Leben gekommen sei. Da ich nun mancherlei über 
singende Mäuse gelesen, aber noch nie eine gehört hatte, 
so interessirte mich diese Mittheilung selbstverständlich 
in hohem Grade. Herr Neese war so freundlich, mir 
die Maus auf einen Abend zu überlassen, und bis in 
die Nacht hinein konnte ich ihren Gesang anhören, da 
sie in keiner Weise mit demselben geizte. Diese Maus 
war ein ausgewachsenes Männchen von Mus musculus L, 
und gut genährt. Während ich ihrem Gesänge mehrere 
Stunden lauschte und dabei ihr Gebahren beobachtete, 
fiel es mir ganz besonders auf, dass die Beschreibung, 
welche Herr Franz Schmidt in Wismar im Archivh. 
XXXII brachte und die ich vor mir hatte, so genau 
mit dem von mir Gehörten und Gesehenen in allen 
Punkten übereinstimmte, dass ich darauf verweisen kann. 
Nur wollte es mir scheinen, als wenn mitunter nach 
„ki-ö, ki-ö, ki-ö" noch eine Terze höher ein leises „hji" 
folgte. So viel ich weiss, sind viele von den beobachteten 
singenden Mäusen Männchen gewesen; ist dies immer 
der Fall, so darf gefolgert werden, dass dieser Gesang 
nichts weiter ist, als ein Lockruf derselben, um Weibchen 
zwecks Paarung herbei zu locken, wie wir das so viel- 
fach in der Tierwelt finden. Dieser Lockruf, der bei 
den meisten Mäuseböcken nur ein leises Gezwitscher ist, 
kann sich immerhin bei einzelnen Exemplaren — viel- 
leicht auch bei allen Männchen eines Wurfes — melodiös 
gestalten und — die singende Maus ist da. Die er- 



118 



wälinte Maus sang viel und oft und starb in ilirer Ge- 
fang-enschaft am 5. August 1880. 

Zufällig kam mir kürzlich die illustrirte Wochen- 
sclirift „Deutsches Familienblatt" in die Hände und zwar 
die No. 46 (Berlin, den 13. Nov. 1881) mit einem Artikel 
von Julius Stinde, betitelt: „Das Eäthsel der Singmäuse", 
in dem es unter anderm heisst: „Erst in neuerer Zeit 
hat Herr Dr. Cohen in Hamburg sich wieder eingehend 
mit den Singmäusen beschäftigt. Es war ihm nicht 
möglich, eingefangene Singmäuse längere Zeit im Käfig, 
trotz bester Pflege, zu erhalten, da sie sehr rasch ab- 
starben, durch welche Beobachtung die vorhin erwähnte 
Mittheilung aus China (die Chinesen sollen singende 
Mäuse der Ergötzlichkeit wegen im Käfig halten) höchst 
zweifelhaft erscheint. Das rasche Sterben der Tiere 
brachte Herrn Dr. Cohen auf die Vermutung, dass die 
Singmäuse sich in einem abnormen Zustand befänden. 
Die Section ergab bei allen von ihm beobachteten und 
untersuchten Singmäusen krankhafte Erscheinungen der 
Luftröhre, die sich mehr oder weniger entzündet zeigten, 
und da der sogenannte singende Ton sich nur beim Ein- 
athmen der Luft vernehmen lässt, darf die Entstehung 
desselben auf Verengerung der Luftröhre zurückgeführt 
werden, welche krankhaft affiziert ist. Dieser Umstand 
erklärt ebenfalls das Sterben der Tiere in der Gefangen- 
schaft, da andere Hausmäuse sich sehr bald an die Ent- 
ziehung der Freiheit gewöhnen, Nahrung nehmen und 
gut gedeihen." 

Gegen das schnelle Sterben der singenden Mäuse 
in der Gefangenschaft spricht nur der Umstand, dass 
die von Schmidt erwähnte über 9, und die von Neese 
gefangene über 7 Monate in der Haft ausdauerten. Ihr 
Tod kann leicht als eine Folge von zu reichlicher Nahrung 
bei zu geringer Anstrengung um dieselbe eingetreten sein. 

Waren, den 23. Februar 1882. 

C. Struck. 



Ein Schollen -Bastard. 

Platessa vulgaris X Rhombus maximus. 



Am 21. Aug. d. J. wurde mir eine anifallende 
„Scholle" mit der Frage, ob das nicht ein Steinbutt sei, 
vorgezeigt. Sie war von der Warnemünder Fischerfrau 
Hävernick mit andern „Maischollen", Platessa vulgaris 
Cuv., und einem kleinen Kleist, *) Ehombus laevis Eond., 
verkauft. Den letzteren hatten die Fischer nicht ge- 
kannt, und die Verkäuferin fragte nach dem Namen: 
Die Böte seien weiter hinaus gewesen, da fingen sie 
zuweilen ungekanntes Grethier. Der Ehombus war ihr 
aufgefallen, weil er glatt und fleckenlos sei und einen 
„Steinbüttkopf", weniger höckerig und die Augen links, 
habe. Die obengenannte Scholle, 32 cm. lang, hatte 
ebenfalls den „Steinbüttkopf" , also die Augen links, 
nicht so höckerig wie der der Scholle, sie hatte die 
gelben Schollenflecke, aber am Kopfe und auf der oberen, 
linken Seite, wesentlich um die gekrümmte Mittellinie 
herum, kleine Hautknochen, die hinter dem Kiemendeckel 
ziemlich dicht standen. Die letzteren waren nicht so 
gross, um am Kopfe Felder zu bilden, aber erheblich 
grösser und auffallender als die kleinen Eauheiten der 



*) Kleis, Kleist m. oder Kleise f. ist der Name des Rhombus 
laevis an der Eibküste, in Stade und Hamburg; an der Weser 
(Bremen) heisst er Tarbutt, augenscheinlich das engl, turbot, 
welches aber den Steinbutt bezeichnet. Die Travemünder Fischer 
nennen den Ehombus laevis Margretenbütt, während bei ihnen 
Kleis, Kliesche und Plattdisen den Warnemünder Schäning, Pla- 
tessa I/imanda, bezeichnet. Vergl. Lenz in Wittmack, Beitr. zur 
Fischereistatistik 1879. 



120 



Platessa flesus L. Die Afterflosse reichte etwas weniger 
an die Schwanzflosse heran, als sie beim Steinbutt zu 
thun pflegt, das Thier hatte auch eine etwas gestrecktere 
Form sowohl als der Steinbutt, als die Scholle. Die 
Zähne waren schärflich, doch nicht so spitzig wie beim 
Steinbutt. Das Fleisch stand in der Festigkeit der 
Muskulatur und im Geschmack der Scholle näher. 

Dass das Exemplar, welches leider nicht mehr zu 
erhalten war, ein Bastard gewesen, leidet schwerlich 
einen Zweifel. Die Gestalt des Kopfes und die Krümmung 
der Seitenlinie schliesst die Möglichkeit der Bastardirung 
Platessa vulgaris X Fl. flesus vollständig aus ; es bleibt 
demnach nur die Möglichkeit von Platessa vulgaris X 
Rhomlus maximus. Beide Elternformen sind in der Ost- 
see bekanntlich ganz erheblich kleiner als in der Nord- 
see. Schon vor Jahren nannte mir ein Warnemünder 
Fischer Ritgart eine einzeln weiter in die See hinaus 
gefangene Plattfischart „Blender." Ich hielt sie damals 
nach seiner unvollkommenen Beschreibung für Rliomhus 
laevis^ vielleicht ist es aber auch ein solcher Bastard, 
wenigstens weist der Name darauf hin. 

Rostock. K. E. H. Krause. 



Botanische Mitteilungen 

von Director Dr. K. E. H. Krause zu Rostock. 



1. Zum Polymorpliismus von Primula. 

Von der Primula farinosa L. der Warnemünder 
Wiesen habe ich in diesem Jahre 164 Blütenstände 
mit 1142 noch oder schon zur Beobachtung geeigneten 
Blüten auf den bekannten Polymorphismus untersucht. 
Es kamen also durchschnittlich 6,96 Blüten auf jeden 
einzelnen Blütenstand; die völlig vertrockneten und 
die noch wenig entwickelten Knospen mitgerechnet, 
fielen etwa 10 (wechselnd von 2 — 19) auf die Inflorescenz. 

Von jenen 1142 Blüten in 164 Blütenständen war: 

A. die Kronröhre oben durch die Staubbeutel ge- 
schlossen, d. h. die Staubfäden sind der Eöhre in V» 
der Höhe eingeheftet, resp. bis dahin mit ihr ver- 
wachsen und neigen sich am Ende derselben oberhalb 
des kurzen Griffels zusammen (s. g. Schlussblumen der 
Gärtner bei der Aurikelzucht) bei: 

Blüten: 558 = 48,9 7o, 
Inflorescenzen: 78 = 47,6 %. 
Nur auf 2 Inflorescenzen waren Blüten aus A und 
B gemischt. 

B. Die Griffel erhoben sich über die zusammen- 
neigenden Staubbeutel in 

Blüten: 584 = 51, i %, 
Inflorescenzen: 84 = 51,2 7o 
und in den 2 oben genannten gemischten Blütenständen. 
Von diesen letzteren 584 waren 
a) s. g. „Lochblumen" der Gärtner, d. h. die Staub- 
fäden sind in Vs der Eöhrenhöhe eingeheftet und der 
Griffel erhebt sich nicht bis in den Schlund der Eöhre: 
Blüten 242 = 21,2 % der Gesammtsumme, 
Inflorescenzen nur mit Lochblumen 18 = 10,9 7o der 
Gesammtsumme. 



122 



Es sind dieses voraussichtlich die „gieichgriifeligen" 
Blüten der Autoren, obwohl ich keine Exemplare fand, 
deren Narbe grade in den Kranz der zusammen neigenden 
Staubbeutel gereicht hätte; sie erhob sich immer darüber. 
Eine morphologische Schlussfolgerung, wie Darwin *) nach 
Scott gethan, worauf mich mein Sohn, Dr. Ernst H. L. 
Krause in Berlin, aufmerksam machte, wage ich nicht zu 
ziehen. Eine von diesen Inflorescenzen hatte nur Blüten, 
deren Staubfäden in V2 der Röhrenhöhe eingeheftet waren. 

b. Der Griffel reicht bis in oder über den Eachen 
der Eöhre, die Staubfäden sind in V2 der Röhrenhöhe 
eingeheftet: 

Blüten 342 = 29,9 7o der G-esammtsumme, 
Inflorescenzen nur 
mit solchen Blüten 29 = 17,? % der Gesammtsumme. 

c. Blütenstände mit a- und b-Blüten: 

37 = 22,6 % der Gesammtsumme. 
Von allen 84 B-Inflorescenzen (Griffel oberhalb der 
Staubbeutel sich erhebend), bildeten dagegen 

a = 21,4.. 7o. 
b = 34,5.. %. 
c = 44,0.. %. 
= 100. 
Von den 2 Inflorescenzen mit A- und B-Blüten 
hatte 1 : 9 Blüten = 3A-}-5Ba + lBb 

1 : 5 Blüten = 1 A (doch die Staubfäden etwas 
niedriger in der Röhre) -|- 4 Ba. 

Von den 18 Inflorescenzen Ba hatte 1 mit 12 Blüten 
die kurzen Staubfäden alle noch oberhalb V2 der Röhre 
eingefügt. 

Von den 29 Inflorescenzen Bb hatte 1 mit 
18 Blüten alle Staubfäden ebenfalls noch oberhalb '/g 
der Röhre eingefügt. 



*) Die verschiedenen Blütenformen an Pflanzen der näm- 
lichen Art. Deutsch von J. Victor Carns. Stuttgart 1879. S. 194. 



123 



Von den 37 Inflorescenzen Bc hatte 1 4 Blüten 
Ba und 12 Bb, in den letzteren die Staubfäden in V2 der 
Eöhre, in den 4 ersteren in V* der Röhre eingefügt. 
Darnach ergiebt sich die folgende Tabelle: 

Blüten. Vo Infi. 7o 

A. kurzgriffelig 558 48,9 78 47,6 

B. langgriffelig 584 51,i 84 51,2 



a. Griffel erreichte!. Schlund d. Röhre nicht 242 21,2 18 10,9 

b. Griffel erreicht den Schlund 342 29,9 29 17,7 

c. Inflorescenzen a u. b gemischt — — 37 22,6 

C. Inflorescenzen A u. B gemischt — — 2 1,2 



Summa 1142 100 164 100. 
Die Vermischung kurzgriffeliger und langgriffeliger 
Blüten auf derselben Inflorescenz erschien also höchst 
selten. 

Die langgriffeligen Formen nach meiner Zählung 
überwogen die kurzgriffeligen doch hinsichtlich der 
Blüten nicht sehr bedeutend (2,2 ^;o der G-esammtsumme), 
hinsichtlich der Inflorescenzen allerdings um 6 ^/o der 
Gesammtsumme. Wollte man die Form Ba für gleich- 
griffelig ansehen, so würde die kurzgriifelige Form aller- 
dings jede einzelne der anderen bedeutend überragen. 

Die Inflorescenzen Bc überragen entschieden sowohl 
Ba wie Bb. Wenn es danach nahe liegt, zu erwägen, 
ob möglicher Weise Ba und Bb, oder auch Bb und Ba 
aufeinander folgende Entwickelungs Stadien sind, welche 
jede B-Blüte durchzumachen hätte, so ist dies in solcher 
Allgemeinheit jedenfalls abzuweisen, denn ich habe Ba- 
und Bb- Blüten nach unmittelbarem Aufblühen und in 
schon abtrocknendem Zustande gefunden. 

Bemerkt habe ich aber, dass die Form Bb beim 
Aufblühen häufiger erscheint als in voll entwickelten 
Exemplaren; es ist daher möglich, dass ein Theil der 
Bc- Inflorescenzen beim Abblühen zu Ba-Inflorescenzen 
werden kann. Es scheint der Griifel mit dem Aufblühen 
seine Länge schon erreicht zu haben, während die 
Kronröhre noch wächst und danach auch das Verhältniss 



124 



der Höhe des Staubfädenstandes zur Griffellänge ändert, 
so dass die Grüfelhöhe im Verhältniss zu den andern 
Theilen später scheinbar abnimmt. 



2. Veronica Ohamaedrys L. Waldform. 

1879 und 1880 fand ich in den Barnstorfer Anlagen 
bei Eostock, beide Jahre an derselben Stelle, im Schatten 
eine Veronica, welche ich als Y. montana mit zu Hause 
brachte, bei genauerer Vergleichung stellte sich aber so 
grosse Aehnlichkeit mit V. Ohamaedrys heraus, dass ich 
sie für einen Bastard beider gehalten hätte, falls ein 
Standort der Montana in der Nähe bekannt gewesen 
wäre. Mein Sohn Ludwig hat dieselbe oder ähnliche 
Formen in diesem Sommer auch aus den Barnstorfer 
Tannen, aus den Kösterbecker Tannen, aus den Gehölzen 
von Willershagen und Evershagen und dem Häschen- 
dorfer Süderholz heimgebracht, und sie hat sich ent- 
schieden als eine Wald- oder Schattenform der Ohamaedrys 
ergeben. Die oberen Blätter sind in diesen Formen 
regelmässig länger oder kürzer gestielt, einzeln hatte 
der Stiel die Länge der Blattfläche, bei manchen Exem- 
plaren waren alle Blätter gestielt, die oberen, einzeln 
auch die untern lang gestielt, eiförmig, gekerbt-gesägt. 
Der Stengel war nur an einzelnen Stellen zweireihig, 
sonst zerstreut behaart, letzteres oft im oberen Theile 
auf die Hälfte der Länge, seltener unten; es kam auch 
zerstreute Behaarung des ganzen Stengels vor, so dass 
die Zweizeiligkeit nur unten noch am dichtem Stande 
der Haare zu erkennen war. Die Blüten hatten nicht 
das gewöhnliche Himmelblau der Ohamaedrys, sondern 
die weislich blaue Färbung der Montana mit dadurch 
auffälliger dunklerem Geäder. Früchte sind nicht gefunden. 
Vielleicht bleibt die Pflanze an solchen Standorten steril. 
Die Montana-Färbung der Blüten bei normalen Blättern 
und zweizeiliger Behaarung kam auch bei Benecken- 
hagen vor. 



Botanische Miscellen. 



Jjei Durchsicht meines Herbariums finde ich ein 
paar Notizen, die vielleicht auch weiteren Kreisen von 
Interesse sein dürften. 

Als ich vor längeren Jahren in Rostock dem 
Studium der Qraminem mit Eifer mich zuwandte, fand 
ich in dem nahe bei der Stadt an der Rostock-Laager 
Chaussee gelegenen Kiefernwäldchen (wenn ich nicht 
irre „beim Einsiedler" genannt) von Triticum repens L. 
eine grosse Zahl von Exemplaren, auf deren unteren 
und mittleren Spindelzähnen je zwei Aehrchen sich ent- 
wickelt haben; und eins der dort gesammelten Exemplare 
zeigt auf dem untersten Spindelzahn zwei, auf dem 
drittunteren Spindelzahn sogar drei völlig ausgebildete 
Aehrchen, von denen das mittlere auf einem kurzen 
Stielchen sitzt. Solche Entwickelung ist natürlich nur 
möglich, wenn die Anlage dazu bei der Species von 
Natur vorhanden ist. Triticum repens wäre also der 
natürlichen Anlange nach ein Elymus und wird nur 
dadurch, dass die beiden Seitenährchen gewöhnlich fehl- 
schlagen zum Triticum. Bei Elymus dagegen findet 
vielfach ein Fehlschlagen des mittleren oder Haupt- 
ährchens statt. Zu bemerken ist noch, dass an den in 
Rede stehenden Exemplaren von Tr. repens die beiden 
Kelchklappen der überzähligen Aehrchen genau dieselbe 
Stellung haben, wie bei Elymus, also nicht einander 
gegenüberstehn. 

Ferner finde ich in meiner Sammlung zwei Exem- 
plare von Lolium perenne L., die ich bei Nienburg a./W. 
gesammelt liabe, und welche beide auf den zwei unteren 
Spindelzähnen statt eines Aehrchens je eine Neben- 
spindel mit sechs bis zwölf Aehrchen entAvickelt haben. 



126 



Die gewöhnlichen Kelchklappen stehen an dem einen 
Exemplar kräftig ausgebildet an der Hauptspindel; bei 
dem andern Exemplar sind sie gegen die oberen be- 
deutend verkümmert. Dass diese Blättchen unter Um- 
ständen ganz werden fehlschlagen können, wird nicht 
zu leugnen sein. Lolium ist also der natürlichen Anlage 
nach eine Festuca; und Festuca loliacea Huds. oder Lolium 
festucaceum Lk. würde zu den echten Festuca-KvtQYi den 
natürlichen üebergang bilden, wenn nicht etwa diese 
Spezies — worüber ich mir kein Urtheil erlaube — als 
durch Fehlschlagen der meisten Aehrchenstiele gebildete 
Abnormität der Festuca elatior aufzufassen ist. 

Dass die Länge oder Küi^ze der Aehrchenstiele bei 
den Gramineen wohl praktisch aber nicht wissenschaftlich 
ein generisches Unterscheidungsmerkmal abgeben kann, 
liegt nach dem obigen auf der Hand. Wenn sich nun 
die Gattung Psamma P. B. (Amm,opMla Host.) von 
Galamagrostis hauptsächlich eben nur durch die ver- 
schiedene Länge der Aehrchenstiele unterscheidet, 
während sehr auffällige Merkmale beide Gattungen mit 
einander verbinden, wie z. B. besonders die eigen- 
thümlichen Haare am Grunde der Blüthenspelzen, so 
dürfte Psamma mit Galamagrostis doch wieder vereinigt 
werden müssen. Dass bei Psamma die untere Kelch- 
klappe kleiner, bei Galamagrostis dagegen länger ist, als 
die obere, kann dem gegenüber kaum ins Gewicht fallen. 
Vor allem nöthigt zur Vereinigung die sehr merkwürdige 
Psamma haltica Lk. Diese in den Ostsee-Dünen bei 
Warnemünde häufige Pflanze kann nicht als wirkliche 
Spezies angesehen werden. Sie sieht auf den ersten 
Blick einer tauben Galamagrostis Epigeios gar ähnlich, 
mit der sie überall zusammen vorkommt; und sie ist 
wirklich taub; keimfähige Samen sind wohl noch nicht 
bei ihr gefunden worden; und es ist kaum ein Zweifel 
möglich, dass sie nicht ein Bastard von Galamagrostis 
Fpigeios und Galam, (Psamma) arenaria L. sei. 

Schliesslich erwähne ich noch einen Zweig von 
Lonicera Tatarica L. — den Fundort habe ich leider 



127 



nicht notirt — an welchem ein Blütenstiel statt der 
gewöhnlichen zwei Blüten deren sechs trägt, während 
der gegenüberstehende Blütenstiel nur drei Blüten 
entwickelt hat. An dem ersteren Blütenstiel ist nämlich 
aus dem Winkel der beiden unter jedem Fruchtknoten 
stehenden kleinen Blättchen je ein neuer Fruchtknoten 
mit Blüte hervorgetreten; und von den sechs Blüten 
sind fünf ziemlich gleich entwickelt ; die sechste ist 
etwas zurückgeblieben. Was bei L. CaprifoUum etc. 
Eegel ist, ist hier einmal ausnahmsweise eingetreten. 
Uebrigens dürfte obiges Beispiel ein sicherer Beweis 
dafür sein, dass bei Lonicera von Brakteen nicht geredet 
werden darf, sondern dass die fraglichen Blättchen zAvei 
Keimblättchen von gewöhnlich fehlschlagenden Blüten 
sind. 

Fr. W. Konov\r, p. 



J 

Starke Stämme von Hedera Helix L. 



iotarke Epheustämme sind wohl an Euinen und 
Häusern nicht selten, sicherlich aber in der Wildniss 
an Bäumen, wenigstens hat, so weit ich es ermitteln 
konnte, kein Botaniker aus Mecklenburg darüber etwas 
bekannt gemacht. Es erscheint daher nicht unwichtig, 
wenn ich über einige Stücke von Epheustämmen, die 
sich im von Maltzan'schen Museum befinden, berichte. 
Es ist ja möglich, dass weitere Mittheilungen dann 
folgen. Das schwächste Stammstück stammt aus der 
„Paar" bei Bützow; es ist 13 cm lang, hält 19 cm 
Umfang, ist der Länge nach aufgeschnitten, um die 
Politur zu zeigen und ein Greschenk des Herrn Ober- 
lehrers Arndt -Bützow. Das zweite Stammstück, aus 
einem Buchenwald bei Pinnow, hat eine Länge von 
41 cm und misst 28 cm im Umfang. Ueber diesen 
starken Epheu habe ich nur in Erfahrung bringen 
können, dass derselbe um eine gewaltige Buche gerankt 
war, die ein Sturm niederlegte. Zwei andere Stücke 
ein und desselben Stammes zeigen ebenfalls diese ausser- 
gewöhnliche Stärke. Davon ist das Wurzelende 128 cm 
lang, hat an der Wurzel 37 cm Umfang, oben 27 cm; 
das andere Stück von 143 cm Länge hält unten 27, 
oben 26 cm Umfang. Diese beiden' Stücke stammen von 
einem Epheu aus den „Seeblänken" bei Waren. Der 
ganze Stamm soll gegen 20 Meter gewesen sein und 
hatte eine starke Eiche theilweise umschlungen und die 
Eichenkrone dermassen durchrankt, dass die Banken 
sämmtliches Eichengezweig beherrschten. Als die Eiche 
im Jahre 1879 gefällt wurde, musste auch der Epheu 
zerstört werden. Herr Stadtförster Diesing, der die ge- 



129 



dachten Stammenden schenkte, erzählte mir von einem 
ähnlichen Epheuriesen in demselben Holze, der zur Zeit 
noch grüner. Sobald meine Zeit mir eine Excursion 
nach den Seeblänken gestattet, werde ich dies seltene 
Exemplar, das gewiss ein hohes Alter besitzt, in Augen- 
schein nehmen. 

Waren, den 8. December 1881. 

C. Struck. 



Nachtrag: In meinem „Verzeichniss der in der 

Umgegend von Bützow wild wachsenden Gefäss- 

pflanzen", welches im Programm der Bützower Realschule 
Ostern 1870 erschien, habe ich zu Hedera Helix L. eine 
grössere Anzahl von Localitäten angeführt, wo dieselbe 
in blühbaren Exemplaren vorkommt. Einzelne vorzüglich 
starke Stämme sind besonders hervorgehoben, so im 
Zepeliner Holz zwei sehr starke, von denen der eine 
4" rh. im Durchmesser hat, also nahezu 33 cm Umfang, 
während aus der Mäcker ein Stamm erwähnt wird mit 
einem Durckmesser von fast 7" rh., das giebt etwa 
57 cm Umfang. Dieser Stamm war also bedeutend 
stärker als der stärkste der von Struck angeführten. 
Leider sind auch diese schönen Epheustämme der Forst- 
cultur zum Opfer gefallen. — Der Epheu wächst übrigens 
schneller in die Dicke als man gewöhnlich glaubt. So 
hat z. B. der oben von Struck aus der Paar erwähnte 
Stamm von 19 cm Umfang, also einem Durchmesser von 
6 cm oder 2V3" rh., nach Ausweis der Jahresringe ein 
Alter von 33 Jahren. C. A. 



Archiv XXXV. 



Riesenexemplare von Pteris aquilina. 

Mittheilung von Geh. Sanitätsrath Dr. Ad. Brückner - Schwerin, 
vom Januar 1880. 



Im Aug. V. J. erzählte mir Herr Kammerherr Baron 
von Laffert auf Schwechow, dass in seinen Forsten ein 
auffallend grosses Farrnkraut wachse, in dessen Dickicht 
ein grosser Mann aufrecht stehen könne, ohne hervor- 
zuragen. Ich sagte ihm, dass mich das wundere und 
dass es kein anderes als Pteris aquilina sein könne. 
Herr von Laffert erzählte mir auch, dass verschiedene 
Herrn sich Exemplare in Menge hätten ausgraben und 
in ihre Forsten verpflanzen lassen, aber vergeblich. 
Durch die Güte des genannten Herrn erhielt ich anfangs 
September ein Exemplar, welches, zwar eins der grösseren, 
doch nach nur kurzer Umschau ausgewählt war. Es 
hatte ein etwa handlanges Ende der abgerissenen Wurzel 
und mass im ganzen bis zur Laubspitze 317 cm.*) Der 
Stengel über der Wurzel bis an das Laub 175 cm, doch 
treten schon in einer Stengelhöhe von 131 cm 2 schwach 
belaubte Zweige ab ; ferner finden sich in einer Stengel- 
höhe von 91 cm zwei kurze Stümpfe, welche auch wohl 
der Laubbildung gedient haben und bis auf den kurzen 
Rest abgestorben und abgestossen waren. Das ganze 
Exemplar war frisch, zeigte aber keine Anstalt zur 
Fructification. Es scheint, wenn man nach dem einen 
Exemplar schliessen darf, dass nur die unfruchtbaren 
Wedel solche Länge erreichen, denn bei fructificirenden 
habe ich eine solche Höhe weder gesehen noch geahnt. 



*) Ascherson giebt die Höhe bis 10' in Pommern, bis 13' in 
Schlesien an ; Röper in einer Anm. auf p. 65 des I. Th. Zur Flora 
Mecklenburgs, in Nassau bis 14'. 317 cm = 10,2' rhein. C. A, 



Prolification bei Scabiosa columbaria. 



Ünde Juli und Anfangs August 1881 fand ich bei 
Feldberg- etwa 200 Schritte hinter der Marien -Quelle 
an einer mergeligen Böschung des Fahrweges eine 
Anzahl Exemplare von Scabiosa columbaria L., bei denen 
das auf der Hauptachse stehende Köpfchen eine durch 
Prolification gebildete Abnormität zeigt, während alle 
Köpfchen der Seitenzweige völlig normal gebildet sind. 
Derartige Prolificationen scheinen bei dieser Pflanze 
nicht so gar häufig beobachtet zu sein; wenigstens finde 
ich in dem mir zugänglichen Material nur in Eöhling's 
Flora Deutschland, bearbeitet von Mertens und Koch, 
1823, in Anm. 2 zu Scab. columb. „die Neigung zu pro- 
liferiren" erwähnt. Ascherson, der in seiner Flora der 
Provinz Brandenburg anführt, dass er bei Misdroi auf 
Wollin ein Exemplar von Scab. columb. gefunden habe, 
„an dem sich in einer der oberen Blattachseln statt 
eines Blütenzweiges eine einzelne kurz gestielte Blüte 
entwickelt" hatte, würde gewiss Fälle von Prolification, 
wenn er sie gefunden, mitgetheilt haben. — Ich glaube 
daher eine kurze Beschreibung der von mir gefundenen 
Missbildungen geben zu dürfen. 

Bei den abnormen Köpfchen sind über dem Hüll- 
kelch ungestielte und gestielte Köpfchen hervorge- 
brochen, die viel kleiner als die normalen sind, aber 
doch noch 30 biz 40 Blüten tragen. Der geringste G-rad 
der Missbildung besteht darin, dass nur ein seitliches, 
kleineres Köpfchen am Grunde des normalen vorhanden 
ist. Bei weiterer Ausbildung treten mehrere kleinere 
seitliche Köpfchen auf, die in ilirer Entwicklung weit 
hinter dem Hauptköpfchen zurück sind und darin denen 
auf den Achsen 3. Ordnung gleichstehen. Dann treten 



132 



zu den sitzenden Nebenköpfchen gestielte hinzu, deren 
Stiele von verschiedenster Länge sind, zuweilen kaum 
die Blüten des Hauptköpfchens überragen, oder eine 
Länge von 1 — 7 cm erreichen. Eins dieser Exemplare 
trägt fast über jedem Blättchen des Hüllkelches ein 
Nebenköpfchen, von denen 6 gestielt und 4 sitzend sind; 
bei einem andern sind 19 länger oder kürzer gestielte 
und 8 ungestielte Nebenköpfchen vorhanden. Das am 
vollkommensten ausgebildete Exemplar hat neben 3 kurz- 
gestielten, fast sitzenden 5 ziemlich gleichlang gestielte, 
fast regelmässig um das Haupt köpfchen angeordnete 
Nebenköpfchen. Ausserdem sind hier noch einzelne 
Blüten des Hauptköpfchens modificirt, indem sie sich 
auf einem Stielchen etwas erheben und einen Hüllkelch 
haben, der ganz so gebildet ist wie bei den normalen 
Köpfchen, abgesehen natürlich von der Zahl der Blatt chen; 
es sind also 1 blutige Köpfchen. 

Unter einer grossen Anzahl normaler Pflanzen fand 
ich bei sechsen die Prolification. 

Bützow, Sept. 1881. 0. Arndt. 



Höhe der Feldberger Seen. 



Im vorigen Jahrgänge habe ich über die Seen von 
Feldberg, namentlich über Sprockwitz, Dreez und Krüselin 
berichtet, konnte aber die Höhenunterschiede der ver- 
schiedenen Seen nur nach ohngefährer Schätzung oder 
nach Jahrhunderte alten Messungen anführen. Im letzten 
Sommer bot sich mir die günstige Gelegenheit, die Lage 
der Seen zu einander bestimmen zu können, da der 
Ingenieur Herr Th. Eiemann, z. Z. bei Feldberg mit 
Vermessungen beschäftigt, die Güte hatte, mit seinem 
Theodolithen in meinem Beisein ein genaues Nivellement 
zwischen den Seen, auf die es mir besonders ankam, 
vorzunehmen. 

Durch einen glücklichen Umstand fügie es sich, 
dass das vorgenommene Nivellement auf einen auf der 
Thomstorffer Feldmark in derUkermark belegenen trigono- 
metrischen Stationspunkt bezogen werden konnte, so dass 
die aufgeführten Höhen auf den Amsterdamer Pegel — N.N. 
— bezogen sind. Die Höhe der Thomstorffer Station 
ist 99,11 m über N. N. Darnach ergeben sich die 
Höhen der Feldberger Seen über N. N. wie folgt: 
Spiegel des Krüselin = 77,09 m 

des Dreez = 86,42 m 

des Carwitzer Sees = 86,42 m 

des schmalen Luzin = 86,88 m 

des Haussees bei Feldberg = 86,88 m 
des Sprockwitz (Sommer) == 94,03 m 
„ „ (Winter) = 95,43 m 

des Hecht-Sees = 95,09 m 

des Faulen Sees (Sommer) == 93,01 m 
„ „ „ (Winter) = 93,65 m 



134 



Der zwischen Dreez und Krüselin gelegene Höhen- 
rücken ist an seiner höchsten Stelle, dort wo die Land- 
strasse von Feldberg die Landesgrenze schneidet, 98,05 m 
über N. N. 

Der Höhenunterschied zwischen Krüselin und Dreez 
beträgt demnach bei einer Entfernung von 500 m 
(Tielemann Stella giebt dieselbe auf etAva 100 Euthen, 
nicht wie es Arch. XXXIV p. 260 heisst, auf 400 Euthen 
an) 9,32 m = 29,69 Fuss rhein. Der Gipfel des 
Bücken zwischen beiden Seen liegt über dem Spiegel 
des Dreez 11,63 m = 46,65 Fuss rhein., über dem 
Spiegel des Krüselin 20,96 m = 66,78 Fuss rhein. 
Letztere Zahl möchte etwa mit der Angabe Tilemann 
.S.tella's, der die Höhe des Hügelrückens auf höchstens 
30 Ellen angiebt, übereinstimmen. 

Der Unterschied in der Höhe zwischen dem Sprock- 
witz und dem Feldberger Haussee ist lange nicht so 
bedeutend, wie ich ihn 1. c. p. 255 angegeben. Er war 
dort auf 25 — 30 m geschätzt, beträgt aber nur etwa 
7 m, also ungefähr so viel Fuss, wie dort Meter ange- 
geben. Bei dieser Gelegenheit möge es mir gestattet 
sein, eine höchst interessante Beobachtung in Bezug auf 
den Sprockwitz als Berichtigung anzuführen. Im vorigen 
Heft hatte ich gesagt, dass der Sprockwitz im October 
1880 durch unterirdischen Abfluss in 2 völlig von ein- 
ander getrennte Seen getheilt gewesen sei. Diese 
Trennung hat aber nicht lange gedauert, sondern schon 
im December 1880 war das Wasser des Sees sehr hoch 
gestiegen, so dass wieder Eine grosse Wasserfläche 
•vorhanden gewesen ist. Das Steigen hat dann zuge- 
nommen den Winter über; im August 1881 aber war 
das Wasser schon wieder um ein beträchtliches gefallen, 
und darauf beziehen sich die beiden Höhenangaben. Im 
Winter oder Frühling hat das Wasser 1,4 m = 4,46 F. rh. 
höher gestanden als im August. Die Fläche des Sees 
zur Zeit des höchsten Wasserstandes im J. 1881 ist der 
vom J. 1868 etwa gleich gewesen, also c. 178,000 qm- 
Es würde demnach der See vom Frühling her fast 



\ 

135 

V4 Mill. Cubikmeter Wasser durch unterirdischen Abfluss 
verloren haben; der Boden muss also von sehr grosser 
Durchlässigkeit sein. Uebrigens kann ich noch berichten, 
dass der Wasserstand des Sprockwitz schon noch 
niedriger gewesen ist, als im J. 1880, da es schon vor- 
gekommen, dass der See in drei Theile getrennt ge- 
wesen ist. Es ergiebt sich also, dass ein niedriger 
Wasserstand sehr bald mit einem höheren wechsebi 
kann; meine Annahme von einer Verstopfung eines 
unterirdischen Abflusses wird also hinfällig. Das Steigen 
kann nur durch Zufluss atmosphärischer Wasser, das 
Fallen durch fortdauerndes Durchsickern der durch- 
lässigen Bodenschichten erklärt werden. Dabei wäre 
es immerhin denkbar, dass das Fallen schneller vor sich 
geht, wenn das Wasser sehr hoch steht, langsamer, wenn 
der Wasserstand niedriger ist; es müssten die höher 
gelegenen Schichten durchlässiger sein als die niederen. 
Ein sehr schnelles Fallen bei hohem Wasserstande folgt 
aus dem angeführten Beispiel vom Frühling und 
Sommer 1881. 

Bützow, Sept. 1881. 0. Arndt. 



Geheim. Sanitätsrath Dr. A. Brückner. 



Nekrolog. 

Wir erfüllen die traurige Pflicht, den Mitgliedern 
unseres Vereins Kenntniss zu geben von dem am 4. Juli 
d. J. erfolgten Tode des Herrn Geheimen Sanitätsraths Dr. 
Brückner in Schwerin, der unserem Vereine bald nach 
seiner Gründung i. J. 1847 beitrat, die Mecklenburgische 
Flora durch Entdeckung neuer Arten bereicherte und 
auch schiiftstellerisch für unser Archiv thätig gewesen 
ist. Seinem Andenken widmen Avir nachfolgende Zeilen. 

Der Verewigte entstammt einer Familie, welche 
über 200 Jahre in Mecklenburg ansässig, mit Dr. med. 
Gustav Ernst Brückner (Sohn des kurfürstlich branden- 
burgischen Leibarztes Caspar Brückner), geb. 1654 zu 
Zerbst in Anhalt, Arzt und später auch Bürgermeister 
in Wittenburg, gest. 1752, in unser Land kam und aus 
welcher eine Reihe tüchtiger Aerzte und Naturforscher, 
Juristen und Prediger hervorgegangen sind. 

Adolf Friedrich Albrecht Brückner wurde am 8. 
October 1817 in Ludwigslust geboren und war der älteste 
Sohn des dort am 30. März 1860 im 71. Lebensjahre 
verstorbenen Geh. Medicinalraths Dr. G. A. Brückner, 
der zuerst die geognostischen Verhältnisse unseres Landes 
erforschte und in seiner Schrift: -„Wie ist der Grund 
und Boden Mecklenburgs geschichtet und entstanden?" 
beschrieb. Den ersten Unterricht erhielt Adolf Brückner 
im elterlichen Hause und kam sodann auf das Gymnasium 
zu Neubrandenburg, das während seines Dortseins unter 
den Eectoren Milarch, Füldner und Friese , in grossem 
Ansehen stand. Nachdem er dasselbe neun Jahre be- 
sucht, verliess er es Ostern 1841 mit dem Zeugniss der 



137 



Eeife zur Universität. In diesem beisst es u. a.: „seine 
Kenntnisse in der Physik und Chemie sind vollkommen 
genügend, da er für diese Wissenschaften eine vor- 
waltende Neigung gezeigt hat. Die Prüfungscommission 
entlässt ihn mit dem Wunsche, dass seine geschwächte 
Gesundheit sich wieder befestigen möge." 

Brückner bezog nun, um Medicin zu studiren, die 
Universität Bonn, wo er am 4. Mai immatriculirt wurde, 
und zunächst die naturwissenschaftlichen Vorlesungen 
der Professoren Goldfuss, Bischof, Treviranus und Nögge- 
rath hörte. Nach IV2 Jahren bestand er dort unter dem 
Decanate von Nöggerath am 5. Aug. 1842 die philosophisch- 
naturwissenschaftliche Prüfung mit dem Prädicate „gut." 
Hierauf ging er zum Studium der medicinischen Disci- 
plinen über, in denen die Professoren Mayer, Weber, 
Nasse, Bischoff, Albers, Wutzer, Kilian und Budge seine 
Lehrer waren. Nachdem er SVs Jahre in Bonn studirt, 
ging er von dort nach Eostock, wo er die Vorlesungen 
der Professoren Strempel, Spitta, Stannius, v. Blücher, 
Krauel und Quittenbaum besuchte. Hier ward ihm nach 
Absolvirung der medicinischen Staatsprüfung und nach 
Einreichung seiner Inauguraldissertation „De morte 
suffocativa neonatorum", welche dem Professor Dr. 
Stannius gewidmet ist, am 26. Juli 1846 von der medici- 
nischen Facultät die Doctorwürde ertheilt. Die Con- 
cession zur unbeschränkten medicinisch - chirurgischen 
Praxis erhielt er am 7. Aug. 1846. 

Brückner Hess sich nunmehr in Schwerin nieder 
und widmete sich mit grossem Eifer seinem Berufe. 
Nach und nach fand er einen ausgedehnten Wirkungs- 
kreis, indem ihm neben seiner Privatpraxis auch noch 
mehrere ärztliche Aemter übertragen wurden; er wurde 
Arzt mehrerer Innungen, der grossherzoglichen Haus- 
haltsdomäne Rabensteinfeld, ferner Control- (Vertrauens-) 
Arzt bei der Mecklenburgischen Lebensversicherungs- 
und Sparbank am 1. Septbr, 1853 und Gendarmeriearzt 
i. J. 1860. Seit dem 10. November 1857 als Stadtarzt 
angestellt, entwickelte er in dieser amtlichen Function 



138 



eine grosse, segensreiche Thätigkeit, insbesondere machte 
er sich dadurch verdient, dass er epidemischen Krank- 
heiten vorzubeugen und ihre Weiterverbreitung mit 
grösster Energie zu hindern wusste. Als die Cholera 
i. J. 1859 in Mecklenburg auftrat, verfasste er die Schrift 
„Schutzmassregeln wider die Cholera", welche eine kurze 
Zusammenstellung der medicinal-polizeilichen Massregeln 
gegen diese Krankheit nach dem neuesten Standpunkt 
der Wissenschaft enthält und vom Hohen Ministerium 
an die verschiedenen Obrigkeiten gesandt wurde, um 
die erforderlichen Massnahmen in Grundlage der 
Brückner'schen Vorschläge zu treffen. Auch über die 
Grenzen Mecklenburgs hinaus wurde jene Schrift be- 
kannt und gewürdigt, indem eine Anzahl auswärtiger 
Magistrate sie zur Norm für die sanitätspolizeilichen 
Anordnungen zur Unterdrückung der Cholera machte. 
Nach einigen Jahren (1867) gab er eine „Kurze topogra- 
phisch-meteorologische Schilderung der Stadt Schwerin" 
heraus , eine dankenswerthe Arbeit , da über diesen 
Gegenstand vorher nichts existirte. 

In den letzten drei Decennien war sein Specialfach 
die Electrotherapie, in der er schöne Erfolge erzielte. 
Seine reichen Erfahrungen und Leistungen auf diesem 
Gebiete hat er in einer Reihe von Abhandlungen und 
Berichten niedergelegt, welche in der Deutschen Klinik, 
Jahrg. 1865, 1867, 1868, 1870, 1871, 1872, ferner in der 
Berliner klinischen Wochenschrift, Jahrg. 1869, 1877 
und in den Memorabilien von Betz, Jahr. 1878 publicirt 
sind. Noch in seiner letzten schweren Krankheit be- 
schäftigte er sich angelegentlich mit dem Gedanken, 
einen Leitfaden für die Electrotherapie zu verfassen. 
Leider war es ihm nicht vergönnt, diese Arbeit zu 
vollenden. 

Während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 
fungirte er als ordinirender Arzt am Reservelazareth 
zu Schwerin. 

Obwohl er durch seine vielfache ärztliche Be- 
schäftigung sehr in Anspruch genommen wurde, so fand 



139 



er doch nocli Zeit, sich mit verschiedenen naturwissen- 
schaftlichen Disciplinen zu beschäftigen, insbesondere 
war es die Botanik, für die er von seiner frühsten 
Jugend an stets ein lebhaftes Interesse hegte. Von 
seinem unermüdlichen Sammel - Fleisse zeugen seine 
schönen, trefflich geordneten und gutgepflegten Herbarien. 
Auch gehört er zu den Mitarbeitern an dem Aufbau 
unserer Landesflora, indem er zuerst in Mecklenburg 
folgende Cryptogamen entdeckte: Zeora vitelUna (i. J. 
1860), Biatora ferruginea (i. J. 1860), sphaeroides (i. J. 
1860), Ägancus odorus (i. J. 1855), stercorarius (i. J. 
1858), Cantharellus cinereus (i. J. 1858), Hydnum Erinaceus 
(i. J. 1855), Corticium aureum (i. J. 1858), Helvella crispa 
(i. J. 1858), Peziza Marsupmm (i. J. 1858). Seine 
botanischen Aufsätze: „Peloria anectaria^' , „Beobachtungen 
über die Farbenveränderungen in der Substanz einiger 
Hut-Pilze", „Hydnum cyatMforme und zonatum^^ hat er 
in unserem Archiv Jahrg. 1848, 1855 und 1879 ver- 
öffentlicht. Bereits seit d. J. 1847 gehörte er unserem 
Vereine an, dessen zu Schwerin stattfindenden Jahres- 
versammlungen er stets besuchte, wenn er nicht durch 
seinen ärztlichen Beruf oder durch eigne Krankheit ver- 
hindert wurde. 

Brückner's verdienstvolle Thätigkeit fand auch an 
allerhöchster Stelle Anerkennung. Am 22. März 1871 
verlieh Se. Königl. Hoheit der Grossherzog von 
Mecklenburg -Schwerin ihm den Charakter eines Sani- 
tätsraths und am 10. Febr. 1877 den eines Geheimen 
Sanitätsraths. 

Der Verewigte war seit dem 1. Juli vermählt mit 
der Tochter des hier am 3. Februar 1845 verstorbenen 
Advokaten Gustav Heinrich Büsing. Aus dieser Ehe 
entsprossten ihm zwei Söhne und eine Tochter, deren 
Erziehung er mit grösster Sorgfalt leitete. Der älteste 
Sohn, Gustav, ist hier seit 1879 Eechtsanwalt, der 
jüngere, Otto, widmete sich dem Maschinenbaufach. 

Während des letzten Winters wurde er von einer 
schweren Brustkrankheit befallen, die ihn längere Zeit 



140 



an Bett und Zimmer fesselte. Um sich zu erholen, ging 
er am 1. Juni zu seinem Bruder, dem Hrn. Sanitätsrath 
Dr. Brückner, nach Ludwigslust, das ein milderes Klima 
hat und gegen rauhe Winde geschützt ist. Leider 
starb er dort am 4. Juli 1881. Das Leichenbegängniss 
fand am 7. Juli Vormittags unter allgemeiner Betheili- 
gung in Schwerin statt. Die Grabrede hielt Hr. 
Pastor Köhler. 

Brückner nahm an der Ausarbeitung der ärztlichen 
Standesordnung für den allgemeinen mecklenburgischen 
Aerzteverein lebhaften Antheil, auch förderte er den 
Ausbau des Hülfsvereins für mecklenburgische Medicinal- 
personen, dessen Secretair er in den letzten Jahren ge- 
wesen ist. Er war ein unermüdlichst pflichttreuer und 
gelehrter Arzt, ein braver, biederer, ehi-enhafter College ; 
seinen Freunden war er ein treuer, aufrichtiger und 
aufopfernder Freund. Sein Andenken wird bei uns stets 
in Ehren bleiben. 

Schwerin, den 18. September 1881. 

Dr. med. A. Blanck. 



VEBEINS -ANGELEGENHEITEN. 



E i n g ä n g"e 

zur Bibliothek des Vereins 
im Jahr 1881. 



A. Periodische Zeitsciirifteii. 

(Zusendungen von Akademien und Gesellschaften.) 
I. Deutschland. 

1. Berlin! Deutsche G-eolog. Gesellschaft. 

Zeitschr. Bd. 32, H. 3, 4. — 
Nehring: Uebersicht d. deutsch. Quartair-Faunen. 

— E. G-einitz: Jura hei Dohhertin i. M. m. 1 T. 

— Holm: über Illaenus crassicauda Wahl. m. 1 T. 

— Credner: über Glacialer scheinungen in Sachsen 
m. 1 T. — Brauco: Verwandtschaft d. foss. 
Cephalopoden. — Hliyssen: D. Tiefbohrungen 
im Nordd. Flachlande. — Jentzsch: Sil. Ge- 
schiebe in Preussen. — Struck mann: Verbreit. 
d. Rennthiers. — Wahn schaffe: über Oletscher- 
erscheinungen. — 

Bd. 33, 1881, H. 1. 

Remele: D. Oen. Palaeonautilus. — Norden- 
skjold: über Feuermeteore m. 2 T. — Becker: 
Olivinknollen im Basalt m. 3 T. — Schlüter: 
Änthozoen d. Devon m. 8 T. — Lehmann: über 
Oletscherspuren m. 1 T. 

2. Berlin: Botan. Verein d. Mark Brandenburg. 

(Schriften nicht eingegangen.) 

3. Berlin: Gesellsch. Naturforsch. Freunde. 

Sitzungsberichte. 
Jahrg. 1880. — 



144 



4. Bremen! Naturwissensch. Verein. 

Abhandlungen. 

Bd. 7, H. 1. 2, 1880—81. 

Rehberg: über freileb. Süssw.-Copepoden. — 
Ders.: übei- Oregarinen. — Buchen au: zu7- 
Flora d. Ostfries. Inseln. — König: Lejpidop- 
teren v. BorJcum. — Hess: Fauna d. Insel 
Spiekeroog. — Poppe: über TacMdius Uttoralis, 
n. sp. m. 1 T. — 

Beilage Nr. 8, Tabellen. — 

5. Würtemberg: Verein für Vaterl. Naturkunde. 

Jahreshefte, Jahrg. 37, 1881. 

Hof mann: über Eichengallen. — Klunzinger: 
Fische Würtembergs. — V. Klein: Osteologie d. 
Fische m. 1 T. — Probst: Quartaire Wirhel- 
thiere. — Miller: Errat. Bloche. — Fribolin: 
Blitzschläge im Walde. — 

6. Wiesbaden: Nassauischer Verein für Natur- 
kunde. 

Jahrbücher, Jahrg. 31, 32, 1878—79. — 

Fresenius: Brunnen- Analysen. — Rösler: über 
Lepidopteren. — Pagenstecher: Schlaf und 
Traum. — Koch: Dr. Kirschbaum, Nekrolog. 

7. Bonn: Naturhist. Verein v. Rheinland West- 
phalen. 

Verhandlungen, Jahrg. 35, H. 2, 1878. 

Schlüter: Devonabi. d. Harzes. — Bertkau: 
Spinnen etc. d. Braunkohle m. 1 T. — Müller: 
Befi'ucht. d. Blumen durch Insectcn. — Sitzungsher. 

Jahrg. 36, 1879. 
Trenkner: Palaeont. geogr. Nachträge m. Abbild. 
— V. Dechen: Geogn. Beschr. d. Fichtelgeb. — 
Müller: Befrucht. etc. Forts, m. 2 T. -— 

Jahrg. 37, 1880. 

Herpell: Praepar. d. Rutpilze m. 2 T. — 
Bert kau: Spinnen bei Bonn m. 1 T. — Reu- 
leaux: Wandernde Töne m. 1 T. — 

Jahrg. 38, H. 1. 



145 



We Stil off: Käfer Westjjhalens. I. — Correspon- 
denzhl. und Sitzungsberichte. 

8. Halle: Zeitschr. für d. gesammten Natur- 
wissensch. 

(Forts, nicht eingegangen.) 

9. Frankfurt a./M.: Der Zoologische Garten. 

Jahrg. 21, H. 7—12. — 
Jahrg. 22, 1881, H. 1—6. — 

10. Hannover: Naturhist. Gresellsch. 

Jahresher. 29 und 30 (1878—80.) 

(Ber. 27 und 28 ist nicht eingegangen.) 

Prolle: Ornithol. Mittlieil. — Struckmann: 
Geogr. Studien am Deister. — 

11. Hamburg: Verein für Naturw. Unterhaltung. 

(Schriften nicht eingeg.) 

12. Hamburg: Naturwiss. Verein. 

Verhandlungen. N. F. No. 5, 1880. 
Pfeffer: D. Panzerkrehse d. Museums. — Ders.: 
D. Clypeastriden, m. 1 T. — Timm: Z. Hamb. 
Flora. 

13. Königsberg: Physikal. Oeconom. Gesellsch. 

14. Danzig: Naturforschende Gesellsch. 

(Scliriftcn nicht eingegangen). 

15. Frankfurt a,/M.; Senckenbergische Natur- 
forschende Gesellsch. 

Bericht 1879—80. 
0. Böttger: Reptilien und Amphibien v. Syrien 
etc. m. 1 T. — Kobelt: Siciliana m. IT. — 
Richters: Organisation d. Crustaceen. — 0. 
Meyer: Palaeont. Notizen üb. d. Mainzer Tertiär 
m. 1 T. — 

16. Halle: Naturforschende Gesellsch. 

Abhandlungen. 
Burmeister: Orthopteren d. Fauna Argentina m. 
IT. — Schimper: Vegetationsorgane v. Proso- 
banche Burmeisteri m. 2 T. — Kraus : über 
Wasservertheilung in d. Pflanze u. üb. Zellsaft. ■ — 
Strasser: über active Locomotion m. 12 Holzsch. 

Archiv XXXV. 10 



146 



17. Breslau: Schles. Gresellsch. für Vaterl. Cultiir. 

Jahresber. 57, 1879. 
Galle: Meteorsteinfall hei Onadenfrei. — Joseph: 
üb. Orottenthiere. — Mediz. Zool. Botan Histor. 
Mittlieil. Obst- u. Gartenbau. — 

18. Emden: Naturforschende Gesellsch. 

Jahresber. 65, 1879/80. — 
Prof. Dr. Prestel, Necrolog. — Sitzunj^sberichte. 

19. Osnabrück: Natiirw. Verein. 

(Schriften nicht eingegangen). 

20. Halle; Landwirthsch. Institut. 

Bericht, H. 2, 1880. 
V. Liebenberg: üb. Bodemoärme. — Kühn & 
Liebscher: Lujyinenhranhheit d. Schafe. -- 

21. Landshnt: Botan. Verein. 

22. Donaueschingen: Verein für Greschichte u. 
Naturgesch. 

23. Lüneburg: Naturwiss. Verein. 
24. Halle a./S : Verein für Erdkunde. 

(Schriften nicht eingegangen). 

25. Leipzig: Naturforschende Gesellsch. 

Sitznng-sberichte, Jahrg. VI, 1879 und Jahrg. 

VII, 1880. 
Credner: Tiefbohrimg zu Leipzig. — Eichter: 
üb. einzellige Algen. — • Sachs e: üb. Chlorophyll. 

26. Würzburg: Physik. Mediz. Gesellsch. 

Verhandlungen. Bd. 15, H. 1 — 4. 
Stühr: D. Ejjithel d Menschl. Magens, m. 1 T. 
— Braun: Entwichel. v. Papageien, Forts. — 
Horvath: Respiration d. Siebenschläfer, Forts. 
— ■ Sitzungsberichte. — '■ - 

27. Dresden; Naturw. Gesellsch Isis. 

Sitzungsber. Jahrg. 1880. 
Blaschka: D. Nahtschnechen d Meeres. — 
Neubert: Best. d. Fixpuncte d. Thermometers. — 
Blaschka: Hydroidquallen. — Drude: Wachs- 
thum d. Victoria regia. — Meitzen: Slaven u. 
Deutsche Ansiedelungen in Sachsen. — 



147 



28. Heidelberg: Naturliist. medic. Verein. 

Verhandlungen, N. F. Bd. II, H. 5. 
Benecke: D. Diagramm der Papaveraceen. — 
Wieler: Blätter u. Stämme d. Hypericaceen. — 
P fitz er: Entioickelung der Orchideen. — Schmidt: 
Zinherzlager v. Wiesloch. 

29. Giessen: Oberhessische Glesellsch. für Natur- 
kunde. 

Bericht 19, 1880. — 
Röntgen: üb. Licht u. Electricität m. IT. — 
Hoffmann: zur Rheinischen Flora. — Ihne: 
zur Pflanzengeographie. 

30. Breslau: Verein f. Schles. Insectenkunde. 

31. Bamberg; Naturforsch. Gresellschaft. 

(Scliriften nicht eingegaugen). 

32. Kiel: Naturwiss. Verein für Schleswig- 
Holstein. 

Schriften Bd. IV, H. 1. 
Weber: üb. Blitzschläge. — Hennings: Ge- 
fässpflanzen bei Kiel. — Karsten: Geschichte 
d. Vereins. — 

33. Annaberg — Bucbholzer Verein f. Natur- 
kunde. 

34. Regensburg: Zoolog. Mineralog. Verein. 

35. Nürnberg: Naturhist. G-esellschaft. 

36. Görlitz: Naturforsch. G-esellschaft. 

37. Mannheim; Verein für Naturkunde. 

(Schriften nicht eingegangen). 

38. Offenbach: Verein für Naturkunde. 

Berichte 19—21, 1877—80. 
0. Böttger: üb. palaearctische Reptilien. — 
Ders.: üb. exotische La,ndschnecken. — A. Müller: 
üb. Cisticola u. Falco jperegrinus, m. 1 T. 

39. Cassel: Verein für Naturkunde. 

40. Fulda: Verein für Naturkunde. 

(Schriften noch nicht eingegangen). 

41. Greifswald: Naturw. Verein für Neuvor- 
pommern u. Rügen. 

Mittheilungen Jahrg. 12. 

10* 



148 



Marsson: Cirripedien u. Ostracoden d. Kreide 
V. Rügen m, 3 T. — Holtz: ühelectrische 
Figuren, m. T. — Plötz: Schmetterlinge. 

42. Zwickau: Verein f. Naturkunde. 

43. Schnee berg: Naturwiss. Verein. 

44. Chemnitz: Naturwissensch. G-esellschaft. 

45. Magdeburg: Naturwiss. Verein. 

(Schriften aoch nicht eingegangen). 

46. Halle: K. Leopold. Carol. Deutsche Akademie 
der Naturforscher. 

Leopoldina. 

H. 17. 1881, No. 11—16. 

(No, 1 — 10 sind nicht eingegangen). 

47. Kiel: Schriften der Universität. 

Bd. 26. 1879—80. 
Medicin. Dissertationen. 

48. Passau: Naturhist. Verein. 

49. Braunschweig: Verein für Naturwissensch. 

50. Hanau: Wetterauische Gesellsch. für d. ges. 
Naturkunde. 

(Schriften nicht eingegangen). 

51. Dresden: G-esellsch. für Natur- u. Heilkunde. 

Jahresher. 1879—80 
•und 1880—81. 

52. Münster: Westphäl. Verein für Wissensch. 
u. Kunst. 

53. Elberfeld: Naturw. Verein. 

(Schriften nicht eingegangen). 

54. Schwerin: Verein für Geschichte u. Alter- 
thumskunde. 

Jahrg. 46, 1881. 

55. Thorn: Copernicus-Verein für Wissenschaft 
u. Kunst. 

(Neue Verbindung). 

Mittheilungen, H. IIL 1881. 

56. Sondershausen: Botan. Verein für d. nördl. 
Thüringen, Irmischia. 

(Neue Verb.) 



149 



a. Statuten d. Vereins. 

b. Correspondenzblatt. 
Jahrg. 1881, No. 1—9. 

57. Strassburg: Schriften d. Universität. 

(Siehe unten sub B, a.) 



IL Oestreich. 

58. Wien: K. K. Akademie d. Wissenschaften. 
Sitzungsberichte. 
Abtheilg. I. 

Jahrg. 1880, Bd. 81, H. 1—5. 

Leitgeb. : Äthemöffnung d. MarcJiantien m. 
1 T. — Fuchs: tert. EcJimiden v. Persien^ 
m. 1 T. — Boue: Stand der Geologie. — 
Burg er st ein: Qeol. Beoh. in Calabrien m. 
1 T. IC. Ch. — Fitzinger: Geschichte d. 
k. k. Hqf-Mineralien-Cahinetts. — 

Bd. 82, H. 1—5. 

Woldrich: Diluv. Fauna hei Winterharg in 
Böhmen, m. 4 T. — Sieb er: Braunkohlen- 
flora in Böhmen, m ö T. — Bieber: 2 neue 
Batrachier d. Böhm. Braunkohle, m. 3 T. — 
V. E 1 1 i n g h a U S e n : zur Phylogenie d. Pflanzen- 
arten, Forts. — Steindachner: Ichthyol. 
Beitr. m. 6 T. — V. Hochstetter: Bericht 
d. prähist. Commiss. m. 3 T. — 

Jahrg. 1881, Bd. 83, H. 1—4 

E,einitzer: üh. Pflonzentranspiration. — 
Bruder: Jura in Böhmen m. 2 T. — 
Heller: Thierwelt im Tyroler Hochgeb. — 
Steindachner: Ichthyol. Beitr. m. 8 T. — 
E,äthay: üh. Hexenhesen (Exoascus) m. 2 T. 
— V. Lendenfeld: Flug der Lihellen, m. 
7 T. — Pflanzenphys. Arheiten. 
Abtheilg. IL 
Jahrg. 1880. 

Bd. 81, H. 4. 5. 

Tornoe: Salzgehalt im Nonoeg. Nord- 
meere m. 3 T. — Finger: Einfluss d. 



150 



Uotalion d. Erde auf Meeres- und Wtnd- 
strömungen. 
Bd. 82, H. 1—5. 

Lippicli: üb. Spectra gasförm. Körper m. 
IT. — Ciamician: Spectroscop. Unters. 
m. 5 T. — Physik, u. Chem. Arbeiten. 
Jalirg. 1881. 
Bd. 83, H. 1—4. 
Abtlilg. ni. 
Jahrg. 1880. 
Bd. 81. II. 4, 5 (H. 1—3 fehlen.) 
Bd. 82, H. 1—5. 
Jahrg. 1881. 
Bd. 83, H. 1, 2. 
Medicin. Äbliandl. 
Eegister über d. Bände 76 — 80. 

59. Wien: Verein zur Verbreitung Naturw. 
Kenntnisse. 

(Schriften nicht eingegangen). 

60. Wien: K. K. Geologische Eeichsanstalt. 

a. Abhandlungen. 

Bd. 7. No. 3 bis 5. 
Neumayr & Paul: Gongerien- u. Paludinen- 
sch. Slavo7iiens m. 10 T. — Vacek: Oestr. 
Mastodonten, m. 7 T. — Neumayr: Fauna d. 
unterst. Lias d. Nordalpen, m. 7 T. — 

Bd. 8. No. 1, 2. 
Stur: Culmflora d. Dachschiejers. m. 17 T. — 
D er s. : Cidmflora d. Ostrau- Waldenburger Schichten, 
m. 27 T., Gh. u. Profilen. — 

Bd. 9. 
Karr er: Geologie d. Hochquellen-Wasserleitung 
Wiens, eine Studie d. Tertiärablagerungen, m. 20 T. 
(Gharten, Profilen u. Abbild, d. foss. u. prähist. 
Einschlüsse.) 

Bd. 10 u. 11 (noch nicht erschienen.) 

Bd. 12. H. 1, 2. 
Hörne s u. Aninger: D. Oasteropoden d. Meeres- 
abi, d. Oest. Ungar. Monarchie, m. 12 T. 



151 



b. Verliandlungen. 
Jahrg. 1880, H. 11—18. 

Suess: üh. d. vermeintl. säcul. ScJiwankuugen d. 
Erdoher-ßäche. — Stäche: D. lihurmsclie Stufe. 

— Ritter v. Hauer, Necrolocj. — E. Hörne s: 
D. Qatt. Terebra im Wien. Bechen. 

Jahrg, 1881, H. 1—7. 
Jaliresher. — Stlir: Gebirgshub u. Gehirgsschub. 

c. Jahrbuch. 

Jahrg. 1880, Bd. 30, H. 4. 

R. Hörnes: d. Trilobitengatt. Phacops u. Dal- 

manites. — Paul: Lagerungsverhältnisse in Wie- 

liczka. — 
Jahrg. 1881, Bd. 31, H. 1. 

Beyer: üh. Pedrazzo^ m. Gh, 

61. Wien: Zoolog. Botan. Gresellschaft. 

Verhandlungen. 
Bd. 30, Jahrg. 1880. 

a. Sitzungsberichte. 

b. Abhandlungen. 

Beck: Pilzflora Oestreichs. — Reitter: Be- 
stimmung stah eilen d. Europ. Coleopteren. — Bergh: 
Ja'pan. Nudihranchien m. 5 T. — Förster: 
Moosflora. — K ras an: Niederste Organismen, 
m. 1 T. — Wachtl: Die Gallenerzeug. Insecten 
Europas m. 1 T. — Joseph: Dipterol. Beitr. 
Bergh: z. Monogr. d. Polyceraden, m. 6 T. 

62. Wien: Geographische Gesellschaft. 

Mittheilungen, N. F. Bd. XIII, (23) 1880. 
Statuten d. Gesellscli. — Knapp: Reisen durch 
d. Balkanhalbinsel. — Naumann: topogr. geogr. 
Aufnahmen in Japan. — Le Mo unier: Reise 
in China. — • Buchholz: Reise in Westafrika. 

— Dr. Pogge: im Reiche d. Muata Jamvo. 

63. Gratz: Verein d. Aerzte in Steiermark. 

Mittheilungen. 
Jahrg. 17, 1879. 



152 



64. Hermannstadt: Siebenbürg. Verein für 
Naturwiss. 

Verhandl. u. Mittheil. 

(Schriften nicht eingegangen). 

65. Brunn: Natiirforsch. Verein. 

Verhandlungen, Bd. 18, 1879. 

a. Sitzungsberichte. 

b. Abhandlungen. 

Reitter: üh. Clavicomier. — Niessl: üh. 
Feuerkugeln. — ßeitter: Coleopteren. 

66. Gratz: Akad. Leseverein. 

(Schriften nicht eingegangen). 

67. Wien: Akad. Lesehalle. 

(Sehr, nicht eingeg.) 

68. Wien: Technische Hochschule. 

(Neue Verbindung), 

Berichte des Naturw. Vereins I— IV, 1877—79. 

69. Gratz: Naturw. Verein für Steiermark. 

Mittheilungen (Jahrg. 1876 nicht eingegangen.) 

Jahrg. 1880. 
Hatle: Steierm. Eruptivgesteine. — Hörnes: 
üh. GeUrgshüdung, m. 1 T. — Haberlandt: 
Scheitelzellwachstlmm d. Phanerogamen, m. 2 T. — 

70. Prag: Naturhist. Verein Lotos. 

N. F. Bd. 1 (29) 1880. 
Hering: üb. Farhenhlmdheit. 

71. Linz: Verein f. Naturkunde. 

72. Aussig: Naturw. Verein. 

(Sehr, nicht eingeg.) 

73. Pressburg: Verein für Natur- u. Heilkunde. 

Verhandlungen. 
N. F. H. 3, 1873—75, 
H. 4, 1875—80. 

Könyöki: Chemie der Theerfarhen. — Emil: 

Enumeratio Coleoptentm. — Liebleitner: Z). 

Nattern Ungarns. — Dietrich: Leben d. Arni- 

polypen. — • Sitzungsberichte. 

74. Reichenberg: Verein der Naturfreunde. 

Mittheilungen. 
Jahrg. 12, 1881. 



153 



IIL Die Schweiz. 

75. Bern: Naturforscli. Gresellscliaft. 

76. Schweizer Naturforsch. Gesellscli. 

77. Basel: Naturforsch. Gesellsch. 

(Scliriftsn nicht eingegangen.) 

78. St. Gallen: Naturwiss. Gesellschaft. 

Bericht, Jahrg. 1878/79. 
Sonder egg" er: D. Luft im Wohnhause u. Blute 
d. Menschen. — Tä seh 1er: üh Entomologie. — 
Jaeger & Sau erbeck: Index Gener. etc. florae 
muscorum. 

79. Graubünden: Naturforsch. Gresellschaft. 

Jahresberichte. 

N. F. Jahrg. 23 u. 24, 1878—80. 

Brügge r: Wildwachsende Pflanzenhastarde. — 

K 11 11 a S : Insectenfauna, 

80. Neufchatel: Societe d. Sciences naturelles. 

(Schriften nicht eingegangen.) 



IV. Luxenburg. 

81. Luxembourg: Institut royal, Gr. Ducal. 

82. Luxembourg: Societe de Botanique. 



(Schi'ift^'n nicht eingegangen). 



V. Belgien. 

83. Bruxelles: Societe malacologique de la 
Belgique. 

a. Proces verb. d. Sceances. 

- Tome VIII, 1879, Jan. bis Dec. 

„ IX, 1880, Jan. bis September. 

(Oct. bis Dec. fehlen.) 
„ X, 1881, Jan. bis May. 

b. Annales. 

Tome XII (II, 2.) 1877. 
1. Memoires. 

Lefevre & Watelet: Deux Solen nouv. m. 
i T. — Cogels: sur le syst. Bolderien & 
Diestien. — Litteraturverz. üb. d. Brachiopoden. 



154 



Craven: Monogr. d. Gen. Smusigera d'Orb. 
(Pteropoden) m. 3 T. — 
2. Bulletin 1877. 



TL Holland. 

84. Amsterdam: K. Akademie van Weten- 
scliappen. 

a. Jarboek, 1879. 

b. Processen Verbal, 1879 — 80. 

c. Verslagen en Mededeelingen. 

II. Folge, Band XV. 
Koster: Äffen- u. Menschenhand. — Moll: 
üh. Tropfenausscheidung und Injection hei 
Blättern m. 2 T. — 

d. Verhandelingen. 

Bd. XX, 1880 (Bd. XIX ist nicht eingegangen.) 
Hub recht; Nervensystem d. Nemertinen, m. 
4 T. — Behrens: zur Petrographie d. Ind. 
Oceans, m. 2 T. 

85. Harlem: Musee Teyler. 

(Fort;, nicht eingegangen). 



TU. Schweden u. IS^orwegen. 

86. Stockholm: K. Vetenskaps-Akademie. 
1. Handlingar. 

Bd. XIV. H. 2. 1876. 

Lindström: Actinology (Corals) of the Atlant. 
Ocean, m. 3 T, — Theel: Elpidia, nouv. genre 
d Holothuries, m. 3 T. — Edlund: über 
electromot. Kräfte. — Westerlund: Sibiriens 
Land- u. Süssw. Mollusken, m. i T. — Törne- 
bohm: Oni Sveriges Diabas & Oabbro — 
arter. — Oeberg: Spetsbergens Trias-Förste- 
ningar, m. 5 T. 

Bd. XV, 1877. 
Zetterstedt: Florula BryologicaJ — Heer: 
foss. Pflanzen v. Nov. Semlja, m. 1 T. — Ders.: 
zur mioc. Flora v. Sachalin, m. 4 T. — 
Agar da: Florideemas morphologi (Algen) m. 



155 



33 T. — Eisen: the Oligocliaeta, coli, to the 
Arctic Regions, m. 16 T. 
Bd. XVI, 1878. 

E dl und: Rechei'ches sur Vaurore boreale etc. 

— Leche: Üafs-mollusker fr. Noio. Semlja, 
m. 2 T. — Theel: Les annelides polyclietes 
d. Now. Semlja m. 4 T. — Sahlberg: 
Sibiriens Insectfauna (Hemipt. Hetero^t.) — 
L. Koch: Arachniden aus Sibirien, m. 7 T. — 
Nathorst: Sveriges foss. Flora, m. 8 T. 

Bd. XVII, 1879. 
Cleve & GrunoAv: Ärct. Diatomeen, m. 7. T. 

— Neumann: Sveriges Hydrachnider , m. 
14 T. — Sahlberg-: Sibiriens Insectfauna, 
Contin. m. 1 T. — Almquist: Monogr. Ar- 
tlioniarum Skandinaviae. — 

2. Bihang til K. Sv. Vetensk. Akad. Handlingar. 
Bd. IV. 
Nordenskjöld: expedition til Jennisej och 
Sibirien. — Gumnelius: om Sveriges glaciale 
Bildningar, m. 1 Gh. — Theel: L'Elpidia 
genre nouv. d. Holothuries. — Kjellmann: 
om Spetsbergens marine Thallophyter m. 5 T. 
Porat: om exot. Myriapoder. — Bowallius: 
om Pterygocera arenaria m. 4 T. — Stal: 
Systema Mantodeorum, m. IT. — 
Bd. V, 1 u. 2. 

Tor eil: the causes of glacial-phenornena in N.- 
Amerika, m. 1 T. — Spangenberg: sp)ec. 
Gyporae, gen. Homopterorum. — Wittrock: 
the spores — formation of the Mesocarpeae, m. 
1 T. — Kjellmann: über Algenregionen im 
Skagerak, m. 1 K. ~ Törnebohm: üb. 
Eisenführende Gesteine v. Grönland, m. 2 T. — 
stal: car acter es dist. d. Heteropteres. — Leche: 
üb. Arm u. Schenkel d. Ghiropteren m. 1 T. — 
Theel: Holothuridae, m. 2 T. — Stuxberg: 
Evertebratfaunen i. Sibiriens Jshaf, m. 1 K. 



156 



— Aiirivillius: G eschlechtsversch. Nord. 
Tagfalter, m. 3 T. 

3. Oefversigt af. K. Vetensk. Akad. För- 

handlinger. 

Bd. 34, 1877. 

Kj eil mann: om Karisha hofvets algvegetation. 
Spangberg-: Homoptera. — Zetterstedt: 
Hepatioae Kinnekullenses. 

Bd. 35, 1878. 
Eisen: Oligochaeter arctiska . — Stuxberg: 
EcMnodermer fran Nov Semljae-liaf. 

Bd. 36, 1879. 

Almquist: Lichenologiska pa Sibiriens Nord- 
Imst. — Cederström: Bohnslaens Vertehrat- 
fauna. — Holmström: Moraener og terrasser. 
'— Kjellmann: Algveget. i Sibir. Jshafvet 

— Linarsson: Gotlands Oraptolither. — 
M e V e S : foglar fran Jennisei 

Bd. 37, 1880. 
Holm: om Illaenus crassicauda Wahlenb. — 
Lundgren: om Scaphites binodosus 
3. Lefandsteckningar, Bd. 2, H. 1. 
(Weitere ScMften: siehe sub B, a.) 

87. Ohristiania: K. Norske Frederiks Univ. 

(Eingeg. Schriften: siehe unten sub B, a. — ) 

88. Ohristiania: Archiv for Mathem. og Natur- 
videnskap, udgiv af Lie, Müller & Sars. (im Aus- 
tausch V. Herrn Alb. Cammermeyer in Christ.) 

Bd. V, H. 2 u. 3. 
Sexe: Nor g es Stigning, Strandlinier og Terrasser. 
— Stejneger: Lanius ezmbitor et major. — 

89. Tromsoe: Museums Aarshefter. 

(Schriften nicht eingegangen). 



VIII Russlaiid. 

90. Moskau: Societe Imper. d. NaturaJistes. 
a. Bulletin. 

Jahrg. 1880, No. 2. 



157 



Zinger: üb. Androsace ftUformis, m. 1 T. — 
T hürnen: zur Pilzflora Sibiriens. — De 
Chaiidoir: Monographie des Morionides. 

91. Odessa: Soc. d. Naturalistes d. 1. nov. 
Eussie. 

(Schriften nicht erschienen.) 

92. Dorpat: Naturforschende G-esellschaft. 

a. Archiv Serie II. 
Bd. VIII, H. 3. 

V. Oettingen: Plmenologie d. Lignosen, m. 

Tabellen. — Zwei Blätter d. Geogn. Charte v. 

Liv.- etc. Land v. Prof. Oreioingk. 
Bd. IX, H. 1 u. 2. 

V. Russow (Pleske): Die Omis Ehst-, Liv- 

u. Curlands (Brut- u. Zugverliältnisse) . 

93. ßiga: Naturforscher-Yerein. 

Correspondenzblatt. 
Jahrg. 25. — 

94. Mitau: Kurländische Gesellsch. für Litte- 
ratur u. Kunst. 

(Schriften nicht eingegangen). 

95. St. Petersburg: Acta horti Petropolitani. 

Bd. VII, H. 1. 
Trautvetter: Flora Rossica. — Batalin: D. 
Epidermis d. Schläuche v. Sarracenia etc. 



IX. England. 

9G. Manchester: Literary & Philos. Society. 

a. Memoire. Vol. VI, Serie III. 

Seh unk: 0?i Indigo — blue fr. Polygonum tinc- 
torium etc. — On Silizeous fossilization. — 

b. Procedings: 

Vol. XVI. Binney: on Eucalyptus. — Plant: 

On Dinornis & Bodo. 

Vol. XVII. Melvill: on Rostellaria Martinii 

Marr. nov. spec. fr. Philippine-Islands. 
Vol. XVIII. 
Vol. XIX. 



158 



X. Frankreich. 

97. Amiens: Societe Linneenne d. Nord d. ]. 
France. 

Bulletin mensuel. 
tome IV, No. 88—90. 



XI. Italien. 

98. Mailand: R. Istit. Lomb. d. Science e 
Lettere. 

a. Rendiconti, Vol. XI, 1878. 
Vol. XII, 1879. 

Paresi: fauna pelagica d. Laglii Italiani, — 
Parona: fauna Lisiaca d. Lombardia. 

b. Memorie, Vol. XIV, fasc. 2. 

Anzi: Anctormm od ßoram Tiovo-comoisem. — 

99. Eom: R. Comitato Geologico. 

(Schriften nicht eingegangen). 

100. Mailand: Societa Italiana d. Science natu- 
rale 

Atti, Vol. XXII, fasc. 1, 2. 

101. Florenz: Soc. entomologica Italiana. 

Bulletino Jahrg. 12, 1880, H. 4. 

Cavanna: Miriapodi in Calahria m. i T. 
Jahrg. 13, H. 1. 

Magretti: Imenotteri d. Lombardia. 

102. Genua: Soc. d. Lettere e convers. scientif. 

Giornale Jahrg. 4, 1880, H. 7—12. 

Vinci guerra: Le ricerche zoologische nelle 

profundita marine. 
Jahrg, 5, H. 1—6. 

Le ricerclie zool. etc. Contin. 

103. Venedig: R. Istit. Veneto d. Scienze, 
Lettere & Arti. 

Memorie, Vol. XX, p. 2, 3. 

Piro na: fauna foss. giurese d. monte Cavallo, 

m. 8 T. u. 1 Ch. 
Vol. XXI, p. 1. 

De Zigno: Sulla Lithiotis prohlematica Oümb. 

m. 1 T, 



159 



104. Rom: R. Academia d. Lincei. 

a. Memorie Ser. III. 
Vol. V, 1879—80. 

de Zigno: un cranio d. Groccodülo eoc. d. 
Veronese, m. 2 T. — D. Valle: anatomia 
d. gen. Liciwmolgus, m. 2 T. — Meneghini: 
Nuovi fossili silur. d Sardegna m. 1 T. — 
Capellini: Strati a. Congerie nella Pisa e 
Livorno, m. 9 T. 

Vol, VI: Seguenza: Le formazioni terziarie 
d. Calahria m. 17 T. — 

Vol. VII. Trincliese: primi momenti d. 
evoluzione n. MolluscM, m. 8 T. — Lessona: 
Moll, viventi d. Piemonte m. 4 T. — Pan- 
tanelli: ilorofoss. (Radiolarien) d. Toscana 
m. 1 T. — Parona: il calcare liassico d. 
Qozzano e suoi fossili. m. 3 T. — Meli: sull. 
Unio sinuatus Lam. m, 1 T. — Canavari: 
i BracJiiopodi d. strati a Terebr. Aspasia 
Mgh. m. 4 T. 

b. Transuiiti & BuUetino. 
Vol. V, 1881, fasc. 9—14. 

105. Mailand: Soc. crittogamologico Italiana. 

Atti, Ser. IL 

Vol. II, fasc. 3. 1881. 
Baglietto e Carestia: Licheni, Cont. 
Vol. III, fasc. 1. 

Ardissone: s. cloroßllo.. — Castracane: 
l. Grammatophora longissima. — Ardissone: 
Spermothamnion torulosum, ml T. — C m e S : 
Agaricus partlienopejus^ m. 1 T. 



XIII. Amerika. 

106. Washington: Departement of Agriculture. 

(Schriften nicht eingegangen). 

107. Washington: Smithsonian Institution. 

Contributions to Knowledge. 
Vol. XXIII. 



160 



Clark: Lucemariae and tlieir AlUes, Ana- 

tomy & PJiysiol. m. 11 T. — Hilgard: 

Geology of Louisiana. — EUiot: Classif. 

& Synopsis of tlie TrocMlidae m. Alibild. 
l3. Annual — Eeport — 1879. 

Rhees: J. ßmitlison. — Knig'ht: a Stydy 

of tlie Savage Weapons m. Abbild. — An- 

thropol. Mittheil. m. Abbild. 
c. Miscellaneous Collections. 
Vol. XVIII. 
Vol. XIX. Procedings of the United-States — 

Museum. — 
Vol. XX. Bulletin of tlie Philos. Sog. of 

Washington. 
Vol. XXI. Rliees: /. Smithson & his Bequest. 

— Memorial of J. He7iry. — 

108. New- York: Academy of Sciences. 

(late: Lyceiim of Natur. History). 
Aimals, Vol. I, No. 9—13, 1879—80. 

Gabb: New Landshells m. i T. — Stearns: 
New. Landsnail fr. California m. IT. — - 
Binney: New. Amer. spec. of Zonites etc. m. 
2 T'. — Leecis: of Ozone. 

109. Boston: Akademie of Arts & Sciences. 

Proceedings, N. Ser. Vol. VII, No. 2. 

110. Boston: Soc. of Natur. History. 

(Schriften nicht eingegangen). 

111. Cambridge: Mus. of comparat. Zoolog-j^ 

a. Annual Eeport, 1879—80. 

D. Museumgebäude zu Caonbridge, Ansichten u. 
Pläne. — 

b. Bulletin. 

Vol. VI, No. 8—9. 

Faxon: on the embryonic Zoea, m. 2 T. — 

G-arman: A^etv sp. of Selachians. — 
Vol. VIII, 1880—81. 

Reports of the residt of Dredging in tlie Qidf 

of Mexico : 



161 



a. Milne - Edwards: Et.udes sur les 
crustacees in. 2 T. 

\). Ag-assiz: Rep. on the Eclrins. 

C. Verrill: Re-p. on the Gejjhalopods in. 
8 T. 
Lymaiiii: Ästrophytidae, m. 1 T. — Few- 
kes: Rep. on the Äcalephae, Hydroidae in. 
4 T; Medusae m. iO T. — Walcott: the 
Trilohües, in. 6 T. — Garraaii: Rep. on 
the Selachians. — Wilson: on the Pycnogo- 
nidae, m. 5 T. 

112. Salem: Essex Institute. 

Bulletin, Vol. XI, No. 1—12. 

Brown, Goode & Bean: Catcd. of the Fishes 
of Massachusetts- Bay etc. — Mearus: Liste 
of hirds. — 

113. Philadelphia: Akademy of Natur. Sciences. 

114. St. Louis: Akademy of Sciences. 

115. Chicago: Akademy of Sciences. 

116. New-Haven: Akademy of Arts & Sciences. 

117. Milwaukee: Naturhist. Verein von Wis- 
consin. 

(Schriften nicht eingegangen.) 

118. Rio de Janeiro: Archivos do Museu nacional. 
(Neue Verbindung). 

Vol. I, Quartal 1. 

Vol. II, No. 1—4 m. 8 T. 

Vol. in, No. 1—4 m. 12 T. 
Während des Drucks ging noch eine Anzahl 
Schriften ein, über die im nächsten Jahrgang beric itet 
werden soll. 



B. Einzel- \¥erke, AliliaiidluiBgeii etc. 

a. Im Austausch gegen d. Archiv. 
1. Von der Academie royale d. Sciences zu 
Stockholm: 

a. Angel in: Geolog. Oefversigtsharta öfver Skane 
in. Text. Lund 1877. 

Archiv XXXV. H 



162 



b. B. Lundgren ilh. Angelins Qeol. Uebersiclits- 
Charte v. Scho7ien(N. Jahrbuch für Mineral. 1878). 

2. Von d. K. Federiks-Univers. zu Christiania. 

a. Schübeier: Pßanzengeogr. Charte d. Königr. 
Norwegen, 1875. 

b. Die Wissensch. Besultate d. Norshc Nordhavs- 
Expedition 1876—78. 

1. Chemie: H. Torave: ehalt d. Wassers 
m. Durchsch. u. Charten. 

2. Zoologie: 

a. R. Collett: Fische, m. 5 T. u. Ch. 
ß. Danielsen & Koren: Gephyrea, m. 
6 T. 

3. V. d. K. K. Universität zu Strassburg: 

a. J. Beckenkamp: Ausdehnung d. Cry stalle in 
d. Wärme. Leipzig 1881. 

b. H, Muracka aus Japan: üb. d. Galv. Verhalten 
d. Kohle. Strassb 1881. 

C. F. Power: on the rhizome of Äsarum Cana- 
dense Lin. m. 2 T, 

b. Geschenke. 

4. H. Freih. v. Maltzan: d. neue Molluskengatt. 
Pseudomarginella (Nachrichtbl. d. D. Malakoz. Ges. 
1880, No.'lO.) 

5. Carriere: Die Gatt. Pseudomarginella v. Maltz. 
(Zool. Anzeiger, 1880, No. 12). 

6. Freih. v. Maltzan: Heise nach Senegambien i. J. 
1880. — (Nr. 4—6 Gesch. d. H. v. Maltzan). 

7. 0. Böttger: Diagn. Reptilium & Batrachiorum nov. 

(Zool. Anzeiger 1880 No. 69 u, 1881 No. 74.) 

8. Ders. : Neue Kröten-Variet. v. d. Balearen (Zool. 
Anz. 1880, No. 72.) 

9. Ders.: zur Mollushenfauna d. Eichsfeldes, 1880. 

10. Ders.: palaearct. Beptilien u. Amphibien, 1880. 

11. Ders.: Mollusken v. d. Cycladen etc. 1880. 

12. Ders.: Reptilien u. Amphibien v. Syrien', Cypern etc. 
Frankfurt a./M. 1880. 

(No. 7—12 Gesch. des Herrn Verf.) 



163 



18. E. Geiiiitz: BasaltgescMehe im Mechlenh. Diluvium. 
V. V. 

14. A. Blanck: D. Fische in Seen u. Flüssen in 
MecUenb. Schwerin 1881. v. V. 

15. Greveson: Enumeratia Plantelor di Romania. Bii- 

carest 1880. 

16. K. Martin: üh. d. Organis. v. Cycloclypeus Carp. u. 
Orhitoides d'Orh. m. 2 T. v. V. 

17. .Senoner: Journal-Revue 1880, v. V. 

18. Ders.: Revue allem, & italienne. Montpellier 1880. 
V. V. 

1^. Conwentz & Völkel: Danzig in Naturwissenscliaft- 
liclier u. Medicinisclier Hinsicht. Festschr. 1880. 

20. E. Kr ans e: D. regio olfactoria d. Schafes. Eostock 
1881. 

21. A. V. Herzele: D. Vzgetab. Entstehung des Kalks u. 
d. Magnesia. Berlin 1881. (Gesch. d. H. Graf v. 
Schlieifen-Schlieffensberg). 

c. Durch Ankauf erworben. 

1. Kobelt: Conchylienhuch. Lief. 9 u. 10. 

2. Gravenhorst: Ichneumonologia Europaea. 

3. Zittel & Schimper: Handh. d. Palaeontologie. 

Bd. I. H. 5. Mollusken. 
Bd. II. H. 2. Pflanzenreich. 

4. Klein: D. Fortschritte der Geologie. 1880. 

5. Nöldeke: Vorkommen des Petroleums in der Lüne- 
burger Heide, m. Holzschn. Celle 1881. 
Güstrow, im März 1882. 

F. E. Moeli, Bibliothekar. 



ir 



Bericht 

über die Jahresversammlung zu Ratzeburg 
am 8. Juni 1881. 



^u der Generalversammlung" unseres Vereins hatten 
sich schon am Dienstag, den 7. Juni, einige Mitglieder 
eingefunden, die in dem festlich geschmückten Saale der 
Actienbrauerei am Abend bewillkommet wurden. Am 
andern Tage wurde morgens von 9 Uhr an im Saale 
des Müllerschen G-asthofes, wo der Clubb sein Versamm- 
lungslocal hat, eine höchst instructive Sammlung von 
Modellen der Eisenindustrie in Verbindung mit den 
wichtigsten Eisenerzen und Fabricaten aus Eisen be- 
sichtigt. Dieselbe ist vom Herrn Professor Dr. Post in 
Göttingen hergestellt und wird an Vereine zu Vorträgen 
dargeliehen. Herr Dr. Ray dt übernahm die Erklärung. 
Neben dieser Sammlung hatte Herr Rieh. Volk eine ganz 
vorzügliche Collection von Eisenerzen ausgestellt, die 
für Kenner wegen der Schönheit und Seltenheit mancher 
Stücke von hohem Interesse war. — Etwa um 10 Uhr 
begab nmn sich in den Dom. Hier hatten Herr Probst 
Russwurm und Herr Landbaumeister Rickmann aus 
Schönberg, der eben die Renovation des alten prächtigen 
Baues, dessen Einweihung nach 14 Tagen in Gegenwart 
Sr. K. Hoheit des Grossherzogs von Mecklenburg-Strelitz 
erfolgt ist, vollendet hatte, die Freundlichkeit, die Gäste 
zu führen. *) 



*) Anm. Nähere Belehrung über dieses ehrwiirdig-e Bau- 
werk findet sich in der Schrift unseres Vereinsmitgliedes, des 
Herrn Landbaumeister Rickmann: Die Domkirche zu Katzeburg 
in geschichtlicher, architectonischer und monumentaler Beziehung. 
Ratzeburg. Max Schmidt, 1881. — Dem Buche sind 3 recht gute 
Lichtdrucktafeln beigegeben . 



165 



Während darauf im Schützenhause der obligate 
Frühschoppen getrunken wurde, waren mit den Bahn- 
zügen noch Gäste aus Hamburg, Lübeck und Mecklen- 
burg eingetroffen und die Zeit für Beginn der Versamm- 
lung, die in der uns freundlichst bewilligten Aula des 
Gymnasiums abgehalten wurde, herangekommen. 

Um 1 Uhr etwa wurden nach Eröffnung der Ver- 
sammlung durch den Secretair die Anwesenden durch 
Herrn Kreisphysicus Dr. Völkers als ältestes Mitglied 
des Eatzeburger Zweigvereins mit einer herzlichen An- 
rede begrüsst, worauf von dem Unterzeichneten der 
Jahresbericht abgestattet wurde. Darnach gehören dem 
Verein von den 708 ordentlichen Mitgliedern, die ihm 
in den 34 Jahren seines Bestehens beigetreten sind, 331 
noch an, während ihre Zahl auf der vorigen Versamm- 
lung zu 323 angegeben wurde. Durch den Tod sind 
dem Verein 7 entrissen: 

Herr Eath Twachtmann zu Neustrelitz, Mitglied 
seit 1866. 

^ Herr Landgerichts -Director Ernst Burmeister zu 
Güstrow, Mitglied seit 1874. 

Herr Gutsbesitzer von Klinggraeff auf Chemnitz, 
Mitglied seif 1871. 

Herr Hofbuchhändler Barnewitz zu Neustrelitz, 
Mitglied seit 1866. 

Herr Forsteleve Alfred Brockmüller, Mitgl. s. 1880. 

Herr Fast. emer. Rennecke zu Rostock, Mitglied 
seit 1860. 

Herr Landbaumeister Wehner zu Schwerin, Mit- 
glied seit 1870. 

Ferner aus der Zahl der 34 correspondirenden 
Mitglieder, deren bisher 52 ernannt sind: 

Herr Erbpächter Pastor a. D. Ritter zu Friedrichs- 
höhe bei Rostock, o. Mitglied seit 1848, auf der Jahres- 
versammlung zu Güstrow 1854 zum correspondirenden 
Mitffliede ernannt. 



166 



Herr Pastor Kawall zu Füssen in Kurland, zum 
corresponclirenden Mitgiiede 1870 auf der Generalver- 
sammlung zu Lübeck creirt, und 

Herr Dr. Eabenhorst zu Dresden, 1871 auf der 
Jahresversammlung- zu Malcliin zum correspondirenden 
Mitg-liede erwählt. 

Nachdem das Andenken der Dahingeschiedenen 
durch Erheben von den Sitzen geehrt war, wurde ferner 
berichtet, dass aus der Zahl der ordentlichen Mitglieder 
ausgeschieden seien 

durch Creirung zum correspondirenden Mitgiiede: 

Herr Eeichsfreiherr Hermann von Maltzan, der 
frühere Präsident des Vereins; 

durch ordnungsmässige Kündigung die Herren: 

Rector Jacoby zu Waren; 

Major a. D. von Preen, früher auf Brütz bei Gold- 
berg, Mitglied seit 1853 und als eifriger Ornithologe 
Gründer und Vorsteher der ornithologischen Section 
unseres Vereins *) ; 

Eechtsanwalt Senator Griewank zu Stavenhagen; 

Lehrer Demmin zu Dessau; 

Oberlehrer Dr. Maynz zu Ludwigslust; 

Gymnasiallehrer Christiansen zu Eatzeburg; 

Gutsbesitzer Brödermann zu Knegendorf; 

Oberinspector Tamm zu Mallis; 

Gymnasiallehrer Dr. Eieck zu Eostock; 

Conrector a. D. Dr. J. Heussi zu Parchim; 

Eentier Gutknecht zu Waren. 

Wegen Unbekanntschaft ihres Wohnortes wurden 
die Herren Dr. Goldhammer und Domänenpächter Schulz, 
wegen verweigerter Annahme des Heftes Herr C. Weh- 
meyer aus der Matrikel gestrichen. 

Es sind also im ganzen ausgeschieden 22 ordentl. 
und 3 corresp. Mitglieder, dagegen sind dem Verein 



*) Er ist ausgetreten, weil er seiner Gesundheit wegen in 
ein südlicheres Klima übersiedeln musste, wo er bald darauf 
gestorben ist. 



167 



31 Herren neu und einer wieder beigetreten, nemlich 
Herr Eath Dr. Brückner in Neubrandenburg, der noch 
zu den 14 Stiftern des Verein gehört, von denen jetzt 
also dem Verein 3 angehören, hoifentlich noch recht 
lange. 

Darauf wurden mit gebührendem Dank die von den 
corresp. Mitgliedern eingesandten Schriften erwähnt, 
deren Aufführung hier unterbleiben kann, da sie in dem 
Verzeichnlss der Eingänge zur Bibliothek enthalten sind. 
Ferner wurde berichtet, dsss mit dem Druck des neuen 
Archivheftes, Jahrg. XXXV., schon begonnen sei und 
zwar mit dem 3. Beitrage zur Geologie Mecklenburgs 
von Herrn Prof. Geinitz, und dass 2 Abhandlungen in 
allernächster Zeit druckfertig geliefert werden sollten, 
eine über die mecklenburgischen Orchideen und die 
andere über die Flora der Unter-Elbe. *) 

"Was über die Finanzen des Vereins angeführt 
wurde, darf hier übergangen werden, da es aus dem 
Rechnungsabschluss erhellt. 

Zur Eevision der mit den nöthigen Belegen vorge- 
legten Abrechnung wurden die Herren Cassier Lübbert 
und Oberkirchenraths-Registrator Hollien erwählt, welche 
dieselbe für richtig befanden, worauf dem Secretair als 
Kassenführer Decharge ertheilt wurde. 

Man schritt dann zur Berathung der auf die Tages- 
ordnung gesetzten Propositionen. 

Durch Herrn Prof. Dr. Eugen Geinitz zu Rostock 
war im Einverständniss mit vielen Rostocker Vereins- 
mitgliedern der Vorschlag gemacht, die Vereinsbibliothek 
in einem Räume der Rostocker Universitätsbibliothek, 
den diese unentgeltlich zu dem Zweck hergeben will, 
aufzustellen und die Modalitäten, unter denen solches 



*) Anra. Leider sind beide Abhandlungen nicht geliefert. 
Für die zweite ist eine andere eingegangen und zum Abdruck 
gekommen, dagegen ist die über unsere Orchideen trotz wieder- 
holter Versprechungen der baldigen Lieferung noch immer nicht 
eingesandt. Es ist dadurch das leider so sehr verspätete Er- 
scheinen des Heftes verursacht. 



168 



gesclielien könne, angegeben. Da der Vereinsbibliothekar, 
Herr Landbaumeister Koch, erklärte, dass der von ilim 
für die Bibliothek zur Verfügung gestellte Kaum für 
einige Jahre noch ausreichend sei, so wurde das zuvor- 
kommende Anerbieten der Eostocker Universitätsbibliothek 
einstweilen dankend abzulehnen. Da bei der Debatte 
über diesen Punkt der A¥erth der Bibliothek und die 
Höhe der Versicherung derselben gegen Feuersgefahr 
zur Sprache kamen und man letztere dem grossen Werth 
der Bibliothek nicht entsprechend fand, so wurde der 
Vorstand beauftragt, die Versicherungssumme bis auf 
9000 Ji. zu erhöhen. 

Darauf wurde § 9 der Statuten in seiner alten 
Fassung, wie er bis zu der am 27. Mai 1874 in Wismar 
abgehaltenen Generalversammlung gelautet hatte, wieder- 
hergestellt, so dass der Vorstand jetzt wieder aus 
3 Mitgliedern besteht, von denen der auf der General- 
versammlung zum Secretair bestimmte zugleich der 
Vorsitzende ist. 

Nach diesem Beschluss konnte die Ergänzung des 
Vorstandes, der im letzten Jahre, nachdem der frühere 
Präsident, Herr Freiherr Hermann von Maltzan, kurz 
vor der vorjährigen Generalversammlung sein Amt nieder- 
gelegt, und wegen der Kürze der Zeit eine Neuwahl 
nicht mehr hatte intimirt werden können, nur aus 
2 Mitgliedern bestanden hatte, vorgenommen werden. 
Die Wahl fiel mit grossser Majorität auf Herrn Director 
Dr. Adam in Schwerin, der dieselbe mit Dank annahm. 

Auf der Jahresversammlung zu Güstrow am 15. Juni 
1859 ist der Beschluss gefasst, dass iinfort keine Ehren- 
mitglieder, sondern nur correspondirende Mitglieder er- 
nannt werden sollen; es ist leider nicht ersichtlich, 
weshalb man dies Recht aufgegeben. Es wurde auf 
Antrag des Herrn Landbaumeister Koch jetzt beschlossen, 
dass das Recht Ehrenmitglieder zu ernennen, der General- 
versammlung zustehen solle und dann sofort der Director 
der k. k. geologischen Reichsanstalt zu Wien, Herr von 



169 



Hauer zum Elirenmitgliede ernannt, weil er sich dadurch 
ein besonderes Verdienst um unsern Verein erworben 
hatte, dass die unserer Bibliothek fehlenden Bände der 
äusserst werthvollen Verhandlungen der k. k. geolo- 
gischen Eeichsanstalt durch seine Vermittlung nach- 
geliefert und die ferneren Bände uns zugesagt sind. 
Ferner wurde Herr Professor Dr. Leimbach zu Sonders- 
hausen zum correspondirenden Mitgliede ernannt. 

Jetzt erst nach Ergänzung des Vorstandes wurde 
zur Berathung der 3. Proposition geschritten. Dieselbe 
lautet: 

Die vorige Generalversammlung beschloss, bei den 
hohen Protectoren des Vereins um eine Beihülfe 
zur Sustentation des von Maltzan'schen Museums 
für Mecklenburg zu Waren aus Landesmitteln nach- 
zusuchen und beauftragte den Vorstand mit Aus- 
führung des Beschlusses. — Darlegung der Gründe, 
wesshalb dieser Beschluss nicht zur Ausführung 
gekommen ist. 

Der Secretair berichtete, dass er dem erhaltenen 
Auftrage gemäss einen Entwurf zu einer Eingabe an 
die beiden Grossherzoge gemacht, das andere Mitglied 
des Vorstandes, das auf jener Generalversammlung nicht 
anwesend gewesen, sich jedoch geweigert habe, die Ein- 
gabe zu unterschreiben, da seiner Ansicht nach das er- 
wähnte Museum, wenn es existenzfähig bleiben solle, in 
eine grössere Stadt, etwa Rostock oder Schwerin, ver- 
legt werden müsse. Nach einer lebhaften Debatte wurde 
beschlossen, vorläufig von der Bitte um eine Beihülfe 
abzusehen, weil der Verein nicht berechtigt sei, sich für 
das Museum, welches die Rechte einer juristischen Person 
habe, zu verwenden. — Ich will hier nicht unerwähnt 
lassen, dass unsere Bitte von anderer Seite wieder auf- 
genommen worden ist und dass die hohe Landtagsver- 
sammlung im letzten Winter eine jährliche Sustentation 
von 500 Jl. auf 10 Jahre bewilligt und dadurch den 
Werth des Museums für das ganze Land anerkannt hat. 



170 



Für die nächste Generalversammlung wurde auf 
Einladung des Herrn Förster Schmidt zu Eickhof bei 
Hagenow diese Stadt und zu Lokal-Vorstandsmitgliedern 
daselbst die Herren Förster Schmidt zu Eickhof und 
Apotheker Kahl zu Hagenow bestimmt. 

Nachdem diese Verhandlungen etwa 2 Stunden 
gewährt hatten, folgte der auch für Nichtmitglieder 
interessantere Theil der Tagesordnung, die Vorträge; 
es hatten sich daher jetzt eine grössere Anzahl von 
Gästen eingefunden, namentlich die Hamburger, welche 
inzwischen unter Führung des Herrn R. Volk die 
Sehenswürdigkeiten des Ortes in Augenschein genommen 
hatten. Die Zahl der Anwesenden belief sich nach 
Ausweis der Präsenzliste auf 40, darunter 8 Gäste, 
wovon die meisten aus Hamburg. — 

Herr Landphysicus Dr. Völkers, dessen Vortrag 
über den Instinct der Thiere als erster auf die Tages- 
ordnung gesetzt war, verzichtete wegen der Kürze der 
noch zur Verfügung stehenden Zeit und so hielt Herr 
Oberlehrer Dr. W. Raydt aus Hannover den ersten Vor- 
trag „über einige neue Anwendungen flüssiger Kohlen- 
säure", über den der Bruder, Herr Oberlehrer Dr. H. 
Raydt in Ratzeburg, folgendes Referat eingesandt hat: 

„Die Kohlensäure ist bekanntlich ein Gas, welches 
bei einem Druck von 36 Atmosphären bei 0*^ C. aus 
dem gasförmigen in den flüssigen Zustand übergeht, wo- 
bei das Volumen derselben sich auf den 450sten Theil 
reduziert, so dass also 1 Liter flüssiger Kohlensäure bei 
0« C. == 450 Liter gasförmiger sein würde. Die That- 
sache war schon seit längerer Zeit bekannt; jedoch wurde 
die flüssige Kohlensäure nur in chemischen Laboratorien 
in geringen Mengen hergestellt und nur zu wissenschaft- 
lichen Experimenten verwendet. Da ich dieselbe aber 
zu mancherlei praktischen Zwecken, die ich nachher der 
hochgeehrten Versammlung unterbreiten wül, zu ge- 
brauchen gedachte, musste ich die flüssige Kohlensäure 
zuerst in grösseren Massen herzustellen suchen und liess 
zu dem Zwecke eine durch Dampf getriebene Compressions- 



171 



pumpe konstruiren, vermittelst welcher es mir gelang, 
in kurzer Zeit 40 und mehr kg- flüssiger Kohlensäure 
leicht zu fabrizieren. Die Grefahr bei dieser Herstellung 
ist durchaus nicht so gross, wie manche gedacht haben, 
da ich dazu Behälter von Schmiedeeisen anwenden lasse, 
die auf 200 und mehr Atmosphären geprüft sind. 

Von den praktischen Anwendungen der flüssigen 
Kohlensäure sehen Sie, meine Herren, eine hier vor sich, 
nämlich den Bierdruckapparat. Derselbe besteht, wie 
Sie sehen, 1) aus der schmiedeeisernen Flasche, welche 
c. 10 kg flüssiger Kohlensäure enthält, 2) dem Wind- 
kessel mit Manometer und Sicherheitsventil, 3) dem Bier- 
fang, um das eventuell mögliche Zurücktreten des Bieres 
zu verhüten und 4) dem Stechkrahn, welcher in das 
Bierfass hineingeschroben wird. Die Verbindungsröhren, 
welche hier von Gummi sind, werden bei festem Betriebe 
am besten aus Blei gemacht. Die Röhre jedoch, in 
welcher das Bier gehoben wird, muss den polizeilichen 
Vorschriften nach von reinem Zinn sein. Drehe ich den 
ganz besonders konstruirten Hahn an der Kohlensäure- 
flasche auf, so geht die flüssige Kohlensäure unter 
brausendem Geräusch, wie Sie hören, wieder in den gas- 
förmigen Zustand über und bald sehen wir, da ja von 
der gasförmigen Kohlensäure das 450 fache von Raum 
eingenommen wird, das Manometer des Windkessels 
steigen. Hat man jetzt in diesem genügenden Druck, 
so lässt man, nachdem das Kohlensäureventil abgedreht 
ist, denselben auf das Bier wirken und kann dieses so 
aus dem Keller in jede Etage des Hauses leicht leiten. *) 



*) Anm. Der Versuch wurde practisch ausgeführt. Ein 
Viertel Bier aus der Actienbrauerei zu Katzeburg war mit dem 
beschriebenen Apparate in Verbindung gebracht und das Bier, 
welches zur Probe herumgereicht wurde, fand ungetheilten Beifall. 

Es mag hier noch erwähnt werden, dass in der seit dem 
Vortrage verflossenen Zeit die Bierdruckapparate mittelst flüssiger 
Kohlensäure in vielen Städten schon in praxi eingeführt sind, z. B. 
in Hannover, Hamburg, Minden, Essen, Ratzeburg u. s, w, und 
sich überall sehr bewährt haben. 



172 



Die Vortheile dieser Bierpression gegenüber den bis 
jetzt gebräuchlichen Methoden liegen auf der Hand. Bei 
den Luftdruck - Bierpumpen haben sich manche Uebel- 
stände herausgestellt, auf die die Polizei jetzt ein be- 
sonders achtsames Auge geworfen hat, insofern die zu- 
geflihrte Luft oft schlecht gewesen ist, in dem Wind- 
kessel und den Leitungen sich Pilze gebildet haben u. s. w., 
Uebelstände , die sämmtlich bei dem Druck mittelst 
chemisch reiner flüssiger Kohlensäure vermieden werden. 
Wenn demnach diese neue Methode für das Bier trinkende 
Publikum in sanitärer Beziehung von grosser Bedeutung 
ist, so bietet dieselbe für den Wirth den nicht zu unter- 
schätzenden Vortheil, dass das Bier nie schaal werden 
kann, da ja unter beständigem Kohlensäuredruck ein 
Entweichen der in demselben enthaltenen Kohlensäure 
unmöglich ist, so dass der Wirth auch die grössten 
Fässer gern anstecken kann , ohne Angst haben zu 
müssen, dass ihm das Bier verdirbt. 

Eine zweite wichtige Anwendung der flüssigen 
Kohlensäure ist die zur Herstellung kohlensaurer Wasser, 
die Herr Apotheker Volk (Ratzeburg) praktisch mit Er- 
folg durchgeführt hat. 

Besonders vortheilhaft kann die flüssige Kohlen- 
säure auch zu Feuerlöschzwecken angewendet werden; 
man hat zu dem Zwecke ein grösseres Wassergefäss 
mit dem Kohlensäureballon, der zu diesem Zwecke ca. 
100 Liter flüssiger Kohlensäure enthält, verbunden und 
braucht nur einen Hahn umzudrehen, um ohne weitere 
Menschen- oder Dampf kraft einen starken Wasserstrahl 
zur unmittelbaren Verfügung zu haben, wobei noch der 
grosse Vortheil hinzukommt, dass das geworfene Wasser 
kohlensäurehaltiges Wasser ist, welches, wie man schon 
bei den kleinen Extinkteuren gesehen hat, das Feuer 
zauberhaft schnell löscht. In der That haben angestellte 
grössere Versuche ein ungemein günstiges Resultat 
ergeben. 

Eine vierte Anwendung ist die zur Hebung von 
versunkenen Schiff'en u. s. w. Zu dem Zwecke werden 



173 



hinreichend grosse Behälter üüssiger Kohlensäure in 
Verbindung- mit passenden Ballons an den zu hebenden 
Gegenständen befestigt und zu geeigneter Zeit die verbin- 
denden Hähne geöffnet. Es können auf diese Art auch 
die schwersten Lasten in leichter Weise g-ehoben werden. 
Bei einem auf der kaiserlichen Werft in der Kieler 
Bucht angestellten Versuch habe ich einen 300 Ctr. 
schweren Ankerblock mit einem zu diesem Zwecke 
konstruirten Ballon ohne Schwierigkeit gehoben. Genaue, 
auch von Herrn Professor Weber (Göttingen) als durchaus 
richtig erklärte Berechnungen, haben gezeigt, dass „der 
grosse Kurfürst" mittelst dieser Methode leicht gehoben 
werden kann. 

Noch viele andere Anwendungen können von der 
flüssigen Kohlensäure gemacht werden, deren Auseinander- 
setzung mich hier zu weit führen würde. Erwähnen 
will ich noch, dass Herr F. Krupp jun. in Essen 
mehrere geistreiche Erfindungen praktischer Verwendung 
der flüssigen Kohlensäure theils zur Bereitung des Guss- 
stahls und bei der Anfertigung der Geschützrohre gemacht 
hat. In Folge dessen ist jetzt in Essen auf der Krupp'- 
schen Gussstahlfabrik eine Maschine aufgestellt, die 
täglich ca. 500 kg flüssige Kohlensäure herzustellen 
vermag." 

Dass dem Herrn Vortragenden, der eigens um 
diesen Vortrag zu halten, nach Ratzeburg gekommen 
war, der lebhafteste Dank der Versammlung ausge- 
sprochen wurde, bedarf kaum der Erwähnung. 



Vortrag des Herrn Dr. H.Lenz, Conservators des 
naturhistorischen Museums zu Lübeck, über 
die Fortpflanzung des Aales. 

Der Vortragende äusserte sich ungefähr folgender- 
massen: 

„Der Aal gehört bekanntlich zu derjenigen Ab- 
theilung der Fische, welche mit dem Namen Weichflosser 
belegt wird. Die Schuppen des Aales sind ausserordentlich 
klein und nur. mit der Lupe in der Haut steckend zu 



174 



seilen. Eigenthümlich ist auch der Kiemenverscliluss des 
Aales, welcher demselben ermöglicht auch ausserhalb 
des Wassers seine Kiemen lange feucht zu erhalten. 

Im Süss- und Brackewasser liebt der Aal bekannt- 
lich schlammige Stellen. Im Schlamm pflegt er auch 
während der Wintermonate eine Art Winterschlaf zu 
halten. 

Wie noch mehrere andere Fische, so fehlt auch 
der Aal dem Flussgebiet der Donau gänzlich; eine 
Thatsache, welche schon Albertus Magnus bekannt war 
und von diesem als ein grosses Wunder bezeichnet 
wurde. 

Nach den verschiedenen Gegenden und Oertlich- 
keiten zeigt der Aal mannigfache Abänderungen in Form 
und Färbung, was zur Aufstellung verschiedener Varie- 
täten des Aales geführt hat. Die Fischer der üntertrave 
und Travemünder Bucht sprechen z. B. von gelbem oder 
Blankaal, welcher vielfach wandert und daher überall 
zu treffen ist, von dickköpfigem oder Schluckaal, welcher 
sich mehr draussen in der Bucht aufhält und wenig im 
Binnenwasser gefunden wird und endlich noch von einem 
kurzen schwarzen Aal, welcher in der Modde lebt. Es 
sind hier jedenfalls örtliche Einflüsse, reichliche oder 
weniger reichliche Ernährung, Geschlechtsunterschiede 
und Sterilität im Spiel. Speciflsch verschieden von 
unserm Flussaal ist nur der echte Meeraal (Conger 
vulgaris), welcher viel dicker und grösser wird, und auch 
in der Flossenbildung etc. abweicht. Derselbe kommt 
nie im Flusswasser vor. 

Ein ganz besonderes Interesse hat von jeher die 
Fortpflanzung des Aales in Anspruch genommen. Redner 
verbreitete sich hierüber ausführlicher. Die historische 
Seite der Frage beleuchtend, theilte derselbe mit, dass 
Aristoteles die Aale aus den Eingeweiden der Erde oder 
aus Regenwürmern entstehen lasse, welche Ansicht bis 
ins Mittelalter Geltung behalten habe. Nach der Ansicht 
anderer sollten die Aale aus Schleim, aus andern Fischen, 
wie Aalmutter, Forelle und Schlei oder nach der Ansicht 



175 



der sardinischen Fischer, sogar aus einem Wasserkäfer 
Dytiscus Roeselii entstehen, wobei zugleich die Eingeweide- 
würmer eine grosse Rolle spielen. 

Erst im 18. Jahrhundert wurden nach mehrfachen 
verunglückten Versuchen im Jahre 1777 durch Carl 
Mondini in Bologna die Ovarien des Aals nachgewiesen 
und drei Jahre später unabhängig zum zweiten Male 
von dem berühmten Zoologen Otto Friedrich Müller 
richtig erkannt. *) In Italien trat kein Geringerer, als 
Spallanzani der Entdeckung Mondini's entgegen, so dass 
sie bald in Vergessenheit gerieth. In Deutschland be- 
schrieb Prof. Rathke in Königsberg im Jahre 1824**) 
von neuem die Ovarien als zwei manschettenförmige 
Streifen zu beiden Seiten der Wirbelsäule und wieder- 
holte diese Beschreibung in Wiegmanns Archiv 1838, I, 
pag. 299, um endlich im Jahre 1850 in MüUer's Archiv 
p. 203 nochmals auf diesen Gegenstand zurückzukommen. 

Die erste Abbildung der Ovarien wurde von Hohn- 
baum -Hornschuch in einer Greifswalder Dissertation 
1842 „De Anguillarum sexu ac generatione" gegeben." 

Die Ovarien wurden hiernach als zwei schmale 
fettähnliche, manschettenartig gekrauste Streifen demon- 
strirt, welche vom After an etwa auf beiden Seiten der 
Wirbelsäule nach vorne entlang liegen und sichtbar 
werden, wenn man die Eingeweide zurückbiegt. Unter 
dem Mikroscop waren alsdann zwischen reichlichen Pett- 
zellen liegend die kleinen Eier deutlich wahrzunehmen. 

Die Entdeckung der männlichen Geschlechtsorgane 
des Aales war erst der neuesten Zeit vorbehalten und 
zwar ging nach den Darstellungen des Eedners die An- 
regung dazu wiederum von Italien aus. Im December 1871 
las Prof. Ercolani in Bologna eine Abhandlung über den 
vollständigen Hermaphroditismus des Aales und vierzehn 



*) cf. Schriften d. Berl. Gesellsch. naturforsch. Freunde I, 
1780 pag, 204 „Bemühungen bei den Intestinalwürmern." 

**) Neueste Schriften d. naturf. Gesellsch. zu Danzig. 1. 
Band, 3, Heft, p. 122 „Ueber d. Darmkanal u, die Erzeugung der 
Fische." 



176 



Tage später die Professoren Crivelli und Mag-gi zu Pavia 
„über die wesentlichen Eeproduktionsorg-ane des Aales." 
Beide glaubten in einem neben den Ovarien sieb hin- 
ziehenden Streifen, der sich jedoch später als reines Fett 
erwies, die Hoden gefunden zu haben und erklärten dem- 
nach die Aale für Zwitter. 

Endlich gelang es dem Prof. Syrski*) in Triest 
im Jahre 1874 die wahren männlichen Organe zu ent- 
decken. Syrski untersuchte namentlich kleine, nicht über 
40 cm lange Aale, weil bei fast allen Fischen die 
Männchen kleiner bleiben als die Weibchen und gelangte 
so recht bald zu dem erwünschten Resultat. Freilich 
gelang es ihm nicht und ist es auch bisher noch nicht 
gelungen, das punctum saliens der ganzen Frage, Sper- 
matozoen nachzuweisen, jedoch sprach die ganze Struktur, 
welche mit derjenigen unentwickelter Hoden anderer 
Fische genau übereinstimmte, für die Richtigkeit der 
Syrski'schen Ansicht. Nachdem man in dem so nahe 
verwandten Meeraal wirklich reife Spermatozoen in den 
Hoden nachgewiesen hat, darf jeder Zweifel ausge- 
schlossen sein. 

Als äussere Geschlechtsmerkmale wurden ange- 
führt: 

1. Die Männchen werden nie länger als 45 cm. 
Aale von grösserer Länge sind Weibchen, 

2. die Männchen haben eine spitzere Schnauze, 

3. eine dunklere Färbung, 

4. eine niedrigere Rückenflosse und 

5. grössere Augen als die Weibchen. 

Von diesen Merkmalen ist die. spitzere Schnauze, 
auch selbst bei gleicher Grösse beider Geschlechter, am 
meisten in die Augen springend. 

Hierauf wurde ein männlicher Aal vorgezeigt, die 
Hoden als ganz schmale Streifen zu beiden Seiten der 
Wirbelsäule mit bogig ausgebuchtetem Rande daran 



*) Syrski, später Prof. in Lemberg, ist ganz kürzlich 
gestorben. \ D. Red. 



177 



demonstriert und endlich auch der feinere Bau dieser 
Organe unter dem Mikroscop zur Anschauung- gebracht. 
Die Zahl der Männchen ist eine bedeutend geringere, 
als die der Weibchen, sie scheint nur etwa 5 % der 
Gesammtzahl zu betragen, wobei jedoch zu berück- 
sichtigen ist, dass die Männchen sich ausschliesslich in 
den Flussmündungen aufhalten und nie oder doch höchst 
selten die Flüsse aufwärts gehen. Alle Aale des süssen 
Wassers sind fast ausnahmlos Weibchen oder sterile 
Exemplare. Im Herbst, von October bis December, 
wandern die Aale die Flüsse abwärts ins Meer, aus 
dem dann im nächsten April und Mai die jungen, etwa 
3 — 5 cm. langen und zwirnsfadendicken Aale in die 
Flüsse wandern. Dies Aufsteigen der jungen Aale, 
monte, ist seit Jahren bekannt; man findet diese Thierchen 
oft in grosser Menge an den Mühiwehren und ähnlichen 
Orten, wie sie bemüht sind in den Ritzen, im feuchten 
Moose etc. stromaufwärts zu klimmen. So dringen die 
Aale durch Gräben in Teiche, Landseen etc. Nur ganz 
kleine Aale haben die Fähigkeit zu klettern, später geht 
ihnen dieselbe verloren. Wenn so das Eindringen von 
Aalen in gänzlich geschlossene Gewässer ausgeschlossen 
ist, so scheint dies vielleicht manchen mit der Wirklich- 
keit in Widerspruch zu stehen. Es wurde dem gegen- 
über vom Redner darauf aufmerksam gemacht, dass ver- 
hältnissmässig wenig Gewässer so abgeschlossen sind, 
dass nicht ein Graben oder sonstige Verbindung mit 
einem Flusse besteht. Ueberdies sei es bekannt, dass 
kleinere Aale, von Reihern etc. ganz verschluckt, den 
Darm lebendig wieder verliessen. Hierdurch sei sogar 
eine üebertragung in wirklich geschlossene Gewässer, 
Teiche, Wassertümpel etc. ermöglicht. Nie werden sich 
aber an solchen Orten die Aale vermehren können. 
Hierzu ist die Wanderung ins Meer nothwendig, wo die 
Geschlechtsorgane in kurzer Zeit zur Reife gelangen und 
die Fortpflanzung stattfindet. Die Fischer in Comacchio 
bezeichnen wohl ganz richtig grosse vor den Lagunen 
liegende Schlammbänke als die Hochzeitsplätze der Aale. 

Archiv XXXV. 12 



178 



Auch bei uns dürften die scMammreichen BucMen die- 
jenigen Oertlichkeiten sein, an welchen die Befruchtung 
und das Absetzen der Eier stattfindet. Nirgends im 
offenen Meere hat man bislang Aale gefunden. An ein 
Auskriechen der Eier im Leibe der Mutterthiere ist nicht 
zu denken, da die Leibeshöhle für die grosse Menge 
junger Aale gar keinen Platz bieten würde. 

Nach dem Laichen sterben die Aale sehr wahr- 
scheinlich, da man niemals grosse Aale wieder aus dem 
Meere zurückwandern sieht. Durch die rasche Ent- 
wicklung der Genitalprodukte im Meere werden die 
Thiere augenscheinlich so erschöpft, dass ihre Lebens- 
kraft nach vollendeter Fortpflanzung erlischt, wie solches 
beim Neunauge gleichfalls der Fall ist. 

Diese letzten Punkte haben sich bislang der direkten 
Beobachtung entzogen. Es wird daher die Aufgabe sein 
mit engmaschigen, tiefgreifenden, schweren Schleppnetzen 
den Schlammgrund unserer Buchten vom October bis 
December zu untersuchen, um so laichreife männliche 
und weibliche Aale oder auch Junge in den ersten Stadien 
der Entwicklung heraufzuholen. Eedner schloss sodann 
seinen Vortrag mit den Worten: „Wir dürfen wohl nicht 
daran zAveifeln, dass es bei der grossen Vervollkommnung 
der Hülfsmittel zur Erforschung der Meere bald gelingen 
wird, die Aalfrage, welche seit Aristoteles Zeiten auf 
der Tagesordnung der Naturwissenschaft steht, endgültig 
und vollständig zu lösen." — 

Auch diesem Herrn sprachen die Anwesenden ein- 
müthig ihren Dank aus für die reiche Belehrung, die 
ihnen geworden war. Somit war d,ie Tagesordnung er- 
schöpft, die Versammlung wurde geschlossen und nach- 
dem die vom Herrn Oberlehrer Dr. H. Eaydt in einem 
Klassenzimmer ausgestellten Naturalien des Gymnasiums 
besichtigt waren, eilte man, da es bereits 5 Uhr ge- 
worden, und die für das Festessen bestimmte Zeit be- 
deutend überschritten war, in das Hotel zum Eathskeller, 
um dem Leibe die nöthige Stärkung zukommen zu lassen. 
Das opulente Mahl wurde durch manchen ernsten und 



179 



heiteren Toast gewürzt, deren erster dem Landesherrn, 
unserem allverehrten Kaiser, und unseren hohen Protec- 
toren galt. 

Leider war das Wetter im Laufe des Tages recht 
ungünstig geworden, so dass von der für den Abend 
intendirten Wasserfahrt um die Stadt abgesehen werden 
musste; man begnügte sich zu Boot nach der reizend 
gelegenen Bäk hinüberzufahren und dort den Kaifee zu 
nehmen und dann wieder zu Boot in die Stadt zurück- 
zukehren. 

Der Vereins-Secretair. 



12' 



Bericht 

über die 

am 9. Juni 1882 unternommene Excursion. 



V on einem Besuch bei der ihm verwandten Familie 
Berckemeyer von Gross-Thurow nach Eatzeburg zurück- 
kehrend, hatte sich der jugendliche Dr. med. und spätere 
Professor der Botanik, Joh. H. Nolte, verirrt, als er 
plötzlich an dem Ufer eines krystallklaren, rings von 
bewaldeten Höhen umschlossenen Sees stand. 

Lieblich winkten hellfarbige Blumenglöckchen vom 
Wasserspiegel her und erfüllten des Naturfreundes Herz 
mit besonderer Freude, denn er hatte Lobelia Dortmanna 
gefunden. *) 

Auch ihre treue Genossin, die gleichen Standort 
liebende Isoetes lacustris entdeckte er, als er in früher 
Morgenstunde am anderen Tag zu weiterer Untersuchung 
des Sees zurückkam, — ob auch schon damals Myrio- 
jpliyllum alterniflorum, welches heute dort vorkommt, habe 
ich nicht erfahren. 

Nach diesem Waldsee, dem in der Gemarkung des 
Strelitz'schen Dorfes Ziethen gelegenen Garden-, Garren-, 
auch Garnitzer See, sollten nach reiflicher Erwägung des 
Ratzeburger Lokalvereins die Festgäste aus Hamburg 
und Mecklenburg geführt werden. 

In drei offenen 8 und 12 sitzigen Wagen, denen sich 
nachher noch das Privatfuhrwerk des Herrn Dr. med. 



*) Der Lebcns-Skizze Nolte's von Prof. H. G. Reichenbach 
im „Progr. d. Hamburgischen Akad. u. Real-Gymnas. v. 1881 
nacherzählt 



181 



Arndt anschloss, fährt die frohgestimmte Schaar der 
Naturfreunde um 9 Uhr zum Thor hinaus über den öst- 
lichen Damm dem Festlande zu. Zuerst führt der Weg 
durch die Vorstadt Dermin etwas bergan und bietet hier 
einen wundervollen Blick über den kleinen und einen 
kleinen Theil des grossen Ratzeburger Sees, die soge- 
nannte Dombuclit. Greschieden sind beide Seen durch 
die Insel mit der Stadt und die beiden Dämme, welche 
deren Verbindung mit dem Festlande in östlicher und 
westlicher Eichtung herstellen. Freundlich blicken, von 
der Morgensonne beleuchtet, die rothen Dächer Ratze- 
burgs und erinnern mit dem dazwischen gestreuten Grün 
von Bäumen an den launigen Vergleich Campe's von 
der mit Pertersilie garnirten Krebsschüss«!. Mancher 
aus der Gesellschaft sendet Blicke voll Wohlwollen nach 
einem besonders hervortretenden hellen Bau. Es ist die 
Aktienbrauerei, deren geschmückter Saal uns vor zwei 
Tagen zum freundlichen „Willkomm" aufgenommen hatte. 
Unterhalb der Brauerei, am äussersten Ufer der Insel 
heben sich die Umrisse einer alten Windmühle scharf 
von dem dahinter erglänzenden Wasserspiegel ab. Im 
Westen bildet der St. Georgsberg, an dessen Abhang 
die zerstreuten Häuser der gleichnamigen Vorstadt lehnen, 
den Hintergrund. Fast auf seiner Höhe steht die uralte 
kleine Kirche, von welcher vor acht und einem halben 
Jahrhundert Ansverus zur Bekehrung der umwohnenden 
Wenden ausgezogen ist. Seinen Heiligenschein hat er 
sich sauer verdient, denn dort hinten am Buchholzer 
Walde, dort wo heute noch ein vielhundertjähriges Granit- 
kreuz die Stelle bezeichnet, hat er ihn mit dem Leben 
bezahlen müssen. Von der Kirche des St. Georg aus 
wurde auch der Ratzeburger Dom begründet, welcher 
die Nordosthöhe der Insel krönend, wesentlich zur Ver- 
schönerung des Landschaftsbildes beiträgt. Mit Vorliebe 
ruht der Blick auf den Ufern des ,.kleinen Sees", deren 
saftige Wiesen von bewaldeten Hügeln umrahmt werden. 
Wir sind inzwischen über die Landesgrenze nach 
Ziethen gekommen, nehmen im Kruge bei Krützfeldt 



182 



einen „Crummesser" zur Stärkung und rollen über „Sande" 
unserem ersten Reiseziel entgegen. 

Landstrasse, Knickweg, dann zwischen zwei Tannen- 
wäldern eine kurze Hölie hinan, und kaum hundert 
Schritte vor uns in der Tiefe liegt der Gardensee. Buchen- 
und Tannenwald treten bis dicht an das Wasser und 
spiegeln sich in der klaren Fluth. 

Während sich der grösste Theü der Gesellschaft 
auf den Weg um das Ufer begiebt, besteigen Schmalmack 
und Schreiber dieses einen dem ersteren (er ist P|chter 
der Fischerei) gehörigen Kahn und beginnen die Jagd 
auf die botanischen Schätze, denn vom Ufer aus sind sie 
schwierig zu erlangen. Am Rande ist der See sehr flach, 
aber nur wenige Schritte und der Grund fällt plötzlich 
zu bedeutender Tiefe, welche hie und da über 100 Fuss 
betragen soll. Dabei ist das Wasser von einer so seltenen 
Klarheit, dass man bei günstiger Beleuchtung und Wind- 
stille noch in grosser Tiefe den Grund erkennen kann. 
Fast überall ist der Boden mit einer dichten Pflanzen- 
decke überzogen. Litorella ist überwiegend vorhanden, 
doch auch Lobelia imd besonders Isoetes büden an manchen 
Stellen dichte Rasen. Während erstere an den flachen 
Uferstellen nur vereinzelt zu finden ist und eine Tiefe 
von 4 bis zu 10 Fuss mit Vorliebe zum Standorte zu 
suchen scheint, finden sich Isoetes und Litorella allent- 
halben. Wenigstens fanden wir sie bei verschiedenen 
Excursionen ziemlich gleichmässig in verschiedenen 
Tiefen verbreitet und konnten keine besondere Vorliebe 
für tieferes oder flacheres Wasser wahrnehmen. 

Wenn auch der Lokalvorstand emsig bemüht war, 
den Festgästen einen befriedigenden Verlauf der Jahres- 
versammlung zu sichern, so lag es doch leider ausser- 
halb des Bereiches seiner Macht, auch nur eine der drei 
Seltenheiten in blühendem oder fructifizirendem Zustande 
zu beschaffen. Mynophyllum alternißorum und Lohelia 
blühen hier nach dem 15. Juli und die Früchte von 
Isoetes erscheinen bekanntlich erst im Herbste. Indessen 



183 



erbietet sich ein Mitglied, den Interessenten seiner Zeit 
leibende Exemplare zu übermitteln.*) 

Nach vollendetem Eimdgang um die Ufer lagert 
die Gesellschaft auf dem waldfreien Abhang am südlichen 
Ende des Sees, mitgebrachter Proviant wird ausgepackt 
und in fröhlichster Stimmung das Frühstück verzehrt. 

Hier ist wohl eine passende Stelle um über die 
Theilnehmer an der Excursion Heerschau zu halten. 
Von dem naturwissensch. Verein in Hamburg waren 6 
Herren der Einladung des Lokalvorstandes gefolgt : „Dr. 
phil. Ahlborn , Eealschul-Oberlehrer Dr. phil. Güssefeldt, 
Chemiker Eentier Louis, J. Arthur F. Meyer, Quästor 
des Vereins, Dr. phil. Pfeffer, Assistent am nat.-hist. 
Museum, Dr. phil. A. Voller, Realschul-Oberlehrer. Von 
Gästen aus Mecklenburg und Ratzeburg betheiligten sich 
vier: die Herren Dr. med. Arndt-Ratzeburg, Primaner 
Brockmüller-Schwerin, Primaner Vermehren-Güstrow und 
Sekundaner Diesteldorf-Ratzeburg. — Auswärtige Mit- 
glieder: Unser Sekretair Herr Oberlehrer C. Arndt- 
Bützow, die Herren Direktor Dr. phil. Adam -Schwerin, 
Apotheker Brath-Zarrentin, H. Brockmüller - Schwerin, 
Pastor Happel-Bützow, Hollien-Schwerin, Cassier Lübbert- 
Schwerin, Realschullehrer König-Bützow , Stud. rer. nat. 
Metzmacher-Rostock, Baumeister Rickmann -Schönberg, 
Oberlehrer Vermehren-Güstrow und Pastor Willebrandt- 
Zapel bei Crivitz. Von Mitgliedern des Ratzeburger 
Lokalvereins waren anwesend die Herren Dr. med. 
Barlach, Apotheker Dörffel, Ob.-Förster Eilers-Farchau, 
Amts-Ger.-Rath Franke, Forstmeister Friederici, Gymna- 
sial-Lehrer Harz, Landsyndikus Hoffmann, Bürger- 
meister Hornbostel, Kammerjunker Hauptmann a. D. 
von Langrehr, Oberlehrer Raydt, Fabrikant Schmalmack, 
Förster Thormählen-Salem , Landphysikus Dr. Völckers 
und R. Volk, im Ganzen 25 Vereinsmitglieder und 
11 Gäste. 



*) Ist auch mehrfach besorgt worden, einige später einge- 
laufene Bestelhingen sollen im nächsten Sommer gerne berück- 
sichtigt werden. 



184 



Durch das Frülistück sichtlich gestärkt, gehen wir 
nun in das „Gardensee-Holz" und nach dem 'A Kilometer 
südlicher gelegenen „Plötzen- oder Plötscher-See." 

Erinnert schon der Gardensee an den vielverherr- 
lichten Uckelei-See bei Eutin, so giebt der Plötzensee 
den eigenthümlichen Character desselben in voller Schön- 
heit wieder. Auch er liegt tief in Waldesruh', rundum 
eingeschlossen von steilen Hügeln, bis dicht an das Ufer 
hin «tehen die Buchen und berühren mit den Spitzen der 
überhängenden Zweige vielfach die Wasserfläche. — Wir 
wandern an dem östlichen Abhang hin, finden hier Hype- 
ricum pulchrum und Aveiter unten im Walde Vinca minor. 

Während der Gardensee vollständig isolirt liegt, 
besitzt der Plötzensee an seinem Südende einen Ausfluss, 
einen Wassergraben, welcher durch das Plötzen-Moor 
nach einem kleineren See, der „schwarzen Kuhle" hin- 
führt. Einen sichtbaren Ausfluss hat letztere nicht, 
soll aber nach etwas sagenhafter Ueberlieferung der 
Landleute in unterirdischer Verbindung mit dem Salemer 
See stehen. Darf man dieser Angabe trauen, so würde 
der Plötzensee schon zu dem Nordsee-Gebiet gehören, 
denn der Salemer See steht durch den Pepersee mit dem 
Schalsee in Verbindung, welcher seinen Wasserüberfluss 
bekanntlich durch die Schale nach der Elbe sendet. Der 
etwa 600 Meter lange und 200 Meter breite Plötzensee 
ist nur ^/2 Kilometer von dem Gardensee entfernt, welcher 
ungefähr um die Hälfte grösser ist. Wie schon bemerkt 
ist letzterer isolirt, während der nur 1 Kilometerweiter 
nach Norden liegende Lankower See durch seine Ver- 
bindung mit dem Mechower und Ratzeburger See zu 
dem Ostseegebiet gehört.*) 



*) Die Spiegel der Seen haben nach den neuesten Messun- 
gen folgende Höhen über der Ostsee: 

Plötzens. = 42, Schwarze Kuhle -■== 41, Salemer S. = 37, 
Pepers. =.- 36, Schals. =^ 35, Gardens. = 43, Lankower S. ^=-- 31,8, 
Mechower S. = 31,4, Ratzeburger S. 4,5 Meter. Das grosse Ge- 
fälle der Verbindung zwischen den beiden letzteren diente früher 
zum Betrieb von 7 Kupferhämmern. 



18.5 



In dem oben genannten Graben finden wir Calla 
palustris, im Plötzenmoor selbst ausser der ganzen Eeihe 
von Ericaceen, Vacdnieen u. s. w., welche kaum einem 
unserer Moore fehlen, auch noch Utricularia minor und 
das um Ratzeburg sonst seltene Empeirum nigrum. 

Wir treten bei dem kleinen See, der wegen des 
überaus düsteren Ansehens seines Wasserspiegels den 
Namen „schwarze Kuhle" mit vollem Eechte führt, aus 
dem Wald und beendigen hier den botanischen Theil 
der Excursion. 

In Salem finden wir bei Husfeld unsere Wagen 
wieder und den heissersehnten Labetrunk in kühlem 
Ratzeburger Bier. Hier werden noch einmal die Ergeb- 
nisse der Exkursion durchgesprochen, auch einige launige 
Reden gewechselt und nach lV-2 stündiger Rast in augen- 
scheinlich befriedigter Stimmung die Wagen bestiegen, 
welche uns durch den Hundebusch zurück nach Ratze- 
burg bringen. 

Gegen 4 Uhr vereinigt uns das Abschiedsmahl in 
der Halle des Schützengartens. Der grösste Theil der 
auswärtigen Herren verlässt uns mit den Abendzügen, 
der Rest jedoch zieht eine gründlichere Ausnutzung der 
fi'ohen Stimmung vor und trennt sich erst zu später Stunde. 

Ratzeburg ist wohl die einzige Stadt ausserhalb der 
Grenzen beider Mecklenburg , welche bis jetzt eine 
Generalversammlung des Vereins in ihren Mauern ge- 
sehen hat. 

Wir hoff'en, dass unsere Mecklenburger und Ham- 
burger Freunde sich hier wohl gefühlt haben und dem 
Gedanken an späteres Wiederkommen nicht abhold sind. 

Ratzeburg. R. Volk. 



*) Anm. In Lübeck tagte unser Verein schon 2inal, 1860 
und 1870. C. A. 



186 



RechDungsabschliiss 

für das Vereinsjalir 1880/81. 



975,00. 
10,00, 



Einnahme. 

Ueberschiiss vom vorigen Jahre Ji. 0,00. 

Beiträge der Mitglieder pro 1880/81: 
[2] Restanten k 2> Jt. .... Jl 6,00. 

2 voraus k S Ji. in vorjähr. Ab- 

rechnung. 

325 ä .3 e//^. 

i^aö,, 

Herr Baumeister Eickmann- 

Schönberg, 
Herr Rechtsanwalt Griewank- 
Stavenhagen. 

3 ä 6 ^. 

Herr Oberstabsarzt Dr Blanck- 

Schwerin. 
Herr Medicinalrath Dr. Grie- 

wank-Bützow. 
C. Arndt-Bützow. 

3 ä 10 ^. 

Herr Geh. J. R. Mencke- 

Schwerin. 
Herr Joachim Oldenburg- 

Niendorf. 
Herr Oberstlieutenant v. Thiele- 

Winckler. 



18,00. 



30,00. 



335 Mitglieder 

Zinsen von 800 ^fi. zu 4'/2 7o 

Ertrag der durch den Secretair verkauftenHefte 

Ertrag des Buchhandels 

Druckkosten-Entschädigung 

Porto-Vergütung 



Ji. 1039,00 
36,00 
16,45 
56,87 
2,00 
56,79 



Summa: Jl 1207,11 



187 



Ausgabe, 

Deficit vom vor. J. dem Secretair zurückerstattet JL 29,86 
Eeise des Secretairs zur Versammlung in Neu- 

Strelitz „ 22,00 

„ „ „ zu einer Vorberatliung 

nach Schwerin . . . „ 6,00 

Kosten für die Versammhmg in Neustrelitz . „ 6,00 

Druck des Archivheftes Jahrg. 34 ,, 750,00 

Heften des Achivheftes Jahrg. 34 . . . . ,, 113,80 

Zur Bihliothekskasse „ 148,00 

1 Beitrag zurückgezahlt ....»...„ 5,00 

1 Archivheft gekauft . . . „ 1,50 

Porto und Fracht „ 108,11 

Heften von Separatabdrücken etc. zum Ge- 
brauch des Secretairs und 1 Vereinsstempel „ 9,15 

Packmaterial, Couverte „ 1,53 

Austragen der Archivhefte an die Bützower 

Mitglieder „ 1,00 

Summa der Ausgaben: Ji. 1201,95 
Summa der Einnahmen: „ 1207,11 

Ueberschuss: Jt. 5,16 

Belegt: „ 800,00 

Bestand der Bibliothekskasse: „ 6,07 

Werth der bei Herrn C. Brünslow vorhandenen 

Vereinsschriften 188,40 

Summa Ji. 999,63 
Bützow, am 1. Juni 1881. 

Oberlehrer C. Arndt, 
Vereins-Secretair. 

Revidirt und richtig befunden. 
Ratzeburg, den 8. Juni 1881. 

G. Lübbert. J. HoUien. 



188 



Mitglieder-Verzeichniss. 



i. Allerhöchste Protectoren: 

Ihre Königlichen Hoheiten die regierenden Orossherzoge von 
Mecklenburg-Schwerin und Mecklenhurg-Strelitz. 



II. Ehrenmitglieder: 

Se. K. H. der Erbgrossherzog Friedricli Franz von 

Mecklenburg-Schwerin 5. Dec. 1869. 

Beyrich, Dr., Profesaor-Berlin. 14. Juni 1848. 

Stöckhard, Dr., Hofrath-Tharand. 8. Juni 1854. 

von Hauer, Director der K. K. geol. Reichsanstalt 

zu Wien, 8. Juni 1881. 



III. Correspondirende Mitglieder: 

Karsch, Dr., Professor-Münster. 4. Juni 1852. 

Sandberger, Dr, Professor-Würzburg. 4. Juni 1852. 

Karsten, Dr., Professor-Kiel. 18. Mai 1853. 

Renard, Dr. Staatsrath-Moskau. 15. Juni 1859. 
Schmidt, Professor, Hofrath, Akademiker II. Grades, 

St. Petersburg. 15. Juni 1859. 

Senoner, Dr., Wien. 15. Juni 1859. 

de Zigno, Freiherr, Padua. 15. Juni 1859. 

Müller, Dr., Medicinalrath-Berlin. 24. Blai 1861. 

V. Konen, Dr., Professor, Marburg. . 3. Juni 1868. 

Sonder, Dr., Apotheker, Hamburg. 3. Juni 1868. 

Brehm, Dr., Berlin. 20. Mai 1869. 
Fuchs, Custos am K. K. Hofmineralien-Cabinet-Wien. 20. Mai 1869. 

Speyer, Dr., K. preuss Landesgeolog-Berlin. 20. Mai 1869. 

V. Märten s, Dr., Professor-Berlin. 8. Juni 1870. 

Moebius, Dr., Professor- Kiel. 8. Juni 1870. 

Weinkauf, H. C, Kreuznach. 8. Juni 1870, 

Jeffreys. Grwyn, Esq., London. 22. Mai 1872. 

Möhl, Dr., Professor-Cassel. 22. Mai 1872. 



189 



Aschers on, P., Dr., Professor-Berlin. 27. Mai 1874. 

Müller, Karl, Dr., Halle a./S. 27. Mai 1874. 

Pro Zell, Kirchenrath, Friedland. 27. Mai 1874. 

Schulze, F. E., Dr., Professor, Graz. 27. Mai 1874. 

Verkrüzen, T. A., Frankfurt a./M. 27. Mai 1874. 

Win kl er, T. C, Dr., Haarlem. 7. Juni 1876. 

von Homeyer, Dr., Stolp in Pommern. 23. Mai 1877. 

Kobelt, Wilh., Dr., Schwanheim a./M. 23. Mai 1877. 

Zittel, Dr., Professor^München. 23. Mai 1877. 

Böttger, 0., Dr., Frankfurt a./M. 12. Juni 1878. 

Martin, K., Dr., Prof, Leiden. 12. Juni 1878. 
V o n M ü 1 le r , Baron, Government-Botanist, Melbourne. 4. Juni 1879. 

Meyer, H. A., Dr., Kiel. 4. Juni 1879. 

von Maltzan, Freiherr, Frankfurt a./M. 19. Mai 1880. 

Leimbaeh, Dr., Prof., Sondershausen. 8. Juni 1881. 



IV. Ordentliche Mitglieder: 



Dil," Specialfächer der Mitglieder, soweit sie dem Secretair bekannt gewor- 
den, sind durch folgende Abkürzungen bezeichnet: A. = Anatomie, B. = Botanik, 

C.:^ Chemie, Co. =^ Conchyliologie, E. = Entomologie, G. = Geognosie, Gl. = 
Geologie, M. = Meteorologie, Mi. =^ Mineralogie, O. := Ornithologie, P, =Petre- 
factologie, Ph. = Physik, Z. == Zoologie. 

Altona: Got tsche, C, Dr - 1873. 

Semper, J. 0. — Co. G. P. 1857. 

Timm, C. T. ~ B. 1875. 

Basedow: Bünger, Castellan. — B. • 1876. 

Behlendorf bei Ratzeburg: Claudius, Oberförster, — J5. Z. 1880. 

Berlin: Krause, Ernst H. L., Dr. med. — B. 1879. 

Liebenow, Cand. math. 1880. 

Wellmann, Dr., Oberlehrer. 1877. 

Blankenhof: Pogge, Gutsbesitzer. 1854. 

Boddin bei Wittenburg: von der Mülbe, Kammerherr. 1873. 

Brunn b. Neubrandenburg: vonOertzen, Kammerherr. — E. 1849, 

Brütz bei Goldberg: Basse witz, Pastor. — 0. 1873. 

Bülow bei Teterow: Erich, Pastor. 1861. 

Bützow: C. Arndt, Oberlehrer, Secretair d. Vereins. — B. Co. 1853. 

von Bülow, Criminal-Director. 1873. 

Darjes, Districtsingenieur. 1881. 

Griewank, Dr., Medicinalrath. — B. E. 1869. 

Happel, Pastor. 1873. 

Hölscher, Dr., Oberlehrer. 1877. 

Klemm, Kaufmann. 1877. 

König, Realschullehrer 1875. 

Küchenm eis ter, Kaufmann. 1877. 



190 



Lütjohann, Rentier. — E. 1852. 

Lüttmann, Dr., Mediciualratli. 1875. 

Paschen, Bürgermeister. 1876. 

ßeinholdt, Kaufmann, 1873. 

Romanus, Realschullehrer. — Z. 1878. 

Rüben, Rentier. 1879. 

Simonis, Commerzienrath. — Z. 1873. 

Stötzer, Dr., Oberlehrer. 1873. 

Winckler, Dr., Realschuldirector. 1873. 

Witte, Apotheker. 1876. 
Cölpin b. Neubrandenburg: von Dewitz, Premierlieut, a. D. 1879. 

Conow bei Malliss: Kliefoth, Lehrer. — B. 1876. 

Dargun: Chrestien, Amtsrichter. 1873. 

Dermin bei Ratzeburg: Franz von Bülow-Kogel. 1882. 

Dobbertin: Garthe, Forstinspector. 1864. 

Doberan: von Blücher, Forstmeister. 1873. 

Kor tum, Dr., Medicinalrath. 1851. 

Freiherr M. v. Maltzan. 1862. 

Voss, Dr., Gymnasiallehrer. 1876. 

Dratow, Gr., bei Kl. Plasten: Lembcke, Gutsbesitzer. 1875. 
Dreibergen bei Bützow: Bohlken, Strafanstalts-Inspector. 1879. 

Eichhof bei Hagenow: Schmidt, Förster. — B. 1860. 

Elberfeld: Wüstnei, Königl. Maschinenmeister. — B. 1882. 

Erlangen: Fisch, Dr., Assistent am botan. Institut. 1878. 

Farchau bei Ratzeburg: Eilers, Revierförster. — E. 1880. 

Feldberg: von Oertzen, Kammerherr und Landdrost. 1865. 

Fürstenberg: Konow, Pastor. — E, 1874. 
Gadebusch: Rennecke, Huldr. , Amtsgerichts- Assessor. 1873. 

Goldberg: Meyer, Bürgermeister. 1875. 

Göttingen: Reinke, Dr., Professor. — B. 1864. 

Grabow: Ähren s, Landbaumeister. 1878. 

Bader, Realschullehrer. 1876. 

Kloss, Dr. med. — B. 1855. 

Madanss, Zahnarzt.*) — B. 1847. 

Schubart h, Dr., Realschuldirector. 1876. 

Greifswald: Holtz, Ludw. — 0. - 1859. 

Marsson, Dr. — B. 1858. 

Wiese, Forstmeister. 1861. 

Gresenhorst bei Ribnitz: Seboldt, Stationsjäger. — 0. 1873. 

Grevismühlen: Bau er, Apotheher. 1863. 

Hesse , Landbaumeister. 1871. 



*) Anm. Die Namen der noch lebenden Gründer des Vereins sind durch 
fette Schrift hervorgehoben . 



191 



Gülzow bei Güstrow: Kirchner, Pächter. 1877. 

Güstrow: von Arnsberg, Landgerichts-Präsident. 1881. 

Beyer, Senator. 1881. 

Förster, Dr., Oberlehrer. — PL 18.59. 

Koch, Landbaumeister, Bibliothekar des Vereins. 

0. P. 1849. 

Lüt Johann, A., Gärtner. 1879. 

von Monroy, Dr., Ober-Gerichts-Präsident. 18G9. 

Müller, Apotheker. — B. G. Mi. Ph. Z. 1849. 

von Nettelbladt, Freiherr, Major. — P. 1862. 

Raspe, Dr., Gymnasialdirector. 1868. 

Reichhoff, Oberamtsrichter 1880., 

Seeger, Realschiildirector. — C. Ph. 1867. 

Seitz, Bürgermeister. 1854, 

Simonis, Realschullehrer. — B. 1862. 

Soldat, Droguist. 1879. 

Störtzel, Oberpostdirector. 1877. 

Vermehren, Oberlehrer. — C. Ph. 1849, 

Vogel, Dr. med. 1871. 
Gutendorf, Neu-, bei Marlow : von Vogelsang, Hauptmann, 

Gutsbesitzer. — 0. 1849. 
Hagen in Westphalen: Schmidt, Heinr. , Dr., Oberlehrer. 1859. 

Hamburg: Beuthin. Dr., Lehrer. — Co. E. Mi. 1867. 

Kraepelin, Dr., Oberlehrer. — B. Z. 1870. 

Krogmann, Dr. med. — Z. 1852. 

Schüler, Max, Kaufmann. 1880. 

Worlee, Ferd. — B. Mi. P. Z. 1864. 

Hamm in Westphalen: von der Mark, Apotheker. 1858. 

Helm bei Wittenburg: Lau, Lehrer. — 0. 1852. 

Herrnburg bei Lübeck: Langmann, Pastor. — B. 1871. 

Jamel bei Grevismühlen : Regenstein, Förster. 1 868. 

Kaebelich bei Woldegk: Reinke, Pastor. 1865. 

Kaliss bei Dömitz: Paschen, Forstmeister, 1877. 
Karin, Alt-, bei Gerdshagen : Graf von Bernstorf, Gntsb. 1881. 
Kellinghusen, Provinz Schleswig - Holstein : Hohn, Schxil- 

Vorsteher. 1873. 

Klink 'bei Waren: Kaehler, Gutsbesitzer. 1877. 

Koitendorf bei Semlow: Metzmacher, Cand. phil. 1880. 

Krakow: Fichtner, Rector. 1877. 

Kröpelin: Kühm, Postmeister. 1876. 

Kronskamp bei Laage: Witt, Domänenpächter. 1879. 
Küssow b. Neubrandenburg : Kirchstein, Domänenpächter. 1858. 

Laage: Beyer, Pastor. 1877. 

Leppin: E. Schröder, Inspector. 1877. 

Lenzen bei Zehna: Busch, Gutspächter. 1877. 



192 



Lischow bei Nantrow: Fischer, Gutsbesitzer. 1866. 

Liidwigslust : Auffarth, Dr., Oberlehrer. 1875. 

Brückner, Dr. Sanitätsrath. 1856. 

Hinstor ff, Buchhändler. 1876. 

Kahl, Kaufmann. 1875. 

Kurztisch, Eechtsanwalt. 1875. 

von Müller, Oberforstmeister. 1847. 

Peters, Oberrossarzt. 1875. 

Schiemann, Hofapotheher. 1876. 

Sparkuhl, Rentier. 1876. 

Vesper, Kaufmann. 1875, 

Lübeck: Arnold, Lehrer. — B. Co. 1862. 

Brehmer, Dr., Senator. — B. P. 1852. 

Groth, Lehrer. 1871. 

Lenz, Dr., Conservator am Naturhist. Museum zu 

Lübeck, — B. (Algen.) Z. (spec. wirbellose 

Thiere der Ostsee.) 1867. 

Lignau. Oberpostdirector. 1870. 

Schliemann, Eentier. 1852. 

Sörens, Lehrer. 1870. 

Warncke, Matth., Rentier. — Z 1865. 

Wilde, Lehrer. — B. Co. E. Mi. 1851. 

Lübtheen: Becker, Dr., Medicinalrath. 1852. 

Lüningsdorf: Busch, Domänenpächter. 1871. 

Malchin: Michels, Kaufmann, 1875. 

Mozer, Dr. med. 1873. 

Nouvel, Dr., Oberlehrer. 1880. 

Reimann, Realschuldirector. 1877 

Richter, Dr., Oberlehrer. 1879. 

Scheven, Dr., Medicinalrath. 1857. 

Schmidt, Superintendent. 1873. 

Malchow: Müller, Apotheker. 1869. 

Schloss Miechowitz in Schlesien: von Tiele-Win ekler, 

Oberstlieutenant. 1873 

Mirow: Durchschlag. — B. E. - 1880. 

Neubrandenburg: Ahlers, Rath, Bürgermeister. 1872. 

Ahlers, Rath, Landsyndicus. 1855. 

Ähren dt, Hofbuchdrucker. 1873, 

Brückner, Dr. med., Rath. — Co. P. 1847. 

Br uns low, Buchhändler. 1849. 

Fr ö lieh, Praep. emer. , 1858. 

Greve, Buchdrucker. — 0. 1867. 

Krefft, Telegraphen-Secretair. 1873. 

Schlosser, Apotheker. 1872. 



193 



Sieraerling, Rentier. 1872. 

Siemerling, Conrad, RechtsanM^alt. 1877. 

Neukloster: Wulff, Inspector der Blinden-Anstalt. — B. E. 1858. 

Neustadt i/M. Herrn. Schmidt, Hofapotheker. — C. 1872. 

Niendorf bei Schönberg: Joachim Oldenburg. 1878. 

Oldenburg im Grossh. : Heincke, Dr., Gymnasiallehrer. 1875. 

Parchim: Evers, Senator. 1860. 

Fante r, Dr. med., Oberstabsarzt. 1879. 

Genzke, Baumeister. 1878. 

Heu SS i, Dr., Conrector. — Ph. 1874. 

Lübstorf, Lehrer. — B. C. 1869. 

Penzlin: Krüger, Dr. med. 1873. 

Freiherr von Maltzan, Erblandmarschall. 1873. 

Plauen im Voigtland: Steinohrt, Th., Kaufmann. 1877, 

Poelitz bei Schliefifensberg: Aug. Pogge, Gutsbesitzer. 1881. 

Pohnstorf bei Teterow: Mönnich, Gutsbesitzer. 1877. 

Prissewitz auf Rügen: Herm. Haase, Gutsbesitzer. 1877. 

Ratzeburg: Bar lach, Dr. med. — Z. (Anatomie.) 1879. 

Drechsler, Postdirector. 1879. 

Dörffel, Apotheker. 1880- 

Friederic i, Forstmeister. — E. 1879. 

Harz, Gymnasiallehrer. — B. 1879. 

Hoff mann, Landsyndicus. 1880. 

Hornbostel, Bürgermeister. 1879. 

Hornbostel, Rector. 1881, 

Kielmann, Justizrath. 1880. 

von Krogh, Landvogt. 1881. 

von L a n g r e h r , Kammerjunker, Hauptmann 

a. D. — Q. 1879. 

Lohmeyer, Baurath. 1881, 

Ray dt, Gymnasiallehrer. — Ph. B. Z. (Käfer.) 1879. 

Schlüter, Apotheker. 1880. 

Schmahlmack, Fabrikant. 1880. 

Völckers, Dr. med., Landphysicus, — Z. 1880. 

Volk, Apotheker und Chemiker. — B. Vh 1879, 

Remscheid: Hintzmann, Dr., Oberlehrer. — B. C. Mi. 1878. 

Reinstorf bei Bützow: Schnappauff, Administrator. 1879. 

Rönkendorf bei Triebsees: von Gadow, Gutsbesitzer. 1873. 

Rövershagen bei Rostock: Gart he, Ober-Forstinspector. 1857. 

Roggow bei Schieflfenberg: Herm. Pogge, Gutsbesitzer. 1881. 

Rosenhagen bei Dassow: M. Rettich, Gutsbesitzer. 1873. 

Rostock: Aubert, Dr. Professor. Z. 1868. 

Berger, Organist. 1864, 

Geinitz, Dr., Prof. — G. 61. M. 1878. 

13 



194 



Grenadier, Dr., Professor. 1875. 

Groschopff, Dr., Chemiker. — C. 1862. 

Haase, Rentier. 1873. 

Heinrich, Dr., Prof. — C. 1880. 

Hermes, Pastor emer. 1855. 

Karsten, Rentier. 1860. 

> Krause, Dr., Director der grossen Stadtschule. 1868. 

Kühl, Dr., Medicinal-Assessor. 1851. 

Lange, Dr., Kunstgärtnerei-Besitzer. — B. Mi. 1868. 

Langfeldt, Baumeister. 1854. 

N erger, Stud. phil. 1882. 

R a d d a t z , Director der höhereu Bürgerschule. — E. 1850. 

Riefkohl, Privatlehrer. — 0. 1861. 

Röper, Dr., Professor. — B. 1868. 

Rusch, Rechtsanvalt, Raths-Secretair. 1873. 

Scheven, Dr., Medicinalrath. 1851. 

von Schöpffer, Landgerichtsrath. 1873. 

Sprenger, Lehrer. 1871, 

Steenbock, Conservator. — 0. 1861. 

Stube, Stud. ehem. 1880. 

Wiechmann, Dr. phil. — Co. O. P. 1865. 

Wigand, Oberlehrer. 1880. 

W i 1 1 e , Dr. , Senator. 1 878. 

von Zehender, Dr., Professor. 1860 

Sachsenberg bei Schwerin: Tigges, Dr., Medicinalrath. 1881. 

Salem bei Ratzeburg: Thormählen, Förster. 1880. 

Schlemmin: Senske, Förster. 1875. 

Schlön bei Waren: Brückner, Präpositus. 1860. 

Schönberg: Drenkhahn, Weinhändler. 1880. 

Koppel, Forstpractikant. 1879. 

Montag, Apotheker. 1880. 

Rickmann, Baumeister. 1851. 

Schorrentin: Viereck, Gutsbesitzer. 1877. 

Schwaan: Glasen, Conrector. — E. 1853. 

Krüger, Senator. 1879. 

Lohmeyer, Rector. ' 1879. 

Wächter, Dr. med. 1879. 

Schwasdorf bei Kl. Plasten: Saurkohl, Gutsbesitzer. 1875. 

Schwerin: Ackermann, C., Stud. rer. nat. 1878. 

Adam, Dr., Director. — C. Ph. 1866. 

Algenstaedt, Realschullehrer. 1881. 

von Bilguer, Einjährig-Freiwilliger. — 0. 1878. 

Blanck, Dr., Oberstabsarzt. — B. Z. Gl. 1857. 

Brandt, Gymnasiallehrer. 1875. 

Brauns, Gymnasiallehrer. — E. 1868. 



195 



Brockmüller, Heinr. — B. Cryptogamerit 1848. 

Brüssow, Ingenieur. — Z. 1878. 

Brunnengräber, Hofseifenfabrikant. 1869. 

Burmester, F., Kaufmann. 1878. 

Clement, Professor, Bankdirector. 1876. 

Dippe. Dr., Ministerialrath. — Mi. / 1852. 

Dittmann, Dr., Realschullehrer. 1878. 

Doehn, Dr. med. 1878. 

Francke, Apotheker. — B. 0. 1868, 

Friese, Heinr., jun., Orgelbauer. — E. 1878. 

Fromm , Secretair des Statist. Bureaus. — Ol. Co. 1851. 

Giffenig, Staatsanwalt. 1873. 

Hartwig, Dr., Schulrath. — Ph. 1857. 

Heise, Dr. med. 1869. 

Hollien, Oberkirchenraths-Registrator. 1877. 

Kaelcke, Bankbuchhalter. 1869. 

Kall mann, Droguenhändler. 1877. 

Klett, Grossherzogl. Obergärtner- 1875 

Knebusch, Domänenrath. 1847 

Lindemann, Gasfabrik-Besitzer. 1881. 

Lind ig, Dr., Oberlehrer. — C. Ph. 1875. 

Lisch, Dr., Geh. Archivrath. — Gl. 1847. 

Lübbert, Cassier. — 0. 1861. 

L ü t k e n s , Landbaumeister. 1 878. 

Mencke, Geh. Justizrath. 1880. 

Meyer, Dr., Oberstabsarzt. 1857. 

von Monroy, Landgerichts-Director. 1869. 

Neubert, Eisenbahnwerkstätten- Vorsteher. 1881. 

Nöldeke, Dr., Gymnasiallehrer. 1878. 

Pechel, Lehrer. 1876. 

Peitzner, Rechtsanwalt. 1865. 

Planeth, Dr., Lehrer. — Oo, G. ML P. 1874. 

Poll, W. L., Kaufmann. 1878. 

Rennecke, Rechtsanwalt. 1869. 

Rüge, Baumeister. — Gl. 1853. 

Schall, Gustav, Kaufmann. 1877. 

Schulze, Zahnarzt. 1878. 

Stachle, Dr., Oberlehrer. 1877. 

Vollbrecht, Heinr., Dr. med. 1869. 

Weitzel, Dr. Oberlehrer. 1878. 

Wiese, Lehrer, 1880. 

Wohl er, Grossherzogl. Hofgärtner. 1876. 

Seesen am Harz: Rademann, Pharmaceut. — E. 1873. 

Selpin bei Tessin: Mönnich, Gutsbesitzer. 1876. 

Spornitz bei Parchim: Mecklenburg, Förster. 1866. 

13* 



196 



Stargard: von Fabrice, Kammerherr und Landdrost. 1865. 

Sternberg: David, Alex., Kaufmann. 1877. 

Draeger, Postdirector. 1877. 

Stein oh rt, Dr. med. — 0. 1873. 

Strelitz, Neu- : Backst roem, Apotheker. 1880, 

Collin, Professor. 1857. 

Götz, Dr., Obermedicinah-ath. 1860. 

Haberland, Eealschullehrer. 1880. 

Müller, Dr., Realschuldirector. 1866. 

Peters, Dr., Obermedicinalrath. — E. 1866. 

Zander, Dr., Apotheker. 1880. 

Subsin bei Laage: Schmidt, Karl, Damänenpächter. 1879. 

Tessin: Micha eisen, Rechtsanwalt. 1876. 

Paschen, Heinr., Amtsrichter. 1873. 

Schröder, Dr. med. 1876. 

Teterow: Cordes, Lehrer. — 0. 1850. 

Danneel, Senator. 1850. 

Kaysei, Senator. 1861. 

Koch, Amtsrichter. 1875. 

Scheven, Herm., Dr. phil. 1870. 

Schmidt, Rector. 1873. 

Teutendorf bei Tessin: vonFIotow. 1881. 

Twietfort bei Plan : R a d el , Förster. 1873. 

Vieeheln bei Gnoien: Blohm, W., Gutsbesitzer. 1865. 

Waren: Bath, Lehrer. 1877. 

Birkenstädt, Brauereibesitzer. 1875. 

Dulitz, Dr. med. * 188). 

Elvers, Dr., Medicinalrath. 1875. 

Hörn, Apotheker. — B. 1869. 

Kross, Senator. 1877. 

Kr Uli, Apotheker. 1858. 

Lembcke, Postdirector. 1869. 

Lorenz, Dr., Gymnasiallehrer. 1877. 

von der Luhe, Rentier. 1877. 

Meyn, Pharraaceut. 1880. 

Räthjen, Rechtsanwalt. ' 1875. 

Schlaff, Hofrath, Bürgermeister. 1877. 

Strüver, Kaufmann. 1877. 

Struck, Gymnasiallehrer. — B. Co. Z. 1851. 

Treumann, B. J., Kaufmann. 1877. 

Wedendorf: Graf von Bern stör ff. 1862. 

Wismar: Friedrichsen, Commerzienrath. - 1871. 

Rättig, Lehrer. — B. 1855. 

Schmidt, Franz, Kreiswundarzt. — E, 0. 1850. 

Sthamer, Dr., Medicinalrath. 1851. 



197 



Woldegk: W liiert, Amtsiiohter. 1880. 

Witte, Dr. med 1880. 

Zapel bei Crivitz: AVillebrand, Pastor 18-47. 

Zarchelin bei Plau: Schumacher, Oekonomievath. 1873. 

Zarrentin: Brath, Apotheker. — G. P. 1857. 



Abgeschlossen den 26. April 188:' 



C. Arndt. 






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des Vereins 



^1 der Freimcle der Natiimeschiclite 



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(1881), 



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C. Ärndt-Bützow. 






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(Preis 3 Mark 



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Neubrandenburg 

In Commissi QU bei C. Brihislo 

188-2. 



(Ausgegeben Mitte Mai ' 1882.) 



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